Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?

  • Person C würde auch gern Erfolg haben, hat aber entweder nicht die finanziellen Mittel ins Babybett gelegt bekommen oder es mangelt an anderen Dingen.


    Soll der B mit seinen Steuern auch den C subventionieren?
    -> ja, das ist der Sinn einer Gesellschaft.


    Soll der B den A subventionieren?
    -> ja, denn der A kauft das Billighaarspray, das von dem Unternehmen produziert wird, von dem der B seine Tantieme bekommt.


    Soll der B dazu noch die neue Brücke über die Kuhweide bezahlen?
    -> nö

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Zu dem Thema kann ich mich nur aufregen. Zwei Personen, einer faul, einer fleissig und zielstrebig.


    Person A lernt nichts, strengt sich nicht an und verdient deswegen fast nix. Trägt keine bzw. wenig Verantwortung.


    Person B lernt fleißig, studiert jahrelang, arbeitet 60 Stunden in der Woche und ist selbst am Wochenende unterwegs, hat eine hohe Verantwortung etc.. Deswegen verdient er mehr. Weil er mehr leistet.


    Ich sehe ein extrem großes Problem darin, dass es Leute gibt, die die Situation auf eine solch vereinfachtes Weltbild beschränken.

    Mit Grüßen ...

  • Sicher gehört es zu einer funktionierenden Gesellschaft, dass die starken mehr Lasten tragen.
    Das ist aber schon längst der Fall. Und dies im Steuerrecht noch potenziert durch die Progression.


    Was aber nicht passieren darf, ist das Abmelken dieser Leistungsträger, denn ab einem gewissen Punkt wird es leistungsfeindlich.
    Gerade für die hier diskutierte Einkommensklasse 60k€ / 80k€ gilt dies besonders.
    Das sind in der Regel die gut ausgebildeten Angestellten, die auch keine 35h/Woche haben.

    Beste Grüße
    W.

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Zu dem Thema kann ich mich nur aufregen. Zwei Personen, einer faul, einer fleissig und zielstrebig.


    Weil Einkommen auch nur was mit "fleissig" und "faul" zu tun hat, gell? Weil die Ausbildungschancen in unserem Land gleich verteilt sind? Weil die Verdienstmöglichkeiten gleich verteilt sind? Ist jeder ein dämlicher Idiot, weil er nicht so reich wie Zuckerberg ist, obwohl er doch mit einer total trivialen Idee Milliardär geworden ist? Ich mein wenn der das hinbekommt, hätte das doch auch jeder andere hinbekommen müssen. Nur hart arbeiten und nen bissl was im Schädel haben. Wer weniger hat, hat sich einfach nicht genug angestrengt, ist geradezu ein Faulpelz.


    Zitat

    Original geschrieben von derAL Edit: Subsidiaritätsprinzip ist ja ok, aber irgendwo ist dann auch mal Ende Gelände.


    Ist klar, eine Runde pauschal los kloppen und dann noch so tun als hättest du Verständnis, wofür denn genau? Wo ist denn die Grenze? Beim "hier und jetzt"?

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Zu dem Thema kann ich mich nur aufregen. Zwei Personen, einer faul, einer fleissig und zielstrebig.


    Person A lernt nichts, strengt sich nicht an und verdient deswegen fast nix. Trägt keine bzw. wenig Verantwortung.


    Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, jedoch ist das kurz vor Propaganda. Der Großteil dieser Leute hatte nie eine Chance, fleißig zu sein oder zu lernen. Sämtliche Sendungen im Privatfernsehen die die Assis zeigen, verfolgen nur einen Zweck: und zwar soll sich der Zuschauer überlegen fühlen und über die "Idioten" lachen. Auf youtube gibt es einen schönen Kanal dazu, Walulis sieht fern.
    http://www.youtube.com/watch?v…PqkXIHHmkBGG15Ig&index=44


    Oder um es gewohnt drastisch zu sagen: wer Angst um seinen Job hat, oder generell unter Zukunftsangst leidet, hat via bashing von Faulen & Hartz4-Leuten eine wunderbare Methode, um mit der Angst umzugehen. Man selbst ist ja schließlich nicht so dumm^^.


