Ypsilanti fällt auf falschen Münte rein--->Radio FFN

  • Es ist spannend - und beschämend zugleich - zu lesen was hier abgeht.


    "Sympathie" ist einer der unwichtigsten Faktoren wenn es darum geht einen Politiker zu beurteilen - und dennoch ist das das Hauptkriterium der Meinungsbildung, wie man hier auch wieder beobachten kann. Dabei sollte es eher um die Inhalte gehen, die Politiker vertreten.


    Und da sieht es doch so aus: diese hier zu spürende "Ja, der Koch ist ein Unsympath, aber eigentlich ist der ja doch noch besser als ne Ypsilanti!"-Denke vergisst warum das Wahlergebnis in Hessen so ausfiel, wie es ausfiel: nämlich weil der Koch einen ekelerregenden Wahlkampf um das Thema "kriminelle Ausländer" geführt hat und nach dem Überfall in der Münchener U-Bahn opportun die Empörung der Leute ausnutzen wollte. Vor allem für diese schlechte Show ist er bei der Wahl abgestraft worden. Und jetzt auf einmal wird er wieder aufgewertet weil man der Ypsylanti übel nimmt dass sie die Linken braucht um MP zu werden? Ganz ehrlich, was hat das miteinander zu tun?


    Ansonsten wollte Y-lanti eine klassische Rot-Grün-Regierung bilden - was wäre daran verwerflich gewesen? OK, sie hätte die Duldung der Linken gebraucht, und man kann jetzt sagen dass man sich von denen nicht abhängig machen sollte... das wär's aber auch gewesen. Es ging nicht um eine wirkliche Koalition mit den Linken - es wird aber immer überall so getan als sei das so...


    Man wirft Y-lanti Machtversessenheit vor... wieso klebt Koch an seinem Stuhl, was war damals mit Simonis, und ich könnte jetzt eine ganze Litanei - parteiübergreifend - auflisten, wo Politiker versuchen ihre Ämter zu sichern. Aber wenn man mal einen Schritt weiter denkt: was wirft man ihnen denn vor? Ist es nicht in gewissem Maße auch OK und normal dass Leute so ticken? Hängen wir alle nicht auch an unseren Jobs? Mag sein dass Spitzenpolitiker noch ein bisschen mehr Machtgeilheit haben als wir Otto Normalverbraucher, aber vielleicht gehört das dazu wenn man nach solchen Ämtern strebt...


    Und was das "Y-lanti schadet der SPD"-Thema angeht: Ich glaube dass die SPD deswegen vor die Hunde geht weil sie ihr klassisches Wählerklientel, Angestellte und Arbeiter, die "kleinen Leute", nicht mehr vertritt. Fast kann man sagen dass die Linken diese Rolle übernommen haben. Wenn man das mal nicht in klein-klein betrachtet würde es der SPD langfristig gut tun entweder Positionen zu übernehmen, für die jetzt die Linken stehen, oder, wenn man sie nicht verdrängen kann, mit ihnen zusammen zu arbeiten, nachdem man das Ex-SED-Schmuddel-Image bekämpft hat, denn wenn es die SPD nicht schafft sich am linken Flügel breit zu machen geht sie unter.


    Ich glaube dass die Frau Y-lanti eigentlich genau richtig lag, nämlich eine rot-grüne Politik unter Einbeziehung der Linken zu versuchen. Sie hatte nur das Pech im politischen System aufgerieben zu werden, vielleicht auch einfach zu früh gewesen zu sein, in 10 Jahren wäre das alles kein Thema gewesen...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus Ansonsten wollte Y-lanti eine klassische Rot-Grün-Regierung bilden - was wäre daran verwerflich gewesen? OK, sie hätte die Duldung der Linken gebraucht, und man kann jetzt sagen dass man sich von denen nicht abhängig machen sollte... das wär's aber auch gewesen. Es ging nicht um eine wirkliche Koalition mit den Linken - es wird aber immer überall so getan als sei das so...

    Ich würde gerne einmal deine Zustimmung sehen, wenn jemand eine klassische Schwarz-Gelb-Regierung unter Duldung der Rechten organisieren würde. Du fändest das wahrscheinlich dufte, weil es ginge ja nicht um eine wirkliche Koalition mit den Rechten.

    Abenteuer o2 - der Netzbetreiber ohne Netz

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Es ist spannend - und beschämend zugleich - zu lesen was hier abgeht.


    "Sympathie" ist einer der unwichtigsten Faktoren wenn es darum geht einen Politiker zu beurteilen - und dennoch ist das das Hauptkriterium der Meinungsbildung, wie man hier auch wieder beobachten kann. Dabei sollte es eher um die Inhalte gehen, die Politiker vertreten.


    Wir sind Menschen. Und als Menschen fangen wir früher an, als bei den Inhalten. Ob wir wollen oder nicht. Wenn es schon vorher scheitert, kommen wir bei aller Vernunft gar nicht erst bis dahin. worum es eigentlich geht. Und wenn doch, schütteln wir die primären Dinge meist nicht ab.
    Das eine soll ja das andere nicht ersetzen, es soll sich ergänzen und die Verhältnisse müssen richtig gewichtet sein.
    Ein ultrasympathischer Blindgänger bringt uns nicht weiter, vielleicht weniger weit als ein unsympathisches Genie. Aber Letzterer wird sein Genie wahrscheinlich nie zeigen können. Das Ausgewogene fehlt eben.


