Die Bundestagswahl 2009

  • Man sollte sich mal vielmehr die Frage stellen, warum das Lohnniveau in vielen Branchen so gesunken ist.
    Gründe sind die Globalisierung, die Zwangsöffnung der Märkte durch die EU und wohl auch das Sinken der Unternehmergewinne und die Reaktion auf die Dumpingpreise der ausländischen Konkurrenz.
    Es müssen wirklich nicht eine Unzahl von Arbeitern aus vorallem dem östlichen Europa in Deutschland einfallen und ganze Branchen wie den Bau, Schlachreien oder Putzkolonnen dominieren.


    Die Folge daraus drückt das Lohnniveau oder kostet Arbeitsplätze. Dadurch müssen die vorher noch ausreichend bezahlten Arbeitnehmer und die Arbeitsplätze entweder über das Arbeitsamt direkt oder indirekt mit Steuergeldern subventioniert werden.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Ins Ausland wird wohl keiner fahren um sich seine Haare schneiden lassen, aber e rläßt sich diese halt dann evtl. bei einen Schwarzarbeiter(in) schneiden, wenn die Preise im Salon ihm zu teuer sind und seinen Blumenstrauß kauft er sich statt im Fachgeschäft dann beim Discounter. Es geht also nicht nur um Verlagerung ins Ausland sondern auch um Schwarzarbeit.


    Du könntest du in der Tat Recht haben.
    Aber sollte es dann nicht das Ziel einer Regierung sein, diese Schwarzarbeit dann zu unterbinden? Ansonsten erinnert das ein wenig an Eltern, die sagen: "Dann lasse ich meine 14 jährige Tochter lieber bis nachts um 3 in die Disco und gebe ihr noch Geld mit - bevor sie`s heimlich tut."
    Das Problem Fachgeschäft vs. Discounter haben wir heute schon in allen Bereichen. Auch bei Blumen. Aber mal im Ernst - wie sehen die "Sträuße" denn aus? ;) Angenommen die Angestellte bekommt 3€ die Stunde und verkauft neben all dem ganzen anderen Kram pro Stunde 5 Sträuße zu je 6€. Wenn der Strauß nun 7€ kostet, wird von den bisherigen potentiellen Kunden trotzdem niemand beim Aldi einen Strauß kaufen. Der Angestellten könnte man aber 8€/h zahlen.

  • Bei dem Bauarbeiterbeispiel werden aber auch Subventionen bei öffentlichen Aufträgen veteilt, wenn nur an Unternehmen mit dt. AN Aufträge vergeben werden.
    Entweder günstigeres "Angebot" mit Fremdarbeitern, oder teurere Aufträge, weil die Lohnkosten der hier ansässigen AN höher sind (bspw.).


    Das Problem ist meiner Meinung nach die schleichende Aufweichung der Märkte. Mal hier rumgedoktert und mal dort rumprobiert und dabei die Auswirkungen auf andere nicht im Blick gehabt. Allerbestes Beispiel ist Opel. Am besten wäre, Politiker oder iwie Wahlkampfbeteiligte haben gar keinen Einfluß mehr auf Wirtschaft oder sie müssen selbst Teil der Boni-Regelung werden, die sie den Managern überhelfen wollen.


    Nicht zu vergessen ist auch eine Nachfrageverschiebung. Früher gabs bspw. kein DSL, das Geld wurde wahrscheinlich woanders ausgegeben. 30€ aka 60 DM im Monat sind auch ~2DM am Tag, von denen man früher jeden Tag eine Zeitung oder sonstwas im Tante Emma Laden gekauft hat. Die gibts kaum noch und die ehemaligen Inhaber sind jetzt wahrscheinlich auch Hartz4-Empfänger...

  • Zitat

    und die ehemaligen Inhaber sind jetzt wahrscheinlich auch Hartz4-Empfänger...


    ...oder stehen in den Einkaufszentren am 1&1 Stand und verkaufen DSL-Anschlüsse :D

  • Schwarzarbeit kann auch deswegen nicht als Argument gelten, weil sie illegal ist und vom Staat bekämpft werden muss. Ein Politiker kann sie nicht als legitimes Beispiel gegen Mindestlohn anführen, sondern muss dann den Kampf gegen die Schwarzarbeit ins Portfolio nehmen.


