Arbeitgeber Insolvenz: Wie an Geld kommen?

  • Hallo und Guten Tag,
    ich habe eine Frage für meine Mutti :-) Und hoffe hier Hilfe zu bekommen.


    Erstmal zum allgemeinen. Meine Mutti arbeitete für eine Firma wo sie seit 2-3 Monaten kein Geld bekam. Heute hat sie für ihren Lohn die letzte "Unterschrift" geleistet um das Geld für den Monat Mai zu erhalten. Im Anschluss sagte der nette Mann ihr ja ach übrigens wir sind insolvent sie bekommen binnen 14 Tagen 30% des Geldes.


    Die Firma hat einen "großen" Namen und ich denke mal sie hat auch mehrere kleine Firmen am laufen die für diese große dann arbeiten. Das Headoffice ist allerdings in der gleichen Adresse wie die anderen gemeldet und da jetzt die eine Niederlassung geschlossen wird soll eine neue direkt in der anderen Stadt eröffnet werden. Eventuell unter einem anderen Namen wieder...keine Ahnung


    Fakt ist allerdings, dass die MA jetzt vors Arbeitsgericht wollen um die volle Kohle zu bekommen. Ist logisch...was kann man noch unternehmen? Wie kann man denen so richtig aufs Dach steigen?! Bzw. was kann man noch alles machen? Ist das Geld futsch bzw mit den 30% richtig die man erhalten würde?

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  • Die Mitarbeiter sind jetzt Gläubiger und könne Ihre Forderungen (Lohn) beim Insolvenzverwalter anmelden. Allerdings stehen Mitarbeiter am Ende der Kette. Da ist bei einer Insolvenz meist nichts mehr zu holen. Und falls doch dauert das ziemlich lange.


    Am sinnvollsten ist es erst mal eine Kündigungschutzklage einzureichen. Falls, ich weiß nicht wie groß und bedeutend die Firma ist, eine Auffang- bzw. Transfergesellschaft zustande kommt, kann die Kündigungsschutzklage immer noch zurückgenommen werden.


    Muss man dann Abwegen ob man sich die Chancen auf Erfolg ausmalt oder lieber doch die Möglichkeiten einer Auffanggesellschaft zu nutzen. Naja, aber das war ja hier eigentlich nicht die Frage. Es ging dir ja um den Lohn. Der ist meiner Meinung nach weg. Wo nichts ist, kann man auch nichts holen.


    Aber vielleicht kennt hier noch jemand eine Möglichkeit. Ich wüsste keine.

  • Wie können die dann so sicher sagen es gibt 30% und wie können die einfach was neues unter anderem Namen aufmachen? Ich mein da kann das jede Firma machen so wie sie es brauchen...wird bei einer Klage nicht genauer geprüft? Bzw. kann man irgendwo einsehen ob die wirklich Insolvenz angemeldet haben? Könnte ja auch sein das es Hinhaltetaktik ist ... ich mein ich kann meine Kohle auch umschaufeln bis nichts mehr da ist!

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  • Die Gehälter sind gesetzlich für drei Monate durch Insolvenzgeld abgedeckt. Ich hatte schon mal eine Insolvenz durchgemacht und es hat wirklich gut funktioniert (mit Ausnahme von Gehältern, die eine gewisse Summe überstiegen). Wichtig ist zunächst Ruhe zu bewahren und keine unüberlegten Abmachungen mit dem Arbeitgeber oder Insolvenzverwalter zu treffen.


    Allerdings könnte es hier problematisch sein, da dass das Geld bereits seit 2-3 Monaten nicht bezahlt wurde. Wenn es bei allen MA gleich ist, kann evtl. das Insolvenzgeld rückwirkend gezahlt werden, was leider zur Folge hat, dass ab dem 4. Monat wieder keine Sicherheit vorhanden ist. Daher ist es ratsam, mit dem Insolvenzverwalter über alles detailliert zu sprechen. Nur er kann sagen, wie es tatsächlich finanziell aussieht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Nivell
    Die Gehälter sind gesetzlich für drei Monate durch Insolvenzgeld...


    Insolvenzausfallgeld nennt es sich genaugenommen.

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  • Hi,
    erstmal fragen, ob die wirklich insolvent sind (Amtsgericht könnte da Ansprechpartner sein).


    Kann ja auch eine Masche sein...


    Mit den wenigen Infos ist es allerdings schwierig, dir weitere Tipps zu geben.


    Viel Erfolg!
    cm

  • Auf jeden Fall zum Anwalt gehen und sich nicht auf Haalbweisheiten eines Forums verlassen ;)


    Mich würde nervös machen das sie etwas unterschrieben hat ohne was dafür zu erhlten. Das war schonmal ein Fehler!


    Zweitens muss sie sich unbedingt beim Arbeitsamt melden. In dem Fall das Sie kein Geld bekommt (und das hat sie ja schon eine Weile nicht) steht Ihr da Unterstützung zu. Aber Sie hat eine Pflicht das bei der Arbeitsagentur anzuzeigen. Von alleine gibt es da nix.

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  • Hallo,


    Arbeitsgericht ist in solchen Fällen meist SINNLOS und kostet höchstens unnötig Geld.


    Es gibt nur zwei Möglichkeiten:


    1. Die Firma ist wirklich insolvent. Dann soll der Chef den Namen des Insolvenzverwalters und das Aktenzeichen des Insolvenzgerichts benennen. Mit dem Aktenzeichen SOFORT zum Arbeitsamt gehen, dort arbeitslos melden und Insolvenzausfallgeld beantragen. Macht sich auch sehr gut, wenn alle Mitarbeiter gemeinsam beim Arbeitsamt erscheinen. Beim Beantragen von Insolvenzausfallgeld "Einen Vorschuss beantragen" ankreuzen und auch den Antrag für den Vorschuss verlangen und mit ausfüllen.
    Außerdem natürlich gleich Arbeitslosengeld mit beantragen, logisch.


    2. Die Firma hat noch nicht Insolvenz angemeldet. In dem Fall: Alle (oder mehrere) Mitarbeiter gehen gemeinsam zum Insolvenzgericht und stellen dort Insolvenzantrag, WEIL sie seit 2 bis 3 Monaten keine Gehälter mehr erhalten. Auch hier ist es sehr hilfreich, wenn mehrere/alle Mitarbeiter dort gemeinsam erscheinen. Sich dann sofort das Aktenzeichen des Gerichts geben lassen - und weiter wie unter 1., zum Arbeitsamt, arbeitslos melden und Insolvenzausfallgeld beantragen.


    Damit kriegt man wenigstens die 3 rückständigen Monate noch sein Geld und ab dem Zeitpunkt dann wenigstens auch Arbeitslosengeld.


    DANACH auf die Suche nach einem neuen Job machen.


    SOLLTE die Firma nicht insolvent sein und ihre Mitarbeiter bloß vera....en wollen (um z._B. an anderer Stelle mit der gleichen Firma neu anzufangen), ist so ein Insolvenzantrag der Arbeitnehmer äußerst hilfreich. Habe ich selbst so gemacht:


    Erst rannte ich 3 Monate meinem Geld hinterher. Dann zum Insolvenzgericht und Insolvenzantrag gestellt. Am nächsten Tag rief mein Chef an und bot an, dass ich das rückständige Gehalt bar abhole, DAMIT ich den Insolvenzantrag zurücknehme. Das habe ich dann auch gemacht, aber natürlich erst, nachdem ich die volle Summe erhalten hatte.


    Gruß
    Lisa

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