Hetzkampagnen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass gezielt Desinformation, Verleumdungen und Unterstellungen verbreitet werden.
Bislang hat sich allerdings alles bewahrheitet, was Guttenberg vorgeworfen worden ist; die Details müssen an dieser Stelle wohl nicht erneut breit gewalzt werden.
Die Bezeichnung "kritische Berichterstattung" kann ich problemlos akzeptieren, aber z. B. einem konservativen Blatt wie der FAZ (die ja eine der führenden Zeitungen in der "Causa Guttenberg" ist) zu unterstellen, sie beteilige sich an einer Hetzkampagne gegen einen konservativen Verteidigungsminister, ist schon reichlich absurd.
Es mag den Guttenberg-Anhängern ganz und gar nicht gefallen, dass sich die Qualitätspresse und das Bildungsbürgertum weder von der BILD noch von irgendwelchen Meinungsumfragen davon abhalten lassen, Guttenberg für sein Verhalten scharf zu kritisieren, aber ganz ehrlich: wer glaubt, dass sich eine Minderheit bei der Äußerung einer Meinung immer widerspruchslos der Masse fügen muss, der hat das Wesen der Demokratie nicht so recht verstanden. Eine pluralistische Demokratie beinhaltet eben auch das Recht der Minderheit, sich entsprechend zu artikulieren - auch ohne, dass man deshalb gleich dem Vorwurf ausgesetzt wird, eine Hetzkampagne zu betreiben. In einer Demokratie geht es schließlich nicht darum, wer am meisten und lautesten schreit, das scheint mittlerweile etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Der Wahrheitsgehalt einer Zeitung bemisst sich schließlich auch nicht nach ihrer Auflagestärke.
@ raix: Bei aller berechtigten Kritik an Guttenberg darf nicht vergessen werden, dass die BW in der Zukunft trotz Verkleinerung in ernsthafte Personalnöte kommen wird. Von daher empfiehlt es sich, auch rechtzeitig durch entsprechende Anzeigen für eine Erhöhung der Attraktivität der BW zu sorgen. Der Bedarf an Personal wird ja objektiv von Experten vorhergesagt und das völlig unabhängig davon, wer auf dem Stuhl des Verteidigungsministers sitzt. Man darf sich aber sicherlich darüber streiten, ob eine entsprechende Anzeigenserie unbedingt exklusiv in BILD geschaltet werden muss. Vielleicht kommen ja bei anderen Anzeigen auch andere Medien noch zum Zug. Spätestens wenn man Leute rekrutieren will, die über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügen, wird man sich wohl nicht alleine auf Anzeigen in BILD verlassen. Mit den Anzeigen in BILD wirbt man vielleicht auch nur dringend benötigtes "Kanonenfutter" an. ![]()
@ bernbayer: Und was ganz genau beweist eine Äußerung Adenauers vor mehr als einem halben Jahrhundert für die heutige Zeit? :confused: