Ukraine / Krimkrise

  • Ist das Recht auf Paranoia nicht sogar in der amerikanischen Verfassung verankert?


    Sonst könnte dieses Phänomen wohl kaum eine so überragende Bedeutung in diesem Land gewinnen ... :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Warten wir den Winter ab ... mit zunehmender Kälte wächst vielleicht die Einsichtsfähigkeit ... nicht umsonst wird immer wieder der Nutzen eines "kühlen Verstands" hervorgehoben.

    Zum wiederholten Male derselbe pure Zynismus vom selbstproklamierten, pragmatischen Beschützer aller Menschen. Er formuliert, als ob jemals irgendein böser Entscheider selbst gefroren oder gehungert hätte. Und falls die Ukrainer in ihrer Westorientierung es nicht anders verdient haben sollten, dann kann ja bei nächster Gelegenheit der nahrungsreiche Westen Russland von Kuba, Iran, Syrien, Venezuela und Nordkorea mit Weizen beliefern lassen. Bei den zurückliegenden Lebensmittelkrisen Russlands hätten die sich ja sicher auch schon wirksam gegenseitig geholfen, wenn sich der unverdient reiche Westen nicht so großspurig gönnerisch aufgespielt hätte.


    Wenn sogar schon die ukrainische Bevölkerung größtenteils erkannt hat, daß das alte Regime nur für sich selbst - die Frage ist ja nur noch, ob es Milliarden oder dutzende Milliarden Dollar sind, die die privat annektiert haben - und gern und beständig gegen die eigene Bevölkerung handelt, dann sollte diese Erkenntnis doch auch jenseits der ukrainischrussischen Grenze allmählich aufblühen können?

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ist das Recht auf Paranoia nicht sogar in der amerikanischen Verfassung verankert?


    Sonst könnte dieses Phänomen wohl kaum eine so überragende Bedeutung in diesem Land gewinnen ... :rolleyes:


    Ich glaube ehrlich gesagt, daß das Problem weniger in der amerikanischen Verfassung begründet liegt, sondern viel mehr in der vollkommen unfähigen, linken Administration, die die Politik dieser großen Nation in den letzten Jahren derartig auf Abwege geführt hat. Angesichts der demographischen Entwicklung besteht allerdings wenig Hoffnung, daß die USA jemals wieder zu dem Leuchtturm der Freiheit werden, der sie über viele Jahrzehnte waren. Mittel- bis langfristig werden wir mit ähnlich erbärmlichen Präsidentschaften wie der Obamas zu rechnen haben und daher mit einer zunehmenden Athrophie der einzigen Supermacht unserer Tage. Es ist damit nur noch eine Frage der Zeit, bis die USA diesen Status entgültig einbüßen und darauf sollte man sich einstellen. Die USA werden niemals wieder die entschlossene westliche Führungsnation wie etwa unter Reagan werden. Daher wären wir wirklich mehr als schlecht beraten, unsere lebenswichtigen Beziehungen zu Rußland unter amerikanischen Druck unnötigerweise zu zerrütten. Um so unbegreiflicher ist es deshalb, warum sich gerade Frau Merkel derart zum Büttel einer inzwischen offenkundig weitgehend hilflosen US-Administration machen läßt. Da war ihr politischer Ziehvater Kohl schon vor 25 Jahren deutlich souveräner.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ... Warten wir den Winter ab ... mit zunehmender Kälte wächst vielleicht die Einsichtsfähigkeit ...


    Aber mit fallendem Ölpreis muss auch Russland, als größter Erdölförderer, die Ausgaben massiv kürzen.
    Da ist Russland auf die Gaslieferungen angewiesen, und wird kaum die Lieferungen stoppen.
    Quelle: https://m.yahoo.com/w/legobpengine/frontpage/de.finance/nachrichten/kalter-krieg-ums-öl-125300201.html?.b=%2Findex&.intl=DE&.lang=de
    ---
    Edit:
    Und die Ukraine baut weiter an ihrem Schutzwall.
    Quelle: http://wap2.bild.de/bild/json.…n/wap/38179932/4-cnv.html

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Habe ich dieses Argument verwendet? Zumindest ist mir das nicht bewusst und es war auch nicht beabsichtigt.


    Nein, du warst nicht gemeint.

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
    Aber mit fallendem Ölpreis muss auch Russland, als größter Erdölförderer, die Ausgaben massiv kürzen.
    Da ist Russland auf die Gaslieferungen angewiesen, und wird kaum die Lieferungen stoppen.
    ...


