Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Das man so etwas nicht miteinander vergleichen kann, sollte bereits beim Kaufkraft-Gefälle innerhalb eines Landes deutlich werden.


    Ja klar. Nur: Auch kaufkraftbereinigt verdienen die Esten nicht mehr als die Griechen. Und die Leute wollen sich ja trotzdem Luxusgüter wie Fernseher oder eine neue Playstation kaufen… Nebenbei gesagt ist Estland wie auch die Slowakei relativ gesehen (d.h., im Verhältnis zu ihrer eigenen Volkswirtschaft) noch deutlich stärker als Deutschland oder Frankreich dem Griechenland-Risiko ausgesetzt. Der estnische Präsident twitterte es:


    https://twitter.com/IlvesToomas/status/617970450338041856
    https://twitter.com/IlvesToomas/status/618055790692290560 (Originalquelle )


    Insbesondere der letzte Artikel verdeutlich die Grössenordnungen eigentlich recht anschaulich, finde ich:


    Für Slowaken, Malteser, Slowenen und Esten stehen pro Kopf (!) mehr als ein halbes monatliches Durchschnittseinkommen auf dem Spiel.


    Allein im Falle Griechenlands. Für die “Rettung” eines Landes, dessen Bürger “besser lebten” und das gerade einmal 1-3% der Wirtschaftsleistung der Eurozone ausmacht.


    Ich hätte da als Präsident auch arge "Vermittlungsprobleme", wenn ich meinen Bürgern da weitere "Hilfskredite" an Griechenland vermitteln müsste.

  • Scheinbar verliert ihr alle die primären Fragen aus den Augen, um die es geht und verheddert euch im Klein-Klein.....daher passt, das Georg Schramm nochmal zur Höchstform aufläuft, 38min Ehrlichkeit und Empörung:


    https://www.youtube.com/watch?v=c8H58ccYaLk


    Der hätte einen guten Parteichef abgegeben......;.)

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Scheinbar verliert ihr alle die primären Fragen aus den Augen, um die es geht ...


    Also bitte ... welche primären Fragen verlieren wir aus den Augen?


    Wir sehen, dass Griechenland nach nunmehr 13 Jahren Mitgliedschaft in der Euro-Gruppe als einziges der Mitglieder keine Verwaltungsstruktur hat schaffen können, die Voraussetzung für das Gelingen der Währungsunion ist.


    Und sei es nun Unwille oder Unvermögen ... wenn Griechenland sich stur weigert, essentielle Regeln einzuhalten, die es selbst mit verabschiedet hat und die Grundvoraussetzung für das Gelingen des Euro-Projekts sind, ist es als Mitglied nicht länger tragbar.


    Um es mit linken Worten auszudrücken:
    Verstößt ein Mitglied einer Kommune gegen grundlegende Vereinbarungen des Zusammenlebens und ist es auch nach mehr als zehn Jahren nicht mal ansatzweise bereit, die Regeln der Gemeinschaft zu akzeptieren, wird sich die Kommune von diesem Mitglied trennen müssen, wenn das gesamte Projekt nicht gefährdet werden soll.


    Wenn ich die erbärmlichen Claqueure in den Reihen der europäischen Linken sehe, fühle ich mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass linke Parteien zwar als Opposition wertvoll, selbst aber nicht regierungsfähig sind. Meine Gedanken an ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis betrachte ich ein für allemal als beerdigt. Selbst als Mitglied der Grünen werde ich mein Wahlrecht künftig so ausüben, dass meine Stimme auf gar keinen Fall eine rot-rot-grüne werden kann. :flop:

  • Zitat


    Allein im Falle Griechenlands. Für die “Rettung” eines Landes, dessen Bürger “besser lebten” und das gerade einmal 1-3% der Wirtschaftsleistung der Eurozone ausmacht.


    Ich hätte da als Präsident auch arge "Vermittlungsprobleme", wenn ich meinen Bürgern da weitere "Hilfskredite" an Griechenland vermitteln müsste.


