Frage zum Wohnungskauf

  • Zitat

    Original geschrieben von SAR Der nette junge Mann der das Haus ohne Eigenkapital gekauft hat dürfte den Kredit in etwa 12 Jahren abgezahlt haben.


    Der junge Mann hat einen riesigen Fehler gemacht:
    Zum Kaufpreis kommen noch Kosten/Rücklagen für Dacherneuerung, Heizungserneuerung, Dämmung, Reparaturen, welche er aus seinem Gehalt zahlen muss.


    Statt einfach nur Miete zu zahlen und zu leben steckt er jeden Euro seines Einkommens und jede Stunde Freizeit in neue Fenster, Dämmung, neue Heizung etc.
    Er wird ständig am Haus bauen (=riesige Opportunitätskosten), und sein Privatleben geht den Bach runter.


    Und wenn manche Mieten nicht kommen (man rechnet mit 25% Mietausfall inkl. Reparaturkosten), sieht es finanziell düster aus.


    Abgesehen davon gilt die Regel, dass man als Vermieter möglichst nicht mit im vermieteten MFH wohnt, um Ärger mit manchen Mietern nicht jeden Tag mitbekommen zu müssen.


    Das Projekt ist mit der heißen Nadel gestrickt.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Der junge Mann hat einen riesigen Fehler gemacht:
    Zum Kaufpreis kommen noch Kosten/Rücklagen für Dacherneuerung, Heizungserneuerung, Dämmung, Reparaturen, welche er aus seinem Gehalt zahlen muss.


    Ganz im Gegenteil, er macht alles richtig !


    Die Kosten für die Sanierungen hat er dadurch abgedeckt das er die nächsten 12 Jahre Mietfrei wohnt. Das Dach hat er als allerestes neu gemacht, zusammen mit seinem Kumpel haben sie dann gleich einen Erker mit Dachterasse hineingebaut. Dabei ist er nicht einmal gelernter Handwerker, quasi Autodidakt und er macht die Arbeit meistens nach Feierabend.


    Das was ihm dabei wirklich zu schaffen macht, sind die überzogenen Bauvorschriften mit den teilweise überflüssigen Baumassnahmen und den entsprechend horrenden Ausgaben.


    In jungen Jahren ist vieles möglich, wenn man etwas risikobereit ist, sich am Riemen reisst und nicht gleich alles Schwarz sieht, diese Eigenschaften findet man heutzutage immer seltener

  • Er wohnt nicht mietfrei und er wird Geld für Reparaturen zurücklegen müssen; wenn er das nicht macht, hat er in den nächsten Jahren ein Problem.


    Genau auch dann, wenn die Mieter irgendwann keine Miete mehr zahlen. Oder, oder, oder.


    Im Übrigen weisen alle größeren unabhängigen Finanztester seit Jahren darauf hin, dass Personen, die ihr Geld für eine Mietwohnung ausgeben und den Rest sinnvoll (Aktien, Oldtimer, etc..) anlegen, durchschnittlich deutlich bessere Renditen erzielen, als Eigenheimbesitzer (Betongold).


    Die nächste Blase kommt, die Überhitzung in Deutschland ist schon spürbar; nicht umsonst sind die Zinsen so günstig...und der Immobilienmarkt in begehrten Lagen so gut wie leergekauft.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Wir beginnen gerade mit dem Hausbau. Unsere Mietwohnung in Berlin hat uns nicht mehr gefallen, die Nachbarschaft wird zu anstrengend. Um eine vergleichbare Wohnung mit 90qm zu finden, hätten wir etwa 1000€/Monat mehr Miete ausgeben müssen. Der extreme Aufschlag kommt von der guten Lage und Super-Altmietvertrag.


    Die Finanzierung des Hauses kostet uns ziemlich genau die Hälfte der zu erwartenden neuen Miete. Abgesehen davon dass dann etwa 160qm Wohnraum zur Verfügung stehen ist die Energiebilanz auch weit besser als die (sanierte) Altbauwohnung.


    Da sowieso ein Garten geplant war lasse ich die Grundstückskosten mal beiseite, fallen beim Hauspreis auch nicht weiter auf (Dorf) einzig 2*20min mehr Fahrzeit zur Arbeit fallen an, und die Erweiterung der Monatskarte um eine Zone.


    Selbst wenn jetzt die einmaligen Kosten für Anschlüsse und drumrum anfallen fahren wir nicht schlechter als mit der Mietwohnung. Eine neue Eigentumswohnung von etwa 100qm auf der anderen Straßenseite unserer Altbauwohnung wurde mit 450k€ angeboten. Und ist auch nur 08/15-"Loft".


    Wollte damit auch zum Ausdruck bringen, dass mitunter bei neuen Mietverträgen in den beliebten Städten garkein "Rest" zum anlegen bleibt.

  • Re: Frage zum Wohnungskauf


    Zitat

    Original geschrieben von Gl05e
    Hhi zusammen, habe mir paar Kröten zusammengespart und möchte eine Wohnung kaufen die ich dann vermiete.



    Haben wir Steuerexperten hier? Ist folgende Theorie korrekt: weil die Zinsen derzeit so niedrig sind könnte es aus steuerlicher Sicht sogar besser sein, die Wohnung mit einer Finanzierung zu kaufen, auch wenn man sie bar bezahlen könnte.


    Grund: man kann die "Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung" dann um die Zinsen mindern, hat also ein geringeres zu versteuerndes Einkommen.



