Nokia verkauft Smartphone-Geschäft an Microsoft

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Soviel zur 'heißen Luft', Gag:

    Die Behauptung in der Handelsblatt-Meldung, dass Microsoft kein eigenständiges Mobiltelefon-Geschäft mehr betreiben möchte, ist schlicht und ergreifend falsch.


    Hier kann man die vollständige Mitteilung von Nadella lesen:


    https://news.microsoft.com/201…harpening-business-focus/


    "In the near term, we will run a more effective phone portfolio, with better products and speed to market given the recently formed Windows and Devices Group. We plan to narrow our focus to three customer segments where we can make unique contributions and where we can differentiate through the combination of our hardware and software. We'll bring business customers the best management, security and productivity experiences they need; value phone buyers the communications services they want; and Windows fans the flagship devices they'll love."


    Soviel also zur "heißen Luft", lieber AL. :rolleyes:


    Die MobileGeeks-Meldung hatte ja zudem in den Raum geworfen, dass Windows Mobile komplett fallengelassen werden könnte. Auch davon kann nicht einmal im Ansatz die Rede sein.

  • Man sollte -gerade auch mit journalistischem Background- zwischen den Zeilen lesen. Das, was da passiert, nennt man in Summe Deinvestment. MS wertet den Stellenwert bzw. die Bedeutung neu ein. Man konzentriert, baut Ressourcen ab, macht es schlanker, steckt nicht mehr so viel rein, schreibt ab, löst auf, macht es kleiner usw..Und die Investoren atmen auf. Das führt wohin? Man kann es a la longue abhaken. Das Ding ist so gut wie durch. Let's OEM, MS. Und, Bad News werden immer scheibchenweise verteilt. Wieviel Scheiben willst Du denn noch serviert bekommen, bis es für Dich evident ist? Zwangs-Notübernahme der Nokia-Sparte unter Kurzschlusshandlung/'Affekt', nachdem der Hauptkooperationspartner mit Android 'droht', Ballmer weg, Elop kein Nachfolger, Absatzflaute, radikale Strategieänderung, das Öffnen der Software für andere Systeme, nun der Rotstift, Investoren goutieren das mit Käufen ... ? :D

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Dadurch wird aber auch klar, dass Elops Verkauf des Wasserkopfes und der Überkapazitäten an MS in der Rückschau zu dem damaligen Preis ein Segen für Nokia war. 7,6 Mrd. USD Abschreibung.


    Dadurch wird klar wie bescheuert es von MS war Nokia zu kaufen (Ballmer) und dass die absurde Strategie von Elop auch nur durch Zufall geklappt hat (falls der Verkauf jemals Teil der Strategie war) und nicht weil das wirtschaftlich sinnvoll war. Mit 7 Milliarden USD hätte man sicherlich sinnvoller Windows Phone Geräte am Markt platzieren können (durch diverse Hersteller), anstelle jetzt für diesen Betrag Nokia abzuwickeln.


    Zitat

    Original geschrieben von derAL Falls Nokia wieder ins Geschäft zurückkehren wollte: Nun könnte man effizient, schlank und durch Kooperationen (Jolla, verweise auf die dortigen Entwicklungen, gepostet gestern) raffiniert agieren. Ohne Wasserkopf. Mit einer guten schlagkräftigen Truppe.


    Nachdem es schon nicht geklappt hat zusammen mit einem der größten Softwarehersteller ein neues OS zu etablieren, eine geniale Geschäftsidee.

  • dham: Ich schrieb 'könnte' im Sinne einer Option/Wahlmöglichkeit. Dennoch, Nokia könnte das alte MeeGo nun Jolla/Sailfish mit wesentlich weniger Overheadkosten (zunächst) unterstützen, mit Patenten und/oder mit Lizenzierung des Namens ausstatten. Eine wesentlich günstigere Spielwiese als das, was in den letzten Jahren so alles Geld verbrannte (und nun bei MS Geld verbrennt). Ob dann später mehr daraus werden könnte, ist auch wieder von Optionen und Verhandlungen abhängig. Oder? :)

  • Nokia hat alles richtig gemacht. Wenn sie schau sind, lassen sie die Finger vom Smartphone-Markt. Samsung hat ja auch gerade Probleme.