    Wer lebt denn in Griechenland besser als die Esten? Das würde ich gerne mal sehen. Allein schon die Tatsache, dass über 50% der Jugendlichen Menschen keine Arbeit haben oder 25-30% aller arbeitsfähigen Menschen keine haben, lässt doch darauf deuten, dass es sehr sehr vielen Menschen schlecht geht. 3.000.000 haben keine Krankenversicherung - ist das in Lettland auch so. Ja, jetzt kommen wohl Argumente wie "hätte man in der Vergangenheit darüber nachdenken müssen". Eben! In der Vergangenheit. Wir leben in der Gegenwart. Sollen wir nun, weil sich Balten und Slowenen beschweren, Griechenland in eine noch größere humanitäre Katastrophe drängen? Dieser innenpolitische Blödsinn zeigt doch, warum wir erst hier hin gekommen sind. In Griechenland müssen sich teilweise 100.000 Menschen 1 Krankenhaus teilen, weil alle drumherum geschlossen wurden. Im Nordwesten Griechenlands gibt es eine Präfektur (knapp 60.000 Einwohner), dessen einziges Krankenhaus geschlossen werden sollte, welches sich außerdem in einem mittlerweile desolaten Zustand (kaum Impfmittel, kein Personal, kein MRT, Watte-Engpässe!!!!) befindet. Dieses Krankenhaus sollte geschlossen werden, so wollte es die Troika. Dann hätten sich 285.000 Menschen 2 (!) Krankenhäuser teilen müssen, bei einer Fläche von 9.500 qkm. In meiner Heimatstadt im Ruhrpott haben wir in jedem Stadtteil ein Krankenhaus, also pro 30.000 Einwohner 1 Krankenhaus. OK, das könnte sich Griechenland wohl niemals leisten, aber 2 Krankenhäuser auf 285.000 Menschen? Das sind schon fast afrikanische Zustände.
    By the way: Seien wir mal ehrlich, seit Gründung der EU haben die kleinen Staaten in der EU eigentlich nie etwas zu sagen gehabt, auch bei der ganzen Euro-Krise war nie beispielsweise von Letten oder Maltesern die Rede, aber jetzt plötzlich, 1 Woche vor Grexit oder nicht, hat deren Wort so viel Gewicht? Jetzt plötzlich interessiert man sich für die Meinung dieser Länder.


    Zum innenpolitischen Unsinn den ich oben erwähnte:
    Merkel sagt klar nein, weil.... weil die CSU da nicht mitspielt (und große Teile der CDU auch nicht). Was passiert also, man verschleppt die Pleite auf 2018, bis also das 3. Paket sich dem Ende neigt. Dann haben wir die selbe Situation wie 2012 bzw. 2015. Das ist doch verrückt.
    Merkel weiß doch ganz genau, dass diese Schulden kein Land der Welt stemmen kann (zumindest kein Land in dieser Lage), trotzdem wagt sich kein führender Politiker (außer die Franzosen) dies anzusprechen, weil man Angst hat die heimischen Wähler zu verärgern. Das zeigt aber auch die Mutlosigkeit der heutigen Politiker. Nicht Fisch nicht Fleisch, Hauptsache die Wähler Daheim werden bis zur nächsten Landtags- oder Bundestagswahl ruhig gehalten. Also, entweder Grexit oder eine vernünftige Lösung der Krise. Immer mehr sparen, immer mehr Kredite aufnehmen, der Konsum bricht völlig ein, aber Griechenland soll immer mehr neue und alte Kredite bedienen? Sorry, wer hat sich das ausgedacht?

  • Zitat

    Original geschrieben von jungermann1

    Du vergisst das die Esten und Letten bevor sie den Euro bekommen haben sehr schlechte Jahre hatten um ihr Land zu optimieren. Die Griechen haben sich mit gefakten Zahlen in den Euro geschummelt.
    Die Griechen haben in großem Stil Renten für verstorbene kassiert, Steuern hinterzogen wo es nur ging...
    Nun bekommen sie halt die Quittung dafür.

  • Eigentlich gibt es nur einen Ausweg und das ist der Grexit!


    Die Griechen haben 5 Jahre Zeit gehabt um Ihren Staatsapparat umzubauen seit der letzten Krise. Dieses haben sie erfolgreich igonriert und haben Ihre Eliten steuerfrei ziehen lassen.


    Die meisten griechischen Logistik Unternehmen mit denen wir täglich zu tun haben sind gen Bulgarien mit ihrem Hauptsitz gezogen um den hohen griechischen Steuern zu entgehen.


    Ich hätte kein Problem damit selbst wenn Europa die Schuldenlast tragen würde, wenn wenigstens das Eingeständnis kommen würde " Wir haben versagt, bitte helft uns und baut für uns Strukturen und Steuersysteme auf für die wir nicht in der Lage sind.


    Aber statt Einsicht werden die linken Vögel gewählt, die überhaupt nichts auf die Reihe bringen. Diese regieren nun seit 5 Monaten und haben eigentlich gezeigt das Sie gar nix bewegen ausser die Mundwinkel für Ihre Hassparolen.


    Auch hier würde man denken liebe Griechen, ein Fehler macht man mit den Schulden, ok noch einen in den man die Linken ala Tsipras ect. wählt in der Hoffnung das er der Heilsbringer ist.


    Aber dann noch so ein schwachsinniges Referendum abhält, wo man sich vereint gegen weitere Reformen und somit gegen weitere Hilfen stellt ist für mich unvorstellbar.


