Mir stinken die Linken

  • Zitat

    Original geschrieben von Marian_78
    Ich möchte mich dafür auch nicht rechtfertigen müssen. Interessant, dass eine abweichende Meinung eine solche Recherche wert ist.


    ja, zwei Klicks haben mich von dieser Erkenntnis getrennt :)


    Zitat


    Aber ganz im Ernst: Mich würde brennend interessieren, wie DU Dir das erklärst. Meine ich jetzt nicht scherzhaft, sondern weil ich mich immer gerne damit beschäftigte, was in Menschen so für Phantasien losgetreten werden durch Zufälle, Ambivalenzen, schlechte Laune etc. (Da nehme ich mich natürlich nicht aus)


    Also mal im Ernst: es ist ja schön und gut, wenn man auf ungewöhnliche Art und Weise auf sich aufmerksam machen will - was mir hier aber fehlt ist die konkrete Aussage hinter der Website. Was ist das Ziel? Was soll erreicht werden? Wie lauten die Lösungsvorschläge für identifizierte Probleme? So ist das reine Ressourcenverschwendung, sorry.

  • Zitat

    Original geschrieben von mannesmann

    ....
    Es gibt doch schon die UN "Blauhelmtruppen", insofern können wir die NATO langsam aber sicher der Geschichte übereignen.


    Dann vergleiche mal die Organisationsfähigkeit des NATO Headquarters in Brüssel mit dem DPKO (Department of Peacekeeping Operations) zuständig für Friedenssicherungseinsätze der UN, kurz Blauhelmeinsätze.


    Das ist ja eben auch was mir an den Linken stinkt. Tolle Ideen haben sie ja immer. Nur leider auch immer so praxisfern :( Und untergraben damit oftmals selber ihre eigene politische Daseinberechtigung.

  • Zitat

    Original geschrieben von mannesmann
      Siemensanier:


    Nur um Missverständnisse vorzubeugen: Ich bin nicht für sondern gegen die Linken.


    Ob dafür oder dagegen. Selber symphatisiere ich persönlich wohl auch eher mit linksorientierten gesellschaftlichen Organisationsformen (wenn man die klassische Definition von links und rechts benutzt). Aber was heißt schon links. Dreht man sich einmal um ist links rechts, und rechts links. :( Bleibt wohl am Besten doch nur die Mitte.

  • "Also mal im Ernst: es ist ja schön und gut, wenn man auf ungewöhnliche Art und Weise auf sich aufmerksam machen will - was mir hier aber fehlt ist die konkrete Aussage hinter der Website. Was ist das Ziel? Was soll erreicht werden? Wie lauten die Lösungsvorschläge für identifizierte Probleme? So ist das reine Ressourcenverschwendung, sorry."



    Welche Webseite meinst Du? Die vorrundenaus.de?

  • Die Frage, warum Dir die Fahnen unangenehm sind, wurde hier mehrfach gestellt. Du hast sie noch nicht beantwortet. Was hindert Dich daran? Ich teile Deine Meinung zwar nicht, aber ich würde sie gerne nachvollziehen. Die von Dir gebrachten Zitate helfen mi rnicht dabei. Ich würd wirklich gern mal hören, was DICH daran stört.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Vorallem würd ich als linke Bezille (muaha) mal wissen, wieso die türken jetzt im Spiel sind ?

  • @ Erik
    Die Erklärung ist nicht besonders einfach, weil es ja gerade nicht darum geht, einfach Leute pauschal irgendwie zu beschimpfen und in eine Ecke zu stellen.


    Ich habe einen (erklärten) Neonazi hier aus meinem Ort in Deutschlandfahne eingehüllt gesehen, ich habe Sozialdemokraten mit Fahne gesehen - das ist alles nicht ein und das selbe.


    Meine Zitate zur Ablehnung des Nationalismus habe ich bewußt gepostet, weil meine Abneigung gegen Fähnchen- und Fußballpatriotismus mit ihr zu erklären ist. Sicher nicht allein, aber überwiegend. Grundsätzlich finde ich Massenbewegungen bedenklich, weil sie immer eine Dynamik mit sich bringen, die den Menschen erlaubt, im Zweifel (!) ihre niederen Instinke zu aktivieren.


