Griechenland und Geldentwertung?

  • Persönlich sehe ich - jedenfalls bisher - auch keine andere.


    Nur kommt hier die benannte Schar der Rumpelstielzchen ins Spiel. Während es die Müllerstochter mangels Alternativen noch einfach hatte, besteht aktuell die Gefahr, dass das falsche Rumpelstielchen am Spinndrad sitzt ... und spinnt ... und spinnt ... und am Ende kommt nix dabei raus. Genau wie im Märchen kann halt nicht jeder Stroh in Gold (oder eben Papier in Euros) verwandeln - auch, wenn er das von sich meint. ;)


    Frankie

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Persönlich sehe ich - jedenfalls bisher - auch keine andere.


    Nur kommt hier die benannte Schar der Rumpelstielzchen ins Spiel. Während es die Müllerstochter mangels Alternativen noch einfach hatte, besteht aktuell die Gefahr, dass das falsche Rumpelstielchen am Spinndrad sitzt ... und spinnt ... und spinnt ... und am Ende kommt nix dabei raus. Genau wie im Märchen kann halt nicht jeder Stroh in Gold (oder eben Papier in Euros) verwandeln - auch, wenn er das von sich meint. ;)


    Frankie



    Wenn das falsche Rumpelstilzien da sitzt


    und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt und spinnt


    und so weiter :D


    Dann haben wir sehr schnell HYPERINFLATION. Und die ist gefährlich. Weil dann die Währung ABVERKAUFT wird. Und die Deutschen (nicht die Regierung sondern die Bürger) gehen raus aus dem Euro. (Deutsche mögen keine Inflation. Jedenfalls nur bis zu einem beschränkten Punkt).

  • „Allein die Dosis macht das Gift.“


    Paracelsus


    .



    Ergänzung:
    Wenn nun den Bürgern der "reichen" EU-Mitgliedsländer ein Inflationsausgleich in Form von Lohnerhöhungen etc. gewährt und entsprechende Zahlen in Griechenland eingefroren würden, erreichte man (jedenfalls zum Teil) das, was der gemeinsame Euro angeblich komplett verhindern soll: Die Abwertung einzelner "nationaler Währungen", obwohl alle weiterhin den Euro haben. Soweit mal meine These ... die ich hier gern zur Dispositon stelle.

  • Man sollte sich mal keine Illusionen machen: Die Inflation wird kommen, denn sie liegt im Interesse der Eurostaaten, die ja alle mehr oder weniger hoffnungslos verschuldet sind. Und Inflation ist dann eben ein probates Mittel diese Schulden loszuwerden, bewirkt sie doch einen massiven realen Transfer von den Bürgern hin zum Staat. Kurz gesagt, durch Inflation saniert die Regierung den Staatshaushalt auf Kosten ihrer Bürger und zwar ohne mühselig Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen politisch durchsetzen zu müssen. Die einzige Institution, die derartigen Begehrlichkeiten entgegentreten kann, ist eine politisch unabhängige, primär der Geldwertstabilität verpflichtete Zentralbank, wie es einst die Bundesbank war. Statt dessen haben wir jetzt aber eine EZB, die zum Befehlsempfänger der politischen Funktionseliten verkommen ist und rechtswidrig Staatsschuldfinanzierung in großem Unfang betreibt. Und wer jetzt sagt, "das interessiert mich nicht, ich habe kein Vermögen, das mir die Inflation auffressen kann", sollte sich bloß nicht täuschen. Man nennt die Inflation nicht zu Unrecht die "Enteignung des kleinen Mannes". Wirklich Vermögende haben i.d.R. die Möglichkeit sich vor ihr zu schützen, die wahren Verlierer der Inflation sind die Bezieher nominal fixierter Einkommen wie Löhnen, Gehältern, Renten und Sozialtransfers, denn die hinken in einer Inflationsspirale den Preisen immer einen oder mehrere Schritte hinterher.

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    ... Die einzige Institution, die derartigen Begehrlichkeiten entgegentreten kann, ist eine politisch unabhängige, primär der Geldwertstabilität verpflichtete Zentralbank, wie es einst die Bundesbank war. Statt dessen haben wir jetzt aber eine EZB, ...