    Als Gipfel dann noch gestern als Tsipras von Terrorismus gegen sein Land spricht, spätestens dann liebe EU hätte dieser ein Haus und Hofverbot bekommen müssen, mit EU Austritts Papieren damit er merkt wo die Reise hingeht isoliert in Europa.


    Weil das überhaupt noch Geld aus den Geldautomaten kommt hat er der EU und EZB zu verdanken. Aber gleichzeitig gegen diese giften, die Hand die ihn füttert.


    Schade wäre der Austritt, aber lieber ein Ende mit Schrecken als diesen Schrecken ohne Ende.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau


    Wenn ich die erbärmlichen Claqueure in den Reihen der europäischen Linken sehe, fühle ich mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass linke Parteien zwar als Opposition wertvoll, selbst aber nicht regierungsfähig sind. Meine Gedanken an ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis betrachte ich ein für allemal als beerdigt. Selbst als Mitglied der Grünen werde ich mein Wahlrecht künftig so ausüben, dass meine Stimme auf gar keinen Fall eine rot-rot-grüne werden kann. :flop:


    Na Frank, das kannst du doch nicht machen, eine Partei bei der man Mitglied ist diese dann nicht mal wählen :)
    Dann vieleicht besser aus der Partei austreten, sich eine andere Partei suchen die besser zu den eigenen Vorstellungen paßt , oder dann parteilos bleiben.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Nun, das betrifft nur Frank. Ich persönlich bin der Meinung, dass die CDU/CSU/SPD aktuell total falsch liegt. Und das wird sich bitter rächen. Und dann ist das Geheule wieder groß.


    Ihr überseht einfach die Tatsache, dass das Geld eh weg ist und seit dem ersten Schuldenschnitt der Steuerzahler dank Merkel (!) und Co. voll haftet.


    Nochmal: Das Geld ist eh weg. So oder so. Cleverer wäre es jetzt, damit (und somit mit der Wahrheit) rauszurücken und das Chaos aufzuräumen und tatsächlich die EU retten, aber das wollen Bundesregierung, Eurogruppe und Co. nicht. So wollen betrafen; das ist der falsche Weg, siehe vorne. Sie tun nicht das "richtige", so tun das "persönliche".

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von jungermann1

    By the way: Seien wir mal ehrlich, seit Gründung der EU haben die kleinen Staaten in der EU eigentlich nie etwas zu sagen gehabt, auch bei der ganzen Euro-Krise war nie beispielsweise von Letten oder Maltesern die Rede, aber jetzt plötzlich, 1 Woche vor Grexit oder nicht, hat deren Wort so viel Gewicht? Jetzt plötzlich interessiert man sich für die Meinung dieser Länder.


    Du hast keine Ahnung, wie das in der EU läuft. Die Kleinen haben sogar mehr zu sagen als die Großen. So hat jeder Staat z.B. im Europäischen Rat, in dem etliche Entscheidungen einstimmig getroffen werden müssen, gleich viele Stimmen, nämlich eine. Deutschland oder Großbritannien haben da genau so viel zu sagen wie z.B. Malta. Vom Stimmengewicht bei der Wahl zum Europaparlament wollen wir da gar nicht erst anfangen, dort sind die Stimmen der Wähler der bevölkerungsreichen Staaten viel weniger wert.

    Zitat


    …dass diese Schulden kein Land der Welt stemmen kann (zumindest kein Land in dieser Lage), trotzdem wagt sich kein führender Politiker (außer die Franzosen) dies anzusprechen, weil man Angst hat die heimischen Wähler zu verärgern. Das zeigt aber auch die Mutlosigkeit der heutigen Politiker. Nicht Fisch nicht Fleisch, Hauptsache die Wähler Daheim werden bis zur nächsten Landtags- oder Bundestagswahl ruhig gehalten. Also, entweder Grexit oder eine vernünftige Lösung der Krise. Immer mehr sparen, immer mehr Kredite aufnimmt, der Konsum bricht völlig ein, aber Griechenland soll immer mehr neue und alte Kredite bedienen? Sorry, wer hat sich das ausgedacht?


    Du hast das Grundproblem nicht verstanden. Natürlich können die Griechen diese Schulden niemals zurückzahlen. Aber, die dortigen Regierungen egal welcher Couleur erwecken ja noch nicht mal den Anschein, irgendetwas an Korruption, Verwaltungschaos, fehlenden Einnahmen, Lastenverteilung auf alle Schultern, Vetternwirtschaft und Geldverschwendung ändern zu wollen. Hauptsache die europäischen Partner zahlen weiter. Und daran wird sich niemals etwas ändern, wenn man Griechenland, wie in den letzten Jahren geschehen, vorab Schulden erlässt und sich auf wage Versprechungen einlässt. Ein Schuldenerlass kann erst am Ende eines wirklichen Veränderungsprozesses stehen.

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