Hast du nicht eben noch gesagt, unser heutiger Wohlstand sei wesentlich auf die Hartz-Reformen zurückzuführen? Wer war denn da nochmal an der Regierung?
Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?
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Ja, nicht nur die Hartz-Reformen, die ganze Agenda 2010 war das. Wir hatten damals 5 Millionen Arbeitslose, Schröder stand das Wasser bis zum Hals und mußte handeln. Was da dann gemacht wurde war zum größten Teil auch richtig. Aber davon wollen ja Rot-Grün heute nichts mehr wissen, jetzt wollen sie ihre eigenen Reformen wieder zu großen Teilen zurücknehmen. Das ist aber falsch und unglaubwürdig noch dazu. Den Spitzensteuersatz in der eigenen Regierungszeit absenken, dann in der Oppostion beklagen daß die Reichen zuwenig Steuern zahlen würden. Sowas nennt man Politik aus dem Tollhaus.
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Zumindest widerlegt das doch deine plakative "Linke verstehen nichts von Wirtschaft -Regel", oder? Oder waren die 7 Jahre Rot/Grün quasi eine Ausnahme von der Regel? Wie auch immer, die Geschichte hat zumindest auch gezeigt, dass auch ein langes regieren von Konservativen nicht zwangsläufig zu blühenden Landschaften führt.
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Ja Schröder hat da mal ausnahmsweise und aus der Not geboren mal was richtiges gemacht. Damit ist es aber jetzt anscheinend vorbei.
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Hmm, deine Logik verstehe wer will
Die wirtschaftlichen Kenndaten waren bei Regierungsübernahme durch Rotgrün 1998 schon schlecht. Nach 16 Jahren CDU/CSU-FDP-Koalition. Die "Sozen" hatten Anfang der 1980er Jahre zuletzt regiert.Der Spitzensteuersatz war dazu nie so niedrig wie unter Rotgrün, nämlich 42 % im Jahr 2005. Während CDU/SPD-Regierung stieg er 2007 auf die heutigen 45 %. 1989 lag er übrigens bei 56 %. 1998, beim Regierungswechsel, waren es 53 %.
Überhaupt hatte Deutschland seit den Zeiten des Wirtschaftswunders bis Rotgrün nie einen Spitzensteuersatz von weniger als 53 %. (In den 1990ern waren es inkl. Soli bis zu 57 %.) Bis 1996 gab es dazu die Vermögensteuer. Deutschland hatte also lange Zeit deutlich niedrigere Arbeitslosigkeit als heute, und höheres Wirtschaftswachstum als heute, obwohl die Steuern viel höher waren.
Ganz offenkundig besteht da kein direkter Zusammenhang.
Was die SPD heute vor hat, hat mit linker Umverteilungspolitk nix zu tun. Wenn das so wäre, was hätten CDU/FDP gemacht, zu deren Zeiten nicht nur in den 1980ern und 1990ern, sondern bereits in den 1960ern. die Steuern für "Reiche" eben viel höher waren, noch viel höher als die Vorschläge aus der LINKEN? Ihr könnt Kohl ja mal verbal zum Kommunisten "befördern" - da wird Oggersheim aber beben!
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Zitat
Original geschrieben von oleR
Der Staat gibt weiter viel mehr Geld aus, als er einnimmt. Was er an Leistungen bereitstellt, ist trotz aller Kürzungsrunden und Leistungseinschränkungen der letzten 20 Jahre nicht mit dem zu finanzieren, was an Steuern reinkommt. Entweder, wir kürzen weiter drastisch oder wir sorgen endlich für eine auskömmliche Finanzierung unseres Gemeinwesens.Ich kann den großen Kahlschlag im Sozialbereich jetzt nicht so erkennen, klär mich mal auf.
Etat für Soziales?ZitatIn Deutschland wird Leistung selten mit Geld belohnt. Das gesamte System würde sofort zusammenbrechen, wenn wesentliche Leistungsträger ins Ausland wechselten. Und die bekommen oft kaum mehr als 2.000 € brutto im Monat.
Welche Gruppe soll das denn sein?
In den Bereichen, die ich kenne, wird im allgemeinen Leistung immer noch mit Geld belohnt. Sicher gibt es Auswüchse und Ungerechtigkeiten aber im Grundsatz ist das immer noch so.Zitat"Neid" ist in vielen Fällen bloß vorgeschobenes Argument, um einer Debatte über die Lastenverteilung aus dem Weg zu gehen.
Wieviel Steuern zahlt denn Dein 2k€ Beispiel im Vergleich zum 7,5k€ Beispiel?
ZitatVermögen schafft jedenfalls selten Arbeit, sorry
Vermögen nicht aber Geld bzw. Investment. Gerade bei inhabergeführten mittelständischen Unternehmen.
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Zitat
Ich kann den großen Kahlschlag im Sozialbereich jetzt nicht so erkennen, klär mich mal auf.
Etat für Soziales?Es betrifft nicht nur den Sozialbereich, den man übrigens schwerlich am Etat für Soziales festmachen kann. Der Zustand öffentlicher Bauten und Infrastruktur ist in vielen Fällen beispielsweise einfach übel. Da hat sich ein riesiger Instandhaltungsstau aufgebaut.
ZitatWelche Gruppe soll das denn sein?
In den Bereichen, die ich kenne, wird im allgemeinen Leistung immer noch mit Geld belohnt. Sicher gibt es Auswüchse und Ungerechtigkeiten aber im Grundsatz ist das immer noch so.Das betrifft nicht nur kleine Gruppen, sondern große Teile dieser Gesellschaft. Ohne LKW-Fahrer, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, würde gar nix laufen. Das ist Leistung! Ohne Altenpfleger könnten wir unsere Ollen direkt ins Krematorium schieben oder aber uns Tag und Nacht um sie kümmern. Das ist Leistung! Ohne Müllabfuhr und Putzfrauen würden wir im ekeligen Dreck sitzen. Das ist Leistung!
