Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    ... Überspitzt gesagt wird einfach weniger investiert, wenn mit einem baldigen Einmarsch Russlands in weitere europäische Länder gerechnet werden muss. ...


    Diese vollkommen irreale Szenario wurde doch im Rahmen zu erlassender Sanktionen erst künstlich herbeigeredet - wie im übrigen auch eine nennenswerte Beteiligung russischer Regierungstruppen im Donbass, für die echte Belege m.W. bis zum heutigen Tage fehlen.


    Russland war nicht wesentlicher Bestandteil der Ukrainekrise, sondern ist es durch die zur Begründung der westlichen Sanktionen angezettelte Verschwörungstheorie erst geworden. Hätte man Russland in Ermangelung von Beweisen außen vor gelassen, wäre die Ukraine-Krise ein rein lokales Problem ohne Einfluss auf die Weltwirtschaft geblieben.


    Dass Russland gewaltsam in (weitere) europäische Länder einmarschieren könnte, halte ich für ein wirres Verschwörungsszenario, das künstlich geschürt wurde und für das nicht einmal geringste Anhaltspunkte existieren. Auch wenn man den Anschluss der Krim als "Annexion" wertet, bleibt es immer noch ein Anschluss auf Wunsch eines weit überwiegenden Teils der Bevölkerung - ein Votum, das im übrigen Europa vollkommen unrealistisch ist.


    Ich verbleibe dabei, dass überhaupt erst die Einbeziehung Russlands in die Ukraine-Krise und die Diskussion um Sanktionen diejenigen Auswirkungen entfalten konnten, die sich wirtschaftlich bemerkbar machen. Alle folgenden Diskussionen, wie etwa ein Exportstopp russischen Gases für Europa und andere Folgen, sind Ausfluss der im Rahmen der Sanktionen geschürten Hirngespinste. Ich wundere mich immer wieder, wie sich intelligente Menschen dermaßen aufs Glatteis führen lassen.


    Was hat sich denn verwirklicht von den Hirngespinsten um furchtbare Untaten Russlands? REIN GAR NICHTS!


    Und dieses besonnene Verhalten Russland als Verdienst provozierender Sanktionen zu werten, ist doch wohl mehr als paradox.



    @Jimmithebob:
    Du könntest ja auch Belege darüber bringen, dass das Szenario eines Einmarschs Russland in andere Europäische Länder mehr ist, als nur ein Hirngespinst paranoider Zeitgenossen.

  • Wenn man das (Zwischen-) Ergebnis betrachtet, zeigt sich m.E. doch deutlich, dass Russland keinerlei nennenswerte Aggression gegenüber dem restlichen Europa zeigt.


    Und das trotz der Sanktionen und ewigen (nicht bewiesenen) Unterstellungen, die in Russland aus meiner Sicht zu Recht als Provokation angesehen werden. Denn außer Unterstellungen liegt der Agitation gegen Russland aus Richtung USA und EU nicht viel zugrunde.


    Gerade vor dem Hintergrund der andauernden Provokation könnte Russland kaum besonnener reagieren - und das in einem Ausmaß, welches Putin innenpolitisch schon fast gefährlich werden kann. Selbst weitaus härtere Gegenmaßnahmen hätte ich noch als Reaktion gewertet, ohne ihnen ein eigenes aggressives Potenzial zuzumessen.


    Schließlich ist man es gewohnt, dass Russland früher stets in gleicher Münze zurückzahlte. Bleibt eine solche Reaktion im zu erwartenden Ausmaß aus, werte ich persönlich das als nennenswertes Zugeständnis.



    Edit:
    Die gegen Russland verhängten Sanktionen zeigen, dass USA und EU im Wege der Selbstjustiz empfindlich in das globale Wirtschaftssystem eingreifen können (etwa durch den Ausschluss russischer Banken vom Kapitalmarkt). Auch wenn es schmerzhaft für Russland ist, muss es aus meiner Sicht mit einer Korrektur beginnen, indem es etwa den Dollar als (alleinige) Leitwährung im Energiehandel ablöst. Die Entkopplung des Gasgeschäftes mit China ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schon der Umstieg Russlands vom Dollar auf den Euro (dem sich viele arabische Staaten anschließen dürften), könnte die Macht des US-Dollar als Reservewährung schwächen, wodurch schon viel gewonnen wäre. Allein der Umstand, dass nationale Notenbanken weltweit eine zweite Währung vorhalten müssten, würde dazu führen, dass größere Mengen gehorteter US-Dollar in den Markt zurückfließen würden.


    Aus meiner Sicht gilt es zu verhindern, dass die Selbstjustiz kartellartiger Zusammenschlüsse von Staaten eine derartige Macht entfalten kann, ohne dass ihre Maßnahmen von der UN gestützt werden. Auch die Weltbank muss solchen Maßnahmen der Selbstjustiz entzogen werden, so sie glaubhaft bleiben will.


    Selbstjustiz ist etwas, das ich grundweg ablehne und daher auch im Falle autonomer Sanktionen durch USA oder EU nicht gutheißen kann - und das noch einmal ganz unabhängig von der Frage einer möglichen Berechtigung.

  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    ..., was der unvoreingenommene TTler meist in den 7. Klasse SoWi lernt, ...


    Das fällt mir jetzt erst auf: SoWi? Sozialwissenschaften? Da lernt man so etwas?
    Zu meiner Zeit konnte ich dieses Fach noch abwählen, bevor es überhaupt begonnen hatte.



