Ein halbes Jahrzehnt nach dem 11.09.01 - hat es die Welt verändert?


  • a) Naja, ich tue meine Meinung hier kund und versuche, Leute dazu zu bringen, mal von ner anderen Seite darüber nachzudenken. Und es kann keiner verleugnen, dass er zehnmal häufiger an die Toten in den USA als sonstwo denkt


    b) Gut, das stimmt vermutlich. Ich hatte nur keine Lust, hier wieder so viel über die bei den Attentaten umgekommenen Menschen zu lesen, aber von den anderen spricht mal wieder keiner. Oder gibt es hier im Forum einen Thread zu vor Hunger sterbenden Kindern?


    c) Meine Wortwahl? Habe ich jemanden beschimpft?
    Ja, und das liebe Diskussionsverhalten...ich sage meine Meinung, aber wie schon oft gemerkt, ist das hier ja nicht so gerne gesehen, stattdessen wird einem gedroht, dass man rausgeschmissen wird, wenn man mal ein bißchen von dem "Ja, genau, ich stimme dir in all deinen Punkten zu"-Diskussionsverhalten abweicht...


    edit: Wenn man im Geplauder den Suchbegriff "Hunger" eingibt, kommen Suchergebnisse wie z. B.:
    - Für den kleinen Hunger zwischendurch....
    - Diät - wie krieg ich es hin?
    - Weiß jemand wo man ausschließlich weiße oder hellbraune Mohrenküsse kaufen kann ?
    - Hamburger nur 0,79EUR bei MCD!
    - Was tun gegen den Heißhunger?


    :rolleyes:

  • Ich denke auch an andere Menschen, die ums Leben kommen bzw. gekommen sind - nur zu Deiner "Beruhigung"...


    Ich war schon 2x in Dachau, und diese Besuche tragen dazu bei - ähnlich wie AdministratorDr. geschrieben hat - eine sehr viel intensivere Sicht auf Dinge zu bekommen als rein theoretisch und aus der Distanz.



    Was das "Meinung sagen" betrifft: Das ist hier mit Sicherheit genauso gern gesehen wie überall, aber eben themenbezogen und nicht per "hau drauf" - Mentalität mit OT-Argumenten. ;)




    :) MTT :)

    Multae causae sunt bibendi...

  • Manchmal verstehe ich halt nicht, wie andere so eine komplett andere, in meinen Augen natürlich falsche, Einstellung haben. Und dann wird halt draufgehaun. Nunja, Besserung ist in Sicht

  • Zitat

    Original geschrieben von Milchnaa
    Ja, und das liebe Diskussionsverhalten...ich sage meine Meinung, aber wie schon oft gemerkt, ist das hier ja nicht so gerne gesehen, stattdessen wird einem gedroht, dass man rausgeschmissen wird, wenn man mal ein bißchen von dem "Ja, genau, ich stimme dir in all deinen Punkten zu"-Diskussionsverhalten abweicht...


    Richtig. Völlig richtig.
    Wir schmeißen gerne jeden raus, der mit sachlichen Argumenten und einem guten Diskussions-Stil auftritt. Da wird natürlich sofort die Bremse gezogen. Ist hier wieder so einer unterwegs? Bitte sofort bei uns melden und die Sperre abholen.
    Lieber haben wir die Leute, die alle paar Tag vorbeikommen und dann meist nichts anderes zu tun haben als in oftmals einzeiligen Postings ihren negativen und destruktiven Quatsch hier abzulassen. Sowas ist gern gesehen, denn es führt dazu, dass Threads entgleisen und/oder komplett vom Thema abweichen, und das ist schließlich unser Ziel. :rolleyes:


    Das nur zur Klarstellung!


    BTT - please!

  • Kommt immer darauf an wie man ein Ereignis präsentiert. Wenn dauernd in den Medien über 9/11 berichtet wird, dann stuft man es persönlich natürlich gewichtiger ein als wenn im Iran bei einem Erdbeben 40000 Menschen sterben. Zugegeben waren die Live Aufnahmen von den brennenden TwinTowsers und dessen Einsturz damals auf ALLEN TV-Kanälen ziemlich beeindruckend, und sowas prägt sich ja auch ein.


