CDU will Bekenntnis zur deutschen Sprache im GG

  • Zitat

    Original geschrieben von kues
    Die Frage bleibt doch aber "wozu" muss ich das unterstreichen? Sollte dann im Grundgesetz auch noch klargestellt werden, wer das "Deutsche Volk" ist?
    Ohne Deutsche und ihre Sprache gäbe es gar keinen deutschen Staat und mithin kein Grundgesetz- welches oh Wunder natürlich auch in Deutsch verfasst ist.


    Ist doch Interessant, daß just der saarländische Landesverband der CDU mit anstehenden Wahlen in 2009 den Antrag einbrachte. :rolleyes:


    :top: Genau so ist es.
    Schade, dass viele den Vorstoß nicht als das erkennen, was er ist, nämlich absolut sinnfreier Populismus ohne jeglichen konkreten Nutzen!
    Nach "Kinder, statt Inder" und härteren Strafen für Ausländergewalt in Hessen stellt sich die CDU nun erneut als Retter der deutschen Nation dar und (fast) alle jubeln. Zum Glück gibt es dieses mal vernünftige Köpfe in den Führungsriegen, die diesen Quatsch nicht mitmachen.

  • Zitat

    Original geschrieben von kues
    Die Frage bleibt doch aber "wozu" muss ich das unterstreichen? Sollte dann im Grundgesetz auch noch klargestellt werden, wer das "Deutsche Volk" ist?


    Ist klargestellt ;)
    Art. 116 GG

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas201
    Ist klargestellt ;)
    Art. 116 GG


    :D
    Nein, da hast du nicht ordentlich gelesen. Dort wird festgelegt wer "Deutscher" ist wozu allerdings (natürlich neben der einfach Variante einer bestehenden Staatsangehörigkeit) auch auf die "deutsche Volkszugehörigkeit" rekurriert wird. Will sagen, es wird auf den bestehenden Begriff "Deutsches Volk" zurückgegriffen, um im wesentlichen Staatsangehörigkeitsfragen zu erläutern. ;)
    Daher doch auch unsere 'Spätaussiedler'- komischerweise nur aus den östlichen Staaten ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Yahoo-huhu
    Wir leben doch nun mal in einer Zeit, in der jeder da leben kann wo er möchte bzw. die Möglichkeit hat.


    Definitiv kann man in unserer Zeit genauso wenig dort leben, wo man möchte, noch haben eine nennenswerte Anzahl von Menschen die Möglichkeit dazu.


    Es ist doch wirklich dämlich, in einem Moment, wo weltweit Wirtschaften kippen und nachweislich gesamt gesehen die Menschen eher verarmen (das ist auch in China und Indien weiterhin so, ein paar Superreiche machen den Kohl eben nicht fett) sich hinzustellen und die Welt als Ponyhof mit Vollpension zu skizzieren.



    Zitat

    In unserer Grundschule hing damals ein Plakat: Wir sind auch Ausländer - überall!


    Was so lange völlig irrelevant ist, wie man sein Land allenfalls zu Urlaubszwecken verlässt. Auch das Argument "überall Ausländer" ist eine Verzerrung der Realität. Auch heute in Zeiten von Billigairlines hat sich nix dran geändert, dass kaum einer regelmäßig seinen Lebensmittelpunkt über mehrere Jahre verlagert.


    Die Regel ist immer noch, ob nun Deutscher oder Inder, man bleibt zeitlebens im eigenen Land (vom Urlaub abgesehen).


    Faktisch sind die meisten Menschen also so gut wie nie Ausländer.


    Zitat

    Das muss man sich auch mal klar machen. Wer hier sofort fordert, die Sprache fließend zu sprechen, der sei mal daran erinnert, dass es von jetzt auf gleich auch euch passieren kann, dass eure Firma euch in Länder wie Indien, China oder Österreich ( ) schickt. Was macht ihr dann? Vermutlich kommt dann der Einwand: "Jaaaa, aber das kann man von mir doch nicht verlangen, wenn ich da eigentlich nur arbeite, dass ich fließend chinesisch spreche etc.pp. [hier bitte Ausrede einfügen]".


    Also die Firma möchte ich mal sehen, die so entblödet ist, dass sie von einem Mitarbeiter verlangt "von jetzt auf hier" chinesisch zu können.


    Es passt hier auch überhaupt nicht hin, denn es geht wenn überhaupt um deutsche Staatsbürger. Wer hier nur zum arbeiten herkommt, der ist nicht Staatsbürger und der bleibt auch nicht Jahrzehnte. Der verlangt aber auch nicht von den Einheimischen, dass sie seine Sprache sprechen sollen oder gar amtliche Formulare in Fremdsprachen auslegen sollen, die über Formalitäten der Ein- und Ausreise sowie Aufenthaltsgenehmigungsverfahren hinausgehen.


    Du glaubst doch wohl nicht allen Ernstes, dass du die indische oder chinesische Staatsbürgerschaft bzw. Daueraufenthaltsgenehmigung inklusive Arbeitserlaubnis bekommst und dann dort drumherum kommen könntest, die indische Sprache zu lernen?


