Erhöhung von MwSt und Rentenversicherungsbeitrag ab 2007 - was sagt ihr dazu?

  • Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    ... Ach ja, Nachtrag, die Rentner: Die sind nicht zu bemittleiden. Schließlich haben die Jahrzehnte lang für 50 ct/l Super überall hinfahren können und ihren Spass haben, ...


    So einen Stuss habe ich selten gehört. Keinen Plan von wirtschaftlichen Zusammenhängen, aber mitreden wollen. :flop: Schon mal was von Inflation, Kaufkraft, Reallohn usw. gehört? Wohl kaum.


    Hier mal die Zahlen für den Zeitraum von 1960 bis 2000:


    Also künftig zuerst Gehirn einschalten, dann posten.


    muli

  • Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    [*]daß es für uns eine Doppelbelastung ist, wenn die Altenpflegerin keinen Job bekommt weil sich der 75-jährige Rentner weigert ins Altenheim zu gehen.


    Also hier in Bonn ist es eher eine Belastung, einen Heimplatz zu finden. Und wenn man dann seine Oma bzw. Tnante im Heim endlich untergebracht hat, ist die Pflege suboptimal, weil einfach zu viele Stellen unbesetzt (Heim Tante) sind, weil den Job keiner machen will bzw. ist die Verständigung mit dem Pflegepersonal schwierig, weil ich kein Polnisch kann (Heim Oma)...


    Aber vielleicht schaut die Situation in anderen Regionen Deutschlands ja anders aus.

  • Zitat

    Original geschrieben von muli
    Hier mal die Zahlen für den Zeitraum von 1960 bis 2000:


    Schön, dass da die Verteuerung durch den Euro nicht berücksichtigt ist ...


    Zitat


    Benzin um das 2,3-fache ...


    Da der durchschnittliche Lohn eines Industriearbeiters in dieser Zeit um das 7,8fache gestiegen ist ...


    Bedenkt man weiter, dass sich durch technischen Fortschritt der Kraftstoffverbrauch bei den Wagen der jeweiligen (unteren) Mittelklasse um knapp 40% verringert hat, sind die Spritkosten für 100km sogar um rund 80% gesunken!


    Was hat sich denn der da schön gerechnet?


    Ich würde es irgendwie gemerkt haben, wenn mein Gehalt sich um das 7.8fache erhöht hätte. Davon kann ich leider nichts feststellen. Oder müsste ich mein Gehalt auf Verhältnisse von 1960 umrechnen und mich dann freuen, dass alles so günstig geworden ist?


    Ich kann nur feststellen, dass von meinem Gehalt immer weniger am Monatsende übrig bleibt und das bei praktisch sinkendem Konsum.


    Kurz vor der Euro-Umstellung hat z.B. Diesel 1,40DM ~ rd. 70ct. gekostet. Inzwischen kostet der Diesel 1,12€, was eine Verteuerung um rd. 60% bedeutet.


    Mein Gehalt ist leider seit der Euro-Umstellung nicht um 60% gestiegen, ebenso weigert sich mein Auto einfach 40% weniger zu verbrauchen.


    Was soll also der Mist, dass die Spritkosten um 80% gesunken sind?


    Oder sollte das von dir ironisch gemeint gewesen sein?

  • Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    Lass es mich so sagen: Was ist an meinen Aussagen denn falsch? :confused:
    -----------------------
    [*]daß es für uns eine Doppelbelastung ist, wenn die Altenpflegerin keinen Job bekommt weil sich der 75-jährige Rentner weigert ins Altenheim zu gehen......

    In dem Punkt ist eher das Gegenteil der Fall! Ein Platz im Altenheim, der in den meisten Fällen sowieso vom Staat bezuschusst werden muß, kostet die arbeitende Bevökerung wesentlich mehr als eine arbeitslose Altenpflegerin! ;)

  • Das ist alles einfach nur der übliche Statistik-Trick: Du findest immer eine Statistik, die das belegt, was Du "beweisen" möchtest.


    In diesem Fall liegt die Problematik einfach darin daß es unsinnig ist die Benzinkosten 1960 und heute zu vergleichen oder die notwendige Arbeitszeit für 1l Benzin.


    Man muß die gesamte Lebenssituation sehen - und die hat sich entscheidend verändert. Es gab 1960 keine Handys, keine Computer, kein Internet, keine SAT-Receiver, die Autos hatten keine Klimaanlagen, Airbags, ABS, und der Wochenendausflu ging mit dem Fahrrad zum Baggersee anstatt mit dem Billigflieger nach Rom.
    Ich erinnere mich gut daß es in meiner Kindheit, Mitte der 1970er Jahre, durchaus noch normal war kein Telefon im Haus zu haben. Meine Oma hat sich einmal wöchentlich aus der Telefonzelle gemeldet... das wäre heute undenkbar.
    Die Lebensverhältnisse waren damals ganz anders und deswegen ist keine Vergleichbarkeit gegeben. Sicherlich war ein Liter Benzin im Bezug auf das Gehalt teurer als heute. Das spielte aber in der Gesamtrechnung keine Rolle weil man damals diverse Konsumgüter, die heute zum normalen Lebensstandard gehören, nicht kannte und natürlich auch nicht finanzieren mußte.


    Wenn man nur die Spritkosten herausgreift sind die natürlich relativ preiswerter geworden. Aber man muß die gesamte Lebenshaltung sehen - und die ist heute viel komplexer und damit teurer.


    Diese untauglichen Vergleiche einzelner Waren laufen generell immer ins Leere.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    Aber wir haben nicht eine einzige Meldung gesehen á la "Der Betrüger wurde geschnappt und wird die nächsten 6 Monate nackt an einen Pranger auf dem Rathausplatz gekettet" - das ist ja der viel schlimmere Tritt ins Gesicht von jedem arbeitendem.


