Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Bin ich eigentlich der einzige hier, der es merkwürdig findet, wenn im Land mit den größten finanziellen Problemen in Europa Koalitionsverhandlungen nur ein paar Minuten dauern, das Ergebnis nicht mal 24 Stunden nach der Wahl bekanntgegeben wird, dabei zwei Parteien von den extremen Rändern zusammen gehen und den jüngsten Ministerpräsidenten aller Zeiten wählen? Seriös und dauerhaft sieht das jedenfalls nicht aus...


    Aus meinem obigen Link geht ja hervor, das Anel (national-orthodoxe Putinisten) schon vor der Wahl die Koalition mit Syriza angekündigt hatte. Nun stellen die Putinisten auch noch den Verteidigungsminister.



    Wie üblich in diesen Kreisen, macht man andere für die eigene Misswirtschaft verantwortlich. "Das Ausland", in diesem Fall Deutschland, ist schuld.
    Nun kann ja Syriza/Anel Griechenland in ein sozialistisches Paradies a la Venezuela verwandeln, wo ja auch immer andere für das eigene Versagen verantwortlich gemacht werden.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Einerseits schön, mal ausnahmsweise einer meinung mit bernbayer zu sein.
    Andererseits kann ich mir nicht verkneifen, erneut zu erwähnen, daß jeder, der eine banken-und-großkapital-in-den-a...-kriecher-partei wählt, selber schuld ist.... (siehe den post von ck-187 von 17:59 "...nur noch Parteien wählbar...")

    vielen dank für alle hilfreichen antworten


    Der teuro ist tot, es lebe die neue alte DM. Wetten auf 10-jahres-sicht werden angenommen (gibt's da eigentlich internet-wettanbieter für?).

  • Naja, ich krieche keiner Partei hinten hinein. Meine Wahlentscheidung treffe ich von Fall zu Fall unterschiedlich.Hundertprozentig überzeugen kann leider keine Partei. Man wählt dann halt das kleinere Übel.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Bin ich eigentlich der einzige hier, der es merkwürdig findet, wenn im Land mit den größten finanziellen Problemen in Europa Koalitionsverhandlungen nur ein paar Minuten dauern, das Ergebnis nicht mal 24 Stunden nach der Wahl bekanntgegeben wird, ...


    Das ist nicht merkwürdig, sondern sensationell!


    Griechenland kann es sich schlichtweg nicht leisten, wie Deutschland, Italien und Co viele Monate mit Koalitionsverhandlungen zu verplempern. Griechenland steht mit dem Rücken zur Wand und muss jetzt handeln. Wenn Ts... (wie hieß er doch gleich) eine handlungsfähige Regierung bildet, bevor man sich überhaupt seinen Namen richtig merken kann, beweist dies in meinen Augen, dass er die Zeichen der Zeit erkannt hat, um sich den Problemen umgehend zu stellen.


    Selbst die drittbeste Regierung, die die Probleme dann tatsächlich auch angeht, ist immer noch besser als gar keine. Ich traue ihm durchaus zu, dass er bisher nicht genutzte Mittel und Wege findet, die griechischen Staatsfinanzen aufzubessern. Das politische Lager, dem er entstammt, ist durchaus bekannt dafür, die Waschmaschine für politischen Klüngel aus dem Schonwaschgang richtig auf Touren zu bringen. :p


    Warten wir ab und geben ihm eine Chance - für die schnelle Regierungsbildung verdient er in meinen Augen Respekt!. Und: Andere Koalitionen kann er immer noch eingehen, wenn es nicht nach seinen Wünschen läuft. Allerdings: Je kleiner sein Koalitionspartner, um so besser für seine politischen Ziele.

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Naja, ich krieche keiner Partei hinten hinein. Meine Wahlentscheidung treffe ich von Fall zu Fall unterschiedlich.Hundertprozentig überzeugen kann leider keine Partei. Man wählt dann halt das kleinere Übel.


    Leider vergessen viele was 4 Jahre vorher versprochen wurde, was davon umgesetzt wurde und was es einen gekostet hat ;)


    Und leider, hat man die Menschen aufgrund der nicht rühmlichen Vergangenheit entsprechend erzogen an der Urne die Lügner nicht abzustrafen da man zu viel Angst hat. Leider leider leider

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von Nokiahandyfan
    Was mich ärgert, ist dass die EZB nun die Inflation auf die Spitze treibt.

    Allein Geld drucken schafft noch keine Inflation sondern wertet zunächst nur die Währung ab (siehe USA). Inflation entsteht erst, wenn für das Geld Ware gekauft würde - bisher dient es nur der Umschuldung von Krediten.
    Problematisch ist das natürlich trotzdem. Schon die Milliarden neu gedruckter US-Dollar suchen bereits virulent nach Anlagemöglichkeiten und jetzt kommt noch mehr Euro hinzu.... naja zumindest die Börsen wird's freuen - bis die Blase platzt ;(

    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...Anel (national-orthodoxe Putinisten) ...
    ... Nun stellen die Putinisten auch noch den Verteidigungsminister.