    Meine Ablehnung des Fähnchen- und Fußballpatriotismus hat viele Gründe und sie fußen aus grundsätzlichen Überzeugungen, die ich nicht alle darlegen möchte.


    Grundannahmen:


    1) Es geht nicht überwiegend um Fußball, sondern um ein Gemeinschaftserlebnis
    [Es mag ein paar Leute geben, die auch über Fußball diskutieren etc., aber die Mehrheit will sich nach meinem Eindruck in die Nationalfahne wickeln, feiern, saufen usw.]


    2) Dieses Gemeinschaftserlebnis findet in der Gemeinschaft "Nation" statt
    [Siehe Nationalfahne, sie "Deutschland! Deutschland!"-Rufe etc.


    3) Dieses Gemeinschaftserlebnis beinhaltet deshalb die Abgrenzung gegenüber "den anderen" (Türken, Polen, Niederländern... bzw. in der Türkei auch gegen Deutschland usw.) und auch das Potential für Aggressionen
    [Hab ich selbst erlebt Wer dem Gemeinschaftserlebnis kritisch oder ablehnend gegenübersteht wird im besten Fall als Spinner abgetan, manchmal beschimpft und im schlimmsten Fall verprügelt. Einige der Reaktionen hier sind dafür m.E. leider ein Beispiel]


    4) Es geht über das Gemeinschaftserlebnis hinaus im Identität. Diese wird dadurch ebenfalls über die Zugehörigkeit zu einer Nation definiert, nicht über Werte, Ansichten oder sowas, sondern über die (eigentlich eher formale) Zugehörigkeit zu einer Nation. Es gibt Nazis in Deutschland, es gibt Faschisten in der Türkei, genauso wie es in Deutschland und der Türkei total nette Menschen gibt. Die Zugehörigkeit zu einer Nation wird aber hier zu einem hochrangigen Merkmal - ein zivilisatorischer Rückschritt, wie ich finde.


    5) Das alles im Zeitalter der Globalisierung riecht stark nach "Identitätsauffrischung", Formierung in alten Grenzen etc.


    6) Derartige Massenereignisse sind insofern politisch, als sie die bestehenden Verhältnisse unterstützen (siehe Merkel im Stadion).


    7) Immer wieder wird von den Fahnenträgern selbst angeführt, man dürfe das jetzt endlich wieder. Insofern reiht sich das auch in einen Diskurs über die deutsche Vergangenheit und den Umgang mit ihr ein. In diesem Zusammenhang aber "wieder dürfen" zu wollen und wirklich sehr lautstarken Patriotismus zu leben, halte ich für verfehlt (wenn auch weder für verboten noch automatisch für rechtsradikal).


    Ich bin sehr für einen offenen Umgang, ich habe nichts gegen "Deutsche", das ist für mich keine Kategorie. Ich fühle mich aber unwohl, wenn große Mengen das gleiche brüllen, das gleiche anziehen, die gleiche Fahne hissen und dabei i.d.R. jegliche Rücksichtnahme vernachlässigen.
    Ich bin sehr dafür, dass Menschen das Verbindende entdecken und feiern, aber das ist für mich nicht die Deutschlandfahne.


    Im übrigen kenne ich außer mir noch deutlich mehr Leute, die das ebenfalls kritisch sehen und ich kenne auch Leute, die Angst haben vor denen, die das so extatisch ausleben. In Ostdeutschland haben einige Rechtsradikale das auch genutzt, um zuzuschlagen. Und auch hier in Hessen habe ich erlebt, wie vor meiner Haustür einem einzelnen spanischen Fan hinterhergepöbelt wurde.
    Wir brauchen einen Staat, wir brauchen Demokraten, aber wir brauchen keine Nationalisten und keine Patrioten. Starke Menschen brauchen demonstrative und überhöhtes Nationalgefühl nicht, das ist meine Überzeugung.


