ZitatOriginal geschrieben von Betamax
Ooooh doch. Die Post schaut zwar nicht rein, legt deinen Brief aber auf die Waage. Wenn dieser mehr wiegt, so hast du auch mehr zu bezahlen! Völlig logisch und auch von allen akzeptiert.
Das ist aber inhaltsneutral und auf die Datendienste uebertragen wohl eher mit einer Bandbreitenbeschraekung vergleichbar.
Ich zahle x EUR fuer den Transport eines Briefs mit bestimmten Abmessungen und einem bestimmten Gewicht. Ist es groesser/schwerer, muss ich mehr zahlen. Dennoch ist der Inhalt vollkommen irrelevant.
Die Trafficfilterung betrifft den Inhalt der uebertragenen Daten. Wenn die Post jeden Brief oeffnen wuerde und dann abhaengig von Papier, Schriftfarbe und Text entscheiden wuerde, ob sie ihn zustellt oder nicht, wuerdest du das sicher auch nicht als "in Ordnung" empfinden.
ZitatOriginal geschrieben von Betamax
Im Internet müsste es doch genau so sein: wenn ich eine Dienstleistung nutze, die immens hohen Datentraffic verursacht (= einen schweren Brief versende), so kostet das den Betreiber mehr, als wenn ich einfach nur eine normale Webseite aufrufe oder eine Mail versende!
Ist doch auch so: Ich kaufe ein gewisses Kontingent (Volumen) zu einem bestimmten Preis. Ob ich nun 100 kleine oder 1 grosses Paket verschicke, ist meine Sache. Wenn ich mehr nutzen moechte als ich eingekauft habe, wird entweder die Geschwindigkeit beschraenkt (freiwillige Leistung des NB) oder ich muss extra zahlen. Den Netzbetreiber kostet 1 MB VOIP-Traffic genausoviel wie 1 MB http-Traffic oder 1 MB IM, ganz egal welches Endgeraet ich verwende.
Anderes Beispiel: Stell' dir mal vor, dein Stromversorger wuerde dir verbieten, bestimmte Geraete an die Steckdose anzuschliessen. Den wuerdest du doch auch mal fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Ich zahle fuer den Strom genauso wie ich fuer Daten zahle, und kann dies nach eigenem Ermessen nutzen.
Es geht dabei rein um wirtschaftliche Interessen und Gewinnmaximierung: Netzbetreiber wollen um jeden Preis vermeiden, zu dem zu werden was sie eigentlich sind: Erbringer eine schnoeden Dienstleistung. Natuerlich kostet der Betrieb eines Datennetzes ordentlich Geld, und durch derartige "Optimierungen" kann man mehr Nutzer mit der vorhandenen Hardware versorgen. Wenn in der Konsequenz die Preise steigen (oder nicht weiter sinken) ist das vollkommen in Ordnung.