Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Und was möchtest Du uns damit sagen?


    Vielleicht Kritik daran üben, dass ich keinen Zweit- und Drittaccount habe, um mich hier gegenseitig zu bestätigen und meine Meinung zu vervielfältigen?


    Obwohl ... Crowd Simulation liegt momentan eigentlich voll im Trend ... und ich bin wieder mal net dabei ..

    Ach, du musst mit den Deinen gegen Zwei- und Drittaccounts kämpfen? Ich bin ja eher einfältig. Lass mich doch bitte an deiner Erkenntnis teilhaben, welche Namen hier denn Sekundär- und Tertiärpersönlichkeiten sein könnten? Also nun keine Beweise oder sowas, sondern nur Einschätzungen und Meinungen, damit ich die Machenschaften hier ein wenig besser einschätzen kann.

    Je suis Charlie

  • Erst "russisch" anschaffen wollen und sich jetzt beklagen, wenn der böse Euromaidan dem Gesetzeskraft verleiht. Erhebt denn Väterchen Russland seinerseits überhaupt regionale Zehnprozentsprachen regional in den Status der russischen Amtssprache? Bin da nicht so firm, aber unsere Russlandfreunde werden's wohl wissen und gegebenenfalls auch erklären können, warum das in Russland wegen der russischen Befindlichkeiten, Gewohnheiten und Gefühligkeiten etwas ganz, ganz, ganz anderes ist.


    Abschaffen im eigentlichen Sinn war ja sowieso nie geplant, auch wenn man als Putinversteher das natürlich gern so formuliert. Erst seit 2012 war durch den gleich mit einer russischen Verdienstmedaille ausgezeichneten, zurückgetretenwordenen Ex-Präsidenten das Russische in jenen 13 der 26 ukrainischen Bezirken zur regionalen, zweiten Amtssprache erhoben worden, in denen mindestens 10% russische Muttersprachler leben. Schon dann war die Opposition nicht nur ausdrücklich dagegen, sondern kündigte für den Fall eines Machtwechsels auch eine Rücknahme dieses Gesetzes an. Dies geschah dann im Februar diesen Jahres auch, und zwar durch dasselbe, keineswegs umgestaltete oder neugewählte alte Parlament, was Stiefväterchen Russland sogleich zum Anlass nahm, von Unterdrückung, Gefährdung, gleichsam fast Angriff und Völkermord zu schwadronieren. Natürlich liegt nahe, daß es ohne diese Rücknahme zu Vielem nicht gekommen wäre. Aber angesichts der lange vorher erfolgten Ankündigungen russischer Expansion und dem seither an den Tag gelegtem, eindringendem Verhalten hätten sich leicht genauso aufgeblasene Aggressionsgründe finden lassen und wohl auch gefunden.


    Die Putinversteher, Russlandtrolle, Sozialismusträumer und Westhasser denken wahrscheinlich, daß wir hier soweit vom Krisenherd entfernt sind, daß man sich bedenkenlos und ohne Gefährdung des hierzulande üblichen Ausmaßes an Freiheit, Sicherheit, Wohlstand und Zukunft mit großen Worten auf die andere Seite schlagen kann, um es dem vermeintlich imperialen Westmächten mal so richtig zu zeigen. Aber nicht allen wird dabei bewusst sein, daß die Entfernung von Deutschland in die Ukraine kaum die Hälfte derjenigen Distanz beträgt, die innerhalb der Ukraine zwischen Lemberg und Luhansk liegt. Die Ukraine liegt nicht weiter weg von Deutschland, als Duisburg und Görlitz voneinander entfernt liegen.

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
    Warum hat denn die ukrainische Führung den Konflikt kriegerisch lösen wollen?

    Lass mich nachdenken: Ein Staat versucht in der Regel sein Gewaltmonopol aufrecht zu erhalten. Wenn sich da einige Leute (u.a. auch Urlaubstouristen aus dem Ausland) bis an die Zähne bewaffnen und erst die staatlichen Stellen des Gewaltmonopols (Polizei, Inlandsgeheimdienst etc) dann ganze Städte überfallen/besetzten und auch noch gerne Teile des Staatsgebietes herauslösen möchten, würde ich zumindest eine Reaktion des Staates erwarten- zumal wenn gerade zuvor ein Nachbarstaat erst Teile des Staatsgebiets okkupiert und dann annektiert hat...
    Nicht zu vergessen, daß -wie auch jetzt wieder- mehrfach Amnestie auch für bewaffnete Kämpfer angeboten wurde.


    btw: Wenn man sich mal die Darstellungen auf http://de.ria.ru/infographiken/20140827/269404108.html anschaut und die Wahrheit irgendwo in der Mitte vermutet, dann dürfte wohl klar sein, daß die selbsternannten Republiken Donzek und Lugansk samt ihrer selbsternannten Führungen ohne das massive Eingreifen weiterer russischen Freunde von jenseits der Grenze wohl nur noch kurze Zeit ihre 'Hauptstädte' hätten halten können. Aber da hat wohl der Nachbarstaat entschieden, daß es für die normale Bevölkerung humänitärer wäre den Konflikt doch noch mal zu verlängern...


    Zitat

    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Dies geschah dann im Februar diesen Jahres auch,

    Ist es denn inzwischen noch in Kraft getreten? Zuerst hat der Übergangspräsident doch nicht gegengezeichnet/unterschrieben.

