Alles rund um Blogs (elektronische 'Tagebücher' im Web)

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    die leute die meinen auf biegen und brechen etwas bloggen zu müssen
    weils halt grad in ist (obwohl es niemanden interessiert)


    Verstehe. Aber das ist ja nichts Neues, seit sich jeder Depp mit einem Baukasten seine Homepage zusammenbasteln kann.
    Das liest ja vermutlich auch keiner (außer 3 Familienangehörigen und 5 Freunden).


    Aber es gibt ja noch die Blogs, in denen wirklich Wissen zusammengetragen wird. Oder die der internen Kommunikation in Firmen dienen.
    Oder die, die wirklich viel gelesen werden (siehe Spreeblick und Schockwellenreiter).
    Diese Formate finde ich schon interessant.

  • CK-187: Nein. :D


    Ich habe den Eindruck, dass, weil "blogging" gerade so in ist, alles mögliche, was auch nur ansatzweise nach einem Blog aussieht, so bezeichnet wird, obwohl es sich in Wirklichkeit um schon lange vorher unter länger bekannten Namen gepflegte Newsletter, Foren usw. handelt.


    An dem, was Blogging der Definition nach eigentlich bedeutet, habe ich keinerlei Interesse, weil ich die zugrunde liegende Idee eines "Tagebuches im Netz" genauso sinnvoll finde wie die Millionen privater Webpages, deren Informationsgehalt für die Allgemeinheit gleich Null ist. Leider verstehen viele Leute die Idee von der "Welt am Draht" so, dass sie meinen, der Welt unbedingt ihr Privatleben nahelegen zu müssen. Die vielen Amis, die angeblich jeden Tag Blogs lesen, zeigen allerdings auch, dass es da durchaus einen Markt für gibt. Es ist IMHO nur eine Frage der Zeit, bis irgend jemand auf die Idee kommt, Blogs zu vermarkten (also ein fiktives "Tagebuch" gegen Bezahlung). Wobei das gar keine schlechte Idee ist (hiermit durch mich zum Patent angemeldet! :D ) - solche Deppen wären selber schuld und es würde ihnen recht geschehen, dass ihnen irgend jemand ihr Geld aus der Tasche zieht.


    Die wirklich interessanten Blogs dürften in aller Regel, wie oben schon gesagt, im Grunde eher sowas wie Newsletter oder Foren sein, die man halt einfach nur "Blog" genannt hat. Sowas kann dann sicher durchaus auch interessante Infos beinhalten, nur assoziierte ich persönlich das dann halt nicht mit Blogging.


    Fazit: 50% aller Blogs sind einfach nur alter Wein in neuen Schläuchen (was nicht abwertend in Bezug auf den Inhalt gemeint ist), der Rest ist verzichtbarer, privater und für die Allgemeinheit irrelevanter Informationsmüll (Prozentangaben aus den Fingern gesaugt :D ).

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    Die wirklich interessanten Blogs dürften in aller Regel, wie oben schon gesagt, im Grunde eher sowas wie Newsletter oder Foren sein, die man halt einfach nur "Blog" genannt hat. Sowas kann dann sicher durchaus auch interessante Infos beinhalten, nur assoziierte ich persönlich das dann halt nicht mit Blogging.


    Mir ist leider noch immer nicht die Unterscheidung: Forum - Blog - Wikipedia so ganz klar. (Obwohl ich heute schon eine Menge Neues erfahren habe. Hatte vorher wirklich keine Ahnung von Blogs! :D)


    Und was sind denn die - Deiner Meinung nach - "wirklich interessanten Blogs"?


    Das mit dem Bezahlen: Warum nicht? Es gibt ja auch online-Zeitschriften-Abos. Und zumindest einen Unterhaltungswert weisen einige Blogs durchaus auf (habe gerade mal den 'Schockwellenreiter' angeguckt).


    Zitat

    Leider verstehen viele Leute die Idee von der "Welt am Draht" so, dass sie meinen, der Welt unbedingt ihr Privatleben nahelegen zu müssen. Die vielen Amis, die angeblich jeden Tag Blogs lesen, zeigen allerdings auch, dass es da durchaus einen Markt für gibt.


