Ukraine / Krimkrise

  • Aus Sicht des russischen Establishments ist eine stabile Ukraine offenbar eine Art Störenfried - insofern gäbe es da vielleicht tatsächlich etwas zu befrieden. Und Dir werden sicher auch noch Argumente dafür einfallen.


    Ansonsten spricht Dein Vorschlag zur Lösung der Krise für sich. Sollte das passieren, kehren wir in der Tat in das Jahr 1956 zurück.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Aus Sicht des russischen Establishments ist eine stabile Ukraine offenbar eine Art Störenfried - insofern gäbe es da vielleicht tatsächlich etwas zu befrieden. Und Dir werden sicher auch noch Argumente dafür einfallen.
    ...


    Wohl eher nicht. Welchen Sinn sollte das haben?


    Nicht jeder ist mit einem Überschuss an Phantasie gesegnet und beschäftigt sich mit irgendwelchen kruden Hirngespinsten.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    ...
    Ansonsten spricht Dein Vorschlag zur Lösung der Krise für sich. Sollte das passieren, kehren wir in der Tat in das Jahr 1956 zurück.


    Diese Runde hatte unsere Bundesmutti doch letzen Sonntag ausdrücklich eingeläutet, als sie mit dem Scheckbuch zur Finanzierung der Aufrüstung in Kiew zu Besuch war.


    Der IWF hatte nämlich erkannt, dass kein Geld fließen darf, solange Kiew Jagd auf die eigenen Bürger macht. Weil diese Übung aber in der EU für Begeisterung sorgt, hilft nun Mutti finanziell aus. Bis 1970 sind wir damit mindestens schon zurück ... da fehlt bis 1956 dann nicht mehr viel.


    Obwohl dazwischen noch die Kuba-Krise lag, die bei der Zeitreise in die Vergangenheit vielleicht nicht noch einmal so glücklich ausgeht.



    Edit:
    - hat sich mit anderen Beiträgen überschnitten (siehe unten) -

  • Frank, Du hast das zugrundeliegende Argument nicht begriffen. Dein Wunsch nach einer Befriedung der Ostukraine durch russische Truppen ist nämlich nicht nur unerfreulich, weil er das Völkerrecht ad absurdum führen würde, andere Staaten wie China zu ganz ähnlichen Maßnahmen ermutigen könnte, zu einer dauerhaften Isolierung Russlands führen und seine Demokratisierung verhindern würde usw. usf. - er ist auch vollkommen unrealistisch - jedenfalls dann, wenn sich damit die Hoffnung auf eine dauerhafte Beruhigung des Konfliktes verbände. Genau das Gegenteil wäre das Ergebnis.


    Im Grunde ist die Idee so hanebüchen, dass man sich schon fragen muss, warum, wieso und auf welche Weise man so einen Gedanken fassen kann. Deshalb ist auf Deine Bemerkung zu den Hirngespinsten nur zu erwidern: Erkenne Dich selbst!

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Russland tritt seit langem und vehement für einen Waffenstillstand und die sofortige Beendigung der Kampfhandlungen ein.


    Aber die Nachrichten der letzten Tage hast du schon verfolgt, oder? :confused: Russland liefert Waffen, Soldaten, hält sich nicht an bestehende Grenzen, lobt die kämpfenden Separatisten, usw. usf.


    Ein vehementes Eintreten für die sofortige Beendigung der Kampfhandlungen sieht definitiv anders aus. Fall doch nicht auf dieses doppelte Spiel Putins rein!

  • Meine Argumente für ein militärisches Eingreifen in der Ukraine sind doch keine anderen als diejenigen, die sich die NATO in den1990er Jahren bei ihrem Eingreifen in Jugoslawien selbst zu eigen gemacht hatte. Im übrigen einer der wenigen militärischen Eingriffe von Außen, die ich befürwortet hatte und immer noch für richtig halte.


    Obwohl auch dieser militärische Eingriff der NATO meiner Erinnerung zufolge ohne UN-Mandat erfolgte und damit formell gegen das Völkerrecht verstieß.


