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Hier eine kurze Einleitung aus dem Pressetext:
Die Schühs-Ühndlich-Produktion "Das Zimmer" ist das bis dato anspruchsvollste Produkt der erfolgreichen Filmfirma. In so vielen Metaebenen parallel wird die Schühs'sche und die Ühndlich'sche Zeitkritik vermittelt, dass hier nur in Auszügen auf einige beeindruckende Ideen hingewiesen werden kann.
Grundttenor des Films ist die Entfremdung und Abschottung des zeitgenössischen Menschen.
1) Musikauswahl: Die zu hörende Musik ist von Johann Sebastian Bach, an sich künstlerisch wertvoll, doch schon modernisiert und dem Zeitgeschmack angepasst, also verfremdet. Sie ist anfangs, der Stimmung des Films entsprechend, eher düster, und belebt sich nur gegen Ende (um das letzte Aufbäumen des Menschen in seiner Körperlichkeit zu kommentieren, siehe Punkt 6)
2) Benedikt H. (dargestellt von Gernot Schühs) liest allein ein Buch, zu ihm gesellt sich Ronald G. (dargestellt von Ottfried Ühndlich). Dies geschieht völlig wort- und beziehungslos. Die Beziehung ist eigentlich schon zu Beginn des Films tot.
3) Erst bei Minute 1:38 entspinnt sich ein Dialog, eingeleitet von einem herzhaften Lachen Benedikt H.'s (meisterhaft dargestellt von Gernot Schühs). Die Figur des Benedikt Hager hat also offenbar noch nicht ganz seine Natürlichkeit verloren. Ganz anders Ronald G. (der ebenfalls in seiner entfremdeten Kühle hervorragend von Ottfried Ühndlich dargestellt wird): Die Sprache und die Artikulation der Figur Ronald G.ist ein ganz unzweideutiger Hinweis auf ihre Unnatürlichkeit und Künstlichkeit - so ein "Friede wird nicht halten", er kann nicht halten.
4) In Minute 2:35 schließt Benedikt H. (Schühs) die Fenster und lässt die Rollos herunter. Er schottet sich komplett von der Welt ab.
5) In Minute 3:54 öffnet er die Jalousie kurz wieder - ein kurzer natürlicher Scherz ("i hob an Schaß in da Rean") - das Fenster wird wieder geschlossen, die Entfremdung kehrt wieder zurück.
6) Ab Minute 4:10 wird die Stimmung wieder belebter. Ronald G. versucht durch Körperlichkeit die seelische Entfremdung zu überspielen, man erkennt jedoch sofort, dass es zu keiner adäquaten Lösung führt ("es ist diese Bank nicht bequem für mich").
7) Abschließend die triste und aussichtslose Erkenntnis Benedikt H.'s (Schühs aus dem off): "Du würdest nicht glauben, wie dunkel es ist." Und obwohl Ronald G. (Ühndlich) ebenfalls zu erkennen glaubt ("Ich kann es sehen, ich sehe es nun."), so weiß er doch nichts: Im hell erleuchteten Raum tappt er umher wie im Dunkeln.
Die Hoffnung ist weg, die Welt ist verloren.
Schühs-Ühndlich-Produktionen, © 2002