Ich dagegen sitze mit Mitte 20 als gerade eben fertiger Akademiker im Büro und arbeite für einen deutlich höheren Lohn. Ich wühle nicht im Dreck, meine Arbeitszeiten sind auch nicht schlimmer als die von Truckern und belastende Erlebnisse mit altersschwachen Mitmenschen bleiben mir auch erspart. Meine Leistung liegt mitnichten höher - das weiß ich ganz genau. In dieser Gesellschaft wird nicht nach Leistung bezahlt.
ZitatWieviel Steuern zahlt denn Dein 2k€ Beispiel im Vergleich zum 7,5k€ Beispiel?
Weniger. Das 2k-Beispiel kann schlecht von minus 200 € im Monat leben. Er/sie wird dabei oft trotzdem 40 Stunden die Woche werkeln. 150 pro Woche wird nicht gehen.
ZitatVermögen nicht aber Geld bzw. Investment. Gerade bei inhabergeführten mittelständischen Unternehmen.
Besteuert würde aber Vermögen. Geld schafft übrigens auch selten von sich aus Arbeit, sonst würde halb Amerika bei Apple anfangen.
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Zitat
Original geschrieben von oleR
Das betrifft nicht nur kleine Gruppen, sondern große Teile dieser Gesellschaft. Ohne LKW-Fahrer, die sich die Nächte um die Ohren schlagen, würde gar nix laufen. Das ist Leistung! Ohne Altenpfleger könnten wir unsere Ollen direkt ins Krematorium schieben oder aber uns Tag und Nacht um sie kümmern. Das ist Leistung! Ohne Müllabfuhr und Putzfrauen würden wir im ekeligen Dreck sitzen. Das ist Leistung!Ich dagegen sitze mit Mitte 20 als gerade eben fertiger Akademiker im Büro und arbeite für einen deutlich höheren Lohn. Ich wühle nicht im Dreck, meine Arbeitszeiten sind auch nicht schlimmer als die von Truckern und belastende Erlebnisse mit altersschwachen Mitmenschen bleiben mir auch erspart. Meine Leistung liegt mitnichten höher - das weiß ich ganz genau. In dieser Gesellschaft wird nicht nach Leistung bezahlt.
Ja, da bin ich durchaus bei Dir, wer zu den eigentlichen Stützen der Gesellschaft zählt.Freu Dich, dass Deine Belastung als Akademiker moderat ist.
Ich habe selber schon in den verschiedensten Bereichen gearbeitet, sowohl körperlich als auch geistige Tätigkeiten.
Bei kleinen Firmen und in Großkonzernen. Auch war ich eine kurze Zeit in der Verleihbranche.Was ich allerdings auch sagen muss, ohne die Arbeit der vielen fleissigen normalen Werktätigen schmälern zu wollen:
Ein sogenannter Reicher, der diese ominösen 80k€ verdient, ist evtl. der zwar nicht körperlich schwer arbeitende Malocher aber durchaus Abteilungsleiter, die mehr als die normalen 40h arbeiten, oftmals auch ständig erreichbar sein müssen und eine große Verantwortung für die Arbeitsplätze tragen.
Das ist oftmals stressiger als Steine schleppen.
Nicht falsch verstehen, Arbeit und Stress hat nicht immer was mit Schweiß und Dreck zu tun.Ich muss zugeben, das ist auch ein schwieriges Thema und sehr vielfältig.
Nur mal als Beispiel: (das Beispiel hier ist real!)
Hier werden die normalen Tonnen von der städtischen und die gelben Tonnen von den privaten abgeholt.
Kurzform:
Der private Müllwagen ist mit Fahrer und einer hinten besetzt, bei der Entleerung des vollen Wagens in der MVA springt der hintere Mann auf ein anderes Auto zeitweise.Der städtische ist zu dritt besetzt und die fahren alle zur MVA.
Von der Schnelligkeit und Krankenstände will ich jetzt gar nicht erst anfangen.
Beides Müllmänner, der eine verdient aber nur die Hälfte.Wer ist der Leistungsträger in Deinem Beispiel?
Meiner Meinung nach liegt die Wahrheit in der Mitte, denn der private wird unterbezahlt und der städtische überbezahlt. -
Finde mit 80.000 Euro pro Jahr ist man auf jeden Fall ein Besserverdiener. Glaub das mittlere Einkommen in Deutschland ist bei so 25.500 Euro rum
>2/3 also weniger als 17.000 Euro: Geringverdiener
2/3-2x also 17.000 Euro bis 51.000 Euro: Normalverdiener
2x-5X also 51.000 Euro bis 127.500 Euro: Besserverdiener
<5x also mehr als 127.500 Euro: Spitzenverdiener -
http://heikoseifert.de/2007/11…er-oder-groesser-zeichen/

http://de.statista.com/statist…in-deutschland-seit-1960/
Bei Deinen 51k€ ist im Süden des Landes dann aber ein relativ großer Teil der Vollzeitarbeitnehmer "Besserverdiener".
Ohne näher darauf einzugehen:
In NRW in unsereren Produktionsbetrieben haben die gewerblichen Arbeitnehmer einen Durchschnittsverdienst über alle Gruppen von 48.917€ in 2012 erzielt.
Incl. allem Gedöns aber ohne steuerfreie Zuschläge. (zu versteuerndes Jahresbrutto)
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