Kündigungsschutz-Debatte nun auch in D

  • Zum Thema Kündigungsschutz, Frankreich und den deutschen Gewerkschaften gibt es im Manager Magazin einen guten Kommentar:


    http://www.manager-magazin.de/…kel/0,2828,408767,00.html


    Interessant ist das folgende Zitat:


    „Der Widerstand gipfelte am 28. März in einem Protesttag, bei dem Hunderttausende von Franzosen auf die Straße gingen - die Organisatoren sprachen von bis zu drei Millionen Demonstranten. Das ist in Deutschland allerdings nicht zu erwarten, auch wenn DGB-Chef Michael Sommer damit droht und so die Umsetzung der Koalitionsvereinbarung verhindern will. Dabei muss sich der Gewerkschaftsboss jedoch auch klar machen, dass er nur Führer einer Minderheit ist. Er vertritt nicht einmal 15 Prozent der Menschen, die von der Änderung des Kündigungsschutzes direkt betroffen wären.“

  • Hi,


    und bei den Protesten in Frankreich sollte auch berücksichtigt werden, dass es nicht nur um den Kündigungsschutz geht. Sondern auch um den Stil von Villepin. Der will "durchregieren" und das Gesetz per Dekret durchgesetzt. Ohne Rücksprache/Diskussion mit Parlament, Gewerkschaften oder Jugendvertretungen.


    Andernfalls wäre es vielleicht garnicht so gekommen, trotz des Gesetzes.


    bastian

  • Sorry, aber ich kann ansolut nicht verstehen, dass jemand, der NICHT Unternehmer ist, für die Lockerung des Kündigungsschutzes sein kann !



    Also, das ist wirklich dermaßen UNSOZIAL und DUMM, dass ich kotzen könnte !!!


    Wir leben in einem SOZIALSTAAT, auch wenn man davon in den letzen Jahren leider immer weniger merkt, aber so gravierend wichtige Dinge wie den Kündigungsschutz zu untergraben wird garantiert nicht einen einzigen Arbeitsplatz schaffen, sondern viele weitere vernichten !


    Kopfschüttlende Grüße
    Majon

    "Des Wahnsinns wahre fette Beute, das sind die ganz normalen Leute..."

  • Majon,


    doch, die Idee dahinter ist erstmal nicht ganz falsch. Viele Arbeitgeber scheuen sich bei guter Auftragslage Leute einzustellen weil sie Angst haben diese Mitarbeiter nicht mehr los zu werden wenn die Geschäfte mal wieder auf ein Normalmaß zurückgehen oder vielleicht schlechter werden. Also decken sie ihre Arbeit lieber über Überstunden oder Billigaushilfen ab und stellen erst gar niemanden ein - obwohl der Bedarf gerade da wäre.
    Sowohl der Arbeitslose wie auch der Unternehmer haben mehr davon wenn der Kündigungsschutz lockerer ist, dafür aber Leute eingestellt werden. Dann hast Du keinen perfekten Kündigungsschutz, bist dafür aber nicht mehr arbeitslos sondern hast einen Job. Das ist dann unter dem Strich schon eine wesentliche Verbesserung.


    Es gibt nur einen Hasenfuß: es könnte neben dieser erwünschten Wirkung auch dazu führen daß Arbeitgeber eine Art "hire and fire"-Mentalität bekommen, also nicht fairerweise Leute, für die Arbeit da ist, auch behalten. Sondern sie stellen immer wieder neue Leute an und schmeissen alte heraus, weil ein neuer Mitarbeiter natürlich wesentlich bemühter ist als einer, der sich auf seinem Arbeitsplatz sicher fühlt und der denkt daß ihm eh nichts passieren kann.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    [i]
    Es gibt nur einen Hasenfuß: es könnte neben dieser erwünschten Wirkung auch dazu führen daß Arbeitgeber eine Art "hire and fire"-Mentalität bekommen, also nicht fairerweise Leute, für die Arbeit da ist, auch behalten. Sondern sie stellen immer wieder neue Leute an und schmeissen alte heraus, weil ein neuer Mitarbeiter natürlich wesentlich bemühter ist als einer, der sich auf seinem Arbeitsplatz sicher fühlt und der denkt daß ihm eh nichts passieren kann.


    Das kann aber nur für eine bestimmten Bereich unseres produzierenden Gewerbe entsprechen, so z.B. Industrie am Band oder vielleicht gering qualifizierten Arbeitern in der Industrie. Da jeder Arbeitgeber angehalten ist eine perfekte Leistung direkt für den Kunden vor Ort bieten zu wollen, ist er bestrebt Personal mit langjähriger Erfahrung zu behalten und zu fördern. Ständig wechselndes Personal hilft da wenig.


    Die, welche aber meinen, in der Großindustrie beschäftigt zu sein und daher unkündbar, kuschen aber auch. So, wie bei uns, wo über Betriebsvereinbahrungen alles geregelt ist, kann man mehr als die regelmäßige Wochenarbeitszeit (bei mir 45h/ Woche) arbeiten und erhält keine Zuschläge für Mehrarbeit. Nur der Sonntag wird ausnahmsweiße mit 50% der Stunden als Guthaben im Arbeitszeitkonto gutgeschreiben. Ist ein Samstag dabei: Pech gehabt. Finanziellen Ausgleich gibt es nicht! Selbst, wenn Nachtschicht gearbeitet wird gibt es nichts. Und das bei der Weltfirma (Siem...). Einem Kunden wird aber jede Mehrarbeitsstunde mit Zuschlägen berechnet, aber der Arbeitnehmer geht leer aus.


    Soviel zum Beitrag Ausbeutung pur und der Ausnutzung der Arbeitnehmer, wegen dem Kündigungsschutz.


    mankmill

  • Zitat

    Original geschrieben von mankmill
    Das kann aber nur für eine bestimmten Bereich unseres produzierenden Gewerbe entsprechen, so z.B. Industrie am Band oder vielleicht gering qualifizierten Arbeitern in der Industrie. Da jeder Arbeitgeber angehalten ist eine perfekte Leistung direkt für den Kunden vor Ort bieten zu wollen, ist er bestrebt Personal mit langjähriger Erfahrung zu behalten und zu fördern. Ständig wechselndes Personal hilft da wenig.


    Blöderweise sind aber genau diese gering Qualifizierten die größte Gruppe unter den Arbeitslosen. "Spezialisten" sind immer gefragt...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ...doch, die Idee dahinter ist erstmal nicht ganz falsch. Viele Arbeitgeber scheuen sich bei guter Auftragslage Leute einzustellen weil sie Angst haben diese Mitarbeiter nicht mehr los zu werden wenn die Geschäfte mal wieder auf ein Normalmaß zurückgehen oder vielleicht schlechter werden. ....


    Ja, wenn da nicht die Studie wäre, in der rauskommt, das 70% der Unternehmer (von kleinen und mittleren Unternehmen) überhaupt nicht wissen, ob für ihren Betrieb ein Kündigungsschutz gilt. Wie kann dann der Kündigungsschutz ein Einstellungshindernis sein?


    Gruß


    Pitter

  • Selbst wenn es nur für 5% ein Einstellungshindernis wäre, so reden wir von relativ vielen Arbeitsplätzen. Es ist ja nicht unbedingt etwas schlechtes, wenn man nicht mehr sein Leben lang bei einem oder zwei Arbeitgebern arbeitet.

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