ZitatOriginal geschrieben von Erik Meijer
Der Polizei vorzuwerfen, dass sie unverhältnismässig vorgegangen ist, nennst Du "verbal losgehen"?
Solange dies auf einer sachlichen Ebene passiert sicherlich nicht. Aber was erstmal durch die Presse gegangen ist und auch was hier teilweise für Kommentare gekommen sind (ohne das man überhaupt die genauen Umstände gekannt hat) ist so eben in Teilen nicht ok (EDIT: Und während ich das hier schreibe liefert ein User der für seine "emotionalen" Postings bereits bekannt ist auch gleich noch ein entsprechendes Beispiel...).
Das ist der hier auch schon angesprochene Rentner doch das Paradebeispiel:
In den ersten Tagen war er das vollkommen unschuldige Opfer das aber rein gar nichts gemacht hat und die Beamten waren alles Prügelpolizisten.
Jetzt zeichnet sich ab, dass er wohl doch nicht so vollkommen unschuldig gewesen ist wie zunächst behauptet (das das Opfer den "Kastanien"wurf im Stern interview bewusst "vergessen" hat wollen wir hier mal nicht unterstellen) und es heißt nun "Auch wenn er was geworfen hat rechtfertigt das lange noch nicht..."
So jetzt kommt morgen ein Bild/Video raus auf dem zu sehen ist, dass ggf. tatsächlich jemand gegen bzw. auf Beamte uriniert so wie gestern in Stern TV behauptet. Und wieder wird es heißen: "Das rechtfertigt noch lange nicht..."
Wann ist so ein Einsatz denn dann gerechtfertigt? In Rostock flogen Pflastersteine und mehr, auch hier hieß es: "Die Polizei ist zu hart vorgegangen", weil es dabei auch Unbeteiligte erwischt hat die selbst keine Steine geworfen haben.
Das Grundproblem ist hier, dass man so eine Situation eben nicht auf die Einzelsituationen reduzieren kann sondern auch mal das große Ganze sehen muss. Und diesen Überblick hat derzeit keiner wirklich, es hindert trotzdem viele nicht daran schon klar einen Schuldigen auf Seiten der Politik und Polizei zu suchen.
Aber nochmal: Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit darf sicherlich gestellt werden, allerdings nicht wenn man auf Grundlage von rudimentären Informationen im Vorfeld bereits eine gefestigte Meinung über die Vorfälle hat und dann nur noch selektiv die Informationen aufnimmt die die eigene Meinung stützen, alles andere was aber ggf. eben nicht so ins eigene Weltbild passt dann einfach lapidar beiseite wischt.