Telekom beginnt mit Umstellung herkömmlicher Telefonanschlüsse auf VoIP

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ... was aber nicht automatisch den Schluss zulässt, dass ein als Universaldienstleister einzustufender Anbieter das nachmachen darf. ;)


    Den Begriff "Universaldienstleister" in Bezug zur Telekom höre ich so heute zum ersten mal.
    der Smilie hinter dem Satz hat dann wohl die zielführende Wirkung?


    Zu der Frage der Entsörung an reinen IP-Anschlüssen
    > wie meinst du das konkret ? <
    ganz einfach, für das Funktionieren eines analogen oder ISDN-Anschlusses sind viel weniger Voraussetzungen nötig, als die für den IP-Anschluß,
    beginnt beim IP-Anschluß mit der nötigen DSL-Synchronität und der sicheren Bandbreite auch im Upload,
    das braucht kein herkömml. Anschluß, denn den kann man auch notfalls mit einem analog. Tel., auch ohne Stromversorgung, an allen Kontaktstellen mühelos prüfen,
    der braucht nur die ohnehin nötige galvanische Durchgängigkeit vom VST-Port bis zur 1.TAE, was ein IP-Anschluß auch zwingend benötigt,
    hoffe das reicht um den Sinn der Ansage zu verdeutlichen?

  • Zitat

    Original geschrieben von inf-strömler
    Aber nur solange alles prima harmoniert, denn eine Entstörung an IP-Anschlüssen ist um ein Vielfaches aufwändiger als an reinen Telefonieanschlüssen, egal ob analog oder ISDN.
    Muß man dann wohl allen Beteiligten die Schuld an der Entwicklung geben, aber wohl vorrangig den Wettbewerbern.


    wirklich ? Ich halte einen IP-Anschluß viel leichter zum entstören.


    Da ist ja die Technik zentraler organisiert, vor Ort ( in der Vermittlungsstelle ) sind nur noch einfache DSL-Ports und eben eine Glasfaserleitung zur Zentrale. Und dort sitzt dann ja die ganze Vermittlung.


    Früher mußte ein Techniker in die Vermittlungsstelle fahren und den Analog/ISDN-Port tauschen, wenn bei IP etwas ausfällt dann wird eben schnell der DNS-Eintrag geändert und die Hardware beim Kunden registriert sich einen Serverschrank weiter - oder irgendwo an einem anderen Ort, im Ausland oder wo auch immer die Anbieter ihre redundanten Systeme stehen haben. Die zentrale SIP-Vermittlung wird sicher mehrmals vorhanden sein, alles andere wäre eine Katastrophe.



    TCP/IP wurde ja damals dafür geschaffen um ein Netz zu haben das auch nach einem Atomangriff schnell wieder hergestellt werden kann...

  • Zitat

    Original geschrieben von inf-strömler
    Den Begriff "Universaldienstleister" in Bezug zur Telekom höre ich so heute zum ersten mal.
    der Smilie hinter dem Satz hat dann wohl die zielführende Wirkung?
    ...


    Dem ist mitnichten so.


    Im Bereich der Telekommunikation finden sich Regelungen zum Thema Universaldienstleistungen in den §§78 bis 87 TKG. Entsprechendes existiert etwa im Bereich der Energieversorgung und anderen Bereichen der Grundversorgung der Bevölkerung mit (lebens-)notwendigen Dingen. Aktuell ist die Privatisierung der Wasserversorgung ein in diese Richtung gehendes Thema.


    Während die Grundversorgung früher durch staatliche Monopole sichergestellt war, müssen Staaten im Rahmen der Privatisierung solcher Monopole natürlich gewährleisten, dass auch die wirtschaftlich uninteressanten (aber als erforderlich angesehenen) Leistungen nicht auf der Strecke bleiben.


    Häufig erfolgt dies durch gesetzliche Bestimmungen wie besagte Regelungen des TKG, die sog. "Universaldienstleister" zur Erbringung dieser Grundversorgung verpflichten. Im Gegenzug werden Universaldienstleistern durch diese gesetzlichen Vorschriften gewisse Wettbewerbsvorteile zugestanden (ohne es jetzt konkret in Erinnerung zu haben, denke ich etwa an §82 TKG).


    Da die Telekom zu diesen Universaldienstleitern zählt, ist sie in der Entscheidung über Art und Weise der Erbringung von TK-Leistungen nicht so frei wie andere Anbieter, so dass Entscheidungen von freien Mitbewerbern nicht 1:1 auf die Telekom übertragbar sind.


