Mein bester Kumpel hatte ein schlechtes Abitur.. 3,3 glaub ich. Seit 2001 wartet er auf einen Studienplatz für Medizin. Hat seitdem Zivildienst im Rettungsdienst und danach Vollzeit beim Roten Kreuz gearbeitet. Jedes Jahr ZVS beworben für ganz Deutschland und immer abgelehnt worden. Da hat er geklagt und einen Platz in Bochum bekommen. Finde gut, das es den Weg der Klage gibt. Wenn jemand unbedingt will, wie bei meinem Kumpel und man keinen bekommt, nur auf grund eines schlechten Abiturs, kann das nicht das Wahre sein...
Einklagen nach keiner Zulassung zum Studium?
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Hi,
das mit dem Einklagen finde ich schon etwas arm. Wer schon im Abi Probleme hatte, wird wohl auch im Studium Schwierigkeiten haben. Man hätte sich halt vorher mal etwas Mühe geben sollen. Und es nützt keinem was, wenn jemand anfängt zu studieren und nach 4 Semester abbrechen muß, weil schlechte Noten. Kostet nur Geld. Deshalb gibt es ja sowas wie einen NC.
Mir wäre das zu peinlich, sagen zu müssen: ich bin aufgrund einer Klage an der FH/Uni, für den normalen Weg war ich zu schlecht. Und ich muß da schon Sebastian G. zustimmen: dann wird man halt über schwere Klausuren hintenrum wieder rausgeworfen. Ich weiß auch nicht, wie die Mitstudenten das sehen. Die Unis sind eh schon überfüllt, und wenn dann noch n paar Hansele kommen die sich eingeklagt haben, na toll. Beste Vorraussetzungne für eine innige Freundschaft. Ich würd mir das überlegen und schauen ob es nicht bessere Alternativen gibt. Zwang (und du zwingst damit die FH zu was) ist niemals eine gute Grundlage.
ZitatWusste echt nicht das es heutzutage so verdammt schwer ist an eine Ausbildung ranzukommen. Geht echt nur noch mit Vitamin B.
Dann hättest du dich vielleicht vorher mal informieren sollen über deinen Traumstudiengang und evtl. NC. Die Möglichkeit bietet jede FH. Ich weiß nicht, warum dein Schnitt so schlecht ist, aber vielleicht solltest du Alternativen in Betracht ziehen, die besser auf die passen. Evtl. BA-Studium, FH-Wechsel mit niedrigerem NC, anderer Studiengang oder eine Ausbildung.
Grüße
Bastian
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Zitat
Original geschrieben von xoduz
findest Du, Fahim, es nicht ein kleinwenig peinlich, Dir etwas einklagen zu wollen, was Du wegen Deiner eigenen Leistungen nicht in Anspruch nehmen kannst?
Es ist ja nicht so, dass Dir irgendjemand aus bösem Willen etwas Dir Zustehendes hätte wegnehmen wollen. Eher andersherum: Du möchtest etwas Dir nicht Zustehendes (weil Du vorher faul warst oder einfach nicht gut genug) an Dich nehmen.
Danke :top:. Dann bin ich nicht der erste Miesepeter :D. Ich finde es auch nicht gut. Wenn man sein Abitur gegen die Wand gefahren hat, kann man ja auch nicht auf einen Ausbildungsplatz klagen oder auf eine Arbeitsstelle. Und wenn man eine miese Durchschnittsnote hat, dann muss man sich eben anders orientieren. Ich sehe nicht so recht den Unterschied zum Berufsleben. Jemand der ein mieses Diplom hat, kann sich auch nicht bei Unternehmen einklagen, die abgesagt haben.Letztendlich finde ich 1000-2000€ nicht unbedingt viel Geld. Wenn man trotz schlechten Abiturs überzeugt ist, dieses oder jenes studieren zu wollen, dann sollte es einem auch soviel Geld wert sein. Wenn man aber aufgrund des Geldes zögert, dann hat man ja wahrscheinlich Zweifel, ob man das Studium wirklich packt. Und 1000-2000€ kann man sich zur Not auch noch während des Zivildienstes zusammen sparen. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass die Kohle auch weg ist (?), wenn man vor Gericht verliert.