    Die Bundesbank hatte damals gut Lachen. Kein einziger Kunde aus dem Kreis der Bundesländer hatte eine Einstellung wie die jetzigen südeuropäischen Staaten. Deutschen liegt das "laissez faire" der Südeuropäer nicht im Blut - mit derartigem hatte die Bundesbank also niemals zu kämpfen.


    Anders die EZB. Sie hat gleich eine Vielzahl solcher faulen Kunden, die sie sich ganz sicher nicht freiwillig ausgesucht hat. Manchem von ihnen hätte ein entscheidungsfreies Geldinstitut längst gekündigt. Die EZB hat diese Eimer aber zwangsweise am Bein; ohne jegliche Chance, daran etwas zu ändern. Schon diese Vorgabe bedingt ein Handeln, das zwangsläufig nicht nur vernunftgerecht sein kann. Leider ...


    Frankie

  • Ja, die Geldentwertung wird kommen. Aber richtig. Das wird man vielleicht schon bald sehen. Die EZB ist tatsächlich nicht das was man uns versprochen hat damit wir die DM aufgeben. Man hat uns eine EZB nach dem Muster der deutschen Bundesbank versprochen. Unabhängig und der Preisstabilität verpflichtet. Das was wir jetzt bekommen werden (eigentlich haben wir es schon länger aber jetzt bekommen wir es richtig) ist eine EZB die UNBEGRENZT Pigs-Anleihen aufkauft. Also Staatsanleihen von den Pigs die auf unsere Kosten immer mehr Schulden angehäuft haben und jetzt pleite sind. Aber: Das ist nur eine Seite. Die andere ist die dass diese Pigs nicht mehr die Möglichkeit haben ihre Währungen abzuwerten wie es die Situation erfordert. Das hatte ja zum Beispiel Italien durchaus gemacht. Jetzt sind sie in dem Euro-Korsett mit drin und haben eine für sie viel zu starke Währung. Das führt dazu dass sie in eine Schuldenspirale gekommen sind.


    Der Euro war eine Fehlkonstruktion. Eine "Schönwetter-Währung". Jetzt ist aber "Schlechtwetter" und da zeigt sich die Untauglichkeit des Euro in einer solchen Situation wie wir sie jetzt haben.


    Wir haben auch nicht wie die USA eine Nation die hinter dem Dollar steht sondern 17 einzelne Staaten mit eigener Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik. Eine Währungsunion für Staaten wie hier in der EWU (oder ECU) ist das haben alle Experten vorher gewarnt ein Risiko das unkalkulierbar ist.


    Man kann der Politik eigentlich nur raten das ganze zu beenden und wieder zu nationalen Währungen zurück zu kehren. Es ist jetzt schon genug Unheil angerichtet indem man Griechenland ein regelrechtes Spardiktat auferlegt hat mit einer Troika die von außen ins Land kam und gesagt hat was zu tun ist. Das haben die Griechen sehr übel genommen. Genauso wird es in jedem Land sein in dem dies nötig wird.


    Das "Friedensprojekt Euro" - wir müssen aufpassen dass es nicht zu einem neuen "Kriegsprojekt" wird.



    EDIT:


    Bis dahin kann man sich ja schon einmal daran gewöhnen dass das belegte Brötchen und die Cola in der Arbeitspause


    so zwischen 4500 und 6000 Euro kosten könnte. Das ist dann in der Hyperinflation.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Die Bundesbank hatte damals gut Lachen. Kein einziger Kunde aus dem Kreis der Bundesländer hatte eine Einstellung wie die jetzigen südeuropäischen Staaten. Deutschen liegt das "laissez faire" der Südeuropäer nicht im Blut - mit derartigem hatte die Bundesbank also niemals zu kämpfen....


    Wo kommen denn dann die ganzen beinahe-bankrotten Kommunen und klammen Bundesländer her? Zuviel Ouso bei den Stadtkämmerern, Prosecco bis Oberkante bei den Landesfinanzministern?


    Statt langgepflegte deutsche Klischees über "Südländer" abzulassen sollten die hiesigen Eingeborenen mal über ihre eigenen Bücher gehen. Deutschland hat sich über die Jahrzehnte eine staatliche Infrastruktur mit Krediten angehäuft, für dessen Unhterhalt sie oft gar kein Geld mehr hat.


