Richtig. Wahlversprechen die Geld kosten kann man nur machen wenn man das Gekd dafür auch hat. Die Steuerzahler der anderen EU-Länder sind nicht dazu da, die Wahlversprechen der jetzigen griechischen Regierung zu bezahlen. Das Referedum können sie sich schenken.
Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?
- Mephisto
- Geschlossen
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Ich sehe es schon kommen. Griechenland geht Pleite, will aber den Euro nicht aufgeben.
Dann geht das Gezerre einfach weiter.
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Zitat
Original geschrieben von 200prokdzufriedh
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Frank
Nun ja, die Griechen mögen zwar selber schuld sein, dass sie nun, weil EU/EZB den Geldhahn zudrehen, gezwungen sind, die Banken zu schließen.Anderseits ist das Zudrehen des Geldhahns ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem das Volk entscheiden darf *), eine höchst hinterfotzige, massivSTe Beeinflussung des Abstimmverhaltens. ...
Das ist doch genau das was ich schreibe:
Die "Hinterfotzigkeit" des Zeitpunktes der Abstimmung wurde doch von der griechischen Regierung genau so gewählt.Denn schon seit fünf Jahren wird eine Volksabstimmung in Erwägung gezogen und dieser Gedanke wurde sogar von der EU unterstützt. Wenn Tsipras die Volksabstimmung erst dann ansetzt, wenn das Haus bereits brennt, trägt doch die EU nicht die Verantwortung dafür. Der Zeitpunkt der Volksabstimmung (und deren Umstände) sind allein von den jeweiligen dilettierenden griechischen Regierungen zu verantworten!
Und auch das Volk ist nicht raus, wenn es um die Frage des Verschuldens der gegenwärtigen Situation geht. Was war denn, als Spanien, Portugal und Griechenland den Gürtel enger schnallen sollten?
Während das spanische und portugiesische Volk die erforderlichen bitteren Einschnitte zähneknirschend geschluckt hat, veranstalteten Griechen öffentliche Volksaufstände mit Brandschatzungen! Und wählten danach noch eine Regierung, deren Wahlversprechen nur dazu führen konnten, dass Griechenland mit wehenden Fahnen schnellstmöglich auf einen Bankrott zusteuert.
Wenn Griechen behaupten, das Volk hätte von den Hilfen nichts gehabt, stimmt das doch überhaupt nicht! Während Spanier und Portugiesen von Beginn an konstruktiv mitgearbeitet hatten, veranstalteten Griechen gewalttätige Volksaufstände für das Recht, weiter über die eigenen Verhältnisse leben zu können - mit für griechische Verhältnisse überhöhten Löhnen, Renten etc.
Spaniern, Portugiesen und anderen wäre ein Eingehen auf die Forderungen Griechenlands in keiner Weise zu vermitteln. Die EU steht auch für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung ihrer Mitglieder. Was die Griechen aktuell erfahren, ist Ausfluss dieses Gerechtigkeits-/Gleichbehandlungsprinzips.
Niemand in der EU hat ein verbrieftes Recht darauf, dauerhaft auf Kosten Anderer über seine Verhältnisse leben zu dürfen, wenn er sich selbst helfen könnte. Und sogar noch Hilfe zur Selbsthilfe bekommt, die die Situation in anderen Ländern auch langsam verbessert, sich selbst aber kategorisch verweigert!
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Sehr zutreffend dargestellt!
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Frank,
an Gerechtigkeit von Staaten glaubst ausgerechnet Du?
In Abwandlung des schon von schmidt3 erwähnten Bismarck-Satzes: Staat(sregierung)en haben Interessen, Recht (no bail-out), geschweige denn Gerechtigkeit (Snowden), ist ihnen aber auch sowas von schnurz.
Volksverblender nennen dies vornehm "Staatsraison".
Gerechtigkeit tritt bei Wahrnehmung der Interessen höchstens zufällig als Kollateralnutzen ein und wird dann natürlich gerne für den Heiligenschein vermarktet.Und von wegen dauerhaft auf Kosten anderer leben: wie ich vor ein paar Tagen schon einmal schrieb: GR lebt seit seinem EU-Beitritt auf Kosten anderer und wird dies wegen der eu(ro)trunkenen - wie Pitter es so schön nannte - Berliner auf ewig so tun.
Ob mit Grexit oder ohne, ob offiziell pleite oder "nur" insolvenzverschleppt, ob mit Teuro oder Drachme. Wir werden - dank der eu(ro)verträumten Blutegel in Berlin - für GR (und alle anderen armen Staaten) bis zum St. Nimmerleinstag blechen und bluten.------------------------------------------------------------------------------------------------------
Gespannt bin ich ja, ob ein derart unfähiges Land tatsächlich binnen einer Woche eine Volksabstimmung auf die Beine stellen kann...
...da täten sich vermutlich sogar D oder die CH schwer... -
Ich war Juncker gegenüber zuletzt sehr skeptisch, aber jetzt habe ich doch Respekt vor seinem unermüdlichen Einsatz. Gerade läuft seine interessante Pressekonferenz, und er scheint weniger wütend als vielmehr enttäuscht und bestürzt zu sein. Wenn es nur annähernd richtig ist, was Juncker sagt, dann wird es mit der gegenwärtigen griechischen Regierung zu keiner Lösung kommen können.
Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass es sich um ideologisch verhärtete Politiker handelt, die nicht bereit sind zu pragmatischem Vorgehen. Hinzu kommt ein anachronistisches Verständnis von Politik, das in Begriffen von 'nationalem Stolz', 'Ehre' und 'Würde' argumentiert. Damit verbaut man sich alles - wie will man auf so einer Ebene noch sachlich diskutieren? Das ist im Grunde unmöglich.
Jetzt müssen wir abwarten, ob das Referendum stattfinden kann (denn, wie eine französische Beobachterin geschrieben hat: Kann ein Land, das kein Katastersystem aufstellen kann, in wenigen Tagen eine Volksabstimmung organisieren?) und welches Ergebnis es uns bringt - und was wir dann mit dem Ergebnis machen. Da wird sich auch die Frage stellen, wie sich der IWF verhält. Ist er bei einer Zustimmung der Griechen zu Konzilianz bereit? Wenn nicht, dann wird es noch schwieriger.
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http://www.nachdenkseiten.de/?p=26585#more-26585
Ein sehr guter Artikel der Nachdenkseiten zu dem Thema.
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"Merkel wiederholte in der Ansprache auch ihren Satz: „Scheitert der Euro, scheitert Europa.“ Die Gemeinschaftswährung sei „mehr als eine Währung“, sagte sie. „Er gründet sich auf gemeinschaftlichem Vertrauen.“ (Merkel zeigt sich gesprächbereit (FAZ))
Ich kann diesen Schrott nicht mehr hören.