    Bei meinen Überlegungen sind Beteiligte für mich Variablen, die ich als austauschbare Objekte ohne "Vorbelastungen" sehe. Wer nach diesem Denkmodell Russland etwa nur als "A" kennt, die USA als "B" pp., kommt häufig zu ganz anderen Ergebnissen als bei Kenntnis der hinter den Buchstaben stehenden (auch juristischen) Personen. Schildere ich im Bekanntenkreis Fälle und benenne erst nach Bildung eines Ergebnisses die Beteiligten, wird häufig genug moniert, dass die Äußerungen soooo doch nicht gemeint waren. Eine Frage nach dem "warum" bleibt stets ergebnislos.


    Ich bin überzeugt davon, dass unbefangene Probanden die Situation der Beteiligten im Ukraine-Konflikt ganz anders beurteilen würden, wenn durch Verwendung von Variablen eine abstrakte Betrachtungsweise Grundlage der Meinungsbildung sein könnte. Im Studium hatte ich mich immer gegen die seinerzeit aufkommenden induktiven Lehrmethoden gewehrt ... sie führen m.E. zu nichts. Deduktive Betrachtungen auf Grundlage abstrakter (vom Einzelfall losgelöster) Denkmodelle sind aus meiner Sicht deutlich geeigneter - auch für das spätere Leben.



    Und ja ... ich habe wieder Richard David Precht konsumiert ... gestern oder vorgestern im Plausch mit Sascha Lobo . :p


    (Zum ersten mal glaubte ich, ein gewisses Entsetzen in Prechts Mimik erkannt zu haben - es trafen halt Welten aufeinander)



    Edit: Beitrag gekürzt und Link ergänzt

  • Die Firma Asgaard aus dem Münsterland - bekannt für den Einsatz deutscher Söldner in aller Welt - sucht Drohnenpiloten für den Einsatz in der Ukraine.


    Da die Einsatzbeschreibung hervorhebt, dass "eine Aufklärung vom Boden ... nicht möglich" ist, kann es sich beim geplanten Zielgebiet eigentlich nur um die Ostukraine handeln.
    Stellt sich die Frage, wer da eigentlich Auftraggeber ist und... noch viel schlimmer: Wer das eigentlich bezahlt :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    ... Ostukraine ... .
    ... wer ... Auftraggeber ... und ... Wer das eigentlich bezahlt ...


    Die Russen werden dafür bestimmt keine Rubel ausgeben.
    Vielleicht "mietet" die Bundesrepublik die Drohnen samt Personal, um zu testen?

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
    Vielleicht "mietet" die Bundesrepublik die Drohnen samt Personal, um zu testen?

    Der Verdacht liegt nahe und war bisher nur unausgesprochen.
    Private Söldner-Truppen à la Blackwater verstoßen nämlich immer noch gegen deutsches Recht :eek:
    Einige dieser Asgaard-Söldner stehen derzeit wegen eines anderen Einsatzes noch vor deutschen Gerichten :mad:
    Dann müsste man die Klage somit auf Regierungsmitglieder ausweiten?

  • Der imperialistische Landraub durch Russland soll also weitergehen:


    http://www.zeit.de/politik/aus…aempfe-flughafen-mariupol


    "Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben vor ihren umstrittenen Wahlen mit der Einnahme der Hafenstadt Mariupol gedroht. Wenn die Ukraine die strategisch wichtige Stadt nicht auf friedlichem Wege abtrete, "dann setzen wir Gewalt ein", sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko russischen Agenturen zufolge. Die strategisch wichtige Hafenstadt ist die letzte von Kiew kontrollierte größere Stadt in der Region.
    ...


    Auch in anderen Teilen der Ostukraine gibt es wieder heftige Kämpfe zwischen Separatisten und der Armee. Der Sicherheitsrat in Kiew berichtete von einer zunehmenden Aktivität der bewaffneten Separatisten. Sicherheitsratssprecher Andrej Lyssenko zufolge wurden in der Ostukraine innerhalb von 24 Stunden mindestens sieben Soldaten getötet und elf verletzt. Es war der höchste Verlust für die ukrainische Armee an einem Tag seit mehr als zwei Wochen. Auch ein Zivilist wurde getötet, teilte der Stadtrat von Donezk mit.


    ANZEIGE
    Kämpfe werden auch gemeldet für das Gebiet rund um den internationalen Flughafen in Donezk. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von aus zwei Richtungen abgefeuerten Geschossen. Im Laufe des Nachmittags habe es teilweise mehrere Detonationen pro Minute gegeben. Militärsprecher Wladislaw Selesnjow sagte, die Armeestellungen am Flughafen seien am Vormittag von Raketenwerfern beschossen worden und am Nachmittag mit Mörsergranaten. "


    Edit:


    http://de.ria.ru/politics/20141023/269855875.html


    "DONEZK, 23. Oktober (RIA Novosti).


    Donezker Volkswehr will Großstädte erobern: „Schwere Kämpfe stehen bevor“


    "... Rund sieben Wochen nach Beginn der Waffenruhe in der Ost-Ukraine zeigt sich die Leitung der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ (DVR) enttäuscht und schließt eine Wiederaufnahme schwerer Kämpfe mit dem Militär nicht aus. DVR-Premierminister Alexander Sachartschenko droht mit der Einnahme von drei Großstädten.
    „Es wird noch sehr schwere Gefechte geben“, sagte Sachartschenko am Donnerstag beim Besuch eines Krankenhauses in Donezk. „Wir werden Slawjansk, Kramatorsk und Mariupol einnehmen. Es gelingt leider nicht, die Verhandlungen in friedliche Bahnen zu lenken. ...“

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!