Mich wundert auch etwas, wieso die FTD ausgerechnet die Partei empfiehlt, die die Körperschaftssteuer erhöhen will...
Anyway, btt: Mal angenommen, es läuft wirklich alles so, wie die Theorie sagt, also, dass im Endeffekt mehr Steuern herein kommen, wenn die Sätze gesenkt werden (Steuern sind aber nicht der einzige entscheidente Punkt, um in einem Land zu bleiben, sowohl für Firmen als auch Privatleute...). Selbst dann würden nicht sofort alle Firmen schreien "Hurra, Deutschland hat billige Steuern, hier schaffen wir Arbeitsplätze!", sondern es würde einige Jahre dauern, bis ein Effekt sichtbar ist. Die Flutopfer-Gegend muss aber jetzt wiederaufgebaut werden! D.h., das Geld wird auf jeden Fall sofort benötigt. D.h., man kann es entweder pumpen, und hoffen, dass der Wirtschaftsaufschwung, der vielleicht irgendwann kommt, reicht, um die Schulden mit Zins und Zinseszins zurückzuzahlen. Das ist der Plan von CDU/CSU. Oder man kann die geplanten Steuersenkungen etwas aufschieben (imho besteht schon ein Unterschied zwischen "nicht senken" und "erhöhen", aber das sieht die momentane Opposition wohl zumindest im Wahlkampf anders...), und damit die Ausgaben (zumindest größtenteils...) sofort bezahlen...
was ist nur daran so schlimm, die steuern zu senken???
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Steuern senken oder: Greif mal nem Nackten in die Taschen...
ZitatOriginal geschrieben von Tom Selleck
[...]also ich glaube, die wirtschaft liegt noch nicht so am boden, dass die haushalte kein geld mehr zum sparen haben.[...]Sicher bin ich alles andere als repräsentativ für einen durchschnittlichen deutschen Haushalt aber mir bleibt im Monat absolut nichts übrig was ich ernsthaft sparen könnte.
Mein Nettoeinkommen liegt unter 1000€ im Monat, und das wohlgemerkt als Angestellter in einem recht angesehenen Beruf (Technischer Zeichner).
Davon muss ich (zum Glück) keine Miete zahlen, die Kosten für mein Auto trage ich nur zum Teil.
Aber allein die stinknormalen Lebenshaltungskosten wie Essen und Trinken sind, trotz einer zurückhaltenden Lebensweise, so hoch, das dafür ein Großteil meines Gehaltes draufgeht.Dazu kommen noch ca. 250€ Fahrtkosten (wohlgemerkt allein für meinen Arbeitsweg) sowie zugegebenermaßen recht hohe Telefonkosten, da ich ne Fernebziehung führe und kein anderes Kommunikationsmittel zur Verfügung steht (eventl. demnächst wieder Internet bei ihr).
Nebenbei möchte ich auch ab und an mal was unternehmen (Kino, Bar,...) oder mir auch einfach mal was für mich gönnen.
Wenn dann noch die unkalkulierbaren Kosten wie Reparaturen am Auto oder ähnliches hinzukommen wird man schnell feststellen das ich keinerlei Möglichkeit habe, irgendwas zur Seite zu legen.Und bis sich Steuersenkungen bei mir wirklich deutlich bemerkbar machen würden, müssten die die Steuern am besten abschaffen, denn bei dem niedrigen Einkommen machen sich selbst Senkungen in höheren Prozentbeträgen real kaum bemerkbar.
Wichtiger wäre mir zB Senkung der Kassenbeiträge (gab mal nen sehr Interessanten Beitrag in der ARD oder beim ZDF, da meinte der Chef einer Krankenkasse, sie könnten theoretisch einen Beitragssatz von knapp 6-7% haben, wenn es zB eine wesentlich straffere Verwaltung und vor allem keine Ausgleichszahlungen an die anderen Krankenkassen mehr gebe), geringere Benzinkosten und vor allem wieder sinkende Lebensmittelpreise (man kann mir erzählen was man will, der Euro hat einen Großteil aller Waren deutlich teurer gemacht. Früher wäre ich mit dem Betrag, den ich jetz verdiene in DM (also so 900DM) gut über die Runden gekommen, mit dem umgerechneten Betrag, also knapp 1800DM, hätte ich definitiv auch was sparen können.)
