Was ist wenn eine Bank pleite macht?

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    P.S.: Und, ach ja, die DeuBa wird nicht Pleite gehen!


    aus aktuellem Anlass...neinnein, die Deutsche geht nicht pleite ;) aber mich hat doch tatsächlich ein Kunde gefragt, nicht nur, was denn passiert, wenn seine Bank pleite geht, - da kann ich natürlich auch die entsprechenden Dinge der Einlagensicherung anbringen und habe es getan - sondern, was denn passiert, wenn quasi "alles" auf einmal zusammenbricht, sprich das ganze System in sich zusammenbricht, alle Banken gleichzeitig pleite gehen und der Einlagensicherungsfonds gar nicht alle Gelder auf einmal auszahlen kann.


    Unabhängig davon, dass ich diesen Fall für völlig unwahrscheinlich halte und denke, dass ich WENN dann sowieso ganz andere Sorgen hätte...was antwortet man so einem Kunden? Zu sagen "das passiert nicht" ist nicht wirklich das, was er hören will, auch wenn er eigentlich weiß, dass es nicht passieren wird. Jemand ne Idee? Seine Frage ist, ob es dann nicht besser ist, Gold und Immobilien zu besitzen. Klar, prinzipizell sicher richtig, aber wie krieg ich den Kunden davon überzeugt, dass es a) nicht passiert und b) was sage ich dem Kunden dennoch konkret auf die Frage "was wäre wenn"...? Jemand ne Idee von den Fachleuten hier?

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • IMHO ist die letzte Bank die in Deutschland pleite ging die METALLBANK gewesen.


    Die haben sich damals im neuen Markt bei Aktien im Internetbereich verspekuliert und wurden von der Bankenaufsicht geschlossen.


    Jeder Kunden hatte damals sein Geld vom Einlagesicherungsfond bekommen, allerdings hat die Abwicklung einige Woche gedauert. Kunden die nur die METALLBANK als Bankverbindung hatten, hatten ein Problem. Eine Sparkassen hat dann mitgeholfen, jeder Kunde der METALLBANK ein ein Konto bei dieser Sparkasse bekommen und die Gelder wurden dort ausgezahlt.


    ABER ACHTUNG, DIE SICHERUNG GILT NUR FÜR GELD!!!


    Wenn die Bank Aktien/Wertpapiere usw. für die Kunden verwaltet und die kommen abhanden, gibt es keinen Ersatz. Dann muss man Versuchen bei der Bank noch was zu holen.


    Ps: Man sollte eigtl. immer ein Zweitkonto haben. :)


    http://www.gontard-metallbank.de/

  • Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Unabhängig davon, dass ich diesen Fall für völlig unwahrscheinlich halte und denke, dass ich WENN dann sowieso ganz andere Sorgen hätte...was antwortet man so einem Kunden? Zu sagen "das passiert nicht" ist nicht wirklich das, was er hören will, auch wenn er eigentlich weiß, dass es nicht passieren wird. Jemand ne Idee? Seine Frage ist, ob es dann nicht besser ist, Gold und Immobilien zu besitzen. Klar, prinzipizell sicher richtig, aber wie krieg ich den Kunden davon überzeugt, dass es a) nicht passiert und b) was sage ich dem Kunden dennoch konkret auf die Frage "was wäre wenn"...? Jemand ne Idee von den Fachleuten hier?