    Ist das vielleicht eher so ein 'Big Brother-Phänomen'? Es ist halt furchtbar spannend, was der Nachbar gerade macht und denkt ... :rolleyes:
    - Ein Blog mit zusätzlich installierter Live-WebCam. - Das kommt bestimmt gut an (und gibt es bestimmt auch schon)? :D

  • Ein sehr Lesenswerter und guter Blog ist der von Udo - einem recht bekannten Anwalt. Der Mann hat dazu auch noch einen ausgeprägten Schreibtalent.


    http://www.lawblog.de (ein Geheimtip!)


    Was haltet Ihr davon?

    Error: reality.sys corrupted. Reboot Universe? [y/n])


    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. A. Einstein


    Mit vielen Grüßen aus Berlin! Artur.

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    die leute die meinen auf biegen und brechen etwas bloggen zu müssen
    weils halt grad in ist (obwohl es niemanden interessiert)


    Seh ich genauso.


    Zitat

    An dem, was Blogging der Definition nach eigentlich bedeutet, habe ich keinerlei Interesse, weil ich die zugrunde liegende Idee eines "Tagebuches im Netz" genauso sinnvoll finde wie die Millionen privater Webpages, deren Informationsgehalt für die Allgemeinheit gleich Null ist


    Dito, war auch mein erster Gedanke!


    Es gibt natürlich auch witzige blogs, wie das oben zitierte "böse Tagebuch". Das ist in meinen Augen auch eher als Komödie zu sehen und nicht ein klassisches Tagebuch.

  • Zitat

    Original geschrieben von Elke2002
    Und was sind denn die - Deiner Meinung nach - "wirklich interessanten Blogs"?


    Genau die Varianten, die Du ja weiter oben selbst schon genannt hast. Also eben gerade nicht das private Tagebuch von irgend jemandem, sondern "Blogs", die Infos, News usw. enthalten, die von allgemeinem Interesse sind. Letztlich dient das Blogging-System hierbei dann nur als Fahrgestell, um diese Infos in einer geordneten, gut lesbaren Form unterzubringen, anstatt sie in irgendein Webpage-Format, ein Forum-System o.ä. zu quetschen. Dieser Lawblog z.B. enthält hoch interessante Infos und ist gut zu lesen, allerdings hätte ich das, wenn ich jetzt einfach nur so drüber gestolpert wäre (und wenn in der URL nicht das Wort "blog" auftauchen würde ;) ) nicht für einen Blog gehalten, sondern eben für eine Info- oder Newsseite zum Thema "Recht". Das Blogging-Format ermöglicht es, rein textbasierte Inhalte mit einfachsten Mitteln ohne großartigen Aufwand online zu stellen, und gleichzeitig umgeht der Autor potentielle Kritik wegen einer schlecht designten Newsseite, denn es ist ja keine... :D


    Wie auch immer - diese Art von Blogs (die halt IMHO keine Blogs im eigentlichen Sinne sind, sondern nur so aussehen) können durchaus interessant sein.

    Zitat

    Das mit dem Bezahlen: Warum nicht? Es gibt ja auch online-Zeitschriften-Abos. Und zumindest einen Unterhaltungswert weisen einige Blogs durchaus auf (habe gerade mal den 'Schockwellenreiter' angeguckt).


    Schwachsinnig wirds halt dann, wenn die Leute wirklich dafür bezahlen wollen, das private Tagebuch einer unbekannten Person zu lesen. OK, andererseits verkaufen sich die diversen Frauenzeitschriften (Gala, Bunte usw.) und ein TV-Format wie Big Brother aus durchaus ähnlichen Gründen, aus denen sich auch so etwas verkaufen liesse. Insofern könnte man sich nicht wirklich wundern, wenn es so käme. Allenfalls könnte man einmal mehr resignierend feststellen, dass die Menschen mehr und mehr dem Stupiden, dem Stumpfsinn anheim fallen... ;)



