FAZ: Interessantes Interview zur Generationengerechtigkeit

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Und was ist mit jungen Selbständigen, die zwar anpacken aber wegen der hohen Abgaben nichts zur Seite legen können? Denen das Kinder kriegen unter diesen Umständen zu riskant ist?


    Ich denke als normalverdienender Selbstständiger hat man in anderen Ländern auch keine wesentlich besseren Bedinungen als in Deutschland.


    Wahrscheinlich hat man bei gleicher Leistung in anderen Ländern schon mehr in der Tasche, das man dann zur Seite legen kann ... aber spätestens wenn es dann für die eigenen Kinder keine brauchbaren, kostenlosen Schulen gibt und man Schulgeld zahlen darf, ist die so gut gefüllte Tasche mit den gesparten Sozialabgaben schneller leer als man denkt.


    Am Ende läufts dann aufs Gleiche raus.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    ... aber spätestens wenn es dann für die eigenen Kinder keine brauchbaren, kostenlosen Schulen gibt und man Schulgeld zahlen darf


    Da ist es ja schon wieder, das Damokles-Schwert der unbezahlbaren Bildung :rolleyes:. Dir ist offensichtlich noch nicht klar geworden, dass die kostenlosen Schulen und Universitäten nicht wirklich kostenlos sind, sondern dass jemand anderes für sie zahlt. Wer ist das wohl?


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    ...ist die so gut gefüllte Tasche mit den gesparten Sozialabgaben schneller leer als man denkt....


    Natürlich kann man auf dem Standpunkt stehen, dass der Staat am besten mit dem Geld umgehen kann und er daher auch in so vielen Bereichen wie möglich bestimmen soll, wo wieviel Geld ausgegeben weren soll und von wem man es nimmt. Diese Auffassung ist aber stark erklärungsbedürftig, zumal es den Wähler/Bürger oftmals für noch dümmer verkauft als er eigentlich ist. Interessant wäre die Rechtfertigung natürlich trotzdem.

  • Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Ich denke, man sollte sich in der Diskussion um eine "Generationengerechtigkeit" nicht so am "Auswandern" aufhängen.


    Guter Punkt.
    Vor allem weil es ziemlich sicher eine große Debatte dazu in Deutschland geben wird (an der die Ausgewanderten nicht teilhaben werden).


    Zitat


    Das ist eine pubertäre Trotzfloskel, gerade dann, wenn sie von Studenten getroffen wird, die noch im Studium drinn sind.
    Viele Studiusos halten sich für Elite, weil ihnen das jeder zuraunt (Medien, Stammtisch, Politik)- aber so ist es nunmal nicht. Die Welt wartet nicht auf deutsche Studenten, schon garnicht, wenn sie nur die abgenudelten Christiansenplatten in Interviews vor sich herleiern, wie es der Knilch im FAZ-Interview vermochte. Gute Studenten hat selbst Kuba (da putzen in der Regel gut ausgebildete Doktoranden oder gar Professoren die Hotelzimmer, den ausser Tourismus is halt nix), wozu also den Michel aus Wuppertal anheuern?
    Nicht zuletzt, auswandern kostet Kohle. Auch Arbeitslose mit H4 sind nicht allesamt Vollpfosten, die würden auch gern auswandern-aber es kostet eben!


    Naja, das finde ich jetzt etwas zu polemisch. Es mag sein, dass das Auswandern schwieriger ist, als man sich das vorstellt, aber es ist heute insgesamt einfacher als früher. Heutige junge Leute können oft 2-3 Fremdsprachen, haben Auslandserfahrung und auch die Möglichkeit, billig zu fliegen und mit der alten Heimat günstig in Kontakt zu bleiben.


    Die Äußerungen des Studenten finde ich noch relativ ausgewogen. Frühere Generationen hätten an dieser Stelle wohl mit "Alte raus!" oder etwas später mit "Die Alten unterdrücken uns doch, weg mit den Bürgerlichen!" reagiert.
    :D


    Die fehlende Tiefe ist zu einem Großteil dem Format (Interview) geschuldet. Hier kann man nicht mit einem elaborierten Vortrag zu jedem Ärgernis antworten.


    Und obwohl ich elitäre Studenten auch nicht mag finde ich das Niveau in Deutschland im Vergleich zu anderen (europäischen) Ländern noch gut. Selbst die USA haben doch nur eine sehr kleine Elite bei den Studenten. Der Rest ist zum Teil dumm wie Brot.



    Deinen weiteren Thesen stimme ich zu.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    Fest steht wohl: Für einen faulen Menschen, der auf Kosten der Allgemeinheit schmarotzen will, gibt es kein besseres Land als Deutschland. Aber jeder, der aus eigenem Antrieb etwas an seiner Situation ändern will, hat in vielen Ländern deutlich bessere Ausgangssituationen als hier, insbesondere die USA sind uns da um Längen voraus - es fehlt zwar das Netz und der doppelte Boden, aber dafür fehlt auch das einlullende Zusatzgewicht "Sozialer Überfluss" an den Füßen - die Chancen sind ungleich größer.


    Die Chancen worauf eigentlich? Darauf viel Geld anzusammeln um faulenzen zu können? Das willst du doch nicht denn du bist doch bienenfleißig bis zum Ende.