Aber jetz? Da bin ich schon froh am Ende des Monats mal nicht meinen Dispo nutzen zu müssen oder bei meinen Eltern oder Großeltern um Geld fragen zu müssen
)Warum es aber so schwer ist Steuern zu senken? Bin kein Experte aber Wirtschaft und Politik sind ein so komplexes Themengebiet, das sich kleine Änderungen sehr schnell sehr deutlich und oft nicht wie gewünscht auswirken können und bestimmt ist kein noch so tolles Modell wirklich in der Lage, die tatsächlichen Vorgänge wirklich erklären zu können.
Da müsste man wohl eher die Chaosforschung zu Rate ziehen.So long...
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Wenn ich letztens richtig aufgepasst hab, dann plant die CDU etwas anderes, als pauschal die Steuern zu senken.
Gleichzeitig mit der Steuersenkung im Mittelstand soll die Steuerschlupflöcher bei Großkonzernen geschlossen werden.
Deutschland ist das einzige Land, in dem man inländische Gewinne mit Verlusten ausländischer Beteiligungen verrechnen kann.Macht Skoda also Verluste, braucht VW weniger Steuern zu zahlen.
Folge insbesondere dieser Politik ist es, das die großen und Umsatzstarkten Unternehmen sich in unglaublichem Umfang von der Steuer befreien können.
Leider werden hier aber auch die freigewordenen Gelder nicht dazu genutzt mehr Arbeitsplätze im Inland zu schaffen. Im Gegenteil werden damit auch noch die Auslagerungen hin zu günstigeren Standorten bezahlt.
Deutsche Steuerpolitik finanziert also die Vernichtung deutscher Arbeitsplätze.
Die Ankurbelung der Binnennachfrage gerade bei unteren und mittleren Einkommen wird auch nicht so sehr durch die Sparquote gebremst wie von Andre beschrieben. Gerade die "einfachen" Leute können von einer Sparquote von 20% nur träumen. Viele wären froh wenn 5% erreicht würden.
Gerade in diesem Einkommenssektor aber ist das Sparen kein Selbstzweck, sondern ein zielgerichtetes Ansammeln von Geldmitteln für Investitionen.
Das gesparte Geld wird irgendwann für ein neues Auto, ein Haus oder vielleicht eine neue Küche (oder doch ein neues Nokia?) ausgegeben.Ich hab z.B. über 10 Jahre soviel wie möglich gespart, und werden die nächsten 18 Jahre meine Schulden abbezahlen. Dafür hab ich mein Haus.
Die Lebenszielrichtung von Einkommensempfängern ist somit völlig anders als die von größeren Unternehmen. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen handeln auch eher wie Privatleute.
Eine Umverteilung der Steuerlast, auch wieder auf die Großunternehmen hin, könnte durchaus zu einer kräftigen Belebung der Binnennachfrage führen. Andersherum braucht man auch nicht zu fürchten, das die Großunternehmen dann Arbeitsplätze abzeihen. Die Millarden an Steuererleichterungen für diese Unternehmen haben ja auch keine Arbeitsplätze gebracht.
Was mich in der aktuellen politischen Diskussion mit am meisten wundert, ist das CDU/CSU und SPD hier scheinbar komplett die Positionen getauscht haben. Stoiber besetzt klassische sozialdemokratische Positionen und der Genosse der Bosse zeigt schon fast neokapitalistische Tendenzen.
Als letztes noch folgendes: Die älteren von uns werden sich sicher noch an die Politik von Kohl nach dem Regierungswechsel 1982 erinnern. Er hat den Aufschwund damals fast "herbeigeredet". Die Maßnahmen waren überhaupt nicht so einschneidend, es hat sich aber durch die Politik die Stimmung in der Bevölkerung verändert. Alle haben an einen Aufschwung geglaubt und entsprechend saß das Geld wieder lockerer. Damit wurde die Wirtschaft belebt und der Aufschwung kam.
