Kapitalbildung - Wie richtig angehen?

  • Es ist schön das Du Dir mit 22 schon Gedanken über die Rente machst welche Du in 30 Jahren bekommen willst.


    ABER:
    Was ist in 30 Jahren ??
    Was ist in 10 Jahren ??
    Was ist in 5 Jahren ??


    Was ist mit Frau, Familie und Kindern ?
    Was ist mit einem Haus, einer Eigentumswohnung ?


    An Deiner Stelle würde ich mir keine Geldanlagen mit einer Laufzeit >5 Jahre aufschwatzen lassen. Längerfistige Bindungen in so jungen Jahren sind schnell problematisch weil Du aufgrund veränderter Lebensbedingungen an Geld ran musst oder...


    Ganz kurz nochmal zu den 30 Jahren: Was hätte man 1978 gesagt wenn jemand behauptet hätte das eine FDJlerin aus der DDR mal die Bundeskanzlerin für GesamtDeutschland wird?

  • Zitat

    Original geschrieben von nutellatoast
    Wohnungsbauprämie gibt IMHO nur bei nichtselbständiger Arbeit.

    Wohnungsbauprämie bekommt jeder der 16 Jahre alt ist, egal ob er Schüler, Student, Angestellter oder Selbstständiger ist ... insofern eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten wird. An diese Einkommensgrenze hatte ich aber jetzt garnicht mehr gedacht.


    Zitat

    Original geschrieben von nutellatoast
    Alleine für eine halbwegs durchschnittliche Rente von 2.000 - 3.000 € in 45 Jahren mußt du heute sicher 1.000 - 1.500 € monatlich investieren, wenn du sie garantiert haben möchtest. Insofern relativiert sich das ganze doch ziemlich. BU und Pflege kommen noch hinzu.


    Entschuldige, aber mit den hier genannten 150 € monatlich für eine Altersvorsorge kannst du allenfalls eine Versorgungslücke schliessen, die sich aus der gesetzlichen Rente und dem zuvor bezogenen Gehalt ergäbe. Dein Problem: Du hast nicht einmal eine Grundversorgung! Und exakt diese gilt es jetzt aufzubauen. Und diese Grundversorgung muss so sicher wie möglich und natürlich langfristig sein, d.h. eine hohe garantierte Rente ohne die Chance, an das Geld zwischendurch ranzukommen.


    Ich finde man muss jetzt nicht schon in Jungen Jahren eine Altersrente über 2.000 - 3.000€ abschliessen, soviel verdienen die meisten Arbeitnehmer und Selbsständige in ihrem Erwerbsleben nichtmal. Ausserdem sehe ich es nicht als sinnvoll an trotz gutem Einkommen ein Leben in "Armut" zu führen nur um mal ne gute Altersvorsorge zu haben, von der man dann vielleicht wegen Krankheit eh nichts mehr hat.


    150€ pro Monat reichen aus um bei 40 Jahren Laufzeit inklusive Überschussbeteiligung auf eine monatliche Rente von Pi mal Daumen auf 1.000€ zu kommen. Das sollte erstmal ausreichen um im Alter passabel über die Runden zu kommen, auch wenn man davon kein Luxusleben führen kann.


    Das Restliche Geld würde ich erstmal kurz- und mittelfristig ansparen, um die Liqidität zu sichern und auch Finanzielle Mittel im Hier und Jetzt zu haben. Wenn dann mal in 15 Jahren Geld übrig ist kann man z.B. problemlos 50.000€ als Einmalzahlung in ne Rentenversicherung einzahlen, das gibt dann bei 25 Jahren Restlaufzeit inklusive Überschussbeteiligung nochmal Pi mal Daumen 700€. Das kann man machen, muss man aber nicht.


  • Beruhigend, auch mal einen Beitrag mit etwas mehr Weitsicht, als nur den auf den Kapitalmarkt, hier vorzufinden. :top:


    Ich kenne ja nicht das genaue Geschäftsmodell, denn Personaldienstleistung kann ja vieles bedeuten. Aber es muß ja ein sehr gutes Geschäftsmodell sein, wenn es mit 22 schon eine Rücklage von 800,00 € pro Monat + Fahrzeug incl. Nebenkosten zur privaten Benutzung (incl. Versteuerung) in selbstständiger Tätigkeit abwirft. Also will ich dieses hier jetzt gar nicht weiter bewerten.


