wie messe ich am besten meine Allgemeinbildung?

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Und um Mephisto etwas zu helfen: der Fragenkatalog des AA ist so schwer, dass man da weder mit reinem Abiturwissen, noch mit spezifischem Wissen aus dem Studium alles erfolgreich bestreiten kann. Wer diesen Test besteht, hat sich den Teil der Fragen außerhalb seines jeweiligen Fachgebiets durch Lebenserfahrung mit angeeignet.


    :) danke für die Schützenhilfe, genau so sehe ich das auch: der Test ist echt sehr happig, aber das imo gerade dadurch, daß er nicht so sehr in die fachspezifische Tiefe geht, sondern unglaublich in die Breite, und zwar so weit, daß er häufig absolute Randgebiete erreicht :D. Und ich finde, wer die Fragen beantworten kann, hat ein absolut beeindruckendes Niveau an Wissen und Erfahrung und hat demonstriert, daß er auch sehr gerne über den Tellerrand hinausschaut; und die Kombination aus den drei Punkten ist für mich gleich Bildung, daher die Assoziation Chris :)


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Musik und Esskultur würde ich zum Beispiel auch zur essentiellen Bildung zählen.


    ich auch :)

  • StebuEx


    Warum denn nicht? Nur weil dir klassische Musik nicht gefällt?
    Ich meinte Musik im weitesten Sinne als die Bereitschaft, sich in irgend einer Form damit zu beschäftigen. Das kann auch moderne und elektronische Musik sein.



    Mein Punkt war einfach, dass niemand dem TE verbindlich sagen kann, ob er "gebildet" ist, weil es keinen verbindlichen Maßstab für Bildung gibt.


    Allenfalls Wissen in Teilbereichen kann man abfragen.
    Aber dann müsste man sich auch wieder Gedanken zu den verschiedenen Arten von Wissen machen.




    Mephisto


    Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass wir uns oft einig sind. :)
    Hast du (auch) mal mit dem Gedanken gespielt, da mitzumachen...? :D

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    Musik würde ich eher nicht dazu zählen. Klassische Musik und Opern bspw. finde ich einfach nur grausam. Es handelt sich hier um Geschmacksfragen und Kreuzworträtselwissen. Genauso wie ich irgendwelche "alte" Literatur absolut unwichtig finde. Wenn ich noch an meine Abizeiten, bspw. der zerbrochne Krug und ähnlichen Mist denke.....echt unglaublich, wie sie mir damals die Zeit gestohlen haben unter dem Vorwand der Bildung :flop:


    Es geht nicht darum, ob man etwas grausam findet oder nicht. Es geht darum, einen Überblick zu haben. Und wenn Du einen Überblick über Musik haben möchtest, dann beschäftigst Du Dich nicht nur mit modernen Sachen, sondern auch mit der klassischen Musik (Was ist eine Symphonie, was eine Oper, wer spielt ein Kammerkonzert?). Allerdings halte ich es für ebenso falsch - wie es viele ältere Menschen tun -, alles Moderne zu verteufeln. Wenn von mir erwartet wird, ein bisschen was über Bach, Hindemith und Co. zu wissen, dann soll meine Mutter bitte auch mal was von Jamiroquai, Frank Sinatra (wobei Bach und er sich mit Sicherheit gut verstanden hätten) und Fanta 4 gehört haben. Genau das gleiche Spiel in der Literatur (wobei ich da zugebe, dass ich da nicht im Entferntesten so bewandert bin wie in der Musik). Wer Kafka und Goethe kennt, sollte auch wissen, wer Harry Potter ist.


    Oft kommt dann der Einwand, dass die alten Dinge oft gesellschafts- oder weltbildprägend waren. Dagegen wende ich ein, dass die Musik und die Literatur unseres Jahrhunderts auch die darin lebenden Generationen prägt.


    Puh, ganz schön viel OT.


    Schöne Grüße!
    Georg

  • Ha! Nenn den Kern der Sache nicht OT! ;)

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Richtig. Ich bin auch ein Verfechter der gesamtgesellschaftlichen Diskussion über Bildung und Bildungsbegriffe. Was verstehen wir darunter? Was für eine Bildung wollen wir? Neuhumanistisch, im humboldtschen Sinne?
    Und was bedeutet das für unsere Schulen? Auf jeden Fall aus meiner Sicht einen klaren Umbruch. Die Schule ist kein angemessener Lernort mehr.
    Bildung bedeutet Anstrengung. Bildung ist immer Selbstbildung und nie Mittel zum Zweck.
    Ach, man kann so viel darüber diskutieren.

  • Au ja! Passend dazu dieser Artikel aus der FAZ, heute erschienen: Warum ich meinen Lehrstuhl räume.
    Der (dann bald emeritierte) Professor spricht einige Punkte an, die mir aus dem Herzen sprechen. Ich kann nur für mich sprechen: in meinem Studium ist alles zu verschult, in feste Rahmen gepresst. Engagement? Fehlanzeige. Nach einem 8-10-stündigen Unitag (mit zahlreichen langweiligen bis sinnfreien, aber verpflichtenden Veranstaltungen) hat niemand mehr Lust, noch freiwillig etwas zu tun, was den Kopf anstrengen könnte. Schade eigentlich, so macht's wirklich keinen Spaß. Das was "Universität" wirklich bedeutet, bleibt dabei auf der Strecke.
    Georg

  • Re: Re: Re: wie messe ich am besten meine Allgemeinbildung?


