Die Bahn streikt und Deutschland steht still

  • Zitat

    Original geschrieben von Lord EX
    Bei den Müllmännern in München ist das definitiv nicht der Fall, die verdienen nichtmal so schlecht (kein Wunder bei dem Status).


    Die AWM dürfte vermutlich auch nach Tarif des kommunalen ÖD bezahlen. Aber frag doch mal bei denen, die für die in vielen Münchner Umlandgemeinden beauftragten privaten Müllabfuhrunternehmen arbeiten, nach...
    Was hatte das noch gleich mit mit Bahn und Streik zu tun :D;)

  • Zitat

    Original geschrieben von kues
    ...
    Was hatte das noch gleich mit mit Bahn und Streik zu tun :D;)


    Ist nunmal das Problem einer jeden komplexen Problematik, dass man um diese näher zu erläutern auch einmal über den eigenen Tellerrand hinausschauen muß.


    Eine klare Antwort auf ein Problem bzw. Frage, gibt es wohl in der Grundschule, oder auch noch teilweise in der Sek 1. . Darüber hinaus kann sich die Wahrheit schnell mal hinter vielen Modellen und Antworten verstecken.


    Huch, und schon sind wir bei der Bildung, obwohl die Reise bei bzw. mit der bahn angefangen hat.

  • Zitat

    Original geschrieben von holli
    genau,un ab morgen streikt dann auch das pflegepersonal,ist schließlich auch unterbezahlt...sage morgen meinen patienten,dass sie sich die nächsten tage doch auch schön allein versorgen können...ICH WILL MEHR GELD!!
    lächerlich,wenn sich eine so eine kleine gewerkschaft zum rächer aufspielt und alle anderen müssen leiden müssen,und der gute herr schell grinst grenzdebil bei anne will in die kameras.


    Was willst du denn eigentlich??? Wenn du unterbezahlte Pflegekraft bist sollte dein gedanklicher Ansatz sein wie man eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte erreichen kann - und nicht darüber zu sinnieren warum andere auch zu wenig verdienen sollen... :apaul:


    Es kann nicht das Problem der Lokführer sein was andere Leute anderswo tun oder lassen, sondern die kämpfen für sich und ihre Belange. Das ist ihr gutes Recht und das sollen sie tun, das ist gut und richtig so.


    Warum gehst Du nicht auf die Straße und protestierst gegen zu niedrige Löhne und - mit Verlaub, nichts gegen die Menschen, aber die generelle Entwicklung - die Heerscharen von polnischen und russischen Krankenpflegehelferinnen im deutschen Gesundheitssystem?


    Der Fehler ist doch nicht dass sich mit den Lokführern eine Gruppierung gegen andauernde Ausnutzung wehrt, sondern der Fehler ist dass das nicht längst auf breiter Front in allen Bereichen passiert bzw. dass es überhaupt soweit kommen konnte dass wir ein Land von Billiglöhnern, Zeitarbeitern und in befristeten Verträgen Schuftenden geworden sind.


    Es wird - leider! - nicht so kommen dass andere Branchen es den Lokführern gleich tun und ebenfalls auf die Barrikaden gehen. Aber nötig und berechtigt wäre es.


    Was da jetzt passiert ist in meinem Augen voller Symbolkraft. Man hat es mit abhängig Beschäftigten so weit getrieben dass jetzt diejenigen, die die Druckmittel haben, einfach nicht mehr bereit sind mitzumachen und sich für immer schlechter werdende Bedingungen und immer weniger Geld zu prostituieren. Die Leute streiken jetzt und zwingen die Arbeitgeber zu Zugeständnissen. Es war vor ein paar Jahren bei den Piloten so, es war bei den Fluglotsen so, es war bei Ärzten so, und jetzt eben bei den Lokführern.


    Es zeigt dass man den Arbeitnehmern zu frech zu viel zugemutet hat, und jetzt kommt die Quittung. Wäre es fair gelaufen und wären die Belange der AN's berücksichtigt worden wäre es jetzt nicht so dass diese so massiv auf die Barrikaden gehen. Offenbar hat man im Management nicht verstanden dass irgendwann das Maß voll ist und man nicht von Mitarbeitern immer mehr Leistung für immer schlechtere Bedingungen verlangen kann, während man selber immer maßloser zugreift. Das kippt jetzt einfach und es mußte wohl so kommen, weil von alleine wurde und wird nicht verstanden dass die Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind und dementsprechend gepflegt werden müssen.


