Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Na ja ... wenn man mal von den "blühenden Landschaften" im Osten Deutschlands absieht, magst Du recht haben. :p


    Völlig anderes Thema, ein Referendum über "blühende Landschaften" gab es jedenfalls nicht.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von jungermann1
    Ich würde dir mal diesen Artikel aus der Schweiz empfehlen - und allen anderen natürlich auch.
    http://www.tagesanzeiger.ch/au…581624#mostPopularComment


    Ändert auch nichts an der Tatsache das die grieschische Bevölkerung mit dem Referendum für dumm verkauft und geleimt wurde.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Ändert auch nichts an der Tatsache das die grieschische Bevölkerung mit dem Referendum für dumm verkauft und geleimt wurde.


    Nun ja, Griechenland erhält nach dieser "dramatischen Einigung" immerhin 72 Mrd. € an neuen Krediten, von denen kein Cent jemals zurückgezahlt werden wird. Knapp 15 Mrd. davon kommen aus Deutschland. Damit liegt die Summe, die Frau Merkel bisher allein im schwarzen Loch Griechenland versenkt hat, bei guten 100 Mrd. €. Ich würde daher ja sagen, daß weniger die griechische Bevölkerung für "dumm verkauft und geleimt wurde". Das wurde viel eher einmal mehr Vetter Michel.
    Ganz nebenbei hat man mit dieser Schmierenkomödie auch noch das Todesurteil für die Regierung Rajoy unterzeichnet. Und wenn dann Ende des Jahres der Tsipras-Freund und Chavez-Bewunderer Pablo Iglesias spanischer Ministerpräsident sein wird, geht der Tanz erst richtig los, denn der spanische Schuldenberg ist dreimal so hoch wie der griechische und muss ebenfalls dringend "umgeschuldet" werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Ändert auch nichts an der Tatsache das die grieschische Bevölkerung mit dem Referendum für dumm verkauft und geleimt wurde.


    Ne, der Rest der Bürger des € Raumes wurde für Dumm verkauft.

  • Nun, der Gewinner steht de facto fest: Es ist nicht der (deutsche) Steuerzahler; das ist mal klar.


    Falls noch Fragen sind,warum:


    Europoly:
    http://europoly.tagesspiegel.de/


    und was Marx dazu sagen würde:
    http://www.taz.de/Syrizas-Politik/!5210894/

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Nun ja, Griechenland erhält nach dieser "dramatischen Einigung" immerhin 72 Mrd. € an neuen Krediten, von denen kein Cent jemals zurückgezahlt werden wird.

    Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole:
    Kein Land der EU hat in der jüngeren Vergangenheit Schulden zurück gezahlt oder die Absicht, dies zu tun. Es ist Grundlage unseres derzeitigen Finanzsystems, da dies die Grundlage zur Schaffung des Geldes ist.
    Defacto sind eben alle diese Kredite auf Dauer angelegt und nur ihr jeweiliger Preis (Zins, Kreditbedingungen etc) ändert sich von Zeit zu Zeit.
    ..und genauso wird von Zeit zu Zeit die Kreditsumme 'angepasst' - bei uns heisst das dann 'jährliche Neuverschuldung'.
    Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage (Stichwort: exponentielle Geldvermehrung). Insofern würde ich Timbas Feststellung dahingehend ergänzen, dass alle Steuerzahler der EU die Dummen sind - aber nicht erst seit der Griechenland-Kriese :gpaul:


    Es scheint, dass Varoufakis vermutlich aus diesem System ausbrechen wollte und auf einen Neuanfang mit vollständiger Entschuldung über einen Grexit setzen wollte. Sein Rücktritt erinnert mich irgendwie an den Rücktritt eines deutschen Finanzministers, der die 'Reformen' der Schröder-Regierung ebenfalls nicht mittragen wollte. (Stichwort: Steuerbefreiuung auf Veräußerungsgewinne etc)


    Dass es einen Grexit nicht geben würde, war eigentlich schon länger klar, wie ich bereits am 7.6.2015 hier darlegte. Spätestens seit vor einigen Tagen GR erneut Kredite über 1,6Mrd am privaten Kapitalmarkt platzieren konnte, war das endgültig offensichtlich. All denen, die dem Märchenwald unserer 'Möchte-gern-Leitmedien' Glauben schenken, sei ein Ausspruch eines weisen Menschen ans Herz gelegt:
    Ihr sollt sie an ihren Taten messen, nicht an ihren Worten :apaul:

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    ...
    Ihr sollt sie an ihren Taten messen, nicht an ihren Worten :apaul:


    Da werden wir zum Messen der Taten griechischer Regierungen wohl ein Echolot anschaffen müssen. :D

  • Der Deal muss jetzt kommen. Die Franzosen haben dankenswerterweise den Griechen etwas unter die Arme gegriffen, so dass nun endlich eine echte akzeptable Verhandlungsgrundlage vorliegt - wie von der Troika bestätigt wurde, aber auch von vielen Marktbeobachtern. Wenn jetzt der Eindruck entsteht, allein Deutschland stehe einer Einigung im Weg und sei schuld daran, dass Griechenland aus dem Euro fliegt, eine gigantische Wirtschaftskrise im Südosten Europas entsteht und der Euroraum und EU als Ganzes in eine tiefe Krise rutscht, dann wäre das katastrophal für Deutschlands Position in der Welt. Die Nazi-Vergleiche werden ja jetzt schon fleißig gemacht. (Und wenn das ganze Ding scheitert, dann darf dies nicht an der deutschen Position scheitern. Diesen schwarzen Peter darf sich die deutsche Regierung nicht zuschieben lassen. Das sollen dann andere Hardlinerstaaten auf ihre Kappe nehmen.)


    Das verlangt natürlich jetzt echte Kooperation der Griechen. Sie müssen bereit sein, dass man ihnen auch in die Umsetzung stärker hineinregiert als bisher. Vielleicht kann das ja weiterhin Frankreich managen. Dass deutsche oder finnische Berater in Griechenland aktiv werden, ist ja relativ unvorstellbar.


    Dennoch muss man sagen, dass die griechische Regierung es den anderen Eurostaaten alles andere als leicht gemacht hat - ich hoffe nur, dass sie es beispielsweise den Balten nicht so schwer gemacht haben, dass die nun ihre Zustimmung verweigern.

  • Das Problem ist nur:


    Wie kann wenigstens halbwegs sichergestellt werden, dass die griechische Regierung von ihr zugesagte Reformen auch umsetzt.


    Dem Gesetz der Serie und den Äußerungen von Tsipras folgend sehe ich kaum eine Chance. Tsipras hat doch über Monate bewiesen, dass er schon fast gleichzeitig Hüh und Hott rufen kann. Selbst (nach der griechischen Verfassung bindende) Referenden interessieren ihn schon Tage später nicht mehr die Bohne.


    Unter dieser wenig vertrauenswürdigen Regierung bekäme der griechische Staat von mir keinen einzigen Cent. Will die griechische Bevölkerung an dieser Regierung festhalten (was alle Umfragewerte nahelegen), soll sie auch die Folgen deren Europapolitik mit Würde tragen.

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