Eine gute Rede ist oftmals effektiver als ein gutes Gesetz (Frei nach Ludwig Erhard)
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Zitat
Original geschrieben von T-bold47
die Politik von Kohl nach dem Regierungswechsel 1982 erinnern. Er hat den Aufschwund damals fast "herbeigeredet". Die Maßnahmen waren überhaupt nicht so einschneidend, es hat sich aber durch die Politik die Stimmung in der Bevölkerung verändert. Alle haben an einen Aufschwung geglaubt und entsprechend saß das Geld wieder lockerer. Damit wurde die Wirtschaft belebt und der Aufschwung kam.Eine gute Rede ist oftmals effektiver als ein gutes Gesetz (Frei nach Ludwig Erhard)
Namd !
So ist es. Bin selber Selbstständig, und momentan wartet die gesamte Wirtschaft bis nach den Wahlen. Was sich da zwar veraenderns soll weiss auch keiner so wirklich, aber abwarten tun se alle. Ich glaube auch (obwohl ich nicht unbedingt mit den Thesen der CDU/CSU korreliere) dass ein Wechsel der Wirtschaft insgesammt einiges bringen wuerde, eben genau wegen dieser Abwartehaltung.
Aber zum Thema Steuern:
Steuersenkungen muessen auch irgendwie finanziert werden.
Nehmen wir mal an: Mein Nachwuchs wohnt noch bei mir zuhause, hat aber schon ein eigenes Einkommen. Ich "besteure" ihn also mit z.B. 150€ pro Monat. Dieses Geld nehm ich her, um die Raten für die Hütte zu zahlen.
Veringere ich nun den "Steuersatz" auf z.B. nur noch 100€ im Monat, muss ich die fehlenden 50€ irgendwoher anders auftreiben. Sollte ich Rücklagen haben, muss ich die dafuer nehmen, hab ich noch ein weiteres Kind, dass mehr verdient, evtl. diesen "Steuersatz" erhoehen. Fehlt ueberall die Kohle, muss ich neue "Staatsschulden" machen. So einfach ist das.Also muss man irgendwie den weg des kleinsten Übels gehen.
Genau wie die letzte(n) Mineralölsteuererhöhungen. Was bringt es mir, wenn ich zwar 30€ mehr verdiene, weil die Lohnsteuer gesunken ist, ich aber gleichzeitig 200€ mehr fuers Heizöl zahle ? Oder fürs Benzin ??
Was IMHO her muesste waeren keine Senkungen sondern eine Vereinfachung des Steuerrechts und die Schlupflöcher fuer die richtig grossen Unternehmen (wie hier schon mal angesprochen, z.b: der Verlustvortrag im Ausland...)
Auch muesste man sich intensiever mit den Arbeitslosen befassen. Einfach nur A-losen Geld zu zahlen ist zwar schoen und bequem, langt aber nicht !
Wenn man die Leute, die Arbeit suchen, aktiv unterstuetzt, z.B. mit GEZIELTEN Weiterbildungsmassnahmen (es bringt wirklich niemandem was, den 59 jaehrigen Schreiner, dessen Firma insolvent geworden ist, zum DV-Kaufmann umzuschulen...)oder aehnlichem, wird man sehr bald merken, dass sich das auch äusserst positiv auf die Finanzen auswirken wuerde...Gruesse
Charlie
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Zitat
Original geschrieben von T-bold47
Gleichzeitig mit der Steuersenkung im Mittelstand soll die Steuerschlupflöcher bei Großkonzernen geschlossen werden.
Deutschland ist das einzige Land, in dem man inländische Gewinne mit Verlusten ausländischer Beteiligungen verrechnen kann.Ja, und das haben wir der CDU zu verdanken, sollte man vielleicht noch erwähnen...
ZitatGerade in diesem Einkommenssektor aber ist das Sparen kein Selbstzweck, sondern ein zielgerichtetes Ansammeln von Geldmitteln für
Investitionen.Fakt worum es geht: Das Geld wird erstmal aus dem Kreislauf genommen uns später wieder eingesetzt. In der aktuellen Situation würde keiner das Geld für solche Investitionen nutzen.