    Auch wenn nun wieder die Gefahr besteht, mich dem Vorwurf der Langweilerei auszusetzen, sollten gewissen rechtliche Grundlagen bei Diskussionen in einem Fachforum wie dem TT nicht außen vor bleiben.


    In diesem ( ;) ) Sinne


    Frankie



    Edit:
    Obwohl ich nach einer Auseinandersetzung in der Vergangenheit schon seit längerem in Ruhe gelassen werde, lässt mich die neuerliche allgemeine Ankündigung natürlich wachsam werden. Der Mangel an Entscheidungsmaterial lässt vermuten, dass möglicherweise wieder nur laut gebellt wird, um die angestammte Kundschaft zu erschrecken und unter Druck zu setzen.


    Zwar habe ich nur kurz gesucht, die aber auch für diesen Fall gewohnte Entscheidungsvielfalt blieb aus. Lediglich eine einsame Entscheidung des für die Telekom zuständigen Amtsgerichts Bonn habe ich auf Anhieb ausmachen können. Der (bisher allerdings nur oberflächlichen) Lektüre entnehme ich, dass etwa ein ISDN-Anschluss als Universal-Dienstleistung selbst dann nicht kündbar ist, wenn der Kunde über DSL verfügt.


    Ich denke, die angekündigten Boshaftigkeiten der Telekom wird man nicht überbewerten dürfen - vielleicht existiert sogar ein Vermerk in der dortigen Kundendatei über streitbare Kundschaft, so dass der Krug auch diesmal an mir vorüberziehen könnte. So richtig sicher wird man sich aber nicht fühlen dürfen - wahrscheinlich das Ziel des erneuten öffentlichen Vorstoßes.

  • Merkwürdig nur:


    "Dies umfasse, so die Telekom, überwiegend Kunden mit älteren Call-&-Surf-Komplettpaketen, aber auch Kunden mit einem analogen Telefonanschluss und separat zugebuchtem DSL. Insgesamt handele es sich zunächst um einige tausend Kunden."


    Von Kunden mit ausschließlich analogem Telefonanschluss ist wiederum nicht die Rede.


    Zudem:
    "Umstellung sei aus Kostengründen zwingend".


    Dieses Argument ist bei Universaldienstleistungen so was von belanglos ...


    Aber sollen sie halt kündigen ... solange das AG Bonn nur seiner bisherigen Rechtsprechung bleibt. Das wäre schnell verdientes Geld für dort ansässige Anwälte.


    Frankie



    Edit: Es wird wohl höchste Zeit, eine Debatte loszutreten, dass bei Umsetzung der Telekom-Pläne u.a. abertausende zusätzlicher Router angeschafft und betrieben werden müssten, die rund um die Uhr Strom fressen ... da könnte sich was draus machen lassen ... mal sehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ... abertausende zusätzlicher Router ... betrieben werden müssten, die rund um die Uhr Strom fressen ...


    Vielleicht werden die ja ferngespeist, mit ISDN-NTBA ging das ja auch.

    Gier frisst Hirn, soweit vorhanden | Rauchen bildet - Krebs Meine Frau starb daran.

  • Zitat

    Original geschrieben von .me
    Vielleicht werden die ja ferngespeist, mit ISDN-NTBA ging das ja auch.


    Das sind aber zwei völlig verschiedene paar Schuhe. :) Die gängigen Router brauchen 230 Volt, d.h. um eine Versorgung über die Telefondose zu ermögichen, bräuchte man ganz andere Router.

  • Verkehrt. Die gängigen Router brauchen 5-12 V. Die Netzteile von denen brauchen mehr.
    Allerdings bei 10W Aufnahme und angenommenen 9V als Speisung fließt ein Strom von *denk denk* 1,1 A.
    Das über die Telefonadern von 0,4 - 0,8 mm² Querschnitt ergibt ziemlich viele Verluste.
    Rechnet sich glaube ich nicht! :D

  • Zitat

    Original geschrieben von skybird1980
    Verkehrt. Die gängigen Router brauchen 5-12 V. Die Netzteile von denen brauchen mehr.


    Ja, natürlich, wenn man auf die Verwendung des Netzteils verzichtet. Die Telefonleitung hat aber ungefähr 60 Volt (ich glaube, mittlerweile etwas weniger), d.h. ohne eine Umwandlung oder neue Router ist nichts zu machen.

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