ZitatOriginal geschrieben von Sebastian Wenn die Hochschule dann am Drücker ist, werden eben in den Anfangssemestern mehr Leute rausgeprüft, und fertig ist die Laube und die "alte Quote" ist wieder erreicht.;)
Da bin ich mir nicht so sicher. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen: Natürlich gab es Fächer, in denen gesiebt wurde, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das "von oben" angeordnert wird.MfG
bimmelbommel -
Zitat
Original geschrieben von bimmelbommel
Da bin ich mir nicht so sicher. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen: Natürlich gab es Fächer, in denen gesiebt wurde, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das "von oben" angeordnert wird.Nun, seit einigen Jahren werden Unis im Landeshaushalt nicht mehr nur nach Studentenzahl sondern nach Absolventenzahl in der Regelstudienzeit bezahlt - das ist schon ein gewisser Anreiz da etwas Druck auszuüben

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Zitat
Original geschrieben von manuelr
Mein bester Kumpel hatte ein schlechtes Abitur.. 3,3 glaub ich. Seit 2001 wartet er auf einen Studienplatz für Medizin. Hat seitdem Zivildienst im Rettungsdienst und danach Vollzeit beim Roten Kreuz gearbeitet. Jedes Jahr ZVS beworben für ganz Deutschland und immer abgelehnt worden. Da hat er geklagt und einen Platz in Bochum bekommen. Finde gut, das es den Weg der Klage gibt. Wenn jemand unbedingt will, wie bei meinem Kumpel und man keinen bekommt, nur auf grund eines schlechten Abiturs, kann das nicht das Wahre sein...Das ist ja wohl das lächerlichste, was ich so in letzter Zeit gelesen habe.
Wenn ich ein Abi von 3,3 schreibe, dann bin ich leider nun mal nicht so intelligent wie andere oder aber doch ein ganz smartes Kerlchen, aber leider (stink)faul. Was will ich mit 3,3 versuchen, Medizin zu studieren, wo andere schon mit 1,9 oder weniger Probleme haben reinzukommen. Ein Kumpel von mir studiert seit 6 Semester Medizin in München, hat aber auch ein Abi von 1,2
!
Sorry, aber was hat es für einen Sinn, wenn er, und das nehme ich an, nach 2-3 Semestern eh wieder weg vom Fenster ist. Ich lerne hier schon für 6 Klausuren (BWL) in einem Monat, da hab ich jetzt schon je Fach mehr gelernt als für das ganze Abi und bin erst bei dem Stoff, der bis heute gelehrt wurde, kommen also noch 4 Wochen.
Wenn er also schon Medizin studieren wollte, dann hätte er sich schon früher mal auf den Hintern setzen können und anfangen was zu tun. Aber nein, klagen ist ja einfacher :flop: .Zum Schluss noch ein Zitat eines Prof. in Mannheim und München:
"Früher haben 3% eines Altersjahrgangs studiert. Heute sind es in Bayern 19 - 20 %. In Nordrhein-Westfalen sind es sogar bis zu 40 %. Ich frage mich, ob die Menschen wirklich klüger geworden sind, oder ob es nur leichter ist, einen Studienplatz zu bekommen" [Meine Ergänzung: (...) zu ergaunern!] :flop: -
Noten sagen reingarnichts über die Fähigkeiten einer Person aus. Ich kenne genug Leute die einen NC von 2,3 hatten, die aber nichts anderes konnten als nachplappern und auswendig lernen.
Dagegen hab ich einen (ich würde sagen) sehr intelligenten Kollegen, der in der Situation einfach überfordert war und nur mit 3,3 durchkam.
Trotzdem halte ich den mit der 3,3 für den fähigeren von den beiden.
Ein NC ist nicht alles, von daher soll er ruhig klagen. Wer kennt schon die Umstände. Der Cousin meiner Mutter hat auch mehrere Klassen übersprungen, hat aber das Abi hinterher auch nur Durchschnittlich gepackt, obwohl er einen sehr hohen IQ hat.
wie gesagt, alles nur IMHO, aber kein weiß wie er zu den Noten gelangt ist. Es wird Zeit andere Kriterien einzuführen, anstatt den überalterten NC.
IMHO!
ZitatWenn er also schon Medizin studieren wollte, dann hätte er sich schon früher mal auf den Hintern setzen können und anfangen was zu tun. Aber nein, klagen ist ja einfacher .
Ach, du wusstest mit 17-18 genau was du im Leben wolltest? Ich unterstelle mal, dass es bis zu dem Alter nicht jedem klar ist, was er möchte! Also wieso ihm die Chancen verbauen, wenn er doch gelernt hat zu lernen? -
Ganz davon abgesehen daß ich persönlich es auch nicht machen würde (also das einklagen) herrscht hier doch ein Denkfehler vor, wie ich meine: hoher NC von z.B. 1,6 != schwerer Studiengang. Der NC spiegelt nur das Verhältnis der Studienbewerber zu Studienplätzen wieder.