    In dem Zusammenhang ist auch der Vergleich der Gehälter zwischen Frau Suckale und dem Lokführer zu sehen: es geht nicht darum wem wieviel zusteht, da hat sowieso jeder eine andere Meinung. Es geht einfach um die Verhältnismäßigkeiten, vor allem um die Realsatire wenn sich ein Bahnvorstand 600% Lohnerhöhung gönnt während man den Lokführern ein Angebot macht, das kaum die Verluste der Vergangenheit egalisiert und wo bei 4,5% von einer großzügigen Offerte schwadroniert wird. Sowas ist albern, lächerlich, und vor diesem Hintergrund hat der Bahnvorstand doch von vorneherein jede Glaubwürdigkeit verspielt.


    Wenn man nun noch sieht dass der DB-Vorstand zwar relativ geschickt in den Medien agiert, das aber nur Promotion ist während in Wirklichkeit Angebote offeriert werden, die eigentlich ein Hohn sind, darf man sich nicht wundern wenn die GDL sich so nicht für blöd verkaufen läßt und hart bei ihren Forderungen bleibt.


    Der gleiche Irrsinn - leicht off topic - passiert bei den Diätenerhöhungen der Bundestagsabgeordneten. Die pauken bis zum Jahresende mit den Stimmen der großen Koalition eine Erhöhung der Bezüge um 10% durch. Mal eben 700 EUR mehr für Leute, die sowieso schon 7000 EUR verdienen und nochmal 3000 EUR Zuschüsse für Auslagen bekommen.
    Es geht jetzt weniger darum wieviel ein Abgeordneter verdienen sollte. Der Punkt ist allein dass so eine Aktion ausgerechnet in einer Zeit stattfindet wo zugleich über den Mindestlohn diskutiert wird, also darüber ob etwas eigentlich Selbstverständliches, nämlich dass man von seiner Arbeit leben können muß, nun gesetzlich festgeschrieben werden kann.


    Bezieher staatlicher Transferleistungen bekommen eine Grundsicherung von 345 EUR, das wurde trotz MwSt-Erhöhung und drastisch gestiegener Preise bei Lebensmitteln (Milch...) nicht verändert. Zum gleichen Zeitpunkt (!) kommt man im Bundestag auf die Idee eine Erhöhung der Bezüge um einen Wert zu machen, von dem 2 "Sozialhilfeempfänger" einen ganzen Monat leben müssen.


    Allein diese Symbolik, diese zeitliche Komponente, ist dermaßen daneben dass man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll. Es ist doch kein Wunder wenn die Menschen eingedenk solcher Geschehnisse gar nicht mehr wählen gehen oder die Linkspartei wählen.


    Die Tragik liegt einfach darin dass Abgeordnete und Vorstände das alles scheinbar einfach gar nicht wahrzunehmen scheinen sondern in einer Umlaufbahn fliegen, die jeden Bezug zur Realität normaler Arbeitnehmer verloren hat. Dementsprechend mußte es irgendwann krachen weil die Leute sowas schließlich nicht mehr mitmachen - und die Lokführer sind jetzt symbolisch an der Spitze der Bewegung.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • nach diesem post von printus könnte der thread eigentlich geschlossen werden.


    noch überlegter und korrekter kann dies thema eigentlich gar nicht ausgeführt werden !!!!

  • @ Printus
    Wenn denn dieses schon der ganzen Krach wäre. Aber leider befürchte, und zwar nicht nur ich, dass es bei gleichbleibender Tendenz der derzeitigen Wirtschaftlichenentwicklung es früher oder später wirklich zu einem Krach, basierend auf wirtschaftlicher Ungleichverteilung, global kommen wird.


    @all
    Meinungen aus Arbeitnehmerreihen, die jetzt gegen das ausgeübte Streikrecht votieren, wundern mich persönlich nicht. Schließlich wurden in den vergangen Jahren genügend Säue wie Verlagerung von Produktionsstandorte, Rationalisierung usw. durch die Medienlandschaft getrieben. Die übrig gebliebene heilige Kuh hieß einzig Wirtschaftswachstum. Hätten in der Vergangenheit die Unternehmungen wirklich unter großen Verlusten gelitten, so wäre der Fall anders zu bewerten. Es ging aber in den meisten Fällen einzig darum, den Gewinn mittels wirtschaftlicher Umverlagerung zu maximieren.


    Und die Tendenz hin zu Billiglöhnern, Leiharbeitern, oder befristet Beschäftigten war halt die Folge hiervon.


