Bundestagswahl 2005

  • Zitat

    Original geschrieben von Charlie_D
    Die FDP, der eigentliche Wahlgewinner, zack, abserviert. Mit 10% stärkste Opositionskraft - fein! Wenn die anderen 80% haben macht das ja wirklich unheimlich viel aus! Überhaupt, wenn die auch nur ein fünkchen Ehre im Leib haben, dürften die niemals wieder mit der CDU/CSU auch nur ein Wort reden. So, wie die schwarzen die abserviert haben - maximum Respekt!


    Die FDP ist der eigentliche Wahlgewinner? Nach welcher Rechnung? Absolut gesehen sind sie dritter (mit erheblichem Abstand). Relativ gesehen (zur Wahl2002) sind sie von 7,4 auf 9,8 Prozent, also fast ein drittel zugelegt - wohingegen die PDS/Linke von 4,0 auf 8,7 zugelegt hat, also mehr als verdoppelt.



    > niemals wieder mit der CDU/CSU auch nur ein Wort reden


    Ich glaube darauf lohnt es sich schon gar nicht einzugehen. Zum einen hat die FDP selbst die Union früher abserviert gehabt (sozial-liberale Koalition unter Brandt, obwohl Union die stärkste Kraft im Bundestag war). Zum anderen hat sich ja gezeigt, dass es unter den Gegenheiten keine Möglichkeit für eine Schwarz-Gelb(-X) Koalition hätte geben können. Hier wurde also keine FDP abserviert, sondern sich den unumgänglichen Sachzwängen unterworfen.

    "That's not a hair question. I'm sorry." - 01/31/07 - Never forget!

  • Zitat

    Original geschrieben von Sencer
    Die FDP ist der eigentliche Wahlgewinner? Nach welcher Rechnung? Absolut gesehen sind sie dritter (mit erheblichem Abstand). Relativ gesehen (zur Wahl2002) sind sie von 7,4 auf 9,8 Prozent, also fast ein drittel zugelegt - wohingegen die PDS/Linke von 4,0 auf 8,7 zugelegt hat, also mehr als verdoppelt.


    Naja, aber diese PDS Geschichte ist doch nicht mehr als ein Strohfeuer! Das ist IMHO genauso zu werten wie vor einigen Jahren, als die Republikaner sensationelle Ergenisse einfuhren. Das hat nix mit echten Wählern zu tun, sondern ist eher eine Trotzreaktion.
    Gut, hohle Versprechungen machen alle Parteien, so ist es nicht. Aber die PDS hat eigentlich nur immer gesagt: Die anderen abstrafen, und wir nehmens den großen und gebens den kleinen.
    Eine schöne, heile Märchenwelt. Nur leider nicht real.
    Das kann man schon mal einen Wahlkampf lang durchziehen, mit so charismatischen Köpfen wie Lafontaine und Gysi sowieso. Solche Parolen auf diesem hohen Niveau ohne Taten folgen zu lassen haben aber eine sehr, sehr kurze Halbwertszeit!
    Drum bin ich mir sicher: Bei der nächsten Bundestagswahl werden die wieder bei ihren /unter ihren 5% sein.


    Zitat

    Original geschrieben von Sencer
    Ich glaube darauf lohnt es sich schon gar nicht einzugehen. Zum einen hat die FDP selbst die Union früher abserviert gehabt (sozial-liberale Koalition unter Brandt, obwohl Union die stärkste Kraft im Bundestag war). Zum anderen hat sich ja gezeigt, dass es unter den Gegenheiten keine Möglichkeit für eine Schwarz-Gelb(-X) Koalition hätte geben können. Hier wurde also keine FDP abserviert, sondern sich den unumgänglichen Sachzwängen unterworfen.