    Diese Problematik haben wir in Deutschland ja. Da glauben einige immer noch, sie bräuchten kein Deutsch zu lernen, weil in jeder Behörde Übersetzungen ausliegen, der Führerschein in mehreren Fremdsprachen abgeleistet werden kann und der Mobilfunkprovider gleich in Fremdsprache wirbt etc..


    Und die beschweren sich dann am lautesten, wenn sie als Ausländer wahrgenommen werden. Jaja, alles Rassisten.


    Zitat

    Wir wollen zwar billig in China einkaufen, möchten aber keine Chinesen hier.


    Was ist das denn fürn Käse? Erstens mal gehts hier um Sprache, zweitens erwirbt man durch Handel keine Staatsbürgerschaften und Aufenthaltsgenehmigungen. Ansonsten müsste man ja als Deutscher nirgends mehr Meldeauflagen befolgen, zumal wir in alle Welt exportieren.


    Zitat

    Die Grenzen wie sie im 18. Jahrhundert gab gibt es nicht mehr, die Völker vermischen sich immer mehr und ich finds gut!


    Der Blinde, der von Farben redet...


    Versuch mal eine Ausländerin oder einen Ausländer zu heiraten, dann siehste, welche Grenzen sogar noch hinzugekommen sind!


    Und wenn du dir mal Heiratsstatistiken zu Gemüte führst, dann wirst du sehen, da vermischt sich kaum was und auch konstant über die Jahrzehnte gleich viel und oftmals die selben Nationalitäten. Wo da eine Vermischung stattfindet, hätte ich gerne mal erklärt.


    Zitat

    Jeglichen Nationalstolz lehne ich ab - wie kann ich auf was stolz sein, wass ich nicht mal selbst entscheiden konnte?


    Welche Staatsbürgerschaft hast du denn bitte? Muss ein sehr rückständiges Land sein, in dem du weder wählen, noch aktiv eine Politik betreiben, noch gegen den Staat oder dessen Gesetze klagen kannst. Und auf solche und viele andere Sachen mehr sind Leute stolz, wenn sie auf ihr Land stolz sind.


    Nur weil sich anderswo in der Welt Völker wegen etwas staubiger Wüste und ihrem Religionsbüchel seit Jahrhunderten gegenseitig die Rübe eingeschlagen wird, muss Nationalstolz nicht so primitiv ausgelegt werden.


    In den meisten Teilen der Welt fand und findet durchaus Entwicklung statt, an der jeder mitwirkt und auf die man auch Stolz oder im mindesten darüber glücklich sein kann.

  • Zitat

    Original geschrieben von kues
    Die Frage bleibt doch aber "wozu" muss ich das unterstreichen?


    Beispielsweise um klar zu machen dass nicht jeder Zugereiste aus anderen Teilen der Welt gegenüber hiesigen Behörden ein Anrecht auf Übersetzungen in seiner Muttersprache hat. Oder um klar zu machen dass beispielsweise die Forderung nach Schulunterricht in türkisch nicht zum Portfolio unserer Schulbildung gehört...


    Zitat

    Original geschrieben von kues
    Ist doch Interessant, daß just der saarländische Landesverband der CDU mit anstehenden Wahlen in 2009 den Antrag einbrachte. :rolleyes:


    Mag sein, aber das ändert ja nichts daran dass man dennoch über das Thema nachdenken kann.


    Zitat

    Original geschrieben von kues
    "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden."


    Ich glaube du hast den Sinn dieser Aussage nicht ganz verstanden. Mit diesem Satz ist gemeint dass niemand als Mensch 2. Klasse behandelt werden darf, nur weil er vielleicht eine andere Religion, ein fremdes Aussehen oder eine andere Muttersprache hat.


    Es ist aber nicht so zu verstehen dass der Staat dafür sorgen muss dass jeder, der kein deutsch kann, seinen persönlichen Dolmetscher zur Seite gestellt bekommen muss.


    Zitat

    Original geschrieben von kues
    Und es gibt nun mal Minderheitensprachen im Land


    Es gibt auch zahlreiche Dialekte im Land, deswegen werden sie aber nicht zur offiziellen Amtssprache der Bundesrepublik. Wenn es anders wäre hätten die Bayern längst dafür gesorgt dass "ehs greisliche Preissn bayrisch schmatzn muasts". ;)



    Zitat

    Original geschrieben von kues
    In Schleswig-Holstein hat man es z.B. ganz gut geschafft, die Gräben zwischen Deutschen und Dänen zu überwinden bzw. wenigstens Brücken zu bauen.


    Alles andere wäre auch albern, wir leben 2008 und in einer globalisierten Welt... Irgendwelche kleinlichen Streitereien anstatt nachbarschaftlichem Miteinander sind schlicht nicht mehr zeitgemäß, das mag Achtzehnhundert-irgendwas anders gewesen sein, aber wir leben in einer Zeit, wo sich so ein Quatsch in zivilisierten Gesellschaften überlebt hat. Deutsche und Dänen gehören für mich zu den Zivilisierten.


