Günther Oettingers Trauerrede

  • Zitat

    Original geschrieben von superuser_reload
    Etwas seltsame Frage, von der ich nicht genau verstehe worauf sie abzielen soll...
    Aber darum gehts doch auch garnicht, sondern darum, dass sich ein hochrangiger deutscher Politiker hinstellt und Behauptungen hinsichtlich der Vergangenheit eines Nazi-Richters aufstellt die schlichtweg nicht der Wahrheit entsprechen, um so dessen "Andenken" zu beschönigen....



    war aber ernst gemeint. Bin mir nicht ganz sicher ob solches Leugnen von Nazi-Verbrechen nicht als Straftat zählt.

    Freunde der Sonne

  • Zitat

    Original geschrieben von superuser_reload
    Normalerweise würde ich an dieser Stelle zustimmen. Ich bin auch der Letzte, der an sowas wie eine Erbschuld der Deutschen oder ähnliches glaubt.
    Bloß hier wird doch offensichtlich versucht sowas wie Geschichtsfälschung zu betreiben, weil es um einen wohlverdienten Parteigenossen geht. Mehr noch als das Thema selbst regt mich dann die Uneinsichtigkeit des Herrn Oettinger auf doch einfach zuzugeben, dass er da Blödsinn erzählt hat.



    im aktuellen fall mag das zwar stimmen aber ansonsten hat Printus recht (sagst es ja selber ;) )


    es ist nunmal so das jeder politiker der "es sich mit juden vergeigt" seinen job an den nagel hängen kann (um es mal simpel auszudrücken)


    in manchen fällen ist das richtig so aber in einigen anderen ist es umso lächerlicher ;)

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von BigBlue007
    Das Problem mit Öttinger ist halt auch, dass man von ihm als einem der mit weitem Abstand unsymphatischsten Politiker, die wir haben...


    Kann man gerne denken. Ich würde mit dem auch kein Bier trinken gehen...


    Zitat

    ...und dessen Frisör offenkundig auch bei Adolf schon die Schere geschwungen hat, einfach nix anderes erwarten kann.


    Das heiße Wetter in Kombination mit dem ein oder anderen Bier mag einem ja temporär das Gehirn etwas brutzeln, aber Oettinger in die rechtsradikale Ecke stellen zu wollen, geht nicht nur zu weit, sondern ist völliger Schwachsinn, der jeder Grundlage entbehrt. Zur niveaulosen und peinlichen Assoziation von Oettingers Frisur mit Adolf Hitler mal ganz abgesehen. Auch mit 11000 Beiträgen ist das ein ganz tiefer Griff in die TT-Kloschüssel.


    Zum Thema:
    Oettinger hat bewusst die Rede so gehalten, um Beifall vom konservativen Flügel der CDU zu bekommen. Die Annahme, dass ein MP einfach mal so eine Rede hält, und spontan-unglücklich solch brisante Aussagen trifft, ist natürlich naiv. Natürlich war das ein Fehltritt, andererseits ist Filbinger nur einer von vielen späteren Größen der Nachkriegspolitik, die zu Zeiten des NS nicht gerade als Widerstandskämpfer galten. Ich bin auch etwas erstaunt, wie distanziert manche die deutsche Vergangenheit betrachten. Unsere Großmütter und -väter waren letztendlich zum großen Teil, wenn sie nicht aktiv etwas dagegen bewirkt haben, auch mitschuldig und haben mehr oder weniger aktiv an dem verbrecherischen NS-System mitgewirkt. Biographien wie die Filbingers gibt es im Nachkriegsdeutschland auf anderen Ebenen zu vielen tausenden.


    Oettinger soll seine Aussagen klarstellen und dann ist gut.

    23.05.2009, 17:18 Uhr...VfB Stuttgart nach 3:1 in München Deutscher Meister 2009, Diego beendet in seinem letzten Spiel für Werder Wolfsburger Titelträume...

