Sind Roaming-Abkommen nicht gleichzeitig auch Kartelle?

  • Stellt Euch vor, ich schreibe heute einen Brief an einen Freund in Barcelona. Ich gehe zur deutschen Post und klebe eine deutsche Briefmarke auf den Umschlag und werfe den Brief ein. Der Brief gelangt nach Spanien, landet in der Zustelltasche des spanischen Briefträgers Joaquin, der bald darauf bei jenem Freund klingelt und sagt: "Äähhh...wie sage? Habe Brief aus Alemania. Makte 55 Cent".
    Verwunderlich? Natürlich. Aber nichts anderes machen doch die Mobilnetzbetreiber. Wenn doch alle Postgesellschaften auf der ganzen Welt sich zu einem Vertrag durchringen konnten, der "Ich stelle all Deine Briefe zu...und Du die meinigen" lautet: Warum kann das bei den Netzbetreibern nicht per "order mufti" durchgesetzt werden? Schließlich muss bei einem ankommenden Anruf nicht einmal ein Joaquin ausrücken. Wir zahlen also Maut, obwohl wir den Asphalt nicht zerstören.

  • Naja, wenn Du ihn in Spanien anrufst zahlt er ja auch nix für ankommende Anrufe
    So gesehen stellen sie die anrufe ja durch:D

  • Bist Du sicher, daß Du weisst, was ein Kartell ist?


    Wo siehst Du hier eine Wettbewerbsbeschränkung oder Regulierung von Konkurrenz im von Dir beschriebenen Fall? :confused:

    Hätte der Mensch nur halb so viel Vernunft wie Verstand, dann wäre alles viel einfacher in der Welt. Linus Pauling

  • Re: Sind Roaming-Abkommen nicht gleichzeitig auch Kartelle?


    Zitat

    Original geschrieben von perpetuummobile
    Stellt Euch vor, ich schreibe heute einen Brief an einen Freund in Barcelona. Ich gehe zur deutschen Post und klebe eine deutsche Briefmarke auf den Umschlag und werfe den Brief ein. Der Brief gelangt nach Spanien, landet in der Zustelltasche des spanischen Briefträgers Joaquin, der bald darauf bei jenem Freund klingelt und sagt: "Äähhh...wie sage? Habe Brief aus Alemania. Makte 55 Cent".


    das mußt du anders sehen:


    Du klebst auf einen Brief an deinen Freund ( deutsche Adresse ) eine Briefmarke um den Brief an die deutsche Adresse zu befördern, der Briefträger stellt jetzt aber fest dass der Freund aus Deutschland gerade im Ausland ist.


    Also schaut der Briefträger jetzt in einer Datenbank nach und stellt fest wie die genaue temp. Adresse lautet und ob er die Dienstleistung "Zustellung von Briefen im Urlaubsfall ins Ausland" gebucht hat. Wenn ja schmeisst er bei deinem Freund in den Briefkasten eine rechnung übers Nachporto ins Ausland, klebt die Briefmarke auf den Brief und schreibt die Adresse darauf an die er weitergeleitet wird.


    Und dein Freund freut sich dass er für ein paar € zusätzlich auch im Urlaub von dir hört :top:


    edit: Roaming braucht man nicht buchen, die Anbieter sind auch nicht verpflichtet das anzubieten, das ist einfach nur ein besonderer Service und der darf auch ein wenig kosten

  • Was ein Kartell ist, weiß ich nur allzugut. EIn Kunde von uns wurde deshalb verknackt...und wir mussten danach auch ein Handbuch zu diesem Thema erstellen.


    Kartell deshalb, weil die Netzbetreiber sich doch hinsetzen und sagen: "Wie können wir Geld fürs Nixtun kriegen?" Man stelle sich vor, es kommt ein neuer deutscher Netzbetreiber, der sein Netz ausländischen Handys kostenlos zur Verfügung stellt. Für seine eigenen Kunden würde er doch nie einen entsprechenden Partner im Ausland finden, damit die eigenen Kunden auch dort kostenlos Anrufe entgegen nehmen können. Insofern ist es durchaus eine Wettbewerbsbeschränkung.

  • Zitat

    Original geschrieben von perpetuummobile

    Kartell deshalb, weil die Netzbetreiber sich doch hinsetzen und sagen: "Wie können wir Geld fürs Nixtun kriegen?" Man stelle sich vor, es kommt ein neuer deutscher Netzbetreiber, der sein Netz ausländischen Handys kostenlos zur Verfügung stellt. Für seine eigenen Kunden würde er doch nie einen entsprechenden Partner im Ausland finden, damit die eigenen Kunden auch dort kostenlos Anrufe entgegen nehmen können. Insofern ist es durchaus eine Wettbewerbsbeschränkung.


    Geld fürs Nixtun ? Ich denke so ganz ohne ist die Technik die dafür nötig ist auch nicht.


    Wenn du einen Dienst anbietest ( z.B. ein Produkt auf den Markt bringst ) und im Ausland einen Partner hast der dort deine Kunden als besonderen Service betreut ( z.B. Serviceleistungen für dein Produkt anbietet ), glaubst du der will kein Geld von dir dafür ?


    Aber Roaming ist ja zum Glück keine Pflicht, kurzer Anruf bei der Hotline und es ist für dich deaktiviert :top:

  • Zitat

    Original geschrieben von perpetuummobile
    Was ein Kartell ist, weiß ich nur allzugut. EIn Kunde von uns wurde deshalb verknackt...und wir mussten danach auch ein Handbuch zu diesem Thema erstellen.


    ...und trotzdem ist der Begriff "Kartell" hier in diesem Fall nicht richtig.....

    Zitat

    Kartell deshalb, weil die Netzbetreiber sich doch hinsetzen und sagen: "Wie können wir Geld fürs Nixtun kriegen?"


    So ist es ja nicht...
    Sie tun doch was, nämlich es wird festgestellt, da der Angerufene nicht im "Zuständigkeitsbereich" (hier: Deutschland) des Anrufers ist, sondern in einem "anderen Zuständigkeitsbereich" (hier: Spanien).
    Da fallen Gebühren an.
    Ob wir das nun gut (eher nicht) oder schlecht (das wohl eher) finden, aber das sind nun mal die "Spielregeln".
    Zum Glück müssen wir ja keine Mobilfunkverträge abschließen und wir können angebotene Leistungen nicht nutzen/sperren...;)

  • Tja...so funktionieren doch Kartelle und Monopole: Es gibt ein Produkt, auf das die Menschen angewiesen sind, und man diktiert dann die Preise. Und ich bin auf das Roaming angewiesen. Aber tschuldigt, Jungs, hatte vergessen, dass hier so viele Handyverticker sind, die dann um ihre Provisionen bangen müssten und hier die Lobbyarbeit der Netztbetreiber erledigen. Provokant? Stimmt.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!