    "Bauarbeiter" sind in der Tat ein schwieriges Beispiel weil im Bauhauptgewerbe andere Spielregeln gelten als in den meisten anderen Branchen. Beispielsweise dürfen Leiharbeitsfirmen keinerlei Mitarbeiter in diesen Bereich verleihen. Hier ist eher wieder das Problem die Schwarzarbeit mit illegalen ausländischen Handwerkern - aber wie gesagt, illegale Machenschaften können kein anerkanntes Argument sein...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Schwarzarbeit kann auch deswegen nicht als Argument gelten, weil sie illegal ist und vom Staat bekämpft werden muss. Ein Politiker kann sie nicht als legitimes Beispiel gegen Mindestlohn anführen, sondern muss dann den Kampf gegen die Schwarzarbeit ins Portfolio nehmen.


    "Bauarbeiter" sind in der Tat ein schwieriges Beispiel weil im Bauhauptgewerbe andere Spielregeln gelten als in den meisten anderen Branchen. Beispielsweise dürfen Leiharbeitsfirmen keinerlei Mitarbeiter in diesen Bereich verleihen. Hier ist eher wieder das Problem die Schwarzarbeit mit illegalen ausländischen Handwerkern - aber wie gesagt, illegale Machenschaften können kein anerkanntes Argument sein...


    Schwarzarbeit find ich jetzt nicht so verheerend, wie es immer dargestellt wird.
    Schätzungsweise würde der Großteil der schwarz durchgeführten Arbeiten entweder gar nicht oder von den Auftraggebern selbst durchgeführt werden. So kommt wenigstens noch etwas Geld in Umlauf.

  • Printus
    Du hast ein sehr seltsames Verständnis von Marktwirtschaft. Bei den Unternehmen da fordest du Marktwirtschaft, die sollen sich auf den int. Märkten behaupten, müssen also je nach Produkt mit Billiglohnländern konkurieren und den mindest zu zahlenden Lohn willst du vom Staat festsetzen lassen. Das heißt sich wirtschaftlich noch rechnende Arbeitsplätze werden durch einnn künstlich vom Staat hochgesetzten Lohn unwirtschaftlich gemacht. Das hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun, sondern ist Staatswirtschaft. DA mußt du dich schon entscheiden was du willst. Bei den Unternehmen willst du Marktwirtschaft bei den Löhnen Staatswirtschaft. So geht das nicht.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von Bino-Man
    Du könntest du in der Tat Recht haben.
    Aber sollte es dann nicht das Ziel einer Regierung sein, diese Schwarzarbeit dann zu unterbinden? Ansonsten erinnert das ein wenig an Eltern, die sagen: "Dann lasse ich meine 14 jährige Tochter lieber bis nachts um 3 in die Disco und gebe ihr noch Geld mit - bevor sie`s heimlich tut."
    Das Problem Fachgeschäft vs. Discounter haben wir heute schon in allen Bereichen. Auch bei Blumen. Aber mal im Ernst - wie sehen die "Sträuße" denn aus? ;) Angenommen die Angestellte bekommt 3€ die Stunde und verkauft neben all dem ganzen anderen Kram pro Stunde 5 Sträuße zu je 6€. Wenn der Strauß nun 7€ kostet, wird von den bisherigen potentiellen Kunden trotzdem niemand beim Aldi einen Strauß kaufen. Der Angestellten könnte man aber 8€/h zahlen.