- Ist Europa damals, vor 15 Jahren, gescheitert, als einige Länder auf den EURO verzichtet haben?
- Können wir Briten, Dänen, Schweden, Polen und Tschechen nicht vertrauen?
- Ist die europäische Idee des friedlichen und kooperativen Zusammenlebens von Völkern wirklich abhängig von einer scheissverdammten gemeinsamen Währung? Einer Recheneinheit, mit der die Menschen und Firmen ihre Güter und Dienstleistungen bezahlen? :flop:
Das ist nicht das Europa, das ich als Friedensprojekt begreife.
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Zitat
Original geschrieben von Braindead
http://www.nachdenkseiten.de/?p=26585#more-26585Ein sehr guter Artikel der Nachdenkseiten zu dem Thema.
:top: :top: :top:ZitatOriginal geschrieben von Applied
...Ich kann diesen Schrott nicht mehr hören.
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:top:ZitatOriginal geschrieben von Applied
...sind wir mal ehrlich: Ist Europa damals, vor 15 Jahren, gescheitert, als einige Länder auf den EURO verzichtet haben?
Im Gegenteil, umgekehrt wird ein Schuh draus: EU-ropa wird am Teuro scheitern.Und das ist gut so, möchte ich noch hinzufügen...

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Zitat
Original geschrieben von 200prokdzufriedh
Frank,an Gerechtigkeit von Staaten glaubst ausgerechnet Du?
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Wenn Du darauf anspielst, dass ich des Häufigeren Gerechtigkeitsmängel im "System" anprangere, liegst Du richtig. Allerdings erkenne ich jeden Versuch an, der sich um Gerechtigkeit bemüht - das ist doch der erste Schritt in Richtung Gerechtigkeit!Die Umsetzung dieses Gedankens in die Praxis ist allerdings nicht selten mit Mängeln behaftet. Und das ist der Punkt, an dem ich ansetze, weil diese Mängel keineswegs zwingend sind. Hier nehme ich mir als Bürger das Recht, diese Mängel aufzuzeigen und ggf. auch Ross und Reiter zu nennen.
Das ändert aber nichts daran, dass unser "System" in der EU immer noch eines der fairsten weltweit ist ... in dem aber Menschen leben, die diesen prinzipiell guten Ansatz immer noch zu verbessern suchen.

Da alles kann aber nicht gelingen, wenn der Personenkreis, dessen Situation man zu verbessern sucht, auf Konfrontationskurs geht ... und jedes Ausweichmanöver zur Vermeidung einer Kollision durch erneute Ausrichtung auf einen Zusammenstoß untergräbt. Genau das ist es aber, was die gegenwärtige griechische Regierung aus meiner Sicht macht - sie demontiert jedes noch so gut gemeinte Angebot, um mit den Bruchstücken demonstrativ in der Öffentlichkeit umherzuwerfen. Das Verhalten der griechischen Regierung interpretiere ich so, dass auch künftig jeder Versuch einer Einigung in Ermangelung der griechischen Kooperationsbereitschaft scheitern muss.
Was soll man in solcher Situation noch machen? :confused:
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