    Wir leben nicht mehr in den gemütlichen 80er Jahren. Alles was digitalisiert werden kann, hat übelste Probleme. Und diese machen nicht vor guter Ausbildung halt, auch nicht vor einem Studium. Hier leben mehrere Millionen Menschen, die nie mehr auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Nicht heute und auch später nicht mehr. Das Ding reduziert sich auf eine einfache Frage: geht man davon aus, dass man nie arbeitslos wird und benimmt sich dementsprechend. Oder "spendet" man einen Taler und hofft, später im worstcase auch Unterstützung zu finden.


    Und eines ist mal klar: die Geschichte vom dt. Leistungsträger mit gutem Abi, Studium, pünktlich zur Arbeit kommen und Pausen nicht überziehen ist maximal das Los für die Lotterie namens Leben. Aber mit Sicherheit kein Freischein wie früher und erst recht nicht "der Gewinn". Die Zeiten sind hammerhart geworden.

  • Zitat

    Original geschrieben von dham
    Wo ist denn die Grenze? Beim "hier und jetzt"?


    Ja, finde ich schon. Ich habe mal gelernt, dass eine Steuer progressiv und anreizerhaltend sein soll. Und ein Steuertarif, bei dem man fast die Hälfte seines Einkommenszuwachses abdrücken muss, ist IMHO nicht mehr anreizerhaltend.


    EDIT:

    Zitat

    Original geschrieben von Educator
    Das Ding reduziert sich auf eine einfache Frage: geht man davon aus, dass man nie arbeitslos wird und benimmt sich dementsprechend. Oder "spendet" man einen Taler und hofft, später im worstcase auch Unterstützung zu finden.


    Ich glaube, das steht außer Frage. Es geht IMHO nicht nur um die Umverteilung, sondern dass viele Steuereinnahmen einfach verschwendet werden (angefangen von üppigen Diätenerhöhungen über idiotische Bauten und Pastorengehältern bis zum Luxus, sich diese Anzahl an Bundesländern zu leisten). Oben hat es jemand treffend ausgedrückt: Wir haben ein Ausgabenproblem.



  • Ich hatte super fleissiges Personal bei Events, 10 Stunden am Tag Vollgas. Geringer Lohn. Die faule Schnarchnase von der Gemeindeverwaltung verdient für Schneckentempo Leistung mit 5% der Energie 400% mehr Geld. So viel zu deinem Weltbild....

    Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

  • Entschuldigung, aber gegen soviel Sozialromantik kommt man kaum an.


    Weshalb sind die anderen dann nicht in die Gemeindeverwaltung gegangen?


    Edit: Es regt mich auf, dass man immer so tut, als ob Besserverdiener ein bestimmtes Gehalt zum Nulltarif gewonnen hätten. Dahinter steckt harte Arbeit oder eine, welche nicht alle machen. Das nennt man Spezialisierung. Dem geht Lernen, Lernen, Lernen voraus. Das nennt man Fleiß. Und ein Gehirn hat jeder. Wer es nicht gebraucht, der ist selbst schuld. Wer es aufgrund eines Handicaps nicht nutzen kann oder aufgrund anderer Härtefälle (kein Bock auf Leistung ist für mich kein Härtefall) nicht nutzen kann, dem sei Subsidiarität gegönnt.


    Zu Deinem Event-Personal: Hast Du sie leistungsgerecht entlohnt bzw. weshalb hast Du sie nicht leistungsorientiert entlohnt, so nebenbei gefragt? Wie wird sich Deine Antwort mit der Sozialromantik vertragen? Bin mal gespannt, was Du schreiben wirst.

  • Zitat

    Original geschrieben von Bongomann
    Ich glaube, das steht außer Frage. Es geht IMHO nicht nur um die Umverteilung, sondern dass viele Steuereinnahmen einfach verschwendet werden (angefangen von üppigen Diätenerhöhungen über idiotische Bauten und Pastorengehältern bis zum Luxus, sich diese Anzahl an Bundesländern zu leisten). Oben hat es jemand treffend ausgedrückt: Wir haben ein Ausgabenproblem.


    Dass es mehr ein Ausgabenproblem ist sehe ich auch so. Aber es gibt eben auch eine stetig steigende Anzahl von Leuten, die gefühlt schon Millionär sind und auf alles und jeden schei**en. Tatsächlich haben sie sich aber in 20 Jahren "nur" 120.000 und ein normales Haus zusammengespart.
    Das ist das Ende der Solidargemeinschaft, was iwie auch abzusehen war bei den Trends "Lebe Dein Leben/Individualismus" usw.

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