    Schwarzarbeit wirst man halt nie vollkommen unterbindenn können, da helfen auch strengere Gesetze wenig. Wie will man den beweisen ob der Haarschnitt ein unentgeltlicher Freundschaftsdienst war oder ob was dafür bezahlt wurde, erst dann ist ja Schwarzarbeit. Blumen vom Discounter sind auch nicht mein Geschmack, ich zahle da lieber etwas mehr. Aber wenn ich so sehe, daß die Blumen bei Aldi&Co weg gehen wie die warmen Semmeln, muß man leider feststellen das für viele Leute eben nur der Preis zählt. Viele wollen alles immer noch billiger aber selber natürlich möglicht einen Spitzenlohn. Das geht auch nicht ganz zusammen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
      Printus
    Du hast ein sehr seltsames Verständnis von Marktwirtschaft. Bei den Unternehmen da fordest du Marktwirtschaft, die sollen sich auf den int. Märkten behaupten, müssen also je nach Produkt mit Billiglohnländern konkurieren


    Die meisten Unternehmen müssen keineswegs international konkurrieren, sondern spielen nur auf dem heimischen Markt und da sogar nur regional sehr begrenzt eine Rolle. Oder wen interessiert, was Friseure in China verdienen? Der Lohn chinesischer Friseure ist kein Argument für Niedrigstlöhne bei ostdeutschen Friseuren, die der Oma im Dorf die Haare ondulieren... Das gleiche gilt auch für Zimmermädchen, das Sicherheits- und Baugewerbe, die Gastronomie und Kommissionierer in hier tätigen Logistikunternehmen.


    Der Großteil der Menschen arbeitet in Deutschland in kleinen und mittelständischen Unternehmen, und die gesamte Dienstleistungsbranche bedient ausschließlich hiesige Kunden. Da zieht das Internationale-Märkte-Argument flächendeckend nicht.


    Und willst du mir erzählen, dass du dir den Friseur nicht mehr leisten kannst, wenn du alle paar Wochen 2,50 EUR mehr für den Haarschnitt ausgibst? Oder willst du mir erzählen, dass es sich für dich mehr rechnet 3% mehr MwSt. zahlen zu müssen weil der Staat Geld für Aufstocker braucht, anstatt dem Friseur die 2,50 EUR mehr zu bezahlen?

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Die meisten Unternehmen müssen keineswegs international konkurrieren, sondern spielen nur auf dem heimischen Markt und da sogar nur regional sehr begrenzt eine Rolle. Oder wen interessiert, was Friseure in China verdienen? Der Lohn chinesischer Friseure ist kein Argument für Niedrigstlöhne bei ostdeutschen Friseuren, die der Oma im Dorf die Haare ondulieren... Das gleiche gilt auch für Zimmermädchen, das Sicherheits- und Baugewerbe, die Gastronomie und Kommissionierer in hier tätigen Logistikunternehmen.


    Der Großteil der Menschen arbeitet in Deutschland in kleinen und mittelständischen Unternehmen, und die gesamte Dienstleistungsbranche bedient ausschließlich hiesige Kunden. Da zieht das Internationale-Märkte-Argument flächendeckend nicht.


    Und willst du mir erzählen, dass du dir den Friseur nicht mehr leisten kannst, wenn du alle paar Wochen 2,50 EUR mehr für den Haarschnitt ausgibst? Oder willst du mir erzählen, dass es sich für dich mehr rechnet 3% mehr MwSt. zahlen zu müssen weil der Staat Geld für Aufstocker braucht, anstatt dem Friseur die 2,50 EUR mehr zu bezahlen?


    So ist es eben nicht, das nur ein kleiner Teil der Arbeitsplätze in den Unternehmen im internationalen Wettbewerb steht, es ist schon ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze davon berührt. Vieviel das genau sind darüber läßt sich streiten, aber egal es ist jedenfalls eine relevante Größe. Negative Folgen hat ein festgesetzter Mindestlohn auch im Dienstleistungsgewerbe durch Abtriften in die Schwarzarbeit auf jeden Fall. Deine 2,50 EUR mehr beim Frisör sind willkürlich gegriffen. Wenn der Stundenlohn von z.B. 3,50 EUR auf 7,50 Eur steigt wird sich das auf den Frisörbesuch z.B. bei einer Dauerwelle bedeutend mehr als mit 2,50 Euro auswirken. Der Widerspruch das du einerseits für Marktwirtschaft bei den Unternehmen plädierst und beim Lohn für Staatswirtschaft eintrittst, bleibt bestehen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

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