    Ich würde übrigens damit beginnen, Vermögen außerhalb des Finanzmarktes zu bilden. Beispielsweise eine funktionale Eigentumswohnung welche durch Mieteinsparung + Rücklagevolumen relativ zeitnah finaziert sein dürfte. Diese würde eine Basis für mein weiters Handeln (was ja bei 22 Jahren doch noch eine längere Phase darstellen dürfte) bieten. Bei Bedarf, Geschäftsmodell bröckelt oder andere unvorhersehbaren Ereignisse stellen sich ein, bietet mir diese Wohnung immerhin ausserhalb des Sozialennetztes ein mietfreies Dach übern Kopf. Was eine funktionelle Wohnung ist sollte jeder für sich selber bewerten. Fakt, weder im Plattenbau noch ein Loft dürfte hierzu zählen. Eher ein stabiles Umfeld sowie gute Bausubstanz. In 6 jahren könnte man so schonmal einen Grundstein gelegt haben, und erst dann damit beginnen, verstärkt andere damit zu beauftragen, für sich selber Rendite zu erwirtschaften. Denn ein Problem ist und bleibt. Ich würde nicht von Beginn an nur auf andere Vertrauen, für mich eine finanzielle Basis zu erwirtschaften. Mit anderen sind übrigens die Finanzmarktjongleure gemeint ;). Denn geht bei denen mal etwas richtig schief, so ist nichts wertvoller, als ein eigenes Dach übern Kopf zu besitzen. Wie man dieses übrignes vor Zugriff Dritter sichern kann, ist eine Frage die einen sicher gerne ein Steuerberater oder Wirtschaftsanwalt erklärt. Wenn er denn sein Handwerk wirklich versteht.

  • also zuerst mal Schulden machen?


    (Hatte ich schon erwähnt das ich Immobilien nicht mag?, u.a. sprichst du von Sicherheit durch eine Immobilie - wenn man dazu aber zunächst mal Schulden machen muß ists für die Zeit der Tilgung aber nichts mit Sicherheit...).


    Ich weis das es unterschiedliche Auffassungen gibt - mir hat die des Wirtschaftsprofessors entsprochen nachder eine Immobilie 1. nicht mobil ist (was man als Mensch aufgrund Arbeit etc. manchmal sein muß 2. die Rendite einfach zu schlecht ist


    Dazu muß ich sagen das in meine Familie schon Immobilien besitzt weshalb ich trotzdem die Möglichkeit habe/hätte Mietfrei zu wohnen.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr



  • Will man die Mietersparnis zur Finanzierung mit einbeziehen, bleibt eine Kurzzeitfinanzierung < 6 Jahren wohl nur die einzige Möglichkeit. Übrigens ist es ein Fehler, Schulden von vornherein negativ zu berwerten. Denn sind es doch auch genau diese, die im geschlossenen Wirtschaftkreislauf auf der anderen Seite nach den 6 Jahren meist erst die angestrebten Renditen zu lassen.


    Ich vertrete übrigens die Seite der Medaille: Beginne damit das zu besitzen, was du für ein Leben wirklich brauchst. Und dazu gehört nunmal auch ein Dach übern Kopf. Und dies nicht unbedingt um Rendite zu erwirtschaften.


    Ist übringes bei unseren Freunden in UK durchaus ein verbreitetes Modell. Lieber kaufen als mieten, und bei Bedarf wieder zu verkaufen. Darum auch die vielen Maklerschilder bsplw. rund um London. Natürlich trägt dies Modell auch eine Gefahr in sich, siehe US Markt. Wenn nämlich Immobilien nicht mehr ihr Hauptnutzen im Bewohnen, sondern im Spekulieren wiederfinden.


    polli
    Dann hat deine Familie den Schritt der Sicherheitsbildung schon absolviert ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    150€ pro Monat reichen aus um bei 40 Jahren Laufzeit inklusive Überschussbeteiligung auf eine monatliche Rente von Pi mal Daumen auf 1.000€ zu kommen. Das sollte erstmal ausreichen um im Alter passabel über die Runden zu kommen, auch wenn man davon kein Luxusleben führen kann.


