Erhöhung von MwSt und Rentenversicherungsbeitrag ab 2007 - was sagt ihr dazu?

  • Also ich fasse mal zusammen:


    Gute Leistung, soviel Blödsinn in nur einem Beitrag hab ich selten gelesen...

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    es geht darum, daß es nicht normal sein darf, von solchen Summen leben zu müssen und es darf nicht normal sein, dauerhaft von staatlicher Unterstützung zu leben - und das ist die Tendenz. "Sich einrichten und arrangieren" bezog sich daher ausdrücklich auf die Gesellschaft und die Politik, die es zunehmend akzeptiert, daß immer mehr Menschen am Rand leben.


    Ja - aber da sind wir doch wieder dabei daß die Umstrukturierung, oder überhaupt erstmal das Umdenken, in der Gesellschaft und der Politik beginnen muß - denn der ALG-Bezieher kann von sich aus nichts ändern. Insofern sind wir beieinander.


    Ob der Transferleistungsbezieher nun magere 2 "Ich-hab-mich-mit-ALG-arrangiert-und-schreibe-nur-die-vom-Amt-erzwungenen" oder vorbildliche 100 Bewerbungen schreibt ändert nichts - er wird einfach keinen Job bekommen (lassen wir positive Ausnahmen mal außen vor, es geht um die Masse der Menschen) weil in Deutschland - und nur hier - gilt daß alte Arbeitnehmer nicht genommen werden.


    Man kann es demjenigen also weder psychologisch noch moralisch wirklich vorwerfen wenn er sich mit der Lage arrangiert. Ich gehe sogar so weit zu sagen: Ich verstehe daß jemand trickst um sich in seiner Lage möglichst angenehm einzurichten.
    Wer macht das nicht? Richtet sich nicht JEDER von uns so ein daß er versucht sich immer bestmöglich zu arrangieren, selbst dann wenn die Gesamtsituation nicht die Beste ist?


    Gesellschaft und Politik setzen IMHO völlig falsch an weil Druck auf Arbeitslose und sozial Schwache nichts ändert. Wer keinen Job hat und keinen Job bekommt wird nicht deswegen einen bekommen weil das Amt ihm die Leistungen kürzt.


    Wenn ich mir die momentane Politik ansehe habe ich sehr das Gefühl daß die Politiker das immer noch nicht verstanden haben. Die sollen sparen und mal wirklich einen innovativen Neuanfang wagen, aber nicht den Bürgern noch mehr Geld aus den Taschen ziehen und mit den alten Rezepten weiterwurschteln! Die ganzen Sparvorschläge, die jetzt gemacht werden, sind aber letztlich darauf aufgebaut den Bürgern Geld wegzunehmen ohne sonst etwas zu verändern.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Martyn
    Keine Antwort ist auch ne Antwort oder wie?


    Ich finanziere mir natürlich meine Handys, Internet, Auto und Versicherungen selbst, Miete muss ich allerdings nicht zahlen, das ist so richtig. Ansonsten bin ich derzeit selbständig tätig. Und zum nächsten Wintersemester werd ich dann ein Studium anfangen.


    @ChickenHwak:
    Und jetzt bist du mal dran. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Merlin
    ...
    Was hat sich denn der da schön gerechnet?


    Ich würde es irgendwie gemerkt haben, wenn mein Gehalt sich um das 7.8fache erhöht hätte. ...


    Oder sollte das von dir ironisch gemeint gewesen sein?


    Ohne Dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß Du schon im Rentenalter bist. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 1960 (in Worten: Neunzehnhundertsechszig) bis 2000, mithin auf einen Zeitraum von 40 Jahren. Wenn Du also bereits seit 1960 bis 2005 Gehalt bezogen hast, dann müsstest Du

    • a) bei ca. 45 Beitrags- oder "Gehalts"jahren im Rentenalter und/oder
    • b) Sozialhilfeempfänger sein, wenn sich Dein Gehalt im genannten Zeitraum nicht um dan angegeben Satz vervielfacht hat.


    Die /T/Euroumstellung spielt bei einem solch langen Zeitraum keine oder nur eine untergeordnete Rolle, IMHO würde die Ökosteuer deutlicher ins Gewicht fallen. Möglicherweise liegen die Zahlen ab 2001 nicht vor oder sind nur schwer zu beschaffen oder der Verfasser hatte keine Lust diese zu aktualisieren oder... Aber falls Du die Datenbasis von 2001 bis 2005 hast oder besorgen kannst, können wir die Berechnung hier für TT gerne aktualisieren.;) Im übrigen halte ich die Zahlen für realistisch, IMHO hat sich der Verfasser keineswegs etwas schön gerechnet. Siehe auch Nachtrag 2 unten!


