Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von john-vogel
    Vor 7 Jahren hat Putin noch ganz anders über die Ukraine & die Krim sowie deren Grenzen gedacht. Offenbar hatte er damals noch nicht ganz seinen Verstand verloren.


    Putin about Crimea and Ukraine (2008)


    "Niemand hat die Absicht ..."
    Er hat damals (2008) schon die Vorbereitungen für die heutigen Aktionen anlaufen lassen, aber er musste den Rest der Welt in falscher Sicherheit wiegen. Schon 2008 fiel den Ukrainern auf, daß ihre eigenen Stützpunkte auf der Krim ausgekundschaftet wurden.

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    Sony: Xperia X Compact;

  • Wie sieht es denn eigentlich aus? Zahlt Kiew nun wieder Renten und Kindergeld aus, nachdem der Regierungsbeschluss vom November 2014 vom Kiewer Bezirksgericht am 09.02.2015 für illegal erklärt wurde oder ist diese in Berufung gegangen?

  • Kaliningrad ist nicht Kuba.
    Da können die USA nichts machen.
    Die NATO hatte doch ebenfalls die Absicht, Raketen zum Schutz aufzustellen, noch vor den Russen.
    Da waren die Russen verärgert, und nun sieht man die Reaktion der Russen
    Diesmal ist nicht Putin der "Böse".
    Die NATO hat doch die Reaktion Russlands vorhergesehen.
    ---
    Edit:
    In der BILD, die von vielen als unseriös gilt, wird geschrieben, dass 3 russische Oppositionelle auf einer Todesliste stehen sollen.
    Quelle: http://wap2.bild.de/bild/json.…/json/wap/40196270/3.html

  • Mit dem Unterschied das Russland darum gebeten hat, zwei der Standorte der NATO-Raketenabwehr aus den Planungen zu streichen, weil man sich dadurch bedroht fühle. Dem ist die NATO nachgekommen.

    iPhone 15 Pro im o2 Netz

  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Wie meinst du das? Ob man im Einflussgebiet Putins leben muss, ist eine Frage des Geldes?


    Für die Ukraine in gewisser Weise schon.


    Russland hatte die Ukraine in der Zeit der "Bruderschaft" (oder wie man das nennen mag) jährlich mit Milliardenbeträgen gestützt. Allein der Unterhalt der Krim soll Russland monatlich 100 Mio. USD oder EUR kosten, wenn ich das richtig erinnere.


    Das war auch schon der Grund für das Scheitern der Orangenen Revolution. Nach Jahren des Westkurses verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Ukrainer merklich.


    Diese Entwicklung wird gemeinhin für den Erfolg von Janukowitsch verantwortlich gemacht. Die ukrainische Bevölkerung wollte der Verelendung entkommen und Janukowitsch war mit seinen Verbindungen nach Russland der Garant dafür, dass die russischen Finanzspritzen (wie etwa auch der Rabatt beim Gaspreis), die nach der seinerzeitigen Machtübernahme der Orangenen ausgeblieben waren, wieder fließen würden. Einen anderen Grund für die unerwartete Popularität Janukowitschs gab es nicht - er war praktisch das Ergebnis einer Wahlmöglichkeit zwischen Pest und Cholera. Nur dass er gemeinsam mit Russland für ein gewisses Maß an Liquidität sorgen konnte. Mit Janukowitsch als Präsident fungierte Russland sozusagen als "Sugar Daddy" der Ukraine.


    Um diese Mittel nicht zu gefährden, war Janukowitsch gezwungen, sich den russischen Vorbehalten betreffend das Assoziierungsabkommen mit der EU zu beugen. Hätte er unterzeichnet, wäre die finanzielle Unterstützung von russischer Seite (verständlicherweise) entfallen.


    Dasselbe ist nun passiert, nachdem die Maidan-Bewegung Janukowitsch gestürzt hat. In der Folge fehlen der Ukraine monatlich etwa 1 Mrd. US-Dollar, mit denen die Ukraine unter Janukowitsch monatlich finanziert wurde.



    Und hier liegt das eigentliche Problem der Ukraine. Durch den Jubel aus Richtung Westen und die Zusage finanzieller Unterstützung hatten die Ukrainer natürlich erwartet, dass diese nun fehlende Milliarde monatlich aus der "Portokasse" des Westens gezahlt wird.


    Allerdings hätten die Erfahrungen nach der Orangenen Revolution, wo diese Erwartung auch schon enttäuscht worden war, die Akteure eines besseren belehren müssen.


    Vollkommen unabhängig von Bürgerkriegen o.ä. benötigt die Ukrainische Regierung diese monatliche Milliardenspritze, um überhaupt handlungsfähig zu sein. Möglicherweise sollte der von Poroschenko angezettelte und Russland zugeschobene Bürgerkrieg nur die (verschlossen bleibenden) Taschen der EU öffnen - eine solche Annahme wäre aber reine Spekulation.



    Fakt ist, dass die Ukraine ohne den monatlichen Milliardenzuschuss nicht überleben kann. Und ich rede nicht von rückzahlbaren Krediten!