    Zum Anfang und als Grundstock ok, aber ich würde schon von mind. 3000 €/Monat Bedarf später ausgehen. Mit 1000 €/Monat wird 2050 keiner mehr über die Runden kommen. Ich hab mal mit 2% Inflation gerechnet: 1000 € heute sind in 40 Jahren ca. 452,89. Das wird richtig eng. 3000 € heute sind dann in 40 Jahren ca. 1358,67.....


    Das Hauptproblem wird dabei sein, daß 2050 die Häufte aller Menschen in D über 60 Jahre alt sind - und das kann ziemlich sicher keine "öffentliche" Pflegeversicherung abdecken, eine Krankenversicherung auch nicht. Und diese Versicherung zahlst Du ja bis zum Tod ;) , also auch von Deiner Rente.


    Um jetzt mal auf den Punkt zu kommen: Ich würde erstmal nix investieren und kaufen, sondern erstmal einen schönen Kapitalstock durch Tages- und Festgeld anhäufen. So ist gesichert, daß Du überhaupt erstmal was sparst. Wenn Du dann in höhere fünfstellige Regionen kommst kannst Du diversifizieren. Bis dahin würde ich Dir dringend ans Herz legen mal ein Testdepot anzulegen. Dort kannst Du dann diverse Anlageprodukte kennenlernen und sehen, ob Deine längerfristigen Prognosen stimmen oder auch nicht. Und das Wichtigste dabei: Du gewinnst einen kleinen Überblick, wie Verluste einer Anlage durch eine andere Anlage (mind.) kompensiert werden können. Denn mit der bekloppten Abgeltungssteuer ändert sich etwas grundlegend: es gibt keinen vertikalen Verlustausgleich mehr! Du kannst nicht mehr Verluste aus Abgang von Kapital mit Gewinnen aus Deinem Geschäft verrechnen :(


    Ne Immobilie sollte man nur kaufen, wenn man die in 5 Jahren abzahlen kann und die Weitervermietung im Fall der Nichtnutzung relativ gesichert ist. Ich wäre da eher der Meinung von Polli: wenn überhaupt erst sparen und wenn dann genug Geld für eine Einmalauszahlung vorhanden ist mit Mitte 50 oder so irgendwo in einer besseren Kleinstadt im Osten nen Haus kaufen. Die sind recht günstig und paar Ärzte und Nahversorger wird es dann hoffentlich noch geben. Wobei die Pflege und der Unterhalt des Hauses im Alter sicher auch richtig Freude bringen. Bis dahin musst Du also auf jeden Fall geheiratet haben :p


    Auf die Leute des AWD würde ich nicht unbedingt vertrauen. Die meisten haben keine diesbzgl. Qualifikationen außer den AWD-Schulungen. Schau mal bei ciao.de etc. nach oder frag im Bekanntenkreis nach. Wenn Du ganz frech bist rufst Du mal beim AWD an und fragst ob sie Dich als "Vertreter" wollen....die nehmen jeden....:flop:


    Abgeltungssteuer.pdf
    diverse Finanzplanungen

  • Zitat

    Original geschrieben von StebuEx

    Ne Immobilie sollte man nur kaufen, wenn man die in 5 Jahren abzahlen kann und die Weitervermietung im Fall der Nichtnutzung relativ gesichert ist. Ich wäre da eher der Meinung von Polli: wenn überhaupt erst sparen und wenn dann genug Geld für eine Einmalauszahlung vorhanden ist mit Mitte 50 oder so ...


    Naja mit 50 soll das Ding ja dann nicht mehr funktional sein, sondern schon gewissen Ansprüchen genügen. Umso schwieriger wird es dann übrigens diese Version der Immobilie bei Bedarf vor Zugriff Dritter zu sichern. Es sei denn, man hat eine schuldenfreie Ehefrau mit gehobenen Treuebewusstsein. ;)


    Eine Nachnutzung kann übrigens auch anders als nur Vermietung sein. So kann beispielweise ein kleines Domizil in einer der deutschen oder europäischen Metropolen sehr schön sein. Muß ja nicht immer Kitzbühel sein. Sollte man nämlich wirklich mal in eine wirtschaftliche Notsituation, und das besonders als Selbstständiger, geraten, ist es egal ob man seinen Hartz IV Antrag in Pusemuckel oder Berlin / München abgibt, indem man nun sein Lebensmittelpunkt verlegt. An meine funktionale Wohnung kommen sie jedenfalls nicht ran.