    Nunja, die FDP wurde dahingehend abserviert, da sie in diesem Wahlkampf ja ganz klar der CDU/CSU zugespielt haben. Am Wahlabend war ja die Ampel und somit die Regierungsverantwortung in greifbarer Nähe. Aber da hat Westerwelle (auch wenn ich persönlich nicht wirklich viel von ihm halte) Rückrat bewiesen, und dies kategorisch abgelehnt.
    Das meinte ich mit abservieren.


    Aber Du hast schon Recht. Nicht umsonst heisst die FDP ja auch "Umfallerpartei". Es hätte genausogut anders ausgehen können...


    Charlie

    --
    Die 5 Sinne des Menschen:
    Unsinn, Irrsinn, Stumpfsinn, Blödsinn und mein persönlicher Liebling, der Wahnsinn.
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  • Die Posten sind ja nun fast verteilt in Berlin; mich würde mal interessieren, welche Lobbygruppen und welche Bereiche der Wirtschaft hinter den einzelnen
    Leuten/Ministern stehen.

    "Was man bei RTL erlebt, lässt am Verstand der Programmverantwortlichen zweifeln"
    Klaus Staeck

  • Zitat

    Original geschrieben von Handydoctor
    Die Posten sind ja nun fast verteilt in Berlin; mich würde mal interessieren, welche Lobbygruppen und welche Bereiche der Wirtschaft hinter den einzelnen
    Leuten/Ministern stehen.


    Wenn dem so ist, dann poste doch mal eine Quelle wo die Kabinettsmitglieder von offizieller Seite verifiziert sind. :confused:


    Außer Merkel als BK und Stoiber für die Wirtschaft ist nämlich AFAIK noch gar nichts klar bzw. bestätigt.


    Wenn Du Dich interessiert, was Politiker so alles an Nebentätigkeiten machen - die Abgrenzung zur Lobbyarbeit ist fließend - kannst Du mal auf http://www.bundestag.de gehen und die einzelnen Politiker anklicken, Nebentätigkeiten müssen angegeben werden.

    Chuck Norris liest keine Bücher: Er starrt sie so lange an, bis sie ihm freiwillig sagen, was er wissen will.

  • Re: Schwarzer Herbst



    Ich denke die meisten der User (auch die die der CDU näher stehen) haben, so wie es Bob Harris bereits geschrieben, hat auch ohne die Verwendung von drei ;) verstanden, dass es sich bei dem von mir geposteten Link lediglich um Humor handelt.


    Für die die das nicht gleich auf Anhieb verstanden haben:
    Der Link soll allein der Belustigung dienen und stellt keine wie auch immer geartete politische Aussage von mir dar.


    Gruß
    CH

  • Zitat

    Original geschrieben von Charlie_D
    Naja, aber diese PDS Geschichte ist doch nicht mehr als ein Strohfeuer! [...] Das hat nix mit echten Wählern zu tun, sondern ist eher eine Trotzreaktion.


    Ich denke nicht das die Linkspartei ein Strohfeuer ist, sondern wird uns sicher auch in den nächsten Bundestagen begleiten. Die PDS hat ja im noch aktuellen Bundestag sowohl die Fünfprozenthürde als auch dritte Direktmandat nur knapp verfehlt. Und die Linkspartei hat jetzt auch die Unterstützung der WASG und DKP. Ich denke der Bereich für Linksparteiergebnisse wird künftig bei 5,5% bis 11% sein.


    In welche Richtung es geht, hängt von der neuen Regierung ab. Wenn die anderen Parteien ihre linken Flügel stärken, z.B. bei den Regierungsparteien durch Kabinetsmitglieder, oder durch Politik, dann kann es schon sein das die Linkspartei bei der nächsten Wahl auf so 6% fällt. Wenn allerdings die Regierung einen zu extremen Sparkurs einschlägt, dabei das Sozial- und Bildungssystem sowie die privaten Haushalte noch stärker leiden müssen, dann wird die Linkspartei im nächsten Bundestag die 10% übersteigen.