Dieser Lag ist auch einer der großen Gegenargumente warum eine Nachfrageorientierte Wi.-Politik nicht funktioniert, weil ihre Effekte eben nicht antizyklich wirken, sondern so verzögert, dass die konjukturellen Schwankungen verstärken.
Sprich: Die Investition aus dem Geld von heute würden erst in der Aufschwungphase investiert und den Trend verstärken (angestrebt ist aber ein möglich gleichmässiges Wachstum).ZitatEine Umverteilung der Steuerlast, auch wieder auf die Großunternehmen hin, könnte durchaus zu einer kräftigen Belebung der Binnennachfrage führen. Andersherum braucht man auch nicht zu fürchten, das die Großunternehmen dann Arbeitsplätze abzeihen. Die Millarden an Steuererleichterungen für diese Unternehmen haben ja auch keine Arbeitsplätze gebracht.
Diese Art der Argumentation funktioniert natürlich nicht, hat nichts mit Lokig zu tun. Ob Arbeitsplätze in einem Unternehmen abgebaut werden oder nicht, hängt nicht, aber auch gar nicht davon ab, ob man in den Jahren zuvor Steuergeschenke bekommen hat... vielmehr von Rentabilität, Effizient, Personalkosten etc.
Zitat
Als letztes noch folgendes: Die älteren von uns werden sich sicher noch an die Politik von Kohl nach dem Regierungswechsel 1982 erinnern. Er hat den Aufschwund damals fast "herbeigeredet". Die Maßnahmen waren überhaupt nicht so einschneidend, es hat sich aber durch die Politik die Stimmung in der Bevölkerung verändert. Alle haben an einen Aufschwung geglaubt und entsprechend saß das Geld wieder lockerer. Damit wurde die Wirtschaft belebt und der Aufschwung kam.Dazu zitiere ich dann einfach mal diese Quelle (pdf)
"Aus paralleler Entwicklung darf nicht auf Kausalität
geschlossen werden. Konjunktureller Tiefpunkt war schon im Sommer 1982 erreicht, so dass Aufschwung möglicherweise auch ohne wirtschaftspolitischen Kurswechsel stattgefunden hätte. (ii) Wachstum wird durch politik-exogene Faktoren beeinflusst. Exportwachstum ab 1982 aufgrund weltweiten Aufschwungs hoch (ROHWER)."Es ist also zweifelhaft ob das wie von dir geschildert, wirklich diese Effekte gehabt hätte...
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Zitat
Original geschrieben von Charlie_D
Ich glaube auch (obwohl ich nicht unbedingt mit den Thesen der CDU/CSU korreliere) dass ein Wechsel der Wirtschaft insgesammt einiges bringen wuerde, eben genau wegen dieser Abwartehaltung.
Hm, ist doch aber eigentlich ein Armutszeugnis für die Wirtschaft, wenn die auf irgendeinen Wechsel warten, selbst wenn dieser vielleicht für die jeweilige Firma von Nachteil wäre...ZitatVeringere ich nun den "Steuersatz" auf z.B. nur noch 100� im Monat, muss ich die fehlenden 50� irgendwoher anders auftreiben. Sollte ich Rücklagen haben, muss ich die dafuer nehmen, hab ich noch ein weiteres Kind, dass mehr verdient, evtl. diesen "Steuersatz" erhoehen. Fehlt ueberall die Kohle, muss ich neue "Staatsschulden" machen. So einfach ist das.
Hier nicht ganz. Es gibt zwei entscheidente Unterschiede:
1. Es ist umstritten wie wenig Geld der "Junior" gerade hat. Klar, jeder jammert, wenn er weniger hat - aber ganz schlecht geht es selbst Sozialhilfeempfängern nicht (im internationalen Vergleich...)
2. Der "Vater" wechselt irgendwann wieder. Dann darf sich der nächste damit rumschlagen, wenn der Junior streikt, weil auf einmal 200 Euro nötig sind, um halbwegs überleben zu können...ZitatGenau wie die letzte(n) Mineralölsteuererhöhungen. Was bringt es mir, wenn ich zwar 30� mehr verdiene, weil die Lohnsteuer gesunken ist, ich aber gleichzeitig 200� mehr fuers Heizöl zahle ? Oder fürs Benzin ??
