Bundespräsident Wulff zurückgetreten - Nachfolger Gauck? | Korruptionsprozess Wulff

  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Noch zwei, drei Aktionen wie gestern und auch der letzte frustrierte Linke-Wähler wird gemerkt haben, dass seine Partei außer heiße Luft nicht viel produzieren kann.


    Nun ja, ganz ehrlich, aber das sagt man bei der FDP schon seit einigen Jahrzehnten. Die hieß schon in den 70ern nicht ohne Grund Fast Drei Prozent. Trotzdem poppt die Spasspartei (die man aber leider ernst nehmen muß) immer wieder mal auf, bekommt dann ihren Dämpfer, krebst dann an der Parteien Unterschicht einige Zeit rum, und ist dann wieder da.


    Man könnte natürlich auch sagen, die Bürger lernen es einfach nicht.


    Und mal ehrlich, welche Partei produziert denn ausser heiße Luft noch wirklich etwas? Mittlerweile sind die Parteien und Ämter zum Selbstzweck geworden. Es geht doch nur noch um Macht. Das es eigentlich lediglich Volksvertreter sind; oder man könnte auch sagen Angestellte des Volkes, haben die doch schon lange vergessen.


    Oder um es im Kneipendeutsch zu sagen: Man könnte alle Parteien in einen Sack stecken und mit einem Knüppel drauf hauen - Zur Zeit würde man immer den richtigen treffen. :D

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • "Alle in einen Sack" so darf mann es auch nicht sehen. Sollen wir dann die Demokratie abschaffen, weil alle Parteien nichts taugen und uns wieder einen Monarchen zulegen? Das kann es sicher auch nicht sein. Da könnte man schon eher manchmal alle Medien und Journalisten in einen Sack stecken, die fast immer nur kritisieren, die haben es eben leichter, sie müssen ja nicht handeln. Politiker sind auch nur Menschen mit Fehlern und Schwächen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Das war auch nicht generell gemeint, sondern nur für den jetzigen Zeitabschnitt.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    "Alle in einen Sack" so darf mann es auch nicht sehen. Sollen wir dann die Demokratie abschaffen, weil alle Parteien nichts taugen und uns wieder einen Monarchen zulegen? Das kann es sicher auch nicht sein. Da könnte man schon eher manchmal alle Medien und Journalisten in einen Sack stecken, die fast immer nur kritisieren, die haben es eben leichter, sie müssen ja nicht handeln. Politiker sind auch nur Menschen mit Fehlern und Schwächen.


    Aber Politiker dürfen sich das Heft des Handelns auch nicht aus der Hand nehmen lassen. Wenn zwischen der Bundestagswahl und der NRW-Wahl über ein halbes Jahr faktischer Stillstand war weil man fürchtete, schlechte Wahlergebnisse einzufahren wenn man Dinge anpackt, spricht das nicht gerade für die Qualität, Rückgrat und Gestaltungswillen der politischen Klasse in Berlin.


    Wenn es nur noch um Umfragewerte und Macht geht können wir einpacken.


    Ich erwarte von verantwortlichen Politikern, dass die nicht nur auf's eigene Image und die Versorgung schielen, sondern in der Zeit, für die sie gewählt wurden, ihren Job erledigen. So wird es auch von JEDEM Arbeitnehmer erwartet. Ich kann mich auch nicht hinsetzen und warten bis mein Arbeitgeber ein Umfeld schafft, das mir persönlich gut gefällt...


    Dass Journalisten es auch übertreiben, stimmt aber ebenso. Aus jedem alberne Anlass wird eine riesiger Hype gemacht... Wenn Tagesschau, Tagesthemen, heute-journal usw., also eigentlich seriöse Produkte im öffentlich-rechtlichen TV, Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft bei der Fussball-WM zum Aufmacher der Sendung erheben und ihren Teil zum Medienrummel beitragen frage ich mich schon, ob das noch angemessen ist. Als ob es keine ernstzunehmenden Themen mehr gäbe... Wenn die WM das Hauptthema der Sportschau ist und man beispielsweise das Finale gebührend in den Nachrichtensendungen beleuchtet, wäre das ja OK. Aber was da zuletzt los war lässt einen schon zweifeln wo die Prioritäten liegen, nach Meinung angeblich seriöser Journalisten.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer Da könnte man schon eher manchmal alle Medien und Journalisten in einen Sack stecken, die fast immer nur kritisieren, die haben es eben leichter, sie müssen ja nicht handeln. Politiker sind auch nur Menschen mit Fehlern und Schwächen.


    Zur Zeit würde ich den Medien keinerlei Schuld geben: es passiert nicht häufig, dass alle Sender, mit Ausnahme der bayerischen TV-Anstalt, und alle Printmedien sich so einig sind, wie zur Zeit und das will was heißen.
    Und zum Thema Fehlern und Schwächen: das sind weder Fehler, noch Schwächen, sondern derzeit Must-Haves eines typisch dt. Politikers.