    Und nein, es war keineswegs ironisch gemeint! Mit den von mir zitierten Zahlen habe ich den von Goodzilla geposteten Stuß (vgl. Zitierung) widerlegt, daß sich Rentner nicht beschweren dürften, weil für sie der Sprit jahrzehntelang "günstig" war.


    Im übrigen hat das Ganze mit der MwSt.-Erhöhung nichts zu tun, nur konnte ich das Stammtischgelaber von Goodzilla so einfach nicht stehen lassen.


    Und was ich von der MwSt.-Erhöhung halte, habe ich hier gepostet, daher BTT please.


    Gruß


    muli


    Nachtrag 1:


    Falls man geneigt ist, Greenpeace als eine "objektive Instanz" anzusehen, hier mal deren Zahlen zur Benzinverteuerungverbilligung in Bezug auf den Lohn:

    Zitat

    Original veröffentlicht von Greenpeace
    ... Der Preis für Benzin ist seit den fünfziger Jahren um das Dreieinhalbfache gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg der Preis für das Grundnahrungsmittel Brot um das Neunfache. Wo bleibt die Schlagzeile in BILD? Ein weiterer Vergleich lässt erkennen, dass Benzin noch nie so billig war wie heutzutage: In den sechziger Jahren musste ein Arbeiter noch zehn Stunden für 50 Liter Benzin arbeiten. Heute sind es nur noch zweieinhalb Stunden. ...


    Nachtrag 2:


    Wer wiederum das Bundesumweltamt für objektiv hält, kann in der Broschüre "Ökosteuer – sparen oder zahlen?" (pdf | 1,6MB) aus 2002 auf Seite 29 nachlesen, dort werden die Zahlen des vermeintlichen "Schönrechners" bestätigt.

  • Und für Dich nochmal extra: die Benzinpreise können sich entwickeln wie sie wollen. Interessant ist nur was man insgesamt im Portomanaie hat und was man davon ausgeben muß um einen Lebensstandard zu halten.


    Und in der Hinsicht hatten sie es 1960 wesentlich besser als wir es heute haben.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Und für Dich nochmal extra: die Benzinpreise können sich entwickeln wie sie wollen. Interessant ist nur was man insgesamt im Portomanaie hat und was man davon ausgeben muß um einen Lebensstandard zu halten.


    Und in der Hinsicht hatten sie es 1960 wesentlich besser als wir es heute haben.


    Was dann wohl hauptsächlich daran liegt, dass der Lebensstandard 1960 deutlich niedriger war... ;) Alternativ könnte man natürlich sagen, dass Du über Deinen Verhältnissen lebst, wenn Dein Lebensstandard Dein Portemonnaie übersteigt... ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Mein Gerechtigkeitssinn sagt mir einfach, das z.B. ein durchschnittlicher Angestellter mit 1.200€ netto eine monatliche Mehrbelastung von 20€ besser verkraften kann, als ein Student der mit Bafög und Nebenjob auf 600€ netto kommt, künftig rechnerisch 85,17€ Studiengebühren, zu sagen wir mal 15€ Mehrbelastung.

    Aber Student bist Du doch "nur" 4 Jahre, MwSt-Zahler Dein Leben lang - kapierst Du nicht den Unterschied?


    Auch müsstest Du doch nur knapp 4 Stunden im Monat jobben um die 85 € zusammenzukriegen - wenn Dir allerdings davon 70% abgezogen werden um einem Rattenschwanz von faulem Pack (nochmal: die Kranken sind explizit ausgenommen) jeden Luxus zu finanzieren wird's allerdings nichts mit den 4 Stunden...


    Ja, es muss sich etwas ändern. Die Anspruchshaltungen müssen zerschlagen werden.