    Im übrigen gibt es viele Arten, sich mit sowas wie Heimat auseinanderzusetzen, die nicht so dumpf ist. Beispielsweise die Heimat-Trilogie von Edgar Reitz...


    Am Ende hat es etwas bedrückendes, zu sehen, wie gedankenlos sich viele dem nationalen Taumel anschließen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Marian_78
    Ich habe einen (erklärten) Neonazi hier aus meinem Ort in Deutschlandfahne eingehüllt gesehen, ich habe Sozialdemokraten mit Fahne gesehen - das ist alles nicht ein und das selbe.


    In der Tat, pauschalisieren wäre sehr falsch.



    Zitat

    Grundsätzlich finde ich Massenbewegungen bedenklich, weil sie immer eine Dynamik mit sich bringen, die den Menschen erlaubt, im Zweifel (!) ihre niederen Instinke zu aktivieren.


    Betrifft das nur Massenbewegungen, die in irgendeiner Form mit Nationalismus zu tun haben?




    Zitat


    1) Es geht nicht überwiegend um Fußball, sondern um ein Gemeinschaftserlebnis
    [Es mag ein paar Leute geben, die auch über Fußball diskutieren etc., aber die Mehrheit will sich nach meinem Eindruck in die Nationalfahne wickeln, feiern, saufen usw.]


    keine falsche Beobachtung, da ist viel Eventpublikum dabei. Was zwar mich als Fußballfan auch etwas stört, aber ich letztlich nicht dramatisch und schon gar nicht als Ansatzpunkt einer Gefährung betrachte.


    Zitat


    2) Dieses Gemeinschaftserlebnis findet in der Gemeinschaft "Nation" statt
    [Siehe Nationalfahne, sie "Deutschland! Deutschland!"-Rufe etc.


    Ja, es geht ja auch um Deutschland, es war EM und Deutschland hat teilgenommen.


    Zitat


    3) Dieses Gemeinschaftserlebnis beinhaltet deshalb die Abgrenzung gegenüber "den anderen" (Türken, Polen, Niederländern... bzw. in der Türkei auch gegen Deutschland usw.) und auch das Potential für Aggressionen
    [Hab ich selbst erlebt Wer dem Gemeinschaftserlebnis kritisch oder ablehnend gegenübersteht wird im besten Fall als Spinner abgetan, manchmal beschimpft und im schlimmsten Fall verprügelt. Einige der Reaktionen hier sind dafür m.E. leider ein Beispiel]


    Ein Stück weit Abgrenzung ist doch normal. Wenn es um Sport geht, dann feuer ich "meine" Nationalmannschaft an und will, dass sie sich gegen andere durchsetzt. Und zum Fussball gehört dann z.B. oft auch ein Sangeswettstreit dazu. Ist auf Vereinsebene ja nicht anders, Köln/Leverkusen, Dortmund/schalke usw. usf. - ist das für Dich dann genauso schlimm?



    Zitat


    4) Es geht über das Gemeinschaftserlebnis hinaus im Identität. Diese wird dadurch ebenfalls über die Zugehörigkeit zu einer Nation definiert, nicht über Werte, Ansichten oder sowas, sondern über die (eigentlich eher formale) Zugehörigkeit zu einer Nation. Es gibt Nazis in Deutschland, es gibt Faschisten in der Türkei, genauso wie es in Deutschland und der Türkei total nette Menschen gibt. Die Zugehörigkeit zu einer Nation wird aber hier zu einem hochrangigen Merkmal - ein zivilisatorischer Rückschritt, wie ich finde.


    Wieso ist es denn ein zivilisatorischer Rückschritt, wenn man sich bei einem Sportereignis einer Nation, dazu noch seiner eigenen, zugehörig fühlt? Da geht es halt um den Erfolg von Deutschland, Spanien, Portugal, Türkei etc. pp. - da ist es normal, dass es ein hochrangiges Merkmal ist. Was das mit zivilisatorischem Rückschritt zu tun hat begreife ich nicht :confused:


    Zitat


    5) Das alles im Zeitalter der Globalisierung riecht stark nach "Identitätsauffrischung", Formierung in alten Grenzen etc.


