Ich habe nie geschrieben, dass Putin "Opfer" sei oder zu irgendetwas gezwungen werde. Nur hängt sein politisches Schicksal in meinen Augen davon ab, dass er dem Westen gegenüber hart bleibt.
Bevor nun einige Schlaumeier ihm vorwerfen, an seinem Posten zu hängen, sollten sie einen Schritt weiter denken:
Wer wird Putin wohl ersetzten?
Für meine Einschätzung wird das die Garde der Hardliner sein, die sich die alte (starke) Sowjetunion zurückwünscht. Die steht Spalier und wartet nur, darauf, dass sie Putin einen "Fehler" vorwerfen kann, um ihm das Ruder aus der Hand zu nehmen. Und dass diese Truppe Russland zu einer Vorzeige-Demokratie führen wird, dürfte ganz sicher auszuschließen sein.
Jetzt die Frage:
Können wir ernsthaft ein Interesse daran haben, dass eine Sippe von Betonköpfen in Russland die Regierungsgeschäfte übernimmt zwecks Wiedergründung der SU und Wiederherstellung ihrer alten "Stärke"? Wollen wir das wirklich?
Selbst wenn man davon ausgeht, dass eine solche Gruppierung die Macht (auch unter Anwendung von Gewalt) möglicherweise nicht an sich reißen kann: Ist nicht allein die Gefahr, dass solche Machtverhältnisse entstehen könnten, Grund genug, klüger vorzugehen?
Fazit:
Legt der Westen weiteren Brennstoff nach, wird er das Feuer damit nicht löschen können. Und auch ein Trupp von Rupelstielzchen, der wild gestikulierend uns Feuer tanzt und dabei ständig ruft "Wir billigen das nicht! Wir billigen das nicht!" wird die Brandentwicklung damit ganz sicher nicht beeiflussen können.
Vielleicht kommt ja irgendwann jemand, der einen kühlen Kopf behält und eines macht: Das Feuer löschen ... mit Wasser statt Benzin.