    Es hat niemand gesagt, dass Politik ein leichtes Geschäft ist.


    Der SPD fehlt ein klarer Kurs, eine klare Linie. Bundesweit auf keinen Fall mit der Linken, aber in Hessen schon? Das passt nicht!


    Ich glaube, die Linke ist die grösste Herausforderung für die SPD, seit es sie gibt.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von petersandi
    Ich würde gerne einmal deine Zustimmung sehen, wenn jemand eine klassische Schwarz-Gelb-Regierung unter Duldung der Rechten organisieren würde. Du fändest das wahrscheinlich dufte, weil es ginge ja nicht um eine wirkliche Koalition mit den Rechten.


    Wo sind noch mal die Berichte ueber die Linken, die Auslaender verpruegeln...?


    Echt, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich....

  • Zitat

    Original geschrieben von Blarney
    Wo sind noch mal die Berichte ueber die Linken, die Auslaender verpruegeln...?


    Echt, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich....


    Wo sind noch mal die Berichte ueber die Rechten, die Polizisten mit Steinen bewerfen...?


    Echt, nicht alles was verglichen wird hinkt....


    Die Linke ist genauso wie die Rechtsgerichteten Parteien etwas, was man nicht tollerieren oder gutheisen muss.
    Carmen Everts hat es so schön ausgedrückt, dass Die Linke "die SED Nachfolgepartei... eine linksextremistische Vereinigung" ist.

  • Ihr driftet ab, bleibt bitte beim Thema!

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Es sollte eben jedem Demokraten klar sein, daß man nicht mit extremen Parteien und Populisten zusammenarbeitetm unabhängig, ob die links- oder rechtsextrem sind.


    Das Problem in Hessen sind die relativ unüberbrückbaren Gegensätze der großen demokratischen Parteien und das Machtgehabe der beiden Leader.


    Dazu bewegen sich weder Grüne noch FDP hin zu einer demokratischen Ampelkoalition.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Dazu bewegen sich weder Grüne noch FDP hin zu einer demokratischen Ampelkoalition.

    Seit wann gibt es schwarze Ampeln? :D

    Abenteuer o2 - der Netzbetreiber ohne Netz

  • Zitat

    Original geschrieben von PhilipK-Obh
    Die Linke ist genauso wie die Rechtsgerichteten Parteien etwas, was man nicht tollerieren oder gutheisen muss.
    Carmen Everts hat es so schön ausgedrückt, dass Die Linke "die SED Nachfolgepartei... eine linksextremistische Vereinigung" ist.


    Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die Linken sind in den alten Bundesländern, die ehemalige WASG. Und die haben rein menschlich (und darum geht es ja so vielen hier ;) ) rein gar nichts mit Kommunismus, SED-Nachfolge und all dem übrigen ohnmächtigen Geblubber zu tun, mit dem die sogen. "Volksparteien" mangels einer geeigneten politischen Linie zum Umgang mit den Linken diese allgemeinhin so titulieren. Linke in Hessen sind zum größten Teil Ex-SPDler, denen die SPD halt einfach nicht mehr links genug war. Davon kann man nun zwar halten, was man will, aber dieses ewige Rumgeheule jedes Mal, wenn einer "Linke" sagt, ist einfach nur unglaublich dumm. Und es bringt auch nichts, weil die Linken in einigen Jahren ohnehin eine bundesweit etablierte weitere Partei mit einem Wählerpotential im Bereich der Grünen und FDP sein werden. Von daher täte die politische Elite (und natürlich auch jeder andere) gut daran, sich an diese Tatsache besser heute als morgen zu gewöhnen und sich - und das ist das eigentlich Wichtige - was einfallen zu lassen, wie man damit umgeht.


    Ypsilanti hätte von Anfang an sagen sollen, dass auch eine Koalition mit den Linken in Betracht kommt. OK, dann hätte sie vermutlich weniger Stimmen bekommen, aber wenns denn geklappt hätte, hätte man sich dann halt 4 Jahre lang angeschaut, was die Linken in einem alten BL machen, wenn sie an der Regierung beteiligt sind. Und dann wären sie entweder entzaubert worden, oder sie hätten sich ordentlich geschlagen. Insbes. vor Letzterem haben sie natürlich alle große Angst, die "Volksparteien"... ;)

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Linke in Hessen sind zum größten Teil Ex-SPDler, denen die SPD halt einfach nicht mehr links genug war.


    Ich greife diesen meiner Meinung nach richtigen Punkt auf und gehe noch einen Schritt weiter:


    Es tummeln sich nicht nur viele EX-SPDler in der Partei, sondern auch viele Linksextreme(-radikale), die nun endlich eine Partei haben!


    Mit der ersten Gruppe (EX-SPDler) könnte man ja durchaus noch eine konstruktive Politik hinbekommen, aber mit den absoluten Hardlinern ist das eben nicht möglich und davon hat die Partei einfach zu viele auch in Hessen, wie man unschwer an diesem ungezügelten "Stahlhelm-Kommentar" erkennen kann.


    Bei solchen Leuten erkennt man recht schnell wessen Geistes Kind da vor einem sitzt

    Eine Smith & Wesson übertrumpft vier Asse

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