Die Bahn streikt und Deutschland steht still

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Genau - allein schon dass sie es schaffen so zusammen zu halten ist für hiesige Verhältnisse eine echte Leistung! :top:


    Das finde ich auch sehr positiv! Leider versucht die Transnet jetzt, der GDL den Tarifabschluß der Tarifgemeinschaft(Transnet & GDBA) aufzuzwingen :mad:


    Die Meldung auf der Transnet.org-Site:
    20. November 2007
    Tarifkonflikt DB AG: Verhandlungen gemeinsam weiterführen – Vorschlag zur Lösung
    TRANSNET fordert neue Verhandlungen im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn. Entscheidend ist, dass es nicht zu unterschiedlichen Tarifregelungen für die Beschäftigten im Konzern kommen darf.


    TRANSNET hat daher den beiden Konfliktparteien vorgeschlagen,



    dass die GDL den Tarifabschluss der Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA übernimmt,
    dass alle Gewerkschaften die Verhandlungen über weitere Verbesserungen der Einkommen gemeinsam fortführen,
    dass die GDL in diesen Verhandlungen ein Veto-Recht für alle Regelungen für Lokführer bekommt und
    dass alle Gewerkschaften bis Ende Februar 2008 auf weitere Arbeitskämpfe verzichten.
    Die Beschäftigten brauchen eine neue Entgeltstruktur. Damit lassen sich die Einkommensbedingungen aller Eisenbahner verbessern. Dies geht aber nur solidarisch und gemeinsam. (Zitatende)


    Da wohl N.Hansen jetzt merkt, das es unter seinen Mitgliedern (berechtigterweise!!!) wegen seinem "Kniefall", sprich Traifabschluß, mächtig brodelt, will er die GDL vor seinen Karren spannen, der schon ziemlich tief im Dreck steckt(Frontal21-Bericht...)! Es bleibt also wohl weiter interessant...

  • Kann mir bitte jemand erklären, warum bei einem Gewinn von 2,5 Mrd. € und bei Mehrkosten von 400-500 Mill. durch die Tarifabschlüsse Preise (evtl. bereits im Sommer) erneut angehoben werden müssen bzw. auf längere Sicht Mitarbeiter abgebaut werden sollen bzw. "müssen"?


    Leben wir inzwischen in einer Gesellschaft in dem reine Gier das Maß ALLER Dinge? Selbst in staatlich geführten Institutionen?



    Au revoir...

    "A day without laughter is a day wasted." - Charlie Chaplin


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  • Bahn wants to go to Börse...


    alternativ bleiben noch Angst vor Forderungen der anderen Gewerkschaften, die GBDA hat da ja bereits etwas angekündigt...


    oder es ist Gier.


    Für jeden was dabei. ;)

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Ich verstehs auch nicht. Bis vor einem Jahr bin ich noch regelmäßig weite Strecken mit der Bahn gefahren, mit BC50 und dem vollen Programm. Aber seit die Preise von 100 Euro auf ca 120 Euro für eine Fernreise geklettert sind, und die Züge und Bahnhöfe samt Publikum immer asozialer und dreckiger werden, fliege ich seit einiger Zeit mit einer sehr großen deutschen Fluggesellschaft mit Premiumanspruch für ca 100 Euro hin- und zurück, und hab deutlich kürzere Reisezeiten, sauberes Ambiente (materiell und personell) und die gleichen Planungsfristen wie bei der Bahn (ca 3-4 Wochen vorher buchen, um die günstigsten Tickets zu bekommen, analog zum Sparpreis).


    Von mir aus kann die Bahn die Preise bis ins Lächerliche anheben, irgendwann werden für kurze Strecken die Mietwagen rentabel. Für Fernreisen ist die Bahn ja jetzt schon völlig unattraktiv (siehe oben).

  • Das war ja völlig klar dass es genau so kommen mußte, ich hatte es stillschweigend von Anfang an genau so geargwöhnt - Mehdorn und Konsorten zucken entschuldigend die Schultern, denn sie haben ja sooooo für preiswerte Tickets gekämpft, aber die bösen Lokführer zwingen die Bahn nun erneut zu Preiserhöhungen! :flop:


    Mal abgesehen von Umweltschutzgedanken kommt man aber blöderweise oft an der Bahn nicht vorbei. Ein Mietwagen, der betankt werden muß, der Unterhalt eines eigenen Autos, das ist immer noch teurer als ein Bahnticket, und Flugtickets bekommt man oft nicht für kleines Geld. Da muß man schon Glück haben und lange im Vorraus buchen, für eher kurzfristige Unternehmungen funktioniert es nicht, und es muß auch überhaupt eine Flugverbindung auf der gewünschten Strecke geben. Außerdem muß man irgendwie zum Flughafen und von da wieder in die Stadt kommen - das kostet zusätzlich Zeit und Geld.