    Auch ist besonders Deutschland noch ein Sonderfall, da es durch die Wiedervereinigung zu einer besonders problematischen Staatsverschuldung gekommen ist. Wobei ich mir bis heute noch sicher bin, dass jedes andere Land die Vereinigung der es kontinental angehört, stärker bei einer Widervereinigung mit ins Boot geholt hätte.



    um mal wieder zur Bahn zurückzukehren:


    Schade, dass ich mich morgen mal wieder in London aufhalte, und die angekündigten Verhandlungen nicht zeitnah mitverfolgen kann. Aber irgendwie habe ich sehr stark das Gefühl, das diese wieder nicht zu einer Einigung beitragen werden. Und dann seitens der Bahn AG massiv durch Medienschelte gegen die GDL popularisiert werden wird. Aber wir werden es ja morgen sehen.



    Siemensanier


    PS: Erst die Globalisierung und jetzt die Klimakatastrophe, zwei Themen die sich wunderbar zur politischen Beeinflussung der breiten Masse ausschlachten lassen.

  • Bei allem Populismus und auch dem kritikwürdigen Verfahren, dass die Abgeordneten selbst über ihre Diäten entscheiden können zu trotz, sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben und sehen, dass die Erhöhung die erste nach 4 Nullrunden war und in zwei Schritten erfolgt und so betrachtet, einer relativ normalen Lohnentwicklung entspricht. Von Maßlosigkeit kann überhaupt keine Rede sein. Und es ist geradezu eine Ironie, die seinesgleichen sucht, in einer Lohnentwicklung von unter 2% pro Jahr für Bundestagsabgeordnete eine Entschuldigung zu sehen, die Linkspartei zu wählen, deren neuer Name leider nichts daran ändert, dass es immer noch eine Nachfolgepartei der SED ist, deren Topfunktionäre in Saus und Braus lebten, während es der Bevölkerung an vielem mangelte. Außerdem bin ich sicher, dass ein Oskar Lafontaine früher auch zustimmend jede Diätenerhöhung mitgenommen hat. Nur heute als Populist am linken und rechten Rand passt das natürlich nicht mehr zum Image.


    Eigentlich wäre mir sogar lieber, man würde die Diäten noch deutlicher erhöhen, würde aber bezahlte Nebentätigkeiten für Unternehmen (die Selbstständigkeit soll natürlich niemand aufgeben müssen) stark einschränken und die Altersversorgung hauptsächlich auf ein Übergangsgeld zurück kürzen.


    Zudem ist der Vergleich von Hartz IV-Empfängern und den höchsten deutschen Parlamentariern schlicht nicht angemessen. Auch wenn als Hartz IV-Empfänger gerne der 58jährige, der 43 Jahre lang hart gearbeitet hat und heute keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hat, heran gezogen wird, sieht die Realität doch auch ein bisschen anders aus. Viele Hartz IV-Empfänger sind auch zu einem großen Teil eigenverantwortlich in ihrer Lage. Natürlich gibt es Menschen, die hatten bessere Voraussetzungen und es gibt Menschen, die hatten schlechtere Voraussetzungen, aber auch wenn es ein wichtiges Ziel ist, die Schwelle, um eine gute schulische und berufliche Ausbildung zu erhalten gesenkt werden muss, so ist dennoch außer Frage, dass man auch vor der Bildungsdiskussion immer die Möglichkeit hatte, durch Eigenverantwortung, Ehrgeiz und Fleiß seine persönliche Situation zu verbessern und trotz widriger Umstände einen guten Schulabschluss, eine qualifizierte Ausbildung, ein Studium etc. zu schaffen.

    23.05.2009, 17:18 Uhr...VfB Stuttgart nach 3:1 in München Deutscher Meister 2009, Diego beendet in seinem letzten Spiel für Werder Wolfsburger Titelträume...

  • hallo Printus,du fragst,was ich will...eigentlich nur meine meinung zu diesem thema mitteilen!auch wenn sie dir eventuell nicht passt.denke,dass es nicht adäquat ist,dass die gdl mit weiteren,größeren streiken droht!dafür handelt es sich einfach um einen interessensverband einer zu kleinen gruppe,der auswirkungen auf uns alle hat.(ansonsten gebe ich dir in deiner argumentation größtenteils recht und es hat spaß gemacht dieses wohlformulierte statement zu lesen!
    finde halt,dass nur ein wenig die verhältnismäßigkeit nicht stimmt...und erpressung war noch nie eine lösung einen konflikt zu lösen(genau das versucht die gdl nämlich).
    im pflegebereich und besonders in der altenpflege ist das problem,dass zu wenig kollegen gewerkschaftlich organisiert sind.bei uns in der sozialstation schätz ich mal,dass es weit unter 50 % sind!alle sind unzufrieden(was das gehalt anbetrifft),und keiner tut etwas,da niemand den weg vorgibt.allerdings wäre es auch dort kein weg,einfach die pflege einzustellen,oder nur damit zu drohen!
    gruß

  • Zitat

    Original geschrieben von holli
    allerdings wäre es auch dort kein weg,einfach die pflege einzustellen,oder nur damit zu drohen!


