Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
    ---
    Edit:
    Apropos Doktrin, hätten sich die USA an die Monroe-Doktrin gehalten, wäre der Menschheit viel Leid erspart geblieben.


    Das halte ich nun doch, bei allem Respekt und trotz der österlichen Friedenszeit, für relativ groben Unfug. Andererseits: Man kann schon mal Sachen etwas unüberlegt hinschreiben, das passiert relativ vielen Menschen.


    Den Vergleich, den hier einige zu Afghanistan und Irak anstellen, finde ich auch etwas schräg. Ganz abgesehen davon, dass eine ganze Reihe an Gründen dagegen sprechen, diese Fälle auch nur entfernt mit der Situation in der Ukraine gleichzusetzen: ein Fehler oder rücksichtsloses Verhalten der einen Macht rechtfertigt nun mal noch längst nicht das rücksichtslose Verhalten einer anderen Macht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    ...: ein Fehler oder rücksichtsloses Verhalten der einen Macht rechtfertigt nun mal noch längst nicht das rücksichtslose Verhalten einer anderen Macht.


    Das ist aber die der einzige, unaufhörlich und bis zum Erbrechen wiederholte Ausrede, mit den die Handlungen des heutigen imperialistisch-autoritären Putinismus rechtfertigt werden: Die USA/der Westen dies, die USA/Der Westen das, immer kapriziert man sich auf die USA, andere Länder scheint es nicht zu geben. Putins Russland möchte unbedingt auf Augenhöhe mit dem Erbfeind gesehen werden, ohne in der Realität in der gleichen Liga spielen zu können. Aber in der an Potemkinschen Dörfern reichen Geschichte Russlands ist dies leider keine Ausnahme.


    Was man den USA mit voller Empörung vorwirft, billigt man dann Putin ohne Vorwürfe zu. Der einen Unrecht ist des anderen Recht. Pure Bigotterie und Heuchelei.


    Gerade diese falschen "Antiimperlialisten" (die schon George Orwell richtig erkannte) opfern gerne die Schicksale Dritter, um "es dem minderwertigen Ami mal so richtig zu zeigen". Denn hohler Pathos und Machismo scheinen einige leicht zu Beindrucken und gehen gerne vor Menschenrechten und Menschenwürde (Dritter!). Man redet gerne über andere Völker, statt mit ihnen, denn sonst könnten die Wünsche konkreter menschen der eigenen Ideologie in die Quere kommen.

    LG: V30
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    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...
    Gerade diese falschen "Antiimperlialisten" (die schon George Orwell richtig erkannte) opfern gerne die Schicksale Dritter, ...


    Dann mach Du hier doch bitte einen konkreten Vorschlag, wie diese Schicksale zu retten sind.


    Und zwar ohne neue Schicksale heraufzubeschwören.


    Ausschließlich die Bürger des Ostens zu entwaffnen, ist vor dem Hintergrund, dass Timoschenko noch Präsidentin werden könnte, aber keine Optin. Denn bläst sie dann zur Hatz auf Russen, wie sie es offen androht, muss natürlich ausgeschlossen sein, dass ein schwer bewaffneter Mob von Ukrainern auf eine russische Minderheit trifft, die vollkommen wehrlos ist.


    Also: Hic Rhodus, hic salta! (frei übersetzt: Mach mal Butter bei die Fische, und zwar hier und jetzt).

  • Zu den Potemkinschen Dörfern:



    (Quelle: Wikipedia)


    So soll das in etwa ausgesehen haben. Meines Erachtens geht so etwas durchaus als Blendwerk durch - es wird halt mehr vorgetäuscht, als vorhanden ist.

  • Hmm ... ich habe ihn schon besser erlebt.


    Im Kern teile ich seine Grundgedanken des Nicht-Kampf-Prinzips. Das, was ich bisher als Kern seines Standpunkts verstanden habe, kann ich dem verlinkten Video leider nur schwer entnehmen - wenn überhaupt.


    Für diejenigen, die dieses Prinzip nicht schon vorher kannten, befürchte ich: :confused:


    Für mich wirkt es so, als entwickle er sich fort (wohin?) mit der Folge, dass Einsteiger auf ein nicht vorhandenes Fundament aufbauen müssten.


    Reduziert auf die hilfreichen Aussagen würde ich ihn wie folgt interpreteieren:
    1. Jeder Konflikt ist gewaltlos zu bewältigen. Wendet der erste Gewalt, endet das unweigerlich in einer Art Krieg.
    2. Die Erziehung muss von Kind an die Kompetenz vermitteln, Konflikte gewaltlos zu lösen. Denn nur wer das nicht kann, ist auf Gewalt (der Straße/ohne Regeln, die man auch wieder gelernt haben müsste) angewiesen.
    3. Wer mit sich im Reinen ist und sich bemüht, wird gewaltlos leben können, sofern nicht der Gegner zum Mittel der Gewalt greift und dieser damit den "Krieg" beginnt (er interpretiert Gewalt wohl ganz allgemein als Krieg).