    Was mir aber garnicht daran gefällt ist diese ganze Propagandamaschine unter dem Deckmantel des Anti Terror Kampfes obwohl ganz andere Interessen verfolgt werden.

  • Ja ich denke auch dass sich durch die Anschläge unsere Welt verändert hat. Ich denke jedoch unsere Welt hat sich zum besseren, nicht zum schlechteren geändert.


    Warum ? Die Staatengemeinschaft wartet nicht mehr ab bis wieder mal ein Anschlag passiert, sondern sie handelt schon vorher. Ich kann mich an keine Zeit vor dem 11.9. erinnern wo so viele vereitelte Attentate, gefaßte Terroristen etc. gemeldet wurden wie die Zeit nach dem 11.9. Der 11.9. hat der Welt auf tragischer Weise gezeigt wie verletzbar sie ist und die Welt hat daraus gelernt. Handeln heißt die Devise und nicht nur Zuschauen. Sicher gibt es auch negative Begleiterscheinungen (Thema: Überwachungstaat etc.), allerdings habe ich überwiegend ein positives Gefühl.

  • @ VFBler

    Zitat


    Die Staatengemeinschaft wartet nicht mehr ab bis wieder mal ein Anschlag passiert, sondern sie handelt schon vorher


    Ich sehe das genau andersherum. Erst seit dem 11.09. sind überhaupt so viele Terroristen auf die Idee gekommen Anschläge zu verüben, weil sie jetzt auch noch in den Medien erscheinen.


    Ich denke da nur an:
    Bali, Djscherba, Madrid, London, Türkei, vereitelte Anschläge in Deutschland.

  • Zum 09.11.06 an sich kann ich nur sagen dass es ein mehr als mulmiges Gefühl war am ground zero zu stehen und das gesehene mit den Erinnerungen fünf Jahre zuvor in Übereinklang zu bringen.


    Es klingt zwar hart, aber der 9.11.06 berührt mich wegen der kulturellen Nähe zu den USA eher mehr als z.B. die Probleme in Afrika.


    Wenn in Hamburg eine Firma mit X Mitarbeitern geschlossen wird hat es für mich auch einen anderen Stellenwert wie eine Schließung in meiner Heimatstadt.


    Es ist schon eine große Wunde im amerikanischen (oder der gesamten "westlichen" Welt) Sicherheitsgefühl, meines Erachtens noch größer als während des kalten Krieges.
    Da hat meinen Gegner wenigstens gekannt und konnte einigermaßen absehen was der Gegner veranstaltet.


    Für mich persönlich haben sich die gewissenhafteren Sicherheitskontrollen an Flughäfen, die Erhöhung der Tabaksteuer und (auch wenn es nicht political correct ist) eine unbewusste Distanzierung gegenüber fundamentalistische Moslems eingestellt.


    Nicht dass ich jetzt wild durch die Stadt rufe "auf den Scheiterhaufen mit Ihnen", rechts wähle oder Bürgerproteste z.B. gegen den Bau eine Moschee unterstütze, eher dieses Gefühl was es doch für einzelne "Bekloppte" gibt die Ihre Sicht ohne Rücksicht auf Verluste mit übertriebener Gewalt durchsetzen (oder es zumindest versuchen) und die daruas resultierende nicht mehr ganz objektive Betrachtung.


    Selbes kann ich aber auch fast für die imho Cowboy Mentalität der USA (Irak, Verschleppung von mutmaßliche El Kaida Mitgliedern usw.) unterschreiben.


    Kurzum,
    die Anschläge haben für mich keine großartigen Änderungen im Alltag herbeigeführt, eher die Gefühlslage in eine etwas andere Richtung verschoben.

    Ohne Multitouch würde kein Windows laufen.


    Wie soll man sonst Strg+Alt+Enf drücken?

  • Zitat

    Original geschrieben von AdministratorDr
    [...] vereitelte Anschläge in Deutschland.