    Ich meinte die Gasversorgung der Ukraine ... und auf Energielieferungen an einen Abnehmer, der nicht zahlt, kann niemand angewiesen sein.


    Wenn ich Medienberichte richtig in Erinnerung habe, wurde die Fernwärmeversorgung (die landesweit für Heizung und Warmwasser sorgt) für den Monat Oktober schon ausgesetzt, weil man die Energie im Januar/Februar 2015 benötigt, wenn sich der Vorrat dem Ende neigt.


    Ich habe schon einen Oktober in der Ukraine ohne Fernwärme verbracht - vorgenannte Maßnahme führt dazu, dass auch die Dusche im Oktober kalt bleibt. Das sorgt zwar für einen kühlen Kopf, angenehm ist das aber nicht gerade.


    Weil die Lieferungen an die Ukraine per Rückfluss aus der Slowakei den Bedarf sicher nicht decken werden, dürfte es spätestens im Februar richtig eng werden. Möglicherweise resultiert hieraus Einigungspotenzial für eine Lösung, mit der alle leben können und wo ein Ausgleich gefunden wird. Am Ende muss jedenfalls eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch Russland stehen - was aber Zugeständnisse aller Beteiligter voraussetzt.


    Bleiben EU und Ukraine stur, könnte es in der Ukraine wirklich frostig werden. Und damit wäre auch niemandem gedient. Die Augen vor den Fakten zu verschließen, halte ich für die schlechteste aller Lösungen.

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Angesichts seiner neuesten "Einlassungen", scheint das Urteil des russischen Ministerpräsidenten über den Messias im weißen Haus nicht einmal ganz unrealistisch:


    http://www.focus.de/politik/vi…ack-obama_id_4206606.html


    Nicht, daß ich viel von Dir halte, da Deine Sprüche meist von geringen Informationsgrad zeugen, aber zeig uns doch mal, wo in der Original-Rede die Gewichtung hervorgeht, von der Medwedjew faselt?


    http://www.washingtonpost.com/…7-1a7368204804_story.html


    Mal abgesehen davon, daß die russische Staatspropaganda sich gerne in Atomkriegs- und Vernichtungsphantasien ergeht, und dafür auch übt. Soweit ist die IS zum Glück noch nicht.
    https://www.youtube.com/watch?v=EkMT_oLempE
    "Russia is threatening to turn USA into radioactive ash"

    LG: V30
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  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    ... Leuchtturm der Freiheit werden, der sie über viele Jahrzehnte waren .... Daher wären wir wirklich mehr als schlecht beraten, unsere lebenswichtigen Beziehungen zu Rußland unter amerikanischen Druck unnötigerweise zu zerrütten. Um so unbegreiflicher ist es deshalb, warum sich gerade Frau Merkel derart zum Büttel einer inzwischen offenkundig weitgehend hilflosen US-Administration machen läßt. ...


    Selten so einen uninformierten und widersprüchlichen Quatsch gelesen.
    Du blendest krampfhaft aus, daß sich die Europäer ganz ohne irgendwelche amerikanische Einflüsterungen ganz objektiv durch Russland bedroht sehen, niemand sieht schon mal in Putins repressiver Feudalherrschaft in Russland und der Drohkulissen gegenüber ein Leuchtturm der Freiheit. Seit dem Einmarsch in Georgien und erst recht seit Putins wiederkehr gibt es immer wieder militärische Provokationen durch russisches Militär gegen Nachbarstaaten, z.B. durch eindringen von Militärflugzeugen in deren Luftraum und simulierte Angriffe. Auch die Militärübungen mit nuklearen Erstschlägen gegen Nachbarn wirken auf diese ziemlich abstossend.


    Gerade der bewaffnete Raubüberfall Russlands auf die Ukraine hat russische Unterschriften unter Verträge und Abkommen (budapester memorandum z.B.) wertlos gemacht und der nato noch mehr Zulauf verschafft.
    Finnland und Schweden verstärken nun erst recht ihre Zusammenarbeit mit der Nato - woraufhin den Russen nichts besseres einfällt, als mit dem 3. Weltkrieg zu drohen:
    http://www.defensenews.com/art…d-Against-NATO-Membership


    "HELSINKI — Finland and Sweden have both rejected claims, made by a senior Russian adviser to Russian President Vladimir Putin, that “Russophobia” is pushing the two non-aligned Nordic states “dangerously closer” to NATO.