    Der Mensch hat Sehnsucht nach Geborgenheit. Die Globalisierung ist für viele nicht einfach zu verkraften / mitzumachen. Da freut man sich, wenn man etwas identitätsstiftendes findet. Was willst Du mit "Formierung alter Grenzen" sagen? Durch die Globalisierung sind keine Ländergrenzen gefallen.


    Zitat


    6) Derartige Massenereignisse sind insofern politisch, als sie die bestehenden Verhältnisse unterstützen (siehe Merkel im Stadion).


    Weil Merkel im Stadion ist, unterstützt ein solches Massenereignis die bestehenden Verhältnisse? Die Fussball-EM ist politisch? Sorry, das ist völlig abstrus. Die Regierungschefs sind gewissermassen auch Repräsentanten des Volkes. Klar, dass sie bei einem solchen Massenereignis auch anwesend sind, zumal, wenn sie (diesen Eindruck macht Merkel auf mich) auch wirklich selbst noch Spaß an der Sache haben.


    Zitat


    7) Immer wieder wird von den Fahnenträgern selbst angeführt, man dürfe das jetzt endlich wieder. Insofern reiht sich das auch in einen Diskurs über die deutsche Vergangenheit und den Umgang mit ihr ein. In diesem Zusammenhang aber "wieder dürfen" zu wollen und wirklich sehr lautstarken Patriotismus zu leben, halte ich für verfehlt (wenn auch weder für verboten noch automatisch für rechtsradikal).


    Warum ist es verfehlt, lautstarken Patriotismus zu leben? Was daran ist verkehrt?


    Zitat


    Ich bin sehr für einen offenen Umgang, ich habe nichts gegen "Deutsche", das ist für mich keine Kategorie. Ich fühle mich aber unwohl, wenn große Mengen das gleiche brüllen, das gleiche anziehen, die gleiche Fahne hissen und dabei i.d.R. jegliche Rücksichtnahme vernachlässigen.
    Ich bin sehr dafür, dass Menschen das Verbindende entdecken und feiern, aber das ist für mich nicht die Deutschlandfahne.


    Kein Mensch zwingt Dich ja auch, dass Du Dir auch ne Deutschlandfahne umbindest und mitfeierst. Aber "offener Umgang" sieht für mich doch anders aus als Dein Umgang mit dem Thema. Du stehst dem nicht offen gegenüber, sondern ablehnend.


    Und welche Rücksichtnahme meinst Du? Rücksichtnahme worauf?


    Zitat


    Im übrigen kenne ich außer mir noch deutlich mehr Leute, die das ebenfalls kritisch sehen und ich kenne auch Leute, die Angst haben vor denen, die das so extatisch ausleben. In Ostdeutschland haben einige Rechtsradikale das auch genutzt, um zuzuschlagen. Und auch hier in Hessen habe ich erlebt, wie vor meiner Haustür einem einzelnen spanischen Fan hinterhergepöbelt wurde.


    Ja und? In Dortmund wird Schalke-Fans hinterhergepöbelt und umgekehrt. Das gehört zum Fussball ein Stück weit dazu. Im übrigen finde ich die Kauslität, dass wegen der EM und der Begeisterung und der vielen Deutschlandfahnen im Lande mehr Rechtsradikale zuschlagen, ziemlich abstrus. Die hätten auch so zugeschlagen, ohne EM. Die sind wegen meiner und anderer Fahnen am Auto und sonstwo nicht auf einmal stärker animiert.


    Ich finde, Du übertreibst insgesamt absolut. Dass Du selbst keine Fahne haben magst, Deine Sache. Aber die Befürchtungen, die Du aus der Begeisterung für den Fussball und dem unbeschwerten Umgang mit der Deutschland-Fahne ziehst, die halte ich für völlig überzogen.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!