  • Zitat

    Original geschrieben von superuser_reload
    Normalerweise würde ich an dieser Stelle zustimmen. Ich bin auch der Letzte, der an sowas wie eine Erbschuld der Deutschen oder ähnliches glaubt.
    Bloß hier wird doch offensichtlich versucht sowas wie Geschichtsfälschung zu betreiben, weil es um einen wohlverdienten Parteigenossen geht. Mehr noch als das Thema selbst regt mich dann die Uneinsichtigkeit des Herrn Oettinger auf doch einfach zuzugeben, dass er da Blödsinn erzählt hat.


    Das stimmt, aus einem "Mitläufer" oder gar "Mittäter" (ich lasse die Interpretation der Person Filbinger mal offen) einen Widerständler zu machen geht nicht und da stellt sich auch tatsächlich die Frage wie man so ungeschickt/blöd/frech sein kann ihn doch so darzustellen. Schließlich redet hier ein Ministerpräsident und kein Sonderschüler aus einer Behindertenwerkstatt für geistig Schwache.


    Mein Aspekt war eben der das wirklich jedes Mal wie ein Pawlowscher Reflex ein Skandal inszeniert werden muß wenn jemand sich unverschämt ausdrückt. Genauso wie wirklich JEDES Mal wenn etwas Entsprechendes vorgefallen ist der Zentralrat der Juden seinen Senf dazugeben muß.


    Es bestreitet ja niemand dass Kritik an irgendwelchen Dingen sein muß und Manches nicht einfach so hingenommen werden kann. Aber jedes Mal der gleiche Zirkus - man kann es irgendwann nicht mehr hören und dann passiert tatsächlich das, was Möllemann seinerzeit - natürlich auch mit dem zugehörigen Skandal - schon mal geäußert hat: die Leute fangen an sich mehr über das Gutmenschen-Gerede aufzuregen als den eigentlichen Anlaß, also die eigentlich verwerfliche Sache...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Das Politiker meistens sowieso nur Müll von sich geben ist ja bekannt!

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Das heiße Wetter in Kombination mit dem ein oder anderen Bier mag einem ja temporär das Gehirn etwas brutzeln, aber Oettinger in die rechtsradikale Ecke stellen zu wollen, geht nicht nur zu weit, sondern ist völliger Schwachsinn, der jeder Grundlage entbehrt.


    Rechtsradikal isser sicher nicht, nur sagt das Sprichtwort: "Wer einen dicken Arsch hat braucht eine große Hose."


    Es ist sicher eine etwas heikle Angelegenheit eine Trauerrede zu halten und darin positiv über jemanden reden zu sollen, der aber zugleich wegen seiner Vergangenheit zurücktreten mußte - und das ausgerechnet als Parteifreund/feind.


    Es wäre aber sicher auch möglich gewesen die Rede so zu gestalten dass man sich nicht in der Weise, wie es jetzt geschehen ist, angreifbar macht.
    Wenn man aber anders entscheidet und keine Skrupel hat eine Beerdigung für parteipolitisches Geplänkel, hier "fischen am rechten Rand", zu nutzen, darf man sich nicht beschweren wenn die Gegenseite auch entsprechend schweres Geschütz auffährt.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love Zur niveaulosen und peinlichen Assoziation von Oettingers Frisur mit Adolf Hitler mal ganz abgesehen. Auch mit 11000 Beiträgen ist das ein ganz tiefer Griff in die TT-Kloschüssel.


    Als flappsige Bemerkung fand ich das gar nicht so wild... mir sind die geilen Nicht-Koteletten des Herrn Oettinger, die schon mal bis knapp an die Schläfen herranreichten, auch schon ins Auge gefallen.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love Oettinger hat bewusst die Rede so gehalten, um Beifall vom konservativen Flügel der CDU zu bekommen. Die Annahme, dass ein MP einfach mal so eine Rede hält, und spontan-unglücklich solch brisante Aussagen trifft, ist natürlich naiv. Natürlich war das ein Fehltritt, andererseits ist Filbinger nur einer von vielen späteren Größen der Nachkriegspolitik, die zu Zeiten des NS nicht gerade als Widerstandskämpfer galten. Ich bin auch etwas erstaunt, wie distanziert manche die deutsche Vergangenheit betrachten. Unsere Großmütter und -väter waren letztendlich zum großen Teil, wenn sie nicht aktiv etwas dagegen bewirkt haben, auch mitschuldig und haben mehr oder weniger aktiv an dem verbrecherischen NS-System mitgewirkt. Biographien wie die Filbingers gibt es im Nachkriegsdeutschland auf anderen Ebenen zu vielen tausenden.