    Warum nicht? Auch dort darf gestreikt werden. Die Ärzte bzw. die im Marburger Bund organisierten Ärzte haben es doch auch gemacht. Und es gibt bekanntlich auch Grenzen für das Streikrecht. Stichwort Notdienst(vereinbarungen) dazu z.B. Infos von verdi .


    Und wie schon mal gesagt: Um 40% der Lokführer sind noch verbeamtet, dürfen mithin gar nicht streiken, ebenso wie die Nichtmitglieder der GDL unter den Lokführern. Da kann es schlechterdings nicht zum Untergang der Bundesrepublik führen. Zumal auch im Nahverkehr inzwischen diverse private Bahnunternehmen, wo momentan auch nicht gestreikt wird, von den Ländern beauftragt wurden.

  • holli


    Ich bin in keiner Gewerschaft organisiert, da mir keine bekannt ist, die sich wirklich fuer Altenpfleger interessiert. Aber wer tut das schon?


    Gruesse
    Tom

  • Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Bei allem Populismus und auch dem kritikwürdigen Verfahren, dass die Abgeordneten selbst über ihre Diäten entscheiden können zu trotz, sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben und sehen, dass die Erhöhung die erste nach 4 Nullrunden war und in zwei Schritten erfolgt und so betrachtet, einer relativ normalen Lohnentwicklung entspricht. Von Maßlosigkeit kann überhaupt keine Rede sein.


    Wie steht das aber in Relation zur Lohnentwicklung des Fußvolks? Ich hatte ja nochmal bewußt dazugeschrieben dass es nicht darum geht zu diskutieren ob die Höhe der Bezahlung von Abgeordneten OK ist oder nicht, dazu gibt es sowieso konträre Meinungen und generell wird es auch immer wieder kritisiert werden wenn die Abgeordnetenbezüge steigen. Stammtisch-"Berufs"nörgler gibt es immer.


    Der gemeine Arbeitnehmer kämpft aber mit Reallohnverlusten, hat oft also nicht mal die Möglichkeit den Standard zu halten. Vor allem Energie - Strom, Gas, Benzin, Öl sowie Lebensmittel wurden massiv teurer, dazu die Umsatzsteuererhöhung, Bahntickets werden auch andauernd teurer... Vor diesem Hintergrund, und vor dem Hintergrund der Diskussion um den Mindestlohn und die Pendlerpauschale, und angesichts vieler, seit langem ungeklärter Fragen in der Innenpolitik paßt es einfach nicht gut in die Zeit wenn eine Diätenerhöhung nun aber ruckzuck problemlos auf den Weg gebracht wird. Das kommt psychologisch nicht gut an weil es nicht in die Zeit paßt.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Und es ist geradezu eine Ironie, die seinesgleichen sucht, in einer Lohnentwicklung von unter 2% pro Jahr für Bundestagsabgeordnete eine Entschuldigung zu sehen, die Linkspartei zu wählen, deren neuer Name leider nichts daran ändert, dass es immer noch eine Nachfolgepartei der SED ist, deren Topfunktionäre in Saus und Braus lebten, während es der Bevölkerung an vielem mangelte.


    Das ist inzwischen aber auch ein immer schwächeres Totschlagsargument. Man kann entgegenhalten dass andere auch als Blockparteien in der DDR tätig waren. Es geht aber nicht darum auf dieser Ebene zu diskutieren.
    Wir sind im Jahr 18 (!) nach der Wiedervereinigung, so langsam sollte mit diesem DDR-Vergangenheits-Gerede Schluß sein weil es wirklich nicht mehr interessiert was die SED vor mehr als 18 Jahren und noch weiter davor veranstaltet hat.


    Wir sind jetzt fast 2 Jahrzehnte weiter, leben in einer globalisierten und Internet-bestimmten Welt und stehen vor ganz anderen, neuen Herausforderungen. Sozialer Friede, Wissenschaft, Bildung, Zukunftschancen aller Menschen in dieser Welt, Umwelt- und Klimaschutz - das sind die Herausforderungen der Zukunft, und es ist uninteressant was vor 20 Jahren in der DDR los war weil das mit der Zukunft nichts zu tun hat.