  • 'Gerade' bedeutet doch in dem Kontext 'taktisch', 'später' definiert 'strategische Überlegungen'.
    Und da sind Optionen und die Anzahl an Wahlmöglichkeiten hilfreich.


    :)

  • Zitat

    Original geschrieben von derAL
    Dadurch wird aber auch klar, dass Elops Verkauf des Wasserkopfes und der Überkapazitäten an MS in der Rückschau zu dem damaligen Preis ein Segen für Nokia war. 7,6 Mrd. USD Abschreibung. Falls Nokia wieder ins Geschäft zurückkehren wollte: Nun könnte man effizient, schlank und durch Kooperationen (Jolla, verweise auf die dortigen Entwicklungen, gepostet gestern) raffiniert agieren. Ohne Wasserkopf. Mit einer guten schlagkräftigen Truppe.


    Die Sache hat in meinen Augen nur einen Haken.


    Es macht nach wie vor nicht den Eindruck, als wenn Nokia irgendeine "atemberaubende" Strategie hätte.
    Als Beispiel nehme ich mal wieder die Entwicklung der Kartendienste und Anwendungen unter WP. Vieles ist kaum besser als unter Symbian, vieles nur gleich gut und vieles immer noch schlechter als bei inzwischen 6 Jahre alten Komkurrenten. Wenn das ein Beispiel ihrer Innovationskraft und ihrer Leistungsfähigkeit war, dann viel Spaß bei der hypothetischen Möglichkeit eines Mobilfunk Neuanfangs.


    Auch habe ich nichts darüber gelesen, dass tolle Leistungen im Bereich der Zusammenführungen und Vereinfachung von Diensten vollbracht worden wäre.


    Es mag ein Segen sein, dass Nokia den Wasserkopf los ist aber was kommt danach ? Was würde Nokia im Mobilfunkmarkt bestehen lassen ? Ich meine innovations technisch.


    VG

  • Zitat

    Original geschrieben von dham
    Dadurch wird klar wie bescheuert es von MS war Nokia zu kaufen (Ballmer) und dass die absurde Strategie von Elop auch nur durch Zufall geklappt hat (falls der Verkauf jemals Teil der Strategie war) und nicht weil das wirtschaftlich sinnvoll war. Mit 7 Milliarden USD hätte man sicherlich sinnvoller Windows Phone Geräte am Markt platzieren können (durch diverse Hersteller), anstelle jetzt für diesen Betrag Nokia abzuwickeln.


    Soo dumm war MS m.M.n. auch nicht.
    Wäre Nokia wirklich zu Android geschwenkt, dann wäre der Marktanteil von WP praktisch und schlagartig auf fast null gefallen.
    Im Gegenzug wäre es MS aber nicht in kurzer Zeit möglich gewesen, eine eigenständige Hardware Sparte aus dem Boden zu stampfen. 7 Mrd. mögen teuer gewesen sein aber wahrscheinlich günstiger, als alle Alternativen.
    Denn zu den Kosten einer eigenen Hardwaresparte gehören sicher auch die Verluste, die in den 1-2 Jahren fast ohne WP Geräte entstanden wären. Siehe Symbian, MeeGo und Nokia.


    VG


  • Deine Aspekte sind nicht von der Hand zu weisen und gerade deshalb interessant.


    (1) Es macht es nicht vordergründig, da bin ich gerne bei Dir. Andererseits, weshalb sollte Nokia da noch viel Energie reinstecken, wenn MS in Deinvestment denkt?


    (2) Zwei Blinde ergeben noch keinen Sehenden; ja. Und jetzt ist noch kein geeigneter Zeitpunkt da. Der Markt ist überwiegend gesättigt. Allen Herstellern drohen Wachstumseinbußen (ja, auch Apple). Man kann nur Marktanteile abnehmen und hierfür sind die Voraussetzungen nicht die besten. Allerdings sollten wir berücksichtigen, dass unternehmerisches Handeln nicht nur aus 1 oder 0 bzw. aus schwarz oder weiß besteht. Dazwischen gibt es etliche Abstufungen und Nuancen.