    Finnish officials described the “Russophobia” claim, made by Putin’s senior political adviser, Sergei Markov, as “unfounded” and “alarmist,” while Swedish Foreign Minister Carl Bildt said the embedded meaning in Markov’s remarks smacked of a return by Russia to old school “Cold War intimidation.”


    “Finland should think of the consequences, if it ponders joining NATO. It must ask could joining start World War III? Anti-Semitism started World War II. Russophobia can start a third world war. Finland is one of the most Russophobic countries in Europe, after Sweden, Poland and the Baltic countries,” said Markov in interviews with Swedish and Finnish media.


    NATO, said Markov, had no positive role to play in European defense as it is, according to the political adviser, “an organization virtually controlled by the United States.” Similarly, Markov described the European Union, and its 28 member states, as “colonies of the US” with no truly independent security or political policies.


    “We need to reduce tensions and resolve the crisis in Ukraine. Russia needs to engage in finding a resolution and stop using Cold War language against its near neighbors,” Bildt said.


    The claims being made by Markov clearly have no basis in fact, said Kristian Gerner, a political analyst and Russia specialist at Sweden’s University of Lund.


    “They border on the paranoid and are somewhat hysterical. Perhaps Russia is irate over Swedish Foreign Minister Bildt’s efforts to find a solution to the Ukraine crisis,” Gerner said.


    Markov’s heated comments, which were made on the eve of bilateral talks between Russian Foreign Minister Sergei Lavrov and Finnish political leaders in Helsinki and in the southwest coast town of Naantali on Monday and Tuesday, have further inflamed growing tensions between Moscow and Nordic governments. ..."

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  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Gerade der bewaffnete Raubüberfall Russlands auf die Ukraine


    Ohje, selten solch eine Quatsch gelesen.
    Warum sprichst du immer für andere? Es fühlen sich nicht die "Europäer" sondern einzelne Personen und vorallem jene bedroht welche das ganze durch ihr handeln beeinflussen.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ist das Recht auf Paranoia nicht sogar in der amerikanischen Verfassung verankert?...


    Ist man in Wedau denn mit konkreten Quellenzitaten so leicht überfordert oder glaubt man sich mit Fragezeichen ein Freifahrtschein für Desinformation erschleichen zu können?


    Zum Thema Paranoia, Verschwörungstheorien und nationalem Narzissmus mal wieder was aus Moskau:


    http://www.faz.net/aktuell/pol…dArticle=true#pageIndex_2

    " ... Die russische Führung beschuldigt Amerika, den Ölpreis künstlich zu senken, um Russland in den Bankrott zu treiben. Das erinnere an die Zeit vor dem Zerfall der Sowjetunion. Im Kreml gibt es indes heftige Auseinandersetzungen.


    Nikolaj Patruschew ist einer der einflussreichsten Männer Russlands. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ hat der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, der zu Präsident Putins unmittelbarem Umfeld gehört, ausführlich über den Verfall des Ölpreises gesprochen – aber nicht über den dieser Woche, sondern über den der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Der sei von den Vereinigten Staaten mit dem Ziel herbeigeführt worden, die von Rohstoffeinnahmen abhängige Sowjetunion in den Bankrott zu treiben. Gleichzeitig mit dem Angriff auf die Einkünfte der Sowjetunion hätten die Vereinigten Staaten Moskau damals zu wachsenden Ausgaben gezwungen, indem sie in Polen und anderen sozialistischen Ländern Unruhen angestiftet und es in einen Rüstungswettlauf getrieben hätten. Das Ergebnis: der Zusammenbruch der Sowjetunion. „Man muss zugestehen, dass es den Amerikanern damals gelungen ist, ihre Ziele zu erreichen“, sagte Patruschew.


    ...


    Patruschew ging in dem Interview in der „Rossijskaja Gaseta“ nicht so weit, den Preisverfall der vergangenen Tage als Werk der Amerikaner zu bezeichnen. Das tun andere: Das Russische Institut für Strategische Studien (RISS), dessen Hauptaufgabe es ist, politische Analysen für den Kreml zu erstellen, hat am Dienstag einen Bericht veröffentlicht, der eine ausführliche Version von Patruschews Argumentation ist. Darin heißt es, es gebe wie in den achtziger Jahren Abmachungen zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien, den Ölpreis durch Überproduktion zu drücken. Die Sanktionen, der sinkende Ölpreis und der seit Anfang Oktober stark fallende Rubel-Kurs (hinter dem ebenfalls eine amerikanische Intervention vermutet wird) werden als Instrumente einer großangelegten Strategie zum Sturz Putins bezeichnet.