  • Naja, Meinungseinheit ist auch nicht das was ich von Medien erwarte, sondern Meinungsvielfalt finde ich besser. Mein Urteil bilde ich mir dann selber. Was die Politiker anbelangt ist es halt so, jedes Volk hat die Politiker die es verdient, wobei es zugegebenermaßen "Die Politiker" eigentlich auch nicht gibt, sondern wie auch in anderen Bereichen eine Bandbreite. Es ist nur die Frage ob die so groß ist, daß sich alle Bürger da wiederfinden?


    Ps. Wir weichen schon wieder stark vom eigentlichen Thema ab, ich nehme mich da nicht aus. Es ist einfach typisch für Threads mit politischen Hintergrund, das sie immer mehr vom eigentlichen Thema abschweifen je länger diskutiert wird.

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  • Interessante Diskussion: Eine Partei soll einen Kandidaten wählen, der in elementaren Kernpunkten anderer Meinung ist als das Programm dieser Partei. Das wird hier also als "verwerflich" hingestellt, das ausnahmsweise mal Politiker zu dem stehen, was sie zuvor sagen und in ihrem Wahlprogramm stehen haben. Okay, bei bei den restlichen Volksparteien ist man das natürlich nicht mehr gewohnt, so manch Parlamentarier flattert mit seiner "Meinung" wie ein Fähnchen im Wind, aber egal.


    Wie siehts denn mit der FDP aus, über die hat sich hier erstaunlicherweise noch keiner ausgelassen. Da stellen die doch tatsächlich einen Kandidaten auf, um in der Wahl ihn gleich wieder zu torpedieren :eek: Stell ich mir die Frage, warum die Bundes-FDP Herrn Wulff aufstellt, wenn sie ihn nicht haben will?!


    bye Kai

  • Jeder Volksvertreter sollte in der Bundesversammlung frei und ohne jeden Parteizwang den wählen, den er für den geeigneten Präsidenten hält. So sollte es sein , ist es aber nicht, weil damit unzulässigerweise Machtfragen damit verknüpft werden und die Parteien ihre Vertreter unter gewissen Druck setzen. Das sie das tun, daran sind die Medien und Journalisten zumindest mitschuldig, wenn sie in der Bericherstattung diese Zusammenhänge herstellen, wie Z.B "Klatsche für Merkel" oder so ähnlich, oder "Unfähigkeit der Linken", ich nenne das nur beispielhaft. Wer so berichtet, braucht sich nicht zu wundern, das Politiker so handeln, der befördert ja dieses Verhalten gerade zu.

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  • Zitat

    Original geschrieben von Mozart40
    Interessante Diskussion: Eine Partei soll einen Kandidaten wählen, der in elementaren Kernpunkten anderer Meinung ist als das Programm dieser Partei.


    Man muss eben Kompromisse eingehen, dazu ist die Linke leider nicht im Stande. Hinterher wird das ganze dann noch als glorreiche Tat dargestellt.
    Das nächste mal haben wir dann bei 1200 Wahlleuten auch 1200 Kandidaten, nur damit jeder auch freien Gewissens jemanden Wählen kann, mit dem er in jeder Frage übereinstimmt?!? Ich denke mal nicht. :rolleyes:


    Davon ab ist ein BP auch kein Politiker, was Herr Gauck über Hartz IV denkt spielt also überhaupt keine praktische Rolle. Aber irgendwas muss man ja finden, warum es mal wieder gerade nicht klappt mit dem Konsens. :flop:

  • Unsere Angie könnte noch vom Regen in die Traufe kommen. Meister Wulff zum Bundespräsidenten zu wählen, ist etwa vergleichbar mit dem Szenario, dass unser Bundestrainer den Herrn Schweinsteiger während des Argentinienspiels losschickt, Fan-Artikel an die afrikanischen Fußballfans in den Rängen zu verteilen.


    Das käme an ... und macht beliebt ... aber irgendwo fehlt er dann. ;)


    Binnen Wochen hat die CDU mit Koch und Wulff zwei politische Schwergewichte eingebüßt. Ob man die beiden nun mag oder nicht - sie fehlen einfach im Tagesgeschäft.


    Den Namen Bouffier (oder so ähnlich als Nachfolger von Koch) verbinde ich ausschließlich mit etlichen Untersuchungsausschüssen wegen zwielichtiger Vorkommnisse, bei denen Herr Bouffier nicht in der Mannschaft der "Guten" mitgespielt hat. :rolleyes:


    Letztlich hat man in Niedersachsen einen im Volk wohl sehr beliebten Ministerpräsidenten "kaltgestellt". Ob man das nun so wollte oder auch nicht, kann ich nicht beurteilen. Der Name Rüttgers war jedenfalls nur deshalb gehandelt worden, weil man ihn dann geschickt hätte entsorgen können (das hatte er kurz vorher aber noch selbst besorgt).


    Und wenn der Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten dann gleich noch über die eigenen Füße stolpern sollte (auch das soll schon passiert sein), gibt es so richtig saures. Und das völlig ohne Not. Auf folgende Wahlergebnisse werden sich solche Vorgänge ganz sicher nicht positiv auswirken. Aber nach unten ist durchaus Potential.


    Zum Glück hatte man ja (leider etwas spät aber gerade noch rechtzeitig) bemerkt, dass das Loch, das das politische Ableben der Ministerin von der Leyen gerissen hätte, noch um etliches größer ausgefallen wäre.


    Frankie

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