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Als Prämie für .........................................





    Als Prämie sammeln wir hier mal für einen gratis Flug zur Krim für den Herren aus
    wedau
    Nun vielleicht haben wir ja Glück und eine Bulk überwacht den Flug…………………………
    :D

  • Zitat

    Original geschrieben von kues
    Lass mich nachdenken: Ein Staat versucht in der Regel sein Gewaltmonopol aufrecht zu erhalten. ...


    Das ist richtig. Hätte Janukowitsch diesen Grundsatz berücksichtigt, wäre uns der gesamte Konflikt erspart geblieben.


    Aber gut ... hier mit diesem Grundsatz zu argumentieren, ist relativ zwecklos, weil die USA ihn ablehnen und sich nicht selten sogar aktiv auf die Seite von Putschisten schlagen. Nicht nur Janukowitach wurde wegen der Versuche, das staatliche Gewaltmonopol aufrecht zu erhalten, mit Inhaftierung und Überstellung an ein internationales Gericht bedroht.


    Wie hätte der Westen wohl reagiert, wenn Janukowitsch Deinem Gedankengang folgend die Aufständischen des Maidan kurzerhand mit Kriegsgerät ausradiert hätte?

  • Frank


    das ist wohl eine frage von mehrheiten.
    und die "russen" in der ukraine sind eine minderheit (im übrigen auch in den meisten von "separatisten" besetzten gebieten).


    wenn die mehrheit in einem staat keinen bock auf russische einflussnahme (Janukowitsch) hat, so ist das auch von aussen eher zu akzeptieren als andersrum. darum blieb janukowitsch keine andere wahl als abzuhauen. hätte er militärisch durchgegriffen, gäbe es einen viel größeren konflikt.
    eine "regierung" welche als minderheit die mehrheit mit gewalt "unterjocht" - oh oh das schaut man sich nicht gerne an, wie man schon oft genug mitbekommen haben dürfte.

  • Kritik an dem nun gesetzlich fixierten Sonderstatus der Ost-Ukraine.

    Zitat

    Das neue Gesetz sieht eine eigene Miliz, ein eigenes Grenzregime und eigene Wahlen für die von den Separatisten besetzten Gebiete vor.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Wie hätte der Westen wohl reagiert, wenn Janukowitsch Deinem Gedankengang folgend die Aufständischen des Maidan kurzerhand mit Kriegsgerät ausradiert hätte?

    Ich kann ja deine Argumentation grundsätzlich nachvollziehen, aber ich sehe da sehr unterschiedliche Sachverhalte- du scheinst mir zu sehr auf einer "Dies ist in Wirklichkeit nur jenes." Argumentationsreise zu sein.
    Mir ist nicht bekannt, daß die jetzige Regierung Demonstranten/Demonstrationen durch die Armee angreifen ließ bzw. "mit Kriegsgerät ausradiert" hat. Auch ist an mir vorbeigegangen, daß in der Westukraine reihenweise gezielt Standorte von Polizei, SBU, Berkut und/oder Armee angegriffen wurden (und deren Waffenlager geplündert wurden). Und dann auf dem Maidan zehntausende mit Schußwaffen zu finden waren.
    Will sagen den Verlauf von Protesten und das Vorgehen in Kiev und der Westukraine sehe ich als sehr unterschiedlich zum dem in der Ostukraine (ganz zu schweigen natürlich von der Krim). In Kiev gab es auf dem Maidan am Ende (Januar/Februar) wohl unstreitig auch Bewaffnete, aber in der Ostukraine wurde ab Anfang April gezielt bewaffnet, die bewaffneten Staatsorgane an verschiedenen Orten/Städten angegriffen und Orte/Städte teilweise besetzt. Erst daraufhin wurde die 'Antiterroroperation' der Regierung gestartet.

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Hätte Janukowitsch diesen Grundsatz berücksichtigt, wäre uns der gesamte Konflikt erspart geblieben.

    Wäre es das? Vielleicht wäre uns der Konflikt erspart geblieben, wenn Janukowitsch wie vereinbart sofort nach dem Parlamentsbeschluß die 2004 Verfassung wieder in Kraft gesetzt hätte. Hat er aber nicht, auch hat er sich nicht etwa nach Donzek, Lugansk oder sonstwo in der Ostukraine abgesetzt, sondern gleich das Land verlassen (und dabei zu allem Überfluss auch noch Russland und nicht z.B. Weißrussland gewählt)- und das Land in vielerlei Hinsicht in exekutiver und legislativer Handlungsunfähigkeit zurückgelassen, welche dann das gewählte Parlament in teilweise nicht verfassungskonformer Weise wiederhergestellt hat.
    Und Russland hätte auch bei einer späteren anderen Gelegenheit (Streit über ein [Neu]Wahlergebnis in der Ukraine z.B.) auf der Krim und der Ostukraine agieren können- die Propaganda lief ja schon lange genug und destabilisiert wurde die Ukraine auch schon seit Jahren. Oder anders gesagt: Die Ereignisse in Kiev haben nur einen (möglichen) Anlass geliefert, aber ohne das Agieren Russlands hätte es keinen bewaffneten Konflikt gegeben.

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