    Na ich weiß nicht... Ich persönlich würde nicht sagen dass die vielen passiven Mitläufer alle schuldig sind. Wer aufmuckte hatte ratzfatz die Rübe ab und da kann man wohl kaum moralisch verurteilen wenn die meisten Leute lieber die Klappe gehalten haben und versuchten unauffällig zu bleiben. Sicher ist das aus Gutmenschen-Sicht verwerflich, aber das sagt sich leicht wenn man nicht in der bedrohten Situation ist.


    Nun war Filbinger aber kein stiller "Ich halte den Mund und habe nichts gesehen"-Mitläufer, sondern er war an 6 Prozessen beteiligt, in denen Todesurteile verhandelt wurden. In einigen davon kann man sein Handeln zwar zugunsten der Angeklagten interpretieren, aber zumindest in einem Fall, in dem das Urteil vollstreckt wurde, war er Ankläger und Befehlshaber der späteren Hinrichtung.


    Spätestens hier "wird es eng" weil selbst wenn jemand umständehalber zur Teilnahme an einem Prozeß gezwungen wird hebt sich derjenige eben doch hervor wenn er in dieser Weise tätig wird. Zumindest wenn man dann später als Ministerpräsident ein öffentliches Amt bekleidet und eine hervorgehobene Vorbildfunktion hat ist es ein ganz dunkler Schatten auf einer Weste, die in dieser Position eigentlich reinweiß sein sollte.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Der Verursacher hat es ja inzwischen auch bedauert, tut es Not so etwas dann noch künstlich aufzubauschen?

    Entweder isses Dir egal, Du hast nicht genau hingehört / nachgelesen, oder Du bist volle Kanne drauf reingefallen. Der MP hat sich nicht für den Inhalt entschuldigt oder es bedauert, den Inhalt so geäußert zu haben, sondern er hat sich nur für die Wirkung entschuldigt.


    Das ist ungefähr so, wie wenn ich Dein Auto bespucke oder Deine Freundin als blöde Schlampe beleidige (oder was auch immer Dich in Rage bringt ;)), Du eine Entschuldigung verlangst und ich herablassend sage: "Tja, ich hab das schon mit voller Absicht getan, aber ich kann ja auch nichts für Deine Reaktion... dass Du so reagierst tut mir echt leid, aber meine Handlung würde ich bei nächster Gelegenheit genau so wieder machen (und dann auch wieder Deine Reaktion bedauern)".


    Das ist der kleine, aber feine Unterschied ;)



    Und dass sich ein Politiker wie Öttinger mal einen eigenen Fehler eingesteht - so viel Größe haben die nicht (vgl. auch Kollege Koch in Hessen). Ohne ihre rotzfreche und ignorante Art wären die ja auch gar nicht da, wo sie heute sind...

  • Zitat

    Original geschrieben von DUSA
    Der MP hat sich nicht für den Inhalt entschuldigt oder es bedauert, den Inhalt so geäußert zu haben, sondern er hat sich nur für die Wirkung entschuldigt.


    Genau das war auch der Auslöser weshalb ich überhaupt diesen Thread gestartet habe, weil der Herr Oettinger auf diese Art seine Aussagen indirekt nochmal wiederholt und untermauert hat und seine Uneinsichtigkeit erneut unter Beweis stellte. So nach dem Motto: "Tut mir echt Leid, dass Ihr Euch dran stört, aber die Wahrheit tut manchmal weh".