    Will man mit der Wohnung Mieteinkommen erwirtschaften, so kann es von Vorteil sein, diese nach Eigennutzung durch Verkauf und Kauf (mobile Immobilie ;) ) in eine Universitätsstadt zu verlegen. Studenten mit zahlungskräftigen Eltern wird es wohl auch zukünftig genug geben, wenn es denn nur eine EliteUni am ort ist. Und auch hier kann man bei Bedraf seinen Hartz XX Antrag ggf. selber stellen.



    Die Abgeltungssteuer ist ja nur ein Instrument unsrer Politiker, und keiner weiß genau was zukünftig noch zu erwarten ist. Ein angemessenes eigenes Dach übern Kopf werden sie wohl als letztes in Beschlag nehmen können.



    Siemensanier

  • Jeder wie er mag.


    In Anbetracht der Tatsache, dass man ohne jegliche Absicherung in der Selbstständigkeit recht schnell mit existenzbedrohenden Szenarien zu tun haben kann, würde ich mich genau auf diese Grundsicherung fokussieren und da sind 800 € nicht zu hoch angesetzt.


    Konkret: Für ca. 200-250 € pro Monat eine ordentliche Berufsunfähigkeit, für ca. 300-350 € eine Rentenversicherung mit hoher Garantie und den Rest sparen (Tagesgeld, Festverzinsliches etc.).

  • Zitat

    Original geschrieben von Siemensanier
    Naja mit 50 soll das Ding ja dann nicht mehr funktional sein, sondern schon gewissen Ansprüchen genügen.


    Naja, ich befürchte eher, daß wenn die Butze 30 Jahre alt ist, sie eben nicht mehr funktional ist und umfassend saniert/renoviert werden muß (spätestens !). Nebenbei müssen neben dem Kaufpreis auch Notar, Grunderwerbsteuer, Einrichtung etc bezahlt werden....dann sieht die Rechnung schon ganz anders aus. Und wenn es dann mehr als einen Erben gibt ziehen richtig dunkle Wolken auf, wenn die sich nicht einigen können wer das Haus nimmt, wer ausbezahlt wird usw...Aber gut, die dunklen Wolken siehste dann ja von oben :D


    Das kleine Domizil vom Siemensianer riecht auch etwas nach Zweitwohnsitzsteuer - auch keine tolle Angelegenheit...


    Bei Versicherungen würde ich auch noch auf Flexibilität achten. Also Möglichkeiten, die Sache beitragsfrei zu stellen etc.


    Bedenken würde ich auch folgendes: hast du am Ende des ersten Jahres 12*800=9600 eingezahlt, kannst Du ein Jahr später für die 9600 bei den von Dir verschmähten 6% der Bank 576 Erträge einbuchen (ohne Thesaurierung). Bei riskanteren 10% 960. Ob nun 384 mehr das Risiko eines Totalverlustes wert sind mußt Du selbst entscheiden. Und mit 10k gibt es nun mal aufgrund der Fondgebühren etc. keine großen Diversifikationsmöglichkeiten. Irgendwelche Aufteilungen von 50% Festgeld, 50% "riskante" Anlagen oder so ähnlich bringen bei den geringen absoluten Erträgen kein Vorteil, abgesehen von der persönlichen Weiterbildung in Finanzanlagen...

  • Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    ...
    Das kleine Domizil vom Siemensianer riecht auch etwas nach Zweitwohnsitzsteuer - auch keine tolle Angelegenheit...
    ...



    Ach was, das Ding gehört doch mittlerweile einer GmbH, dessen GF und GS sowie dessen Skatkbrüder eben nur zufälligerweise die einzigen Kunden dieser sind. Jede private Übernachtung vom GF wird ja schließlich bezahlt. Und der Steuerberater (zufälligerweise ein Skatbruder) erstellt einmal pro jahr eine GV Rechnung mehr und füllt so seine Tasche. Oder das Ding ist mittlerweile eh ins nicht liechtensteinische Ausland ausgelagert worden.


    Das Beispiel soll nicht bedeuten, dass es so läuft. Aber halt nur aufzeigen wie legeale Kreativität in unserem bundesdeutschen Steuersystem heutzutage angesagt ist. Und schon ist das Thema Zweitwohnsitzsteuer vom Tisch. ;) Und die GmbH kann noch an vielen anderen Stellen behilflich sein. Wenn man denn bei der Kapitalbildung auf eine Liechtensteiner Stiftung verzichten möchte.

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