    Im verlinkten Video kommen m.E. ... wenn ich das richtig verstanden habe ... etliche Hypothesen hinzu ... und zwar bezogen auf Interessenlagen. Das erklärt viel zu den Hintergründen ... hilft bei der Konfliktbewältigung selbst m.E. aber nicht weiter. Möglicherweise überfordert das auch einfach nur den philosophischen Teil meines Intellekts. Man wird halt net jünger. :(


    Vielleicht kann hier mal jemand verifizieren, ob ich wenigstens den zielführenden Kern seiner Aussagen richtig verstanden habe. Wenn dem so ist, könnte ich die Punkte 1 bis 3 vorbehaltlos unterschreieben.


    Und deshalb meine Abneigung gegen jegliche physische Gewalt als Mittel, eigene Ziele umzusetzen. Daraus resultiert dann mein Schluss, dass ich die gewalttätigen Aufrührer des Maidan als Ursache des nunmehr ausufernden Problems mit all seinen Opfern sehe. Die durch sie infiltrierte Übergangsregierung wird meine Sympathie daher niemals erringen können - höchstens im Falle ihres Rücktritts.


    Und darauf aufbauend der Vorwurf, dass USA und EU schon bei den ersten Gewalttaten ihre Unterstützung hätten entziehen müssen - mit deutlichen begleitenden Worten. Und die Aktionen nicht noch verbal/mental unterstützen. Rein rechtlich begründete das definitiv den Status eines Tatbeteiligten, also Mitverantwortlichen.


    Diese Auffassung als Antiamerikanismus zu werten, geht m.E. fehl. Die Namen in meinem Standpunkt wären beliebig austauschbar ... im aktuellen Fall sind es halt USA und EU, die den Aggressor (immer noch) aktiv unterstützen. Mein Standpunkt bliebe auch bei anderen Beteiligten derselbe.



    Edit


    1. Bevor jetzt ein Schlaumeier falsche Schlüsse zieht:
    Ein Konflikt, in dem bereits einer der Beteiligten Gewalt anwendet, ist naturgemäß nicht mehr gewaltfrei zu bewältigen, das Prinzip nach Beginn der Gewaltausübung daher obsolet.


    2. Am heutigen Morgen habe ich noch einige Änderungen eher redaktioneller Art aufgenommen. Weg mag, kann also noch einmal drüberlesen ... oder eben auch nicht.



    Ansonsten wünsche ich allen hier ein FROHES OSTERFEST!


    (... und eine Fortsetzung des ukrainischen Osterfriedens über das Fest hinaus)

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    ... Welches Recht nimmt sich Russland denn bitte heraus, jetzt auch noch bestimmen zu wollen, wer in einem anderen Land Waffen tragen darf und wer nicht?
    ...


    Nachdem am heutigen Ostersonntag Berichte über ein Attentat auf pro-russische Kräfte, ausgeführt von "Ukrainischer Nationalisten" (von denen sich die Übergangsregierung ausdrücklich distanziert hat) die Medien füllen, wirst das hoffentlich auch Du erkennen.


    Die russische Minderheit zu entwaffnen und nationalistischen Ukrainern ihre (ebenfalls illegalen) Waffen zu belassen wäre (gelinde gesagt) hanebüchnener Unfug, auf den erst mal jemand kommen muss.


    Wenn Du dann noch schreibst:

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    ...
    Alle, auch du, sind natürlich davon ausgegangen, dass die Separatisten in der Ostukraine gemeint waren, als in Genf verhandelt wurde. ...


    halte ich das schlichtweg für eine Unverschämtheit.


    Was Du erkennst und was nicht, ist das Eine ... "Alle" hier pauschal für dämlich zu halten, geht aber eindeutig zu weit!



    Edit:
    Eine andere denkbare Auslegung wäre m.E. noch, dass die Einigung von Genf die ukrainischen Separatisten im Osten der UA gar nicht erfassen kann, weil Russland (wie Du schreibst) gar kein Mandat hatte, für oder über sie zu entscheiden, weil sie im Wesentlichen (als russische Minderheit) Bürger der Ukraine sind. In diesem Fall genügte es, wenn Russland seine überschaubare Menge an russischen Soldaten in staatlichem Auftrag zurückzöge und im übrigen alles bliebe, wie es ist.


    Leider hatten die USA darauf bestanden, dass Vertreter der Separatisten nicht an den Gesprächen teilnehmen durften, so dass sie selbst sich in der Folge auch zu nichts verplichten konnten. Für diesen Fall trüge niemand eine nenneswerte Verpflichtung. Ob das aber der Sinn des Gespräche gewesen sein kann?


    Aus meiner Sicht machte die Einigung nur dann Sinn, wenn auch illegal bewaffnete Ukrainer einbezogen würden, dann aber eben alle ungerechtfertigt Bewaffnenten, wie es vereinbart wurde.

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