  • Ich hab mich mal auf wikipedia.de schlau gemacht bezgl. des Herrn Filbinger, und das dazu gefunden:


    Zitat


    Filbinger gehörte dem katholischen Schüler- und Studentenbund Neudeutschland an. Die Vereinigung, die politisch dem Zentrum nahestand, widersetzte sich einer Eingliederung in die Hitler-Jugend und wurde 1939 als staatsfeindlich verboten. Hans Filbinger, der eine führende Rolle im Bezirk Nordbaden spielte, forderte seine Bundesbrüder im April 1933 auf, die Vereinstätigkeit im Rahmen der bisherigen Zielsetzungen fortzuführen und formulierte das Programm für die nächste Zukunft.[1] Ein Stipendium der "Studienstiftung des Deutschen Volkes" wurde Filbinger, dessen Vater arbeitslos war, abgelehnt, weil er "einen ausgesprochen religösen und konfessionellen Weltanschauungshorizont" habe.[2] 1934 bis 1937 war Filbinger Mitglied der SA und 1933 bis 1936 des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB). 1935 veröffentlichte er in einer katholischen Studentenzeitschrift einen Aufsatz, der Elemente der nationalsozialistischen Volksgemeinschafts- und Rassenideologie übernahm.[3] Gleichwohl stellte Generalstaatsanwalt Emil Brettle im Januar 1937 dem Kandidaten Filbinger bei der Vorstellung zum ersten juristischen Staatsexamen eine Zulassung zum zweiten Examen erst dann in Aussicht, wenn die aktenkundigen politischen Beanstandungen ausgeräumt wären.[4] Filbinger trat im Frühjahr 1937 der NSDAP bei und begann damit die Referendarsausbildung. [5] 1940 wurde Filbinger zur Marine eingezogen und erreichte 1943 den Dienstgrad eines Oberfähnrichs zur See. Kurz vor der Beförderung zum Leutnant wurde er zur Militärjustiz abkommandiert - gegen seinen Willen, wie er selbst nachträglich darstellte. Er habe zweimal vergeblich versucht, dieser Abkommandierung durch Meldung zur U-Boot-Waffe zu entgehen.[6]. In Norwegen geriet Fiblinger in britische Kriegsgefangenschaft.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Filbinger#Partei


    Nun meine Frage dazu: Was soll daran jetzt so schlimm sein was der Herr Oettinger gesagt hat bei der Trauerfeier ? Es entsprach soweit es bei wikipedia.de steht der Wahrheit. Oder darf man nur in dereinen hier gewünschten Art und Weise über Leute sprechen die damals mit im Dritten Reich gelebt haben ? So wies bei Wikipedia steht ist er in der Tat kein Nationalsozialist gewesen sondern hat lediglich das gemacht, was auch heute noch viele tun, nämlich das gemacht was verlangt wurde um Geld zu verdienen / arbeiten zu können. Aber nicht aus Überzeugung! :rolleyes:

    T-Mobile D @ SE K610i

  • Zitat

    Original geschrieben von codekill
    So wies bei Wikipedia steht ist er in der Tat kein Nationalsozialist gewesen sondern hat lediglich das gemacht, was auch heute noch viele tun, nämlich das gemacht was verlangt wurde um Geld zu verdienen / arbeiten zu können. Aber nicht aus Überzeugung!


    Eventuell war Filbinger tatsächlich kein von Grund auf überzeugter Nationalsozialist, aber er war mindestens ein pflichtbewusster Mitläufer. Als Richter hat er wie ich das verstanden habe wohl auch kein Todesurteil gesprochen, aber er hat mindestens in einem Fall als Ankläger eine Todesstrafe eines Deserteurs bewirkt, dessen Ausführung er dann auch persönlich geleitet hat.
    In der Darstellung Oettingers war Filbinger aber angeblich ein Gegner des NS-Regimes und hat zu keinem Tod eines Menschen beigetragen, was so schlichtweg nicht stimmt und vermuten lässt, dass er den Lebenslauf Filbingers beschönigen will.

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