    Die Ukraine ist aufgrund der durch den Maidan verursachten wirtschaftlichen Not inzwischen zu einem unberechenbaren Pulverfass geworden. Die Regierung der Ukraine hat nichts zu verlieren! Das Land fliegt ihr binnen Monaten um die Ohren - gegen das zu Erwartende wird der Maidan wie ein "Ringelpietz mit anfassen" erscheinen, wenn nicht alsbald die Geldschleusen von EU und USA geöffnet werden.


    Ich beschäftige mich aufgrund seinerzeitiger privater Verbindungen schon seit Mitte der 1990er Jahre mit der Situation der Ukraine - nie ging es ihr so schlecht wie heute. Und wiederholen sich die Vorgänge aus der Vergangenheit, werden nach Janukowitsch demnächst Poroschenko und Jazeniuk für die Entwicklung verantwortlich gemacht. Noch gelingt es mit Erfolg, Putin für die Misere der Ukraine verantwortlich zu machen - aber dieser Dämmerschlaf wird nicht ewig andauern. Dann werden (endlich) die ureigenen finanziellen Probleme der Ukraine thematisiert. An der Korruption innerhalb der leitenden Klasse der UA hat sich nämlich rein gar nichts geändert. Das verdeutlichen schon die zahlreichen gut ausgerüsteten Privatarmeen, die im Auftrag lokaler Oligarchen kämpfen (die die tatsächliche Macht im Land ausüben).



    Edit:
    Nicht umsonst belegt die aktuelle ukrainische Regierung immer noch (nur) Platz 142 (von 175) auf der aktuellen Korruptionsskala von Transparancy International. Selbst Russland und China sind besser eingestuft.

  • Zitat

    Original geschrieben von john-vogel
    Mit dem Unterschied das Russland darum gebeten hat, zwei der Standorte der NATO-Raketenabwehr aus den Planungen zu streichen, weil man sich dadurch bedroht fühle. Dem ist die NATO nachgekommen.


    Zwei von wie vielen?
    Hat sich dadurch die mögliche Bedrohung für Russland wesentlich verringert?

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Wie bereits geschildert gibt es besagten Gürtel vom Baltikum zum schwarzen Meer schon heute. Wenn er nun angeblich durch Hinzunahme der Ukraine noch breiter werden muss, wieso sollten dann deiner Meinung nach die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen noch mehr behindert werden als durch den schon bestehenden Gürtel?

    Auch hier unterstellst Du mir eine Aussage, die nicht ich sondern der Stratfor-Chef machte. Ich benannte diese Sichtweise bereits im vorangegangenen Post als 'befremdlich', da ich sie genauso wenig verstehe, wie Du :gpaul:
    Wenn ich meine eigene Meinung beschreibe, dann füge ich gewöhnlich Formulierungen ein, wie 'ich denke', 'imho' o.ä.

    Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Die geographische Distanz spielt sowieso keine so entscheidende Rolle für die Frage ob wirtschaftliche Beziehungen bestehen oder nicht, wie gerade das Verhältnis USA-Europa einleuchtend beweist.

    Ja eben :top: ...und trotzdem glauben die derzeit 'amtierenden' US-Strategen durch diesen 'Sicherheitsgürtel' eine Gefahr abwenden zu müssen, die imho doch gar keine ist:

    Zitat

    Zitat Stratfor
    Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden – eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben.

    Was zum Kuckuck ist an Wirtschaftsbeziehungen gefährlich :confused:
    Wovor fürchten sich die US-Strategen, dass sie dafür sogar militärisch intervenieren?

    Zitat

    Zitat Stratfor
    Es ist kein Zufall, dass General Hodges, der ernannt wurde, um für all dies gerade zu stehen, davon spricht Truppen in Rumänien, Bulgarien, Polen und den baltischen Staaten in Stellung zu bringen, dem Intermarum, demTerritorium zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee, wie Pilsudski es erträumte. Für die USA ist das die Lösung.

    Es geht mir hier nicht um die 'Pflege eines pauschalen Anti-Amerikanismus', wie Du mir unterstellst, sondern ich will verstehen, wie die derzeitigen Strategen zu solch abstrusen Gedanken kommen *schulterzuck*
    Mit einem 'Amerikanismus' à la Kissinger&Co kann ich mich dagegen sehr anfreunden und zitierte ihn hier auch bereits mehrfach im Sinne vernunft-basierter Argumentation.
    Was da derzeit jedoch bei denen abgeht, stellt sich mir eher als manische Phobie dar *kopfschüttel*

  • Gallium, es wäre sinnvoll und den Diskussionspartnern gegenüber fair, wenn du bei deinen Zitaten kennzeichnen würdest, von wem sie stammen...


    In deinem letzten Posting könnte man meinen, alle vier Zitate stammten von mir - für die beiden letzten trifft das jedoch nicht zu !


    In einem früheren Posting hattest du sogar Aussagen von mir und drückerdrücker einfach zu einem einzelnen "Zitat" zusammengefasst.... äußerst fragwürdiger Stil !

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