    Mal abgesehen davon dass ich nicht so ganz erkennen kann was konkret jemanden daran hindert hier erfolgreich zu sein wenn er doch so supertoll ist und so ungewöhnlich viel leistet dass er es in jedem anderen Land schaffen würde. Als Zugewanderter hat man es übrigens meines Wissens stets und überall schwerer sich durchzusetzten und zu Wohlstand zu kommen als die Einheimischen.

  • Ich will zu diesem Thema mal nicht diskutieren, sondern darstellen wie meine Vergangenheit ausgesehen hat, meine Gegenwart momentan besteht und wie ich meine Zukunft sehe:


    Ich bin das mittlere Kind von zwei Geschwistern. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Mein Großvater väterlicherseits gilt als vermißt zu Zeiten des Russlandfeldzuges. In den „aufstrebenden 60ziger Jahren“ baute meine Großmutter in Ihrem Heimatdorf ein neues Haus. Dieses Haus wurde durch meine Großmutter als „Altersruhestätte“ primär gebaut. Mein Vater (ihr Sohn) heiratete und meine Großmutter gab meinem Vater das Erdgeschoß zum Wohnen. Dort kamen wir drei Geschwister zur Welt. Meine ältere Schwester studierte das Lehramt. Nach dem Studium praktizierte Sie 2 Jahren lang an einer Grundschule, bis Sie ein amerikanischer Mitbürger kennenlernte. Sie zog mit Ihm in die USA, bekam zwei Kinder und ist jetzt geschieden. Sie sagt über Ihr Leben in den USA (Phoenix Arizona) selbst: „Wenn ich, nach mittlerweile 17 Jahren USA, nicht so verwurzelt wäre, und meine Kinder auch entsprechend gesellschaftlich integriert wären, würde ich wieder nach Deutschland zurückkommen“. Sie arbeitet viel und schwer um das Leben zu finanzieren. Dabei hat Sie einen Managerposten bei der Firma „Food-Care“.


    Mittlerweile sind meine Eltern geschieden und meine Großmutter gestorben. Das Haus ist allerdings weiterhin im Besitzt meine Mutter. Die Grundstücke von meinen (mittlerweile alle verstorbenen) Großeltern zum Großteil verkauft. Das Geld hierzu ist im Besitzt meiner Eltern.


    Es fängt an dass die oben geschilderte Geschichte sich wiederholt.


    Mein Vater unterstützt uns finanziell sehr stark, meine Mutter durch Ihren Einsatz als Babysitterin. Meine Eltern würden für uns drei Geschwister ihr letztes Hemd geben. Mein jüngerer Bruder ist derzeit unser Sorgenkind und hatte schon mehrmals Konflikt mit dem Gesetz. Dank der Familie jedoch können wir Ihm helfen die Schwierigkeiten zu lösen und ihn auf einen „richtigen“ Weg lenken.


    Ich selbst genoß eine Ausbildung bei der damaligen Deutschen Bundespost Telekom zum Kommunikationselektroniker, arbeite derzeit für ein Telekommunikationsunternehmen und wohne mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter „direkt gegenüber“ zum Elternhaus in Miete. Mein Ziel ist es in den kommenden zehn Jahren Schuldenfrei zu sein. Trotz Unterstützung des Elternhauses will man ja auch bestrebt sein selbst etwas aufzubauen. Wenn dies geschafft ist, will ich Anfangen an das Alter und meine Kinder zu denken und entsprechend zu wirtschaften. Ich werde das Haus übernehmen (steht schon fest) um meinen Kindern und Enkelkindern das gleiche Leben zu ermöglichen wie es meine Eltern und Großeltern für mich getan haben.


    Ich habe in meine bisherigen 30jährigen Leben gelernt daß die Familie das wichtigste im Leben ist. Um in der Zukunft ein „angenehmeres Leben“ zu haben ist es notwendig in der Gegenwart eigene Interesse nicht über das „Wohl der Familie“ zu stellen. Den Zusammenhalt in der Familie in Notsituationen kann einem kein Staat der Welt bieten.


    Ich apelliere an jeden der keine Familie gründen will: Überlegt Euch gut wie wichtig die Familie für die Zukunft unser aller ist !

  • Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    Da ist es ja schon wieder, das Damokles-Schwert der unbezahlbaren Bildung :rolleyes:. Dir ist offensichtlich noch nicht klar geworden, dass die kostenlosen Schulen und Universitäten nicht wirklich kostenlos sind, sondern dass jemand anderes für sie zahlt. Wer ist das wohl?


    Natürlich kann man auf dem Standpunkt stehen, dass der Staat am besten mit dem Geld umgehen kann und er daher auch in so vielen Bereichen wie möglich bestimmen soll, wo wieviel Geld ausgegeben weren soll und von wem man es nimmt. Diese Auffassung ist aber stark erklärungsbedürftig, zumal es den Wähler/Bürger oftmals für noch dümmer verkauft als er eigentlich ist. Interessant wäre die Rechtfertigung natürlich trotzdem.


    Ich finde nicht das der Staat am Besten mit Geld umgehen kann, ich bin nur der Meinung, das nicht nur die eigenen Kinder die bestmögliche Bildung bekommen sollten, sondern alle Kinder unabhängig vom Einkommen und Vermögen bzw. Einkommen und Vermögen der Eltern. Und diese Chancengleichheit lässt sich am Besten über ein kostenloses Bildungssystem sicherstellen, Stipendien und Co. können das nicht ersetzen.


    Da Kinder die Zukunft des Staates sind, ist es am fairsten die Bildung der Kinder über Steuern aller Steuerpflichtigen zu realisieren.

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