    Zitat

    Original geschrieben von kues
    Doppel/Mehrsprachigkeit ist ein Reichtum, den man nicht verschenken sollte.


    Ein Lehrer würde jetzt schreiben "Thema verfehlt". Niemand bestreitet den Wert von Fremdsprachenkenntnissen. Hier geht es nur darum dass im Grundgesetz die eigentlich selbstverständliche Klarstellung, dass die Amtssprache hierzulande deutsch ist, aufgenommen werden soll - und ich kann nicht erkennen was daran falsch, ausländerfeindlich oder sonstwie schlecht sein soll.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Es könnte manchmal so einfach sein...


    Einfach Hände hoch im Bundestag und Bundesrat - das was vernünftig ist und niemanden beinträchtigt, könnte doch wirklich schnell geregelt werden. Ich befürchtete allerdings, dass selbst für solche klare Angelegenheiten eine 2/3 Mehrheit nicht zustande kommt. Typisch für die deutsche Politik, irgendein Politiker wird bedeutungsvoll in die Kamera blicken und sagen warum, das nicht möglich ist. Einige übliche Verdächtige aus der Politik fallen mir da schon ein. Vielleicht finden wir das Thema auch bald bei Illner oder Will !?


    Zitat

    Original geschrieben von ecolo

    Schade finde ich nur, das die Union hier wieder mal versucht, von den eigentlichen Problemen und den Sorgen der Menschen, sprich Finanzkrise, abzulenken. Sobald das Thema "Ausländer" in irgendeiner Weise zu Sprache kommt, glaubt die Union diese viel wichtigeren Probleme ausklammern zu können. Dennoch, wie ich bereits gesagt habe, finde ich es absolut richtig, das die deutsche Sprache im GG verankert wird.


    Das sehe ich genauso. Jede Partei versucht halt ihre Wähler an ihren äußeren Rändern zu beruhigen. Dass die CDU aber immer wieder die "Ausländer-Karte" ins Spiel zu bringt, wenn es auf einem anderen Politikfeld enger wird, finde ich aber mittlerweile abstoßend.


    Grüße,


    innocent

  • Zitat

    Das sehe ich genauso. Jede Partei versucht halt ihre Wähler an ihren äußeren Rändern zu beruhigen. Dass die CDU aber immer wieder die "Ausländer-Karte" ins Spiel zu bringt, wenn es auf einem anderen Politikfeld enger wird, finde ich aber mittlerweile abstoßend.


    Was hat das Einbringen des Bekenntnis zur deutschen Sprache im GG mit dem Thema Ausländer zu tun?
    Ich finde es eher bedenklich, wenn jede politische Aktion die einem nicht paßt gleich in eine gewisse Ecke drängen will; das ist nichts anderes als Demagogie.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Schön wäre es, wenn sich hier auch die Unternehmen sich an die deutsche Sprache halten würden wie z.b. Mobilfunkunternehmen, Telekommunikationsanbieter sogar die DB. Diese nicht deutschen Begriffe sollen den Konsumenten bewusst in die irre führen was letztendlich uns Geld und Zeit kostet.

    :top:
    Das unterschreib´ich mal!

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  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Was hat das Einbringen des Bekenntnis zur deutschen Sprache im GG mit dem Thema Ausländer zu tun?


    Auf den ersten Blick nichts, das wäre auch nicht wünschenswert. Jedoch haben die Reaktionen von Parteien und Verbänden dieses Thema wieder auf die Tagesordnung gebracht, und die Presse zieht Verbindungen mit dem Wahlkampf in Hessen Anfang dieses Jahres. Dass das so kommen musste, war ja auch klar. Deswegen wollte vermutlich Kanzlerin Merkel die Annahme des Leitantrags auch verhindern.


    Ich hatte auf den ersten Blick nichts dagegen, die deutsche Sprache ins Grundgesetz zu verankern. Langsam kommen mir Zweifel: Macht das auch Sinn? Wer entscheidet, was "Deutsch" als Sprache ist? Desweiteren sind Grundrechte einklagbar - wie sollen Klagen gehandhabt werden? Welche Strafen sollen bei einem Verstoß verhängt werden? Insgesamt viel Wind um nichts und ausgrechnet wieder vor Wahlen. Artikel im GG sind eben etwas anderes als bloße Empfehlungen.


    Grüße,


    innocent

  • Re: Es könnte manchmal so einfach sein...


    Zitat

    Original geschrieben von innocent
    Einfach Hände hoch im Bundestag und Bundesrat - das was vernünftig ist und niemanden beinträchtigt, könnte doch wirklich schnell geregelt werden.


    Wobei ja auch nach 6 Seiten in diesem Thread immer noch niemand sagen kann, was an dem Vorhaben "vernünftig" ist und welche konkreten Änderungen es mit sich bringt.
    So sieht es leider nach einer reinen Wahlkampf-motivierten kosmetischen Änderung aus. Dafür ist das GG zu schade!

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