    Insofern - unter 500 km Entfernung kann das Flugzeug die Bahn nicht wirklich ausspielen. Bei weiteren Entfernungen wird's dann schon interessanter.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    und die Züge und Bahnhöfe samt Publikum immer asozialer und dreckiger werden


    Also im IC/ICE ist es mir noch nicht aufgefallen das die Züge dreckig seien. Im Nahverkehr aber sehr wohl, der steht hier jedoch nicht zur Debatte. Zum Publikum an den Bahnhöfen mache ich mir keine sorgen, dort halte ich mich für gewöhnlich nicht allzu lange auf... und wenn ich ehrlich bin hat mich das "Klientel" noch nie gestört.


    Zitat

    fliege ich seit einiger Zeit mit einer sehr großen deutschen Fluggesellschaft mit Premiumanspruch für ca 100 Euro hin- und zurück, und hab deutlich kürzere Reisezeiten, sauberes Ambiente (materiell und personell) und die gleichen Planungsfristen wie bei der Bahn (ca 3-4 Wochen vorher buchen, um die günstigsten Tickets zu bekommen, analog zum Sparpreis).


    Da werden wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Das mag zwar zwischen Hamburg und München gelten, aber möchte ich z. B. von Hanau nach Rostock dann kann mir da kein Flieger helfen. Ein Mietwagen für die Strecke würde mir trotzdem teurer kommen, noch dazu verbunden mit dem Stress auf den Autobahnen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Das war ja völlig klar dass es genau so kommen mußte, ich hatte es stillschweigend von Anfang an genau so geargwöhnt - Mehdorn und Konsorten zucken entschuldigend die Schultern, denn sie haben ja sooooo für preiswerte Tickets gekämpft, aber die bösen Lokführer zwingen die Bahn nun erneut zu Preiserhöhungen! :flop:
    ...


    Da stimme ich dir zu, und auch ich habe mit soetwas gerechnet.
    Wobei ich die Gründe für dieses Verhalten gar nicht nur bei der Bahn sehe.


    Mehdorn war bzw. ist auch Aufsichtsratsmitglied der RWE AG und der SAP AG.
    Und die Gehirnwäsche zum unternehmerisch denkenden Arbeitnehmer ohne Gewerkschaftsbindung muß ja schließlich fortgesetzt werden. Da kommt dieser Fall gerade recht.


    Eigentlich müßte die GDL den "Abschluß" sofort verwerfen, und in einen unbefristeten Streik eintreten, solange bis der Vorstandsvorsitzende, der im Grunde auch für das Personal einstehen sollte, vom Eigentümer ausgetauscht wird.


    Mir kann es egal sein, habe mich gestern erst wieder neu motorisiert und damit die deutsche Wirtschaft mal wieder kräftig unterstützt. Und hatte doch wirklich mit dem Gedanken gespielt mir anstelle des Autos eine bahncard100 zuzulegen quasi als Ausgleich für meine notwendigen Flüge.


    Der Gedanke ist bei einem solchen Unternehmenslenker jedoch für mich erledigt.



    Siemensanier

  • Hartmut Mehdorn hatte offenbar gedacht, er könne die öffentliche Meinung nun zu seinen Gunsten drehen, indem er die Konsequenzen für den Tarifabschluss auf die Gesellschaft / Kunden verteilen und damit die GDL / die Gewerkschaften zum Buhmann erklären wollte.


    Dummerweise haben die Medien und selbst Herr Tiefensee ( :eek: ) sofort erkannt, was Sache ist, und nun bläst Mehdorn mal eine steife Brise entgegen. ;)


    Pro-Bahn hat ausgerechnet, dass die Kosten des Tarifvertrags die Fahrpreise höchstens im cent-Bereich verteuern würden, mal abgesehen davon, dass die Gewinne der Bahn so üppig sind, dass das Umlegen auf die Fahrpreise von vorneherein obsolet ist... :rolleyes:




    :) MTT :)

    Multae causae sunt bibendi...

  • Man hätte ja auch die Erhöhungen der Vorstandsghälter von 30% über mehrere Jahre hinweg (?) wieder rückgängig machen können. Von den zig Millionen hätte man einge Tickets bezahlen können, oder einen ganzen Zug, oder einen mittleren Bahnhof, oder oder...

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