    Es ist egal ob die Linkspartei eine Protestpartei oder Hort der Ewiggestrigen ist - sie hat in diesem Land eine zunehmend wichtige Rolle, ist drittstärkste Kraft und erfüllt somit eine zunehmend wichtige Funktion. Das kann man nicht mit dem immer gleichen Gerede über die Vergangenheit wegwischen. Du ignorierst damit Realitäten und Entwicklungen und man sollte das einfach zur Kenntnis nehmen und nicht einfach so mit dem immer wieder gleichen Argument darüber hinweggehen.


    Die Linkspartei ist eben nicht mehr einfach nur eine DDR-Nachfolgepartei, die nichts zu sagen und keine Bedeutung hat. Du kannst von ihr halten was du willst, auch von den Leuten dort, aber eins solltest du nicht tun: nämlich sie unterschätzen oder ignorieren. Das geht an ihrer Bedeutung in der heutigen politischen Landschaft vorbei.


    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Zudem ist der Vergleich von Hartz IV-Empfängern und den höchsten deutschen Parlamentariern schlicht nicht angemessen. Auch wenn als Hartz IV-Empfänger gerne der 58jährige, der 43 Jahre lang hart gearbeitet hat und heute keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hat, heran gezogen wird, sieht die Realität doch auch ein bisschen anders aus. Viele Hartz IV-Empfänger sind auch zu einem großen Teil eigenverantwortlich in ihrer Lage. Natürlich gibt es Menschen, die hatten bessere Voraussetzungen und es gibt Menschen, die hatten schlechtere Voraussetzungen, aber auch wenn es ein wichtiges Ziel ist, die Schwelle, um eine gute schulische und berufliche Ausbildung zu erhalten gesenkt werden muss, so ist dennoch außer Frage, dass man auch vor der Bildungsdiskussion immer die Möglichkeit hatte, durch Eigenverantwortung, Ehrgeiz und Fleiß seine persönliche Situation zu verbessern und trotz widriger Umstände einen guten Schulabschluss, eine qualifizierte Ausbildung, ein Studium etc. zu schaffen.


    Sagst du... Aus Sicht vieler Menschen ist es aber eben nicht mehr so. Die erleben es eben so dass sie nicht mehr die Möglichkeit haben ihren sozialen Status eigenverantwortlich zu verändern. Wer in Berlin Neukölln oder anderen Brennpunkten groß wird, wer auf der Hauptschule war, hat heute das Gefühl keine Chance im Leben zu haben. Dass es theoretisch doch Chancen gibt mag sein, aber die Hürde liegt so hoch dass es nicht mehr machbar ist wenn man nicht außergewöhnlich viel Engagement bringt - und die Mehrheit der Menschen ist nun mal das Mittelmaß, man kann eben nicht die Erwartung haben dass jeder überdurchschnittlich viel Leistung bringen kann.


    Zitat

    Original geschrieben von holli
    hallo Printus,du fragst,was ich will...eigentlich nur meine meinung zu diesem thema mitteilen!auch wenn sie dir eventuell nicht passt.


    Jeder darf seine Meinung haben. Das ist doch selbstverständlich...



    Zitat

    Original geschrieben von holli
    denke,dass es nicht adäquat ist,dass die gdl mit weiteren,größeren streiken droht!dafür handelt es sich einfach um einen interessensverband einer zu kleinen gruppe,der auswirkungen auf uns alle hat.


    Jeder hat das legitime Recht seine Interessen zu vertreten und es spielt keine Rolle ob das nun ein kleines oder großes Interesse ist oder wie groß die Gruppe der Interessenten ist...


    Außerdem ist ja nicht alleine die GDL schuld, sondern auch ein unfähiger Bahnvorstand.


    Zitat

    Original geschrieben von holli
    finde halt,dass nur ein wenig die verhältnismäßigkeit nicht stimmt...und erpressung war noch nie eine lösung einen konflikt zu lösen(genau das versucht die gdl nämlich).


    Streik ist ein legitimes demokratisches Mittel und im Grundgesetz vorgesehen. Das hat mit Erpressung nichts zu tun!


    Zitat

    Original geschrieben von holli
    im pflegebereich und besonders in der altenpflege ist das problem,dass zu wenig kollegen gewerkschaftlich organisiert sind.bei uns in der sozialstation schätz ich mal,dass es weit unter 50 % sind!alle sind unzufrieden(was das gehalt anbetrifft),und keiner tut etwas,da niemand den weg vorgibt.allerdings wäre es auch dort kein weg,einfach die pflege einzustellen,oder nur damit zu drohen!


    Aber dann ist der Fehler dass es in deinem Bereich nicht funktioniert - aber nicht, dass es bei den Lokführern eben wohl funktioniert.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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