    Sorry, das ist mal richtig Quatsch.
    Was hat denn so ein versuchtes "Kindergarten-Attentat" mit den restlichen genannten Anschlägen zu tun?
    In diesem Fall waren ja wohl ganz klar einfach nur ein paar dumme Typen am Werk.


    Das wurde doch nur so aufgebauscht um verschiedene Maßnahmen wie z.B. verstärkte (Video-)Überwachung an öffentlichen Plätzen zu rechtfertigen. Da haben viele Scharfmacher in der Politik doch nur drauf gewartet.


    Vor einigen Jahren (~ '99) ist doch auch mal ein Sprengstoffanschlag verübt worden an einem Bahnhof. Mehrere Menschen, hauptsächlich Russlanddeutsche wurden getötet und verletzt. Kann mir einer von euch sagen, wo das war? ... Seht ihr, das hat damals nämlich keinen gejuckt, da wurde nicht gleich solch eine Hysterie entfacht. Wenn ich nur höre "Jetzt schau ich mir die Leute, die arabisch aussehen ganz genau an", dann krieg ich die Krise!


    Ich möchte nur an "Bowling for Columbine" erinnern, da wird es deutlich dargelegt, wie man Leute willens macht: Durch Angst.


    Vor gut 2 Jahren war ich in San Francisco, dort im Bus unterhielten sich immer wieder Leute darüber, dass "die Terroristen" auch in unserem Bus sitzen könnten. Die Leute beschäftigten sich mit nichts anderem mehr, getrieben von ihrer Angst.


    Ich hoffe, dass wir solche Zustände hier in Deutschland nie bekommen werden, erwarte aber das Schlimmste :/


    Just my 2 cents.


    Gruß
    Veit

    <Telefonmann> meine tochter neulich im zoo in der arktisabteilung: guck mal papi - da sind linuxe :D | Suche HCH-21

  • Zitat

    Original geschrieben von VFBler
    Ja ich denke auch dass sich durch die Anschläge unsere Welt verändert hat. Ich denke jedoch unsere Welt hat sich zum besseren, nicht zum schlechteren geändert.


    Warum ? Die Staatengemeinschaft wartet nicht mehr ab bis wieder mal ein Anschlag passiert, sondern sie handelt schon vorher.


    Genau. Jetzt ist alles gut, wir haben wieder den wilden Westen. Da hat man die Leute erst aufgehängt, und dann Fragen gestellt.
    Jetzt machen wir das eben auf Nationaler Ebene. Wir Bomben erst ein Land in Schutt und Asche, und dann schauen wir nach, ob das überhaupt nötig oder gerechtfertigt war. Ist doch super, vor allem für die Leute die da wohnen.



    Zitat

    Ich kann mich an keine Zeit vor dem 11.9. erinnern wo so viele vereitelte Attentate, gefaßte Terroristen etc. gemeldet wurden wie die Zeit nach dem 11.9.


    Nun ja, man kann eben nur Terroristen Festnehmen, oder Anschläge vereiteln, wenn es überhaupt welche gibt. Es gibt heute zwar mehr festgenommene Terroristen (oder besser Terrorverdächtige), und mehr vereitelte Anschläge, aber es gibt vor allem auch deutlich mehr Anschläge, die nicht vereitelt werden, sondern die wirklich passieren. Und da nützen mir die vereitelten Anschläge nicht viel, wenn es trotzdem viel mehr Anschläge gibt.


    Ansonsten hat sich auch nicht viel verbessert hier. Der Staat erlaubt sich heute Überwachungen, die noch nichtmal George Orvell sich getraut hätte zu schreiben. Man kann keine Internetseite ansehen, ohne das irgendwo einer sitzt, der mit zuschaut, usw.
    Die Freiheit zu tun was mal will ohne daß man ständig überwacht wird, wird stück für Stück eingeschränkt. Es mag vielleicht für die eine oder andere Maßnahme Gründe geben, aber ich fühle mich in den letzten Jahren viel mehr von den Überwachungsmaßnahmen bedroht, als von irgendwelchen Terroristen.

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