    ...


    Die Sanktionen werden nicht als Reaktion des Westens auf das russische Vorgehen in der Ukraine verstanden, sondern als Teil der westlichen Strategie gegen Russland. In der Ukraine habe mit amerikanischer Unterstützung ein Staatsstreich stattgefunden, „der dem klassischen Schema folgt, das in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten entwickelt wurde“, sagt Patruschew: „Die Analyse zeigt, dass die Amerikaner, indem sie Russland zu Gegenmaßnahmen provozieren, die gleichen Ziele verfolgen wie in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts in Bezug auf die Sowjetunion.“ Patruschew, der für die Formulierung der russischen Sicherheitspolitik verantwortlich ist, zieht eine gerade Linie von der Gründung der Nato nach dem Zweiten Weltkrieg über den Zerfall der Sowjetunion, die Tschetschenien-Kriege und den Georgien-Krieg 2008 zur heutigen Situation. Die Ukraine-Krise ist in seiner Lesart die vorgreifende Reaktion auf eine Annäherung Russlands an China.


    Patruschew in seinem Interview und noch mehr der RISS-Bericht, der zwar öffentlich zugänglich, aber nicht für ein großes Publikum gedacht ist, weichen an einem Punkt deutlich von der in den staatlichen Massenmedien verbreiteten Zuversicht ab, dass die Sanktionen Russland nur stärker machten, weil es sich nun auf seine eigenen Kräfte besinnen werde. Die Maßnahmen des Westens „unterminieren die mittel- und langfristigen Perspektiven für ein Wachstum der russischen Wirtschaft“, heißt es im RISS-Bericht, in dem von einem „faktisch gegen uns erklärten Wirtschaftskrieg“ die Rede ist. „Wir müssen uns bewusst machen: Den Krieg steht man nur durch, indem man die Wirtschaft auf ‚Mobilisierungs-Gleise‘ stellt.“ Mit anderen Worten: Das RISS, das für jenen Teil der russischen Elite spricht, der wie Putin, Patruschew sowie der Leiter der Präsidialadministration Sergej Iwanow aus den sowjetischen Geheimdiensten stammt, fordert den Übergang zu einer Kriegswirtschaft. „In 50 Jahren wird sich niemand mehr daran erinnern, dass 2014 auf den Regalen russischer Läden Käse und Fisch weniger wurden, aber alle werden sich daran erinnern, dass es Wladimir Putin war, der Russland die Krim zurückgebracht hat.“ Zu dieser Kriegswirtschaft gehört eine strikte staatliche Kontrolle über Lebensmittelpreise und den Rubel-Kurs, wie sie etwa Putins Berater für die eurasische Wirtschaftsintegration Sergej Glasjew fordert.


    Wirtschaftsliberale als Vaterlandsverräter


    Außerdem sollen durch Sozialausgaben Härten für die Bevölkerung gemindert werden, damit es nicht zu Unzufriedenheit komme. Der sogenannte „Wirtschaftsblock“ in der Regierung hingegen lehnt solche Maßnahmen strikt ab und tritt für Haushaltsdisziplin ein.


    ...


    Vor diesem Hintergrund ist der RISS-Bericht ein weiteres Indiz für heftige Auseinandersetzungen im Kreml. Alle Maßnahmen werden darin kategorisch abgelehnt, die der „Wirtschaftsblock“ zur Bewältigung der durch Sanktionen und Ölpreisverfall verschärften Probleme vorschlägt: Unter den Bedingungen einer äußeren Bedrohung dürfe der Staat die Wirtschaft nicht liberalisieren, sondern müsse sie stärker kontrollieren. Daher lässt ein Satz in dem RISS-Bericht aufhorchen, mit dem die Wirtschaftsliberalen, die mit dem Westen leicht eine gemeinsame Sprache finden, als potentielle Vaterlandsverräter dargestellt werden: Das Minimalziel des Gegners sei es, „Wladimir Putin durch eine für den Westen annehmbarere Figur aus dem heutigen politischen Establishments Russlands zu ersetzen“. ..."

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    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
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