    <weitausholmode>


    Früher zu DDR-Zeiten im "Staatsbürgerkunde" - Unterricht hat man uns über den Westen u.a. Folgendes erklärt: Das verschwenderische Angebot von Waren, vor allem aber die platte Medienwelt mit Boulevardzeitungen, Frauenromanen, Fernsehwerbung, Shoppingkanälen usw. diene vor allem dazu, die Bevölkerung dumm und mit all diesen Oberflächlichkeiten davon abzuhalten, sich über wirklich wichtige Dinge Gedanken zu machen. Da wir ja durchaus einen gewissen Einblick in die westliche Medienwelt hatten, konnte ich dies damals nicht nachvollziehen. Auch heute finde ich rückblickend, dass das damals soo schlimm nun wirklich nicht wahr und es daher halt einfach eine der vielen Ost-Propaganda-Maschen war.


    Heute jedoch hat die Realität die Propaganda von damals eingeholt... Der einzige - aber auch entscheidende - Unterschied: Es ist keineswegs eine staatlicherseits proaktiv geführte Verdummung, sondern es ist die Wirtschaft, die allenthalben den Stumpfsinn und die Oberflächlichkeit zur Marktlücke erklärt. Und da wir ja eine freie Gesellschaft sind und sich jeder so verblöden kann, wie es ihm am liebsten ist, steht die Politik daneben und schaut zu...


    </weitausholmode>

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • BigBlue007: Hast du Kürzlich evtl. Chomsky (Manufacturing Consent) gelesen? :D *schnellweg*


    Ich finds interessant wie zirkulär hier Blogs ins negative definiert werden: "Unter Weblog versteh ich etwas langweiliges und uninteressantes. Daher sind Weblogs überflüssig und nervig, denn sie sind langweilig und uninteressant. Wenn es interessant ist (und über persönliches hinaus geht), dann ist es kein Weblog." :D


    Wie schon erwähnt ist Weblog ein nur sehr lose definiertes technisches Medium. Im Zentrum steht das sehr einfache "personal Publishing", wobei sich "personal" eben nicht auf inhaltliches bezieht, sondern darauf, dass man ohne große Mittelsmänner und technische Hürden selber (beliebige) Inhalte publizieren kann und zwar im http://WWW. Natürlich ist es inhaltlich nicht superrevolutionär, aber nach dem Kriterium ist auch das Internet inhaltlich nicht superrevolutionär, da ja schliesslich hier auch nichts anderes geschrieben wird, als früher zur BBS & Mailbox-Szene... :rolleyes:


    Es braucht ein "Schlüsselereignis" in dem man selber involviert ist, um diese Dinge wertzuschätzen. Die Art wie hier viele über Weblogs denken, ist fast 1:1 genau die Art wie viele über Internetforen denken, und wie, da bin ich mir sicher, viele hier über Internetforen gedacht haben, bevor sie hier hängen geblieben sind. ;)


    _Ein_ Vorteil (und ja, es gibt auch zahlreiche Nachteile) bei Weblogs ggü. Foren ist, dass eine Identität viel aufwendiger "zu etablieren" ist, als in einem Forum. Hier meldet man sich ruckzuck an, schreibt über 18 Monate me-too postings, und ist Senior-Mitglied mit bunten Balken, und kann durch "Mitschwimmen" im Forum bekannt werden und wird gelesen. Wenn man das in Weblog-Form versucht, dann wird man scheitern, weil man nicht wahrgenommen wird. Bzw.: Man wird nur von solchen wahrgenommen, die wie man selber ist. Umgekehrt, als jemand der zu bestimmten Dingen also wirklich was zu sagen hat, lässt es sich viel leichter nach geahltvollen Stimmen filtern, und man hat weniger Geplauder-Rauschen.