Naja, die 200 Euro verteilen sich ja auf's Jahr, also sind das schonmal nur knapp 17 Euro/Monat.
Mal abgesehen davon wurde die Mineralölsteuer afaik gar nicht erhöht (wenn, dann nur minimal), sonder die Ökosteuer eingeführt. Die hat nebenher noch den Vorteil, dass sie im Gegensatz zur Mineralölsteuer nicht prozentual ist, also dank der Inflation sogar relativ gesehen im Laufe der Zeit sinkt...
Außerdem wurde für Pendler auch die Fahrtkostenpauschale erhöht - und diese (endlich!) auch für Nicht-Autofahrer angeglichen. Ich bekomme meine U-Bahn-Fahrkosten z.B. fast komplett mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurück.ZitatWas IMHO her muesste waeren keine Senkungen sondern eine Vereinfachung des Steuerrechts und die Schlupflöcher fuer die richtig grossen Unternehmen (wie hier schon mal angesprochen, z.b: der Verlustvortrag im Ausland...)
Prinzipiell sicher richtig. Aber auch das wird sich nicht von heute auf morgen machen lassen. Die Steuerschlupflöcher haben ja z.T. ihren Sinn (gehabt), meist den, den Geldkreislauf anzuregen. Wenn jemand nun eine längerfristige Investition getätigt hat, um Steuern zu sparen, dann verlässt er sich auch darauf, dass diese Steuerbefreiung auch entsprechend lang gilt...ZitatWenn man die Leute, die Arbeit suchen, aktiv unterstuetzt, z.B. mit GEZIELTEN Weiterbildungsmassnahmen (es bringt wirklich niemandem was, den 59 jaehrigen Schreiner, dessen Firma insolvent geworden ist, zum DV-Kaufmann umzuschulen...)oder aehnlichem, wird man sehr bald merken, dass sich das auch äusserst positiv auf die Finanzen auswirken wuerde...
Sicher. Aber das ist imho ein Problem der Unfähigkeit vieler Arbeitsämter, und lässt sich nicht so einfach mit irgendwelchen Gesetzen regeln. -
Ich muß meine Beiträge nochmal korrigieren, da ich da alles ein bißchen durcheinander gebracht habe:
Was ich in VWL gelernt habe (ist glaube ich keynsianische Theorie):
Der Konsum und auch die Höhe des Sparens sind vom Einkommen abhänging (logisch!). Wer also wenig Kohle hat, kann auch nix sparen.
Die Theorie geht nun davon aus, daß bei einer Einkommenserhöhung (hier also durch Steuersenkung) ca. 80% dieses Mehreinkommens verkonsumiert wird und ca. 20% dieses Mehreinkommens (nicht des Einkommens!) gespart wird.
Nur ca. 80% des Steuervorteils den der Staat gewährt kommen also auch dem Wirtschaftskreislauf zu gute.
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Hier könnte man noch hinzufügen, dass das gesparte Geld nicht automatisch tot ist.
Erstens wird ein Teil davon in Form von Termingeldern, sowie Spar- und Sichteinlagen bei den Banken deponiert. Nur einen winzigen Teil davon müssen diese in Form der Mindestreserve bei der EZB hinterlegen. Der Rest sind Überschussreserven, die sie in Form von Krediten verleihen können: Steigen die Deposits, steigt das Kreditvolumen. Die Banken können den Unternehmen also höhere Kreditlinien zur Verfügung stellen, welche diese für Investitionen nutzen können, was dann das Volkseinkommen erhöht.
Zweitens sorgen die Ersparnisse für ein wachsendes Angebot auf den Geld- und Kapitalmärkten. Damit die Märkte wieder ins Gleichgewicht zurückfinden, müssen sich Angebot und Nachfrage angleichen. Hier muss also der Zinssatz verringern. Günstigere Zinsen führen zu höheren Investitionen, vor allem sichere Investitionen (also solche mit geringerer Rendite) werden dann lohnenswert. Diese höheren Investitionen führen dann wieder zu einem höheren Volkseinkommen.
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