Was heißt relativieren? Ich schaue der Realität ins Auge
Ich habe manchmal das Gefühl, das manche Menschen zwei Persönlichkeiten besitzen. Das nennt man vermutlich auch Doppelmoral, wenn einerseits gefordert wird die FSK zu erhöhen, aber andererseits sonst alles erlaubt ist. Das stellt für mich ne Disharmonie im eigenen Kopf dar!
Der Baader-Meinhof-Komplex (Pontos Witwe gibt Bundesverdienstkreuz zurück)
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also nur mal am Rande:
Was den Film so gefährlich macht, sind nicht die Gewaltszenen an sich, sondern vielmehr der verklärte Blick auf den Terroismus der RAF.Wie schon geschrieben wurde, wird kaum ein 12jähriger die Zusammenhänge verstehen und allein deshalb schon keine Lust haben, sich den Film anzugucken.
Abgesehen davon könnte man auch daher gehen und den Film als vollen Erfolg werten: Schließlich hat sich noch keiner zu Wort gemeldet und gesagt: "Stimmt doch was da gezeigt wird". Vielmehr regen sich alle über besagtes verklärte Bild auf und somit ist doch allen im Bewusstesein, dass es anders war ...
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was mir noch ziemlich aufgefallen ist, ist das da permanent kette geraucht wird....

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Ich finde es handwerklich eigentlich ganz gut gelöst, wie zunächst bei der 1. RAF Generation(?), aufgrund der Darstellungsweise, eine Sympathie aufgebaut wird und der Zuschauer unweigerlich bis zu einem gewissen Grad auf die Seite von Baader & Meinhof gezogen wird, und dann bei der 2. Generation (obwohl nicht minder gut besetzt!) aus gehöriger Distanz nichts als eiskalte Mörder präsentiert werden und den Zuschauer zum Mitschuldigen machen.
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Zitat
Original geschrieben von Yahoo-huhu
Was heißt relativieren? Ich schaue der Realität ins Auge
Ich habe manchmal das Gefühl, das manche Menschen zwei Persönlichkeiten besitzen. Das nennt man vermutlich auch Doppelmoral, wenn einerseits gefordert wird die FSK zu erhöhen, aber andererseits sonst alles erlaubt ist. Das stellt für mich ne Disharmonie im eigenen Kopf dar!Ich kann nicht sagen, wie ich die Freigabe ab 12 Jahren bewerten soll, weil ich den Film nur in Auszügen gesehen habe. Habe zur Zeit keine Lust, so einen Film zu sehen. Mir geht es hier wirklich nur um die Argumentationsweise.
Relativismuskritik heißt, dass man aus der beklagenswerten Vernachlässigung elterlicher Aufsichtspflichten nicht ableiten kann, der Staat solle genau aus diesem Grund die Altersgrenzen anders gestalten. Das wäre doch eine fatalistische Lemming-Mentalität.
Natürlich gibt es gewichtige Argumente aus der liberalen Denkschule, die für eine völlige Abschaffung der FSK-Grenzen, also für das Heraushalten des Staates aus diesem Bereich sprechen.
Den Gewaltkonsum junger Leute und die Gleichgültigkeit ihrer Eltern aber als Richtmaß für staatliches Handeln zu nehmen finde ich billig.
Genausowenig kannst du den Kritikern dieser FSK-Regelung pauschal Doppelmoral vorwerfen. Das würde nur in Fällen greifen, wo gleichzeitig strengere FSK verlangt wird und den eigenen Kindern Gewaltmedien zugänglich gemacht werden.
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Was ich seltsam finde, ist die Aussage von Corinna Ponto, dass ihre Mutter den Mord selbst gesehen hat:
ZitatCorinna Ponto: Die vier verantwortungslosesten Fehler sind: Erstens: Meine Mutter saß nicht, wie im Film dargestellt, ladylike und unbeteiligt während des Attentates auf der Terrasse, sondern sie saß im ziemlich abgedunkelten Raum erstarrt am Telefon, sieben Meter von ihrem Mann entfernt, als er erschossen wurde. Sie wurde also zu einer direkten Zeugin der Mordtat. Wäre diese korrekte Darstellung eine allzu parteiergreifende Emotionalisierung gewesen? Stellen Sie sich bitte einen Film über das Attentat auf Kennedy vor, und Jackie Kennedy säße in einem folgenden Begleitfahrzeug. Ginge dies auch als künstlerische Freiheit durch?
In den ersten Verhandlungen haben die Gerichte festgestellt, dass sich Ponto, wie es auch im Kinofilm gezeigt wird, gewehrt hat. Dem hätte Ignes Ponto als Zeugin doch eigentlich sofort widersprechen müssen, wenn sie wirklich dabei war. Erst nach den Verhandlungen um Susanne Albrecht wurde festgestellt, dass Ponto ohne Widerstand zu leisten, erschossen wurde.
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Zitat
Original geschrieben von <registered>
Genausowenig kannst du den Kritikern dieser FSK-Regelung pauschal Doppelmoral vorwerfen. Das würde nur in Fällen greifen, wo gleichzeitig strengere FSK verlangt wird und den eigenen Kindern Gewaltmedien zugänglich gemacht werden.
Ich werfe hier manchen Usern die Doppelmoral vor, nicht dem Verein der die FSK ermittelt. -
Langweilig.
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Was ist langweilig?
Hast Du erlebt, wie die Stuttgarter Innenstadt menschenleer war, als eine Bombenexplosion von der RAF angekündigt wurde?
Da hatte man Angst, keine Langeweile. -
War imho wohl der beste Film, den ich in den letzten Jahren im Kino gesehen habe und fällt vollkommen aus dem Rahmen (also mit James Bond und Co nicht wirklich zu vergleichen..
).
Sollte man auf jeden Fall gesehen haben - musste ausnahmsweise kein einziges Mal auf die Uhr gucken!Ich persönlich mag keine Filme, wo Terroristen, politische Organisationen etc. als das das ultimative Böse dargstelllt werden. Das ist sicherlich genauso, wie wenn ein Terroristenfilm die westliche Welt als das ultimative Böse darstellt.
Die meisten solcher Menschen sind nicht NUR böse und wollen oft sogar der Menschheit was Gutes tun - auch wenn die Mittel meist als psychisch unzurechnungsfähig einzustufen sind. (Das gilt für Terroristen UND für Politiker
)Kurz gesagt: Die wenigsten werden wohl aus dem Kino gehen und Autos in die Luft jagen und Politiker erschießen. Ich denke jeder sollte wissen, wie man auch auf anderem Wege seine Ziele durchsetzen kann.
Jens
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