    Jemanden nacht an den Pranger zu ketten ist weder menschlich vertretbar, und hat ein einem Rechtsstaat nicht zu suchen, egal ob es sich bei dem Straffälligen um einen Empfänger von Transferleistungen, einen durchschnittlichen Erwerbstätigen oder Selbstständigen, oder einen Top-Manager handelt ... so einfach ist das.


    Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    Du hast nichts kapiert. Wenn ich die "Kaufkraft" der Person A wegnehme und der Person B gebe ist es innsgesamt nicht mehr. Du bestrafst und verletzt aber Person A die sich die Kaufkraft mit harter Arbeit verdient hat und belohnst Person B für's Nichtstun... das ist alles andere als korrekt.


    Sagen wir es so. Ich denke niemand will eine radikale Marktwirtschaft, bei der Leute ohne Job betteln oder verrecken müssen, also ist die einzige Alternative die soziale Marktwirtschaft. Dafür braucht man Geld, das eben von den Leuten mit Einkommen kommen muss.


    Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    Auch diese Betragsanpassung für die Ossis ist ungerecht. Schließlich haben die Westbewohner 60 Jahre lang in das System einbezahlt und die Ossis nur maximal 15 Jahre;

    Eine 30 jährige Person, hat ungefähr je nach Berufslaufbahn z.B. 5 - 12 Jahre in die Sozialversicherung eingezahlt, unabhängig davon ob sie in den neuen oder alten Bundesländern lebt. Ausserdem ist es ja so, die einbezahlten Leistungen ja umgelegt werden, die Leistungen die heute von von der Arbeitslosenversicherung erbracht werden, werden von Beitragszahlern aus West und Ost finanziert. Das alles was der Westen vor 1990 einbezahlt hat, ist doch eh schon lange weg.


    Zitat

    Original geschrieben von Goodzilla
    dazu kommt noch daß die Ossis nachgewiesenermaßen niedrigere Lebenshaltungskosten haben als die Wessis - wahrscheinlich konnten die Ossis mit 330 € schon mehr anstellen als wir mit 345 €... diese Schere klafft jetzt noch weiter auseinander.

    Lebenhaltungskosten sind überall anders, nicht nur zwischen Ost und West. Vielleicht ist der Unterschied zwischen z.B. Bamberg und Jena sogar kleiner als zwischen Augsburg und München.


    Aber BTT: 3% Mehrwertsteuererhöhung sind nicht schön, aber da gibt es noch viel schlimmere Pläne, z.B. das Kindergeld nur noch bis 25 möglich ist. Studenten die schon durch Studiengebühren deutlich belastet werden, werden hier nochmals extremst belastet. Dagegen ist sind die 15-25€ durch die Mehrwertsteuererhöhung doch nur ein Witz.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    ... aber da gibt es noch viel schlimmere Pläne, z.B. das Kindergeld nur noch bis 25 möglich ist.


    Wo hast du das denn schon wieder her? Im Koalitionsvertrag steht dazu kein Wort.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    (...)Aber BTT: 3% Mehrwertsteuererhöhung sind nicht schön, aber da gibt es noch viel schlimmere Pläne, z.B. das Kindergeld nur noch bis 25 möglich ist. Studenten die schon durch Studiengebühren deutlich belastet werden, werden hier nochmals extremst belastet. Dagegen ist sind die 15-25€ durch die Mehrwertsteuererhöhung doch nur ein Witz.


    Manchmal wünsche ich mir, mich an solche Sätze zu erinnern, wenn ich mal wieder in Bayern bin. Ich müsste dann bei Dir vorbeikommen und Dich einfach pausenlos schütteln, bis Du zur Besinnung kommst.


    Die Arbeitnehmer immer mehr und mehr belasten, hauptsache die Studenten lernen weiterhin gebührenfrei, die 25 jährigen "Kinder" bekommen weiterhin Kohle vom Staat und Hartz IV wird erhöht, dass man sich ab und an auch mal McD und Kino leisten können.


    So viel Borniertheit kann doch nicht normal sein... :rolleyes:



    Stefan

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Wo hast du das denn schon wieder her? Im Koalitionsvertrag steht dazu kein Wort.


    n-tv Newsticker ... aber vielleicht kommts ja nicht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Manchmal wünsche ich mir, mich an solche Sätze zu erinnern, wenn ich mal wieder in Bayern bin. Ich müsste dann bei Dir vorbeikommen und Dich einfach pausenlos schütteln, bis Du zur Besinnung kommst.

    Ich glaub solange kannst du garnicht schütteln, das ich zu dem kommen würde, was du als Besinnung verstehst.


    Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Die Arbeitnehmer immer mehr und mehr belasten, hauptsache die Studenten lernen weiterhin gebührenfrei, die 25 jährigen "Kinder" bekommen weiterhin Kohle vom Staat und Hartz IV wird erhöht, dass man sich ab und an auch mal McD und Kino leisten können.


    Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir einfach, das z.B. ein durchschnittlicher Angestellter mit 1.200€ netto eine monatliche Mehrbelastung von 20€ besser verkraften kann, als ein Student der mit Bafög und Nebenjob auf 600€ netto kommt, künftig rechnerisch 85,17€ Studiengebühren, zu sagen wir mal 15€ Mehrbelastung.


    Wenn du mir jetzt erklären kannst das 499,83€ mehr sind als 1.180,00€, oder das man von 499,83€ besser leben kann als 1.180€, dann gebe ich mich geschlagen ... aber nur dann.

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