    (3) Nokia hat ein interessantes Patentportfolio und ist nach wie vor stark vernetzt. Zudem hat es starken Einfluss auf die Netzarchitektur. Was sind denn die neuen Themen in der Branche? Internet der Dinge, Connected Car, Digitalisierung, Industrie 4.0 um nur mal einige zu nennen. Und die damalige Überlegung 'next billion' war gar nicht mal verkehrt. Einerseits wird der mobile Weltmarkt weiter (wenn auch auf niedrigerer Flamme) wachsen, andererseits ist er im Smartphonebereich nahezu gesättigt. Sailfish/Jolla/open source bieten da Alternativen, vor allem in einer Zeit, in welcher der Markt von Google und Apple dominiert wird. Nicht jeder wird sich auf Dauer dort bewegen können, vor allem, weil bald überall auf der Welt der Gürtel enger geschnallt werden muss. Die Überliquidität wird über kurz oder lang wieder eingefahren. Nur eine Frage der Zeit. Volkswirtschaften müssen sparen, reformieren. Das hat Auswirkungen auf die Reallöhne. In dem Kontext sind auch die Ausgaben für Mobiltelefone zu sehen. Provokante Frage: Werden die Griechen in den nächsten Jahren eher iPhones kaufen oder andere Alternativen? Die Spanier, die Portugiesen etc.. Soll ansatzweise beschreiben, was ich meine. Der Markt kann demnach noch ein drittes Alternativ-System aufnehmen. Bisher waren hierfür lediglich die Strategien falsch. Das erkennen manche bitter in der Rückschau.


    Den Hauptvorteil sehe ich darin, dass ein kleines Team wenig Geld verbrennen würde. Man kann also beherzt experimentieren. Die Branding-Aktionen (Nokia Tablet) sehe ich derzeit als Experimente bzw. als Aktionen, die Marke für später zu erhalten. Und dann spielen natürlich persönliche Erfahrungen auch rein. Wenn die Herde 'Ja' sagt, dann kommt meistens ein 'Nein' heraus. Und ein Massen-Nein sorgt mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein überraschendes Ja. Zumindest erlebe ich das häufig an den Finanzmärkten. Die Mehrheit ist meistens ein schlechter Ratgeber (Ausnahmen sind natürlich existent). Auch bei Nokia habe ich das bei 1,34 EUR erlebt. Wer lag da falsch - die Mehrheitsmeinung (Nokia am Ende; was kam raus? Nokia lebt oberhalb von 5-6 EUR immer noch gut). ;) Aktuell schreien alle 'Nein'. Wie hoch ist demnach die Wahrscheinlichkeit, dass sie diesmal Recht haben?


    Dazu ein provokantes und aktuelles Beispiel aus der Börse (um es konkret deutlich zu machen; ABSOLUT KEINE EMPFEHLUNG, deswegen auch keine Daten, nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, das als solche zu interpretieren; Also Kinder zu Hause: nicht nachmachen, es ist sehr gefährlich und Ihr könnt Euch mächtig weh tun):


    - Was bringt eine 30jährige Bundesanleihe am Ende des Tages für eine Rendite?
    - Was bringt eine 30jährige griechische Staatsanleihe am Ende des Tages für eine Rendite unter der Annahme, dass es einen Schuldenschnitt geben wird? Wo hoch kann dieser sein, dass man damit besser fährt als mit der sicheren Bundesanleihe?
    - Welche Anlage entwickelt sich dann besser?
    - Welche hat dann mehr Risiko?


    Was will ich damit aufzeigen? Jede Medaille hat zwei Seiten. Chancen und Risiken sind oftmals eine Sache der Perspektive. Und die ist fließend. Und so ist das auch bei Unternehmen und Nokia. Und an den Märkten gilt erst recht; was interessiert mich das Geschwätz von gestern?


    ;)

  • Das hier:


    http://www.n-tv.de/wirtschaft/…-ein-article15467061.html


    in einen Sieg für Nokia oder MS zu deuten, ist schräg.


    Es ist das eingetreten, was harlekyn, kues und ich schon vor Jahren (! siehe Signatur) haben kommen sehen...und rückblickend nun bestätigt werden....;)


    DAS hätte ich auch hinbekommen; sogar besser.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

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