    Wenn jetzt Person A das Engagement, den IQ, den Fleiß und die Begabung eines Maurers hat der um Punkt 17 Uhr Feierabend macht und dann die nächsten 8 Stunden in der Kneipe hockt um sich zu besaufen und ein paar Schachteln Zigaretten zu rauchen darf sich Person A nicht beschweren daß er nur einen rostigen Fiesta fährt und in einem maroden Altbau wohnt während Person B einen Neuwagen fährt und im Neubau-EFH wohnt. Was Person A aber partout nicht sehen will, ist daß Person B z.B. eine seltene Begabung für Physik hat, täglich 2-3 Überstunden leistet um Projekte fertigzustellen und nach Feierabend noch mit dem vom privaten Geld gekauften Notebook im Internet surft um sich über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu informieren und permanent weiterzubilden. Rauchen tut Person B auch nicht und trinken nur, wenn er/sie eingeladen wird. Bei der Sparsamkeit und dem Fleiß ist es doch kein Wunder daß er verdientermaßen Geld für Auto und Haus hat.


    Person A gehört oftmals zu einer ignoranten Gruppe. So findet man hier oft z.B. die Einstellung Opa war Straßenbauer, Papa war Straßenbauer, warum kann ich (im gleichen IQ-Bereich) nicht auch Straßenbauer werden? Diese Gruppe sieht nicht, daß die Welt weiterentwickelt hat: Die meisten Straßen sind inzwischen gebaut und wenn eine neue gebaut wird, geschieht dies mit Radlader und Planierraupe - Straßenbauarbeiter braucht man immer weniger. Also müsste sich Gruppe A anpassen und a) in Zukunft weniger Kinder machen und b) dahinter her sein das die wenigeren Mitglieder den nächsten Generation Mechaniker für Radlader werden - genau hier ist der Punkt wo angesetzt werden muss.


    Um zurück zur MwSt zu kommen: Wenn ein Produkt in EU-Land A durch einen niedrigeren MwSt-Satz weniger kostet als in D, warum soll ich es dann überhaupt noch hier laufen?

    Früher konnte man Drachen töten und durfte dann eine Jungfrau heiraten -
    heute gibt's keine mehr und man muss den Drachen heiraten :-(

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ... Und in der Hinsicht hatten sie es 1960 wesentlich besser als wir es heute haben.


    Und noch eine durch nichts belegte Stammtischparole. :flop:


    muli

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Ich finanziere mir natürlich meine Handys, Internet, Auto und Versicherungen selbst, Miete muss ich allerdings nicht zahlen, das ist so richtig. (...)


    Unter den Umständen kann man natürlich - ist man nicht übermäßig anspruchsvoll - locker von 1.200.- € mtl. leben. Lt. Statistik betragen die Mietkosten im Schnitt ca. 25-30% des Haushaltsnettoeinkommens. Realität sind aber wohl eher 40-50%, je nachdem, in welcher Ecke Deutschlands man wohnt. Da sieht das Einkommen dann plötzlich nicht mehr so rosig aus und jede weitere Belastung ist Gift für den Lebensstandard.


    Wenn Du mietfrei wohnst, dürfte es für Dich doch kein Problem sein, Studiengebühren zu bestreiten. Musst Du eben den FSI ab und zu mal nur mit Super statt Super Plus betanken.



    Jeder Arbeitnehmer schnallt de facto seit Jahren den Gürtel immer enger. Von daher macht mir die Mehrwertsteuererhöhung zwar immernoch keinen Spass, allerdings ist sie bei weitem gerechter als eine einseitigige Kürzung von Leistungen bzw. Abgabenerhöhungen, welche nur gewisse Bevölkerungsgruppen treffen. Die Erhöhung des RV-Beitrags ist da wiederum eine ganz andere Geschichte.




    Zitat

    Original geschrieben von muli
    Und noch eine durch nichts belegte Stammtischparole. :flop:


    muli


    Wie alt seid ihr alle? Habt ihr die Lebensumstände in den 60ern mitbekommen? Ich bin der Meinung, dass es uns in der Gesamtheit immernoch sehr gut geht in Deutschland. Genauso dachten die Menschen in den 60ern - von daher ist das Leben insgesamt wohl weder schlechter noch viel besser geworden, an den Umständen gemessen in vielen Bereichen wahrscheinlich etwas komfortabler und in anderen Bereichen wiederum etwas schwieriger und komplizierter.



    Stefan

  • Niemand hat gesagt, daß man die heutige Situation mit den 60'ern vergleichen soll. Wie wäre z.B. mit den 80'ern bis einschließlich Sommer 1989 - das war eine gute Zeit! Seit Herbst 1989 geht es allerdings stetig bergab... :flop: :( :flop:

    Früher konnte man Drachen töten und durfte dann eine Jungfrau heiraten -
    heute gibt's keine mehr und man muss den Drachen heiraten :-(

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