Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    So leben im Westen Deutschlands ca. 52 Prozent in den eigenen vier Wänden, (im Osten ca. 38 Prozent). Die sind schon mal von einer höheren Grundsteuer wie sie die Grünen planen alle betroffen. Wer Mieter ist wird auch indirekt betroffen sein, denn die höhere Grundsteuer wird sicher auf den Mietpreis durchschlagen.


    Es geht doch überhaupt nicht darum, wer von den Plänen "betroffen" ist, sondern wer unter'm Strich belastet ist. Was interessiert mich eine Höhere Grundsteuer von meinetwegen 150€ p.a., wenn ich im gleichen Atemzuge 200€ Einkommenssteuer einspare? Dann bin ich zwar auch von den Steuerplänen betroffen, aber eben positiv.


    Da gerade das Thema Grundsteuer eines deiner Lieblingsargumente zu sein scheint: Bisher sind doch noch gar keine Zahlen bekannt! Die Grünen haben nur angedeutet, die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer zu ändern. Diese stammt nämlich noch aus den 60er Jahren und ist daher völlig veraltet. Das führt dazu, dass für die Bewertung eines Grundstückes Fantasiekriterien anno 1965 zu Grunde gelegt werden. Der tatsächliche Wert ist mittlerweile völlig anders! Selbst der Bundesfinanzhof hat Bedenken an der Verfassungsmäßigkeit dieser Werte geäußert, das Bundesverfassungsgericht regt ebenfalls eine verfassungsrechtliche Prüfung an (http://de.wikipedia.org/wiki/G…Deutschland%29#cite_ref-5 (Fn.5-7)).


    Selbst wenn man die Bemessungsgrundlage so ändert, dass der tatsächliche Wert eines Grundstückes herangezogen wird (was eigentlich selbstverständlich sein sollte) führt dies ja nicht automatisch zu höheren Steuern. Vielleicht würde dein Solar-Bauer Onkel sogar Steuern sparen, weil Ackerland weniger Wert ist als in den 60ern.


    Meiner Meinung nach würde eine Erhöhung der Grundsteuer jedoch erheblich zur Steuergerechtigkeit beitragen.

  • Das sehe ich ähnlich, obwohl ich persönlich eher ein kompletter Gegner der Substanzbesteuerung bin. Allerdings führen viele Wege nach Rom. Wie genau das ganze umgesetzt werden kann, steht m.E. völlig in den Sternen.


    Wichtig ist in meinen Augen die Intention, die hinter den grünen Vorschlägen als Grundgedanke steht. Und das ist die Schaffung von ein wenig mehr sozialer Gerechtigkeit.


    Wie sich dieser Grundgedanke dann konkret umsetzen lässt, mag doch dahinstehen - der Weg als solcher ist m.E. jedenfalls der Richtige.


    Frankie

  • Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Dein Beispiel ist halt nur zufällig gegriffen. Ich kann genauso nur 50 Euro Einkommensteuer sparen und 200 Euro mehr Grundsteuer im Jahr bezahlen. Außerdem läßt du die Krankenkassenbeiträge auf alle Einkommensarten völlig außen vor. Da kommen auf alle gesetzlich Versicherten welche außer Arbeitseinkommen noch irgendein weiteres Einkommen haben, wie z:B. Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen usw. höhere Abgaben zu. Freibeträge sind da nicht vorgesehen, dies trifft da mit Sicherheit mehr als 10 Prozent der Bürger. Höhere Steuern auf Kapitalerträge und höhere Erbschaftssteuer und Reduzierungen beim ermäßigten Mehrwertsteuersatz kommen bei den grünen Planungen noch hinzu. Insgesamt gesehen werden durch deren Gesamtrezept nur wenige Bürger entlastet werden. Das Hauptargument gegen deren Plänen ist aber nach wie vor die schädliche wirtschaftliche Wirkung.


    PS. Wenn du glaubst daß Ackerland heute weniger wert ist als in den 60er Jahren dann liegst du da völlig falsch. Die Ackerlandpreise sind seit dieser Zeit sogar sehr kräftig gestiegen, u.a. auch dadurch das dieses immer knapper wird.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Dein Beispiel ist halt nur zufällig gegriffen.


    Genauso wie deine Mutmaßungen. Bisher ist eben noch nichts konkretes angekündigt worden, bis auf die Änderungen der Einkommensteuer, und hier sprechen eben alle seriöse Quellen von einer großflächigen Entlastung (s. Zeit.de). Und gegen eine Reform der Grundsteuer kann man in Anbetracht der antiquirten und vermutlich verfassungswidrigen Berechnung doch nicht ernsthaft sein, oder? Bist du eigentlich auch dafür, die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, welche in D besonders hoch ist? Wenn ja, welche Vorschläge dafür findest du denn gut?

  • Wird halt durch ständige Wiederholungen nicht richtiger. Selbstverständlich haben die eine Bürgerversicherung unter Heranziehen aller Einkommensarten für die Beitragsbemessung geplant. Mußt dich halt mal richtig informieren. Die Schere zwischen arm und Reich ist doch deshalb nur etwas größer geworden,weil Rot-Grün in ihrer Regierungszeit durch die Agenda-Reformen prekäre Arrbeitsverhältnisse wie 1 Euro-Jobs, Leiharbeit usw. eingeführt haben und mit Harzt 4 eine Armutsfalle geschaffen haben. Dies läßt sich nicht mit steuerlichen Maßnahmen ausgleichen, man muß bei den Ursachen ansetzen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    .. Bist du eigentlich auch dafür, die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen, welche in D besonders hoch ist? Wenn ja, welche Vorschläge dafür findest du denn gut?


    Du wirst hier kaum einen finden, der das nicht so sieht, mich eingeschlossen.


    Die Frage ist, was ist reich?
    Und da gibt es natürlich große Unterschiede in der Wahrnehmung.


    Klar ist für mich aber auch, dass der Staat genug Gelder einnimmt. Die Frage der Verteilung stellt sich hier eher.
    Das Sozialbudget ist auch sehr hoch in Deutschland, die soziale Absicherung ist im Vergleich mit anderen Ländern auch nicht schlecht.

    Beste Grüße
    W.

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Selbstverständlich haben die eine Bürgerversicherung unter Heranziehen aller Einkommensarten für die Beitragsbemessung geplant. .


    Und du gehst davon aus, dass dies zu höheren Krankenkassenbeiträgen führen wird, weil...?


    Ich sehe darin erstmal einen Weg hin zu mehr Gerechtigkeit bei der Beitragszahlung. Warum sollen bestimmte Einkommensarten privilegiert sein? Leuchtet mir nicht ein.

  • Wir kommen da nicht auf einen Nenner, ich sehe das völlig anders. Jetzt kommt das Kontrastprogramm von Angela Merkels Union zu den Plänen von Grünen und SPD. Steuererhöhungen sind da jedenfalls nicht vorgesehen. Jeder kann sich jetzt selber ein Bild machen was er für besser hält:



    http://www.merkur-online.de/ak…-belohnen-zr-2932995.html

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Wir kommen da nicht auf einen Nenner, ich sehe das völlig anders.


    Dann erklär doch mal, warum du das so siehst. Warum sollen bestimmte Einkommensarten für die Beiträge zur Krankenversicherung unberücksichtigt bleiben? Warum soll sich die Berechnung der Grundsteuer nicht nach dem tatsächlichen Wert des Grundstücks richten?

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