    Zudem wird man nun im Jahre 2014 das im Jahr 2001 eingeführte (und von den USA sogar als als Fortentwicklung des Völkerrechts angesehene) Konzept der "Responsibility to Protect" zugunsten Russlands in die Waagschale werfen müssen.


    Hier ein Link zum Thema: Kriegseinsätze ohne UN-Mandat


    Wer den NATO-Einsatz in Jugoslawien befürwortet hatte, dürfte einem Eingreifen Russlands im Osten der UA aus argumentativer Sicht wenig entgegenzusetzen haben ... vielleicht mit Ausnahme des Umstands, dass der Hilfswillige den USA einfach nur nicht "genehm" ist.

  • Na, da hast Du ja eine schöne Begründung für eine russische Intervention gefunden, die läuft vor Zynismus fast schon über. Die Konstellation in der Ukraine ist überhaupt nicht mit zu vergleichen, was sich in der Ukraine abspielt.


    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass man sich sehr genau ansehen muss, wie die Kriegsführung der Ukraine aussieht. Da würde ich mich aber eher auf unabhängige und etablierte NGOs und die OSZE verlassen als auf die russischen Medien.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Russland tritt seit langem und vehement für einen Waffenstillstand und die sofortige Beendigung der Kampfhandlungen ein. Es ist das Regime in Kiew, welches das Blutbad unbedingt fortsetzen will.


    Auch hier fällt mir Dein Satz von den Phantastereien und Hirngespinsten wieder ein.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Russland tritt seit langem und vehement für einen Waffenstillstand und die sofortige Beendigung der Kampfhandlungen ein. Es ist das Regime in Kiew, welches das Blutbad unbedingt fortsetzen will.

    Eintreten? Inwiefern? Treten sie etwa für den Waffenstillstand ein, indem sie "seit langem und vehement" Waffen und Truppen zur Unterstützung der Separatisten in die Ostukraine schicken? Ist das etwa Deine Vorstellung von "für den Waffenstillstand eintreten"? Das kann doch nicht Dein Ernst sein, was Du hier schreibst?


    Außerdem ist es doch völlig Schnuppe was Russland auf irgendwelchen Pressekonferenzen sagt. Die behaupten auch, die russischen Soldaten in der Ukraine wären dort in ihrer Freizeit. Dadurch, dass sie Ihren Worten keine Taten folgen lassen und sie weiterhin Waffen und Truppen in die Ukraine schicken, befeuern sie den Konflikt doch die ganze Zeit. Meinst Du etwa, die Ukraine soll das einfach so hinnehmen?

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  • Die internationalen Bemühungen (unter Einschluss Russlands) um einen Waffenstillsatnd gehen doch die letzten Wochen in den Medien rauuf und runter.


    Nur drei ad hoc (eher zufällig) ausgewählte Beispiele von Hunderten in den Medien: Hier und hier hier.


    Einzig das Regime in Kiew verweigert sich und fordert stattdessen noch Miltitärhilfe, um das Gemetzel forcieren zu können.


    Das Problem der "selektiven Wahrnehmung" treibt wirklich schon seltsame Blüten.

  • Oh, schön, Putin geht in seinem "Eintreten für den Waffenstillstand" nun sogar schon so weit, dass er die westlichen Länder daran erinnert, dass Russland Atomwaffen besitzt:


    " [...] Der russische Präsident fügte hinzu: Sein Land suche nicht nach Konflikten, aber er wolle daran erinnern, dass Russland immer noch eine der mächtigsten Nuklearstaaten sei. Und man sei bereit, jede Form von Aggression gegen Russland zurückzuweisen. [...] " (Quelle)


    Mal sehen, vielleicht verirrt sich ja ein russischer nuklearer Sprengkopf "versehentlich" auf ukrainisches Gebiet.


    " [...] Dann fügte er noch hinzu, er hoffe nicht, dass die komplizierte politische Situation dazu führen werde, dass Russland die Fußball-WM im Jahr 2018 verliert. [...] " (Quelle)


    Das wäre auch sicherlich eine schlimmsten Folgen der aktuellen "komplizierten politische Situation".

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