    Also meinen Teilnehmern empfehle ich immer, den Kunden in die Verantwortung zu holen und das, indem sie ihn mit Fragen zum Nachdenken bringen. Erste Frage wäre also: "Für wie wahrscheinlich halten Sie dieses Ereignis?"
    Ok, es gibt Paranoiker, die müssen jedes kleinste unwahrscheinliche Szenario durchkauen (und wundern sich dann, warum sie in ihrem Leben so unglücklich sind, aber das nur am Rande :D). Also weitere Fragen nachschieben: Angenommen der Fall, es gehen mehrere Banken so pleite (z.B. durch die Subprime-Krise - wie kann man nur so blöd sein? :p), dass auch die ganzen Sicherungsfonds usw. zahlungsunfähig sind und auch keine anderen Geldgeber (z.B. die Staaten) einspringen können: Was ist dann für die nächste Woche meine allergrößte Sorge? Was sind meine größten Sorgen im nächsten Monat, im nächsten halben Jahr? Denn wenn so ein Fall eintritt, muss ja noch mehr passiert sein im Weltgeschehen. Ich vermute, dass die größte Sorge sein wird, ob ich morgen noch ausreichend zu essen haben werde. Wenn dann der Tauschhandel wieder einsetzt, muss ich also meinem Bauern was bieten können - Immobilien jucken den in diesem Fall vermutlich recht wenig. Gold ist sicherlich attraktiv, allerdings wird auch der Bauer gucken müssen, wie lange er Gold noch annehmen kann, wenn er für sich selbst genügend Nahrungsnachschub aufrechterhalten will (denn, (Investment)banker mögen erstaunt sein, aber man kann weder Geld noch Gold essen :D).


    Kurzum: ich erkläre ihm weniger, sondern lasse ihn laut denken. Und ich würde tunlichst die Finger von lassen, ihm seine Weltkonstruktion zu nehmen. Man kann seine eigene persönliche Sicht der Dinge als Info reingeben und zum darüber reflektieren anbieten - aber in die Zukunft sehen kann niemand. Alle können nur aufgrund der letzten 1, 5, 10, 20, 30, 80 Jahre eine vage Prognose über die Zukunft abgeben. Aus diesen Wahrscheinlichkeiten - in deren Berechnung ausgewählte Variablen einfließen, die für einige Experten sinnvoll, für andere Experten oder auch Laien weniger sinnvoll sein möge - wird also der Verlauf der Zukunft vorhergesagt. Und je nachdem sind eben mal Wertpapiere, mal Immobilien oder was anderes vorne, was Sicherheit und Ertrag angeht.


    Entscheiden muss aber immer noch der Kunde, was er für richtig hält - deshalb gibt es ja auch diesen riesen Stapel an gesetzlich vorgeschriebener Kundenaufklärung bzgl. Geldanlage.


    Beantwortet das in etwa Deine Frage? :)

  • Und dann wäre noch eine gute Frage, warum sich dieser Mensch mit dieser Frage beschäftigt. Was hat er davon? Man kann ja z.B. über den nächsten Urlaub nachdenken, was man sich schönes kaufen möchte oder eben darüber, was passiert, wenn alle Banken pleite gehen...


    Aber da sieht man wieder die unterschiedlichen Ausrichtungen von Daniel und mir! ;)

  • Re: Was ist wenn eine Bank pleite macht???


    Zitat

    Original geschrieben von maestro
    Hallo,


    mir ist eine Frage eingefallen, beim grübeln und nix tun ;)


    Zitat

    Original geschrieben von maestro


    Ohohohhhhhhhhhhhh... Ich sollten weniger arbeiten


    sorry...


    hehe, ich will auch deinen job
    :D

  • Aber Daniel:


    1. handelt es ich um eine depressive Persönlichkeit und


    2. wollte ich ja nur auf den Unterschied in unserer Ausrichtung hinweisen.



    Und mal ehrlich: ein Kunde, der einen Bankberater fragt, was passiert, wenn alle Banken zusammenbrechen, hat entweder nix besseres zu tun, einfach nur nicht nachgedacht (ist also intellektuell suboptimal aufgestellt) oder will andere mit unmöglichen Fragen quälen!

  • Du sagst dann einfach, dass in diesem Fall all die bösen, bösen Hedgefonds all ihr Geld auf den Markt werfen und so das System retten ;)

  • Evtl. geht es dem Kunden eher um die Angst vor einer (Hyper)Inflation anstatt einem Bankenzusammenbruch?

    Sie nannten ihn Trollfütterer.

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