    Ich lebe selbst in so einer Verwöhnten Stadt, die jedes Jahr nur mit Bilanz-Tricks der Zwangsverwaltung durch den Regierungspräsidenten entgeht, Schwimmbäder schließen muß, den öffentlichen Raum verkommen lassen muß, die Gebühren ständig erhöht etc., weil die Bürger sich an Ansprüche gewöhnt haben welche einen Wohlstand suggerieren, das gar nicht fundiert ist. Aber eingebildet darauf sind sie schon ...


    In Deutschland sind dank der föderalen Struktur die Schulden schön verteilt, da kann der Bund leicht "stabile" Bundesanleihen verhökern, und anderen, zentralistischen Staaten oberlehrerhaft daherkommen.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...
    Statt langgepflegte deutsche Klischees über "Südländer" abzulassen ...


    Die Europakarte hast Du aber schon richtig herum hängen? Dann wären Portugal, Italien und Griechenland nämlich unten ... also eindeutig im Süden. ;)



    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...
    In Deutschland sind dank der föderalen Struktur die Schulden schön verteilt, da kann der Bund leicht "stabile" Bundesanleihen verhökern, und anderen, zentralistischen Staaten oberlehrerhaft daherkommen.


    Mein lieber Freund ... das ist schon geraume Zeit nicht mehr so. Nach den schon länger geltenden Bilanzierungsrichtlinien der EU müssen inzwischen sogar Gemeinden Bilanzen erstellen. Ich erinnere mich noch an den Trubel, als alle öffentlichen Einrichtungen ihre Aktiva (insbesondere Grundbesitz, darunter auch Denkmäler) im einzelnen bewerten mussten, um diese Bilanzen zu erstellen. Es existierten nämlich keinerlei Zahlen.


    Die auf dieser Grundlage errechneten Verbindlichkeiten nicht nur von Ländern und Gemeinden, sondern zusätzlich noch von öffentlichen Einrichtungen wie Krankenkassen etc. zählen bei der Berechnung der Verschuldung des Bundes mit. Also erst prüfen, dann posten. :)


    Frankie

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Die Europakarte hast Du aber schon richtig herum hängen? Dann wären Portugal, Italien und Griechenland nämlich unten ... also eindeutig im Süden. ;)


    Ich sprach von den Klischees über das "Südländische".
    Wobei Griechenland, im Unterschied z.B. zu Italien, bis jetzt de Facto noch ein sozialistisches Land alter Schule war, mit Korruption, Klientel- u. Vetternwirtschaft, aufgeblähtem Staatssektor, unproduktiven Staatsbetrieben, jedoch mit einer unterentwickelten Verwaltungsfähigkeit. Letztendlich ist die Schuldenkrise unter nunmehr strenger EU-Aufsicht ein Anlass für überfällige Reformen in Staat und Verwaltung.


    Manchmal ist ein starker externer Druck der Modernisierung eines Landes förderlich, wie man gerade an dem erheblichen Modernisierungsschub in den Deutschen Ländern unter napoleonischer Besatzung sehen kann. Dass erst ein Südländer daherkommen muß, um mal in Köln eine organisierte Müllabfuhr einführen zu lassen, will heute im heutigen Lande des "Reinheitsgebotes" keiner mehr Wissen. Ganz zu schweigen von den anderen damaligen Reformen ...


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Mein lieber Freund ... das ist schon geraume Zeit nicht mehr so. Nach den schon länger geltenden Bilanzierungsrichtlinien der EU müssen inzwischen sogar Gemeinden Bilanzen erstellen. Ich erinnere mich noch an den Trubel, als alle öffentlichen Einrichtungen ihre Aktiva (insbesondere Grundbesitz, darunter auch Denkmäler) im einzelnen bewerten mussten, um diese Bilanzen zu erstellen. Es existierten nämlich keinerlei Zahlen.


    Die auf dieser Grundlage errechneten Verbindlichkeiten nicht nur von Ländern und Gemeinden, sondern zusätzlich noch von öffentlichen Einrichtungen wie Krankenkassen etc. zählen bei der Berechnung der Verschuldung des Bundes mit. Also erst prüfen, dann posten. :)


    Frankie


    Die Bundesanleihen, über die ich Sprach sind aber immer noch "Bundes"-Anleihen ohne z.B. den schrottigen Kommunal-Schulden-Anteil. Wir haben hier viele kleine Griechenländer.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!