    Zitat

    Original geschrieben von Handiest
    Wie kann man Oberlehrer spielen und keine lausigen "das-dass" Fehler finden... :rolleyes:

    Weil noch kein Oberlehrer vom Himmel gefallen ist, vermute ich :rolleyes: Aber da du ja scheinbar scharf auf den Posten bist, räume ich dir gerne das Feld. :top: Aber vergiß als gestrenger Lehrkörper nicht: Nobody is perfect...
    [small]Meine Güte...[/small] :rolleyes:

    Nachdem die meisten User, die unter supranasaler Oligosynapsie (und auch Morbus Bahlsen) leiden, hier endlich gesperrt worden sind, wage ich mal wieder den einen oder anderen Besuch hier...

  • Zitat

    Original geschrieben von Mephisto
    ...genau so sehe ich das auch: der Test ist echt sehr happig, aber das imo gerade dadurch, daß er nicht so sehr in die fachspezifische Tiefe geht, sondern unglaublich in die Breite, und zwar so weit, daß er häufig absolute Randgebiete erreicht :D.


    Also ich als WiWi-mensch mit Diplom hab mir nur den VWL-Teil angeschaut. An diesem Testteil ist gar nichts breit angelegt - im Gegenteil, hier wird auf Fahrschulniveau auswendig und nachgeplappertes Lehrbuchwissen abgefragt. Es scheint eine reine Fleißabfrage zu sein, die nur ein Mindestmaß an Intelligenz erfordert.


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
      StebuEx
    Warum denn nicht? Nur weil dir klassische Musik nicht gefällt?
    Ich meinte Musik im weitesten Sinne als die Bereitschaft, sich in irgend einer Form damit zu beschäftigen. Das kann auch moderne und elektronische Musik sein.


    Wie kann man denn bitte "Musik" so überbewerten? Das ist ne Freizeitbeschäftigung. Ich erwarte auch nicht, daß sich irgendjemand mit der von mir präferierten Musik beschäftigt. Bereitschaft ist übrigens genau das Stichwort. Die einzige Lehre, die ich aus diesem unglaublichen Bullshit gezogen habe ist die, daß ich irgendwelches Zeug auswendig lernen muß und strahlend vortragen soll, damit ich ne gute Note bekomme. Und so läuft es ja auch im Leben. Nur daß es dann nicht um Noten sondern um Geld geht. Genauso gut hätten sie mich auch zwingen können, fürs Abi die mongolischen Zahlen 45846-46846 auswendig zu lernen.


    Ach so:


    "...Oft kommt dann der Einwand, dass die alten Dinge oft gesellschafts- oder weltbildprägend waren...."


    Die verlorene Ehre von Katharina Blum haben wir uns damals auch reingezogen. Allerdings hat es keinen interessiert, weil: in Berlin war es damals 100%, daß es niemals geprüft wird. Soviel dazu :)

  • Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    Wie kann man denn bitte "Musik" so überbewerten? Das ist ne Freizeitbeschäftigung. Ich erwarte auch nicht, daß sich irgendjemand mit der von mir präferierten Musik beschäftigt.


    Du hast mich falsch verstanden. Es geht darum, sich überhaupt mit Musik zu beschäftigen. Ist doch super, dass du das heute tust, obwohl du während deiner Schulzeit mit Musik gequält wurdest, die dich kalt gelassen hat!


    Ob etwas in der Freizeit stattfindet oder während der Arbeitszeit ist übrigens genauso wenig ein Kriterium dafür, ob (Weiter-) Bildung stattfindet, wie die Frage, ob etwas anstrengend ist, oder leicht von der Hand geht.


    Bildung als Mühsal, da würden wir ja heute noch in der Höhle 'rumkrebsen.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Du hast mich falsch verstanden. Es geht darum, sich überhaupt mit Musik zu beschäftigen.


    Ich glaube, ich hab Dich schon ganz richtig verstanden. Mit Musik muß man sich mE nach ganz sicher nicht im Gym befassen. Und ehrlich gesagt kenne ich auch nicht einen, der irgendeinen Sinn im Musikunterricht gesehen hat. Es nervt, ist langweilig und die Mucke ist massiv boring, sorry. Maximal hätten mich noch physikalische Besonderheiten interessiert, aber das war kein Thema.


    Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Ist doch super, dass du das heute tust, obwohl du während deiner Schulzeit mit Musik gequält wurdest, die dich kalt gelassen hat!


    Ich beschäftige mich auch heute nicht damit. Wenn ich sie gut finde kauf ich sie oder /und tanze dazu, das war's dann auch schon. Und Leute, die sich zur Oper schick machen von ihren letzten 5 Euro finde ich einfach lächerlich. Hauptsache, sie spielen die ihnen zugedachte Rolle...

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