    Sehr geehrter Herr Simon,
    hätten Sie die Güte, Ihre Putin-Welt-Verschwörungs-Theorien auf den Ukraine-Thread zu beschränken.
    Danke.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Allein Geld drucken schafft noch keine Inflation sondern wertet zunächst nur die Währung ab (siehe USA). ...


    Wir haben ein anderes Zentralbanksystem als die USA.


    Was passiert eigentlich mit den von der EZB im Laufe eines Jahres "gedruckten" Euros?


    Werden die als Gewinne/Überschüsse in der Bilanz der EZB gebucht und fließen dann (entsprechend den Bundesbankgewinnen) in die Haushalte der Mitgliedsländer?


    Wenn die EZB mit neuem Geld Staatsanleihen kauft, entsteht dadurch doch ein realer Vermögenszuwachs in den Kassen der EZB ... dieser Aktivposten muss doch irgendwie verbucht werden. :confused:

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wir haben ein anderes Zentralbanksystem als die USA.

    Noch :p ;)

    Zitat

    Was passiert eigentlich mit den von der EZB im Laufe eines Jahres "gedruckten" Euros?

    Natürlich vergrößern die neuen Euros die Bilanzsumme der EZB, da sie dafür schließlich Schuldtitel kauft, die als Aktiva eingepflegt werden müssen.


    Das 'vagabundierende Neugeld' (Dollar wie auch EURO) wird gegenwärtig immer wieder reinvestiert. Das hat in der Vergangenheit bereits dazu geführt, dass diese 'kreativen Geldanlagen' mittlerweile ein Vielfaches dessen betragen, was auf der ganzen Welt produziert wird. Wegen des grauen Finanzmarktes ist nicht mal klar, wohin überall das Geld verschwindet - es ist deshalb aber nicht weg.


    Solange sich die Investoren nur an den wachsenden Zahlen 'ergötzen', passiert nicht allzu viel - quasi das Tittitainment der Spekulanten ;)
    Sichtbar wird dieser Effekt nur bspw an den ständig steigenden Börsenkursen. ...die natürlich längst nicht mehr den Wertzuwachs der Unternehmen repräsentieren, sondern den Wertverlust des Geldwertes, den sie repräsentieren.


    Man könnte das als 'Inflation an den Börsen' bezeichnen.
    Inflation ist aber per Definition eine Geldentwertung in Bezug auf (reale) Waren und nicht auf Schuldtitel.
    Der Geldwert realer Waren wird dagegen unmittelbar bspw durch den Mindestlohn beeinflusst, da solche Lohnempfänger das Geld sofort in Waren 'investieren' (Nachfrage steigt -> Preis steigt)


    Problematisch wird's erst, wenn Anlage-Geld keine 'attraktiven' Anlagemöglichkeiten in diesem virtuellen Raum mehr findet und deshalb reale Waren kaufen will, wie bspw Rohstoffe, Immobilien oder Nahrungsmittel.
    Problematisch ist auch, dass die ungeheure Größe dieser Geldmengen es erlaubt, gegen ganze Volkswirtschaften zu spekulieren - wie bspw seinerzeit im Falle Griechenlands oder kürzlich gegen den Rubel.
    Hier wird Geld zum Machtinstrument, was seiner eigentlichen Zweckbestimmung zuwider läuft.

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Sehe ich ähnlich. Allerdings besser als alles was sonst zur Wahl stand und das Land dahin gebracht hat wo es jetzt ist.


    Richtig. Die Reformen in Griechenland müssen von innen kommen, Korruption und mangelnde Kontrolle ist das Problem. Von der Verwaltung her ist Griechenland Afrika, nicht Europa.


    Es braucht Durchgriff im Finanzamt, der Steuerpolitik und eine neue Justiz. alles andere führt erneut zum Bankrott.



    Griechenland hängt am Tropf der EU. Tsipras aber ist ein begnadeter Schauspieler, der seinen eigenen Vorstellungen zuliebe das Land opfern wird. Ein Lügner. Das werden die Griechen noch merken.


    Trotzdem verstehe ich die Wähler. Wenn ich nur 200-300 Euro im Monat habe oder gar nichts, kann es nicht schlimmer kommen - und die, die noch was haben, sollen auch leiden. So denkt der Grieche.


    Das Griechenland durch alles sparen bei abgewürgter Konjunktur kaputt geht, ist aber auch klar - so wie das ganze Fiskalsystem irgendwann zusammenbrechen wird in der EU, in der Welt.


    Ist doch nur eine Frage der Zeit. Vielleicht ist es besser es knallt jetzt und dann kann man wieder aufbauen und neu anfangen.

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!