    Ich denke das die Wähler der Linkspartei, zumindest kann ich das für mich sagen, die Linkspartei zwar aus Protest (und mangels einer anderen Alternative) gewählt haben, Trotz ist zwar dabei aber nicht der Grund.


    Das Problem bei der Bundestagswahl 2005 war einfach das in den vier anderen Parteien nur Wirtschaftsintresennten das sagen hatten, und ausser Wirtschaftspolitik und Arbeitsmarktpolitik die anderen Parteien nichts intressiert hat.


    Früher gab es in der CSU einen aktiven Horst Seehofer, in der CDU einen Norbert Blüm, in der FDP einen (manchmal etwas komplizierten) Jürgen Möllemann und eine aktive Sabine Leuthäuser-Schnarrenberger.


    Diese Leute konnte dann auch Menschen die etwas links von den Neoliberalisten waren für ihre Partei gewinnen.


    Aber bei der Bundestagswahl 2005 waren in bei CSU, CDU, FDP und auch SPD die linken Flügel abgesperrt ... wer linke Stimmen im Bundestag haben wollte, hatte keine andere Wahl, als die Linkspartei zu wählen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn


    Ich denke das die Wähler der Linkspartei, zumindest kann ich das für mich sagen, die Linkspartei zwar aus Protest (und mangels einer anderen Alternative) gewählt haben, Trotz ist zwar dabei aber nicht der Grund.


    Willst Du uns damit jetzt etwa tatsächlich mitteilen, dass Du Dich schweren Herzens dann doch für die Linkspartei entschieden hast? :confused:


    Deine Affinität zu dieser Truppe hattest Du ja auch schon im Vorfeld der Wahl mehrfach zum Entsetzen vieler hier zur Schau gestellt.:rolleyes:


    Derartige Parteien sind solange ein Renner bei den sonstwie auch immer Frustrierten (und nein damit meine ich nicht die Stoiber-Auslegung!!) solange sie nicht wirklich was zu melden haben sondern mit utopischen (und völlig unbezahlbaren) Parteiprogrammen die Stimmen der weniger kritischen Wähler wegfangen können.


    CH

  • Es heisst ja nicht das man alles gutfinden muss was die Linkspartei möchte.


    Aber wenn es die Linkspartei nicht in den Bundestag geschafft hätte, und Schwarz-Gelb gegangen wäre, dann hätte und so eine Politik erwartet wie sie bei denen auf dem Plan stant.


    Aber wenn die anderen Parteien erkennen, das man die soziale Gerechtigkeit auch sichern muss, und die Union dann Horst Seehofer in ein Ministeramt schicken, und auch die SPD jemanden aus dem Linksflügel in ein Ministeramt schickt, und die FDP dann auch noch erkennt das es einen linksliberalen Flügel gibt, den man irgendwie vertreten muss, haben wir doch sehr viel erreicht.

  • Die Linkspartei wird in Westdeutschland spätestens sterben, wenn sich Oskar mit dem Rest der PDS Führung zerstritten hat. Lafontaine hat der Linkspartei durchaus 2-3 % der Gesamtstimmen im Westen gebracht (von den ca. 4 % der Linkspartei im Schnitt).

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Aber wenn es die Linkspartei nicht in den Bundestag geschafft hätte, und Schwarz-Gelb gegangen wäre, dann hätte und so eine Politik erwartet wie sie bei denen auf dem Plan stant.


    Mein Großvater hatte da immer ein schönes Sprichwort bei der Hand:


    "Hätte der Hund nicht gesch**** hätte er den Hasen gehabt..."


    Und was das Parteiprogramm angeht:
    Auch wenn Du es scheinbar nicht verstehen willst, das was die Linkspartei da proklamiert hat ist schlichtweg nicht realisierbar. Das müssten die Genossen dann auch spätestens zugeben wenn sie tatsächlich mal was zu melden hätten.
    Alles andere ist völlig an der Realität vorbei.


    CH

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