    Gruß


    HHFD

    Gesendet von meinem Motofone F3

  • Re: Re: Frage zum Wohnungskauf


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD Haben wir Steuerexperten hier? Ist folgende Theorie korrekt: weil die Zinsen derzeit so niedrig sind könnte es aus steuerlicher Sicht sogar besser sein, die Wohnung mit einer Finanzierung zu kaufen, auch wenn man sie bar bezahlen könnte.


    Bei Eigennutzung immer soviel EK wie möglich, weil Kreditzinsen nicht absetzbar sind.
    Bei Vermietung sind Kreditzinsen absetzbar. Da kann man individuell und unter anderem abhängig vom Spitzensteuersatz ausrechnen, ob es sich lohnt, sein eigenes Geld lieber woanders und mit außerhalb der Spekulationsfrist oft steuerfreien Erträgen anzulegen. Für Gutverdiener lohnt sich so gut wie immer die Finanzierung.

  • Zitat

    Original geschrieben von SAR Das Dach hat er als allerestes neu gemacht, zusammen mit seinem Kumpel haben sie dann gleich einen Erker mit Dachterasse hineingebaut...
    Das was ihm dabei wirklich zu schaffen macht, sind die überzogenen Bauvorschriften mit den teilweise überflüssigen Baumassnahmen und den entsprechend horrenden Ausgaben.


    Da hatte er bereits folgende Extrakosten, die im Ursprungskommentar nicht standen:
    -Materialkosten, Fahrkosten
    -Kosten für Baugenehmigungen etc.
    -richtig fette Opportunitätskosten (wenn er anstatt am Haus zu bauen arbeiten gegangen wäre [besonders am WE, mit fettem WE-Aufschlag], hätte er richtig Geld verdient)
    Zusätzliche Opportunitätskosten kommen dazu, wenn der Freund irgendwann beim Kumpel kostenlos an dessen Haus mit arbeitet.


    Eine vermietete Immobilie muss sich dann rechnen, wenn absolut alle Arbeiten von Dienstleistern ausgeführt werden. Einfach zu sagen, dass die Arbeitskraft von einem selber und vom Kumpel Hoschi nix kostet und nur Materialkosten anfallen, ist falsch, weil die Arbeitskraft in Form von Opportunitätskosten trotzdem Geld kostet.


    Dazu kommt noch, das eine Fachfirma Material mit zum Teil >40% Mengenrabatt kaufen kann, was der einzelne Häuslebauer nicht kann.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    ...
    -richtig fette Opportunitätskosten (wenn er anstatt am Haus zu bauen arbeiten gegangen wäre [besonders am WE, mit fettem WE-Aufschlag], hätte er richtig Geld verdient)
    ...


    Naja, andere verbringen am Wochenende Stunden in einem Telefonforum oder verfolgen andere Hobbies. Dann kannst du den Leuten ja auch nicht erzählen, dass sie viel Geld verdient hätten wenn sie in dieser Zeit arbeiten gegangen wären.


    Es gibt Leute die haben Spaß am "Basteln/Handwerken" und es ist eine Art Hobby.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale


    Eine vermietete Immobilie muss sich dann rechnen, wenn absolut alle Arbeiten von Dienstleistern ausgeführt werden. Einfach zu sagen, dass die Arbeitskraft von einem selber und vom Kumpel Hoschi nix kostet und nur Materialkosten anfallen, ist falsch, weil die Arbeitskraft in Form von Opportunitätskosten trotzdem Geld kostet.


    Dazu kommt noch, das eine Fachfirma Material mit zum Teil >40% Mengenrabatt kaufen kann, was der einzelne Häuslebauer nicht kann.


    Ich kann mit dem Begriff Oppurtunitätskosten nicht viel anfangen, ich bin aber auch kein Bänker sondern nur Realist.


    Aus Erfahrung als Hausbesitzer kann ich sagen, daß "Vitamin B" sowie Eigenleistung das A und O sind wenn du nur wenig Geld zu Verfügung hast. Auf diese Weise habe ich auch unseren einstigen Schuppen nach Feierabend zum Wohnraum umgebaut um ihn dann zu vermieten. Hätte ich das einer Fachfirma übergeben, wäre ich mit 15.000 wahrscheinlich nicht hingekommen, so waren es nur die reinen Materialkosten von etwa einem fünftel obiger Summe.


    Ein gutes Beispiel ist auch eine Neubausiedlung Siedlung hier in der Nähe: Die Mennoniten (glaube ich ?) die dort ihre Häuser bauen helfen sich untereinander so gut es geht. Fremdgewerke werden nur im Notfall hinzugezogen, z.b. wenn der Stromzähler durch einen Meisterbetrieb angeklemmt werden muss. Ein merkwürdiges Völkchen, die sich total von der Aussenwelt abschotten und die Sonntage lieber in ihren Beet-Tempeln verbringt als sich am öffentlichen Leben zu beteiligen - aber ihr System birgt auch manchen Vorteil

  • Es gibt das zwei Sichtweisen denk ich. Die Opportunitätsseite bei der jeder Handschlag an Haus und Hof als Arbeit gesehen und damit als Verlust anderer Einnahmemöglichkeiten ausgewiesen wird, und die Hobbyseite, ich hab Spaß dran und würde sowieso im Garten/Haus schaffen.


    Jemand der Mo-Fr 7-16 im Büro sitzt, und am Wochenende am eigenen Haus baut, dem entgeht keinerlei Verdienst dadurch. Es sei denn er hätte schwarz geschafft oder einen Zweitjob. Nur weil man am WE was fürs Haus macht, heißt es nicht, dass man stattdessen auch was anderes machen würde.

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