    Ein paar Seiten welche die Leute hier interessant finden könnten:


    http://www.gizmodo.com/
    http://www.engadget.com/
    http://www.russellbeattie.com/notebook/
    http://blogs.sun.com/roller/page/hinkmond/
    http://www.blogwise.com/search?q=J2ME


    BigBlue007, du bistübrigens ein klassischer Kandidat und würdest das Format lieben lernen. Da kannst du dein Ego nach Herzenslust austoben, und wirst nicht von den irgendwelchen Mods im Zaum gehalten. Ein klassischer Beispiel für so etwas ist bspw. hier: http://www.jroller.com/page/fate - The Bile Blog. :D

    "That's not a hair question. I'm sorry." - 01/31/07 - Never forget!

  • Zitat

    Original geschrieben von Sencer
    BigBlue007, du bistübrigens ein klassischer Kandidat und würdest das Format lieben lernen. Da kannst du dein Ego nach Herzenslust austoben, und wirst nicht von den irgendwelchen Mods im Zaum gehalten. Ein klassischer Beispiel für so etwas ist bspw. hier: http://www.jroller.com/page/fate - The Bile Blog. :D


    Da schätzt Du mich falsch ein.


    Der wesentliche Unterschied zwischen einem Blogformat wie dem oben verlinkten und einem klassischen Forum wie diesem hier besteht in der Diskussion. Auf der verlinkten Seite geht es primär darum, dass der Mann täglich seine aktuelle Position zu Gott und der Welt kundtut. Die Diskussion um die Themen findet lediglich im Background statt, wenn man die "Comments" - Links klickt.


    Auch wenn es auf Manche vielleicht einen anderen Anschein hat: Das eigentlich Reizvolle für mich ist nicht etwa nur, dass ich meine Sicht der Dinge in die Welt posaunen kann (das natürlich auch), sondern hierüber dann auch interaktiv zu diskutieren. Beides zusammen macht für mich den Reiz aus.


    Desweiteren ist es auch so, dass ich keineswegs darauf Wert lege, Diskussionen selbst anzuzetteln. Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich nur höchst selten selbst einen Thread eröffne bzw. eine Diskussion beginne. Wesentlich mehr Freude habe ich daran, die Ideen und Gedanken anderer zu kommentieren und je nach Gusto entweder zu bestätigen oder zu zerpflücken. ;)


    Nein, für meine bevorzugte Art des Diskutierens halte ich das Blogformat für wenig geeignet. Genausowenig, wie ich jemals Ambitionen hatte, eine eigene Webseite zu betreiben, habe ich Interesse daran, ein Blog zu führen.

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Naja, ein Weblog-Eintrag wächst ja meist auch nicht auf der grünen Wiese. Man liest halt rum welche Themen aktuell diskutiert werden, und da gibt es halt auch eben Schreiber die stärker gelesen und verlinkt werden als andere, und wenn man dann meint selber zu einem was schreiben zu müssen, dann tut man das eben in einem eigenen Eintrag. Der Kern der Diskussionen wird nicht in den Kommentaren geführt (dort häufig eher dtailbezogen), sondern v.a. zwischen den Weblogs. (Und das ist zugegeben auch manchmal ein Nachteil, da es eben keinen klaren Anfang, und Ende, und keine klare Reihenfolge gibt, wie in einem Forum - mancher würde das vermutlich auch wieder als Chance sehen).


    Allein die Testberichte würden schon einen Weblog füllen - es wäre weder inhaltlich, noch Aufwandsmäßig viel anderes, aber du würdest langfristig mehr (zumindest andere) Leser erreichen und mehr (zumindest andere) Diskussion anzetteln. Aber ich will dir nichts aufschwatzen. ;)



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    Es ist nur eine Frage der Zeit bis es ein TT-Watchers, eine Art Reader's Digest, für TT geben wird, in dem zu den relevanten Themen verlinkt werden wird, für Leser die sich nicht selber durch alles graben wollen. Falls Interesse besteht, ich habe noch Webspace und Google-Juice um es bekannt zu machen. Dem TT-Team könnte man anbieten ihren Adsense-Banner einzubauen, und so würde auch etwas an TT zurückfliessen. Mit den richtigen Autoren wäre der Erfolg garantiert. :D

    "That's not a hair question. I'm sorry." - 01/31/07 - Never forget!

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