Auch habe ich in meinem Bekanntenkreis genügend Fälle mit nicht so gutem oder sogar schlechtem Abitur aus den verschiedensten Gründen und ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, daß dadurch automatisch eine allgemeine oder spezielle Studierunfähigkeit abzuleiten wäre. Vielmehr kann (ich betone: kann) ein schlechtes Abi auch mit persönlichen Lebensumständen, schlechter Fächer(aus)wahl oder postpubertärem Desinteresse oder Motivation (
) zusammenhängen und einige Jahre später sieht die Leistungsfähigkeit vielleicht ganz anders aus.Aber für diesen Fall hat das Verteilungssystem ja auch die Wartezeit eingebaut: Jeder, und ist der Abschluss noch so schlecht, wird früher oder später seinen Studienplatz über die Wartezeit bekommen und gerade für die Kandidaten mit nicht so gutem Abi eignet sich mE diese Zeit sehr gut für eine vorgeschaltete Berufsausbildung etc.
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Zitat
Original geschrieben von AdministratorDr
wie gesagt, alles nur IMHO, aber kein weiß wie er zu den Noten gelangt ist. Es wird Zeit andere Kriterien einzuführen, anstatt den überalterten NC.
Und zwar? Es gibt zwar noch die Möglichkeit, sich über ein Auswahlgespräch direkt bei einer Uni zu qualifizieren, allerdings werden diese Kandidaten auch aus dem ZVS-Bewerberpool geangelt. Es ist fraglich, ob eine Uni einen Bewerber mit 3,3 sehen will, zumal Auswahlgespräche ja auch Ressourcen binden. Warum sollte man sich also als Uni mit weniger zufrieden geben?Zitat
Ach, du wusstest mit 17-18 genau was du im Leben wolltest? Ich unterstelle mal, dass es bis zu dem Alter nicht jedem klar ist, was er möchte! Also wieso ihm die Chancen verbauen, wenn er doch gelernt hat zu lernen?
Nein, ich wusste mit 17-18 auch noch nicht, was ich machen wollte. Ich wusste aber, dass wenn ich mir den Arsch aufreiße, es leichter wird, die Sachen zu machen, die ich machen will. Ein gutes Abi auch ohne konkreten Berufs- oder Studienwunsch hat noch niemandem geschadet.MfG
bimmelbommel -
Zitat
Original geschrieben von AdministratorDr
wie gesagt, alles nur IMHO, aber kein weiß wie er zu den Noten gelangt ist. Es wird Zeit andere Kriterien einzuführen, anstatt den überalterten NC.IMHO!
Mal provozierend gefragt:
Und was soll das entscheidene Kriterium sein?
Darf dann jeder der von 3 Kumpels bescheinigt bekommt, dass er trotz mieser Noten doch eigentlich ein ganz schlaues Köpfchen ist auf seinen Wunschstudienplatz? :confused:
Oder soll es "Aufnahmeprüfungen" geben?
Wenn ja wie sollen die aussehen? Quasi ein Assessmentcenter für die Uni?
Ein Psychologe beurteilt anhand eines Einzelgesprächs die Fähigkeiten des Bewerbers?Oder doch wierder nur ein schriftlicher Test?
Letztendlich kommt es dann auch wieder auf eine Note an.
Und gerade am Prüfungstag ist man leider mit dem linken Fuß aufgestanden und hat deswegen bedauerlicherweise sein sonst vorhandenes Potential nicht voll ausschöpfen können...Usw. usw....
Derartige Lösungen sind auch nicht praktikabler, teuer und verursachen einen riesen Aufwand.
Sicher ist die Regelung über den NC in einigen Fällen alles andere als glücklich aber, ich denke man sollte auch nicht vergessen, dass wir hier von Abiturienten reden. Also eigentlich Leute die zur vermeindlichen schulischen Bildungselite gehören. Und JA von solchen Personen erwarte ich per se, dass sie in der Lage sind auch schon im jugendlichen Alter zu begreifen, welche Konsquenzen ihre schulischen Leistungen mit sich bringen werden/können.
Einige Fächer liegen einem vielleicht nicht so sehr, das ist Veranlagungssache aber es gibt IMHO kein Schulfach, bei dem man nicht durch entsprechenden Lernaufwand auf eine eingermaßen anständige Note kommen kann.
(Bin selber nicht so das Mathe-Genie aber auch ich habe bisher alle Mathe-Prüfungen und Scheine anständig bestanden, ok die Lernzeit war nicht schön und ich habe desöfteren in die Tischkante gebissen, aber es war machbar)
Und man kann ja nun schon seine eigenen Interessen durch die Leistungskurs und Fachprüfungswahl entsprechend auch von der Gewichtung maßgeblich selbst beeinflussen.
Gruß
CH -
Gegen die ZVS und den NC kann man sicher einiges sagen, aber eines hat dieses System nunmal: es ist gerecht. Und für diverse Härtefälle gibt es ebenso Sonderregelungen wie es Kontingents für die Unis gibt, aus dem sie per Auswahlverfahren (z.B. Vorstellungsgespräch etc.) ihre Kandidaten auswählen kann.
Und für diejenigen, die den NC nunmal nicht erfüllen, gibt es ja wie gesagt immer noch den Weg über die Wartezeit.
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