Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...
    Russische Truppen im Ausland erkennt man dieses Jahr zuverlässig daran, daß sie ohne jegliche Markierung unterwegs sind:
    ...


    Aua ... Angehörige von Streitkräften erkennt man allein an ihrem amtlichen Auftrag. Kein Auftrag -> keine Regierungstruppen.


    Welche Belege existieren für diesen Auftrag?


    Üblicherweise wird ein solcher Auftrag durch entsprechende Nationalitätsabzeichen der Kombattanten dokumentiert. Fehlt es, gelten die Kämpfer nicht als Angehörige von Streitkräften/Kombattanten i.S. von Art. 1 der Haager Landkriegsordnung.


    Wenn ich die in Magazinen des deutschen ÖR-Rundfunks gesendeten Aussagen von russischen Kämpfern in der Ukraine und/oder deren Angehörigen zugrunde lege (und es waren etliche), sind es noch am Ehesten Söldner i.S. von Art. 47 des ZP I zur Genfer Konvention (bitte lesen). Somit sind sie nicht einmal "Kombattanten zweiter Klasse" i.S. von Art. 2 HLKO, wozu etwa bewaffnete Bürgerwehren, Guerilla oder vergleichbare Gruppen gehören. Söldner zeichnen sich im wesentlichen dadurch aus, dass sie ohne amtlichen Auftrag kämpfen (weswegen "Söldner" aus rechtlicher Sicht meist gar keine Söldner sind). Und als Finanzier solcher Söldner kommt auch jeder private Oligarch in Betracht.


    Wenn es keine Söldner sind und auch keine Angehörigen der Separatisten-Truppe (wofür auch einiges spräche) ... welchen Beleg kannst Du uns für einen amtlichen Auftrag von russischer Seite präsentieren? Oder gehört dieser russische Regierungsauftrag etwa ins Reich der Fabel?




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    Edit:
    Wenn es sich beim Angriff ukrainischer Truppen um kriegerische Handlungen handelt - wie von etlichen hier angenommen - ergäben sich aus Art. 50 ff. ZP I die Verpflichtungen der Armee zum Schutz von Zivilisten. Werden sie nicht eingehalten, sind wie im Nu beim Kriegsverbrechen.

  • Alle paar Wochen werden doch angeblich russische Einheiten auf dem Gebiet der Ostukraine gesichtet. Mittlerweile ist es selbst der Bild keine große Schlagzeile mehr wert....

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol

    und wo steht dort etwas von "russichen Truppen"?
    Genau nirgends. Also was soll ich jetzt glauben? :confused:
    Das werden schon genug Satelliten auf das gebiet schauen und die USA/NATO würden mit großer "Freude" verkünden das Russland in die Ukraine Einmarschiert ist.

  • Zitat

    Original geschrieben von murmelchen
    Also was soll ich jetzt glauben? :confused:

    Von "glauben sollen" hatte ich nicht gesprochen. Väterchen Putin vermittelt uns freilich, was wir glauben sollen - und indem du dies hierher transportierst bzw. einen auf igno machst, erfüllst auch du seinen deinesgleichen zugedachten Zweck...

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Und apropos Bashing: ach wie gut, dass du und Gallium hier nie USA-Bashing betreiben :D

    Eine so simplifizierende Sicht entspricht eigentlich nicht Deinem Niveau. Du wirst doch nicht allen Ernstes in solch infantilen schwarz-weiß-Sichten argumentieren wollen, wie:
    >Wer nicht für uns ist, ist gegen uns< :gpaul:
    Das sind überholte Rollen-Bilder aus dem Kalten Krieg. :flop:


    Mitnichten bin ich gegen 'die USA' oder gegen 'die Amerikaner' :rolleyes:
    Ich denke, ich hatte hier schon ausreichend oft dargelegt, dass ich vorrangig die derzeitige Destabilisierungsstrategie und die dahinter stehende Ideologie des polnischen Alt-Adligen Zbigniew Kazimierz Brzeziński für brand-gefährlich halte :eek: (im wörtlichsten Sinne)


    Auch wenn diese Ideologie derzeit zur Doktrin der amerikanischen Außenpolitik erhoben worden ist, ist sie auch in Amerika nicht unumstritten :eek:
    Zu den Mahnern zählt auch Henry Kissinger, der kritisiert, dass eine Dämonisierung Putins keine Politik sei: "Sie ist ein Alibi für die Anwesenheit von Politik"


    In einem kürzlich gegebenen Interview vertritt Kissinger die Ansicht:
    Putin sollte man eher mit Peter dem Großen als mit Hitler vergleichen"
    Auch wenn ich selbst solche Vergleiche generell ablehne, teile ich Kissingers Einschätzung zu Putins Zielen:
    "Ich denke nicht, dass er versucht, ganz Europa zu erobern oder die ganze Welt zu dominieren"


    Dass solche Art Realpolitik nicht von den Nutznießern der derzeitigen Eskalationspolitik geteilt wird, liegt in der Natur der Sache.
    ..und dass Mitmenschen, wie Brzeziński oder unser Herr Simon, Russenhass auf Grund ihres ethnologischen Hintergrundes zur alles bestimmenden Ideologie erheben, ist zwar nachvollziehbar aber nicht eben zur Völkerverständigung geeignet. Aus blindem Hass wächst nur wieder Hass.... und Krieg beginnt, wie wir wissen im Kopf :apaul:


    Solange aber (Zitat Kissinger) "Verständnis für russische Geschichte und Psychologie ... nicht gerade zu den Stärken von US-Entscheidungsträgern." zählt, wird unsere Politik von Hitzköpfen nach der Devise 'alles oder nichts' bestimmt. :flop:

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Eine so simplifizierende Sicht entspricht eigentlich nicht Deinem Niveau. Du wirst doch nicht allen Ernstes in solch infantilen schwarz-weiß-Sichten argumentieren wollen, wie:
    >Wer nicht für uns ist, ist gegen uns< :gpaul:
    Das sind überholte Rollen-Bilder aus dem Kalten Krieg. :flop:

    ok, da der Vorwurf Russland-Bashing nicht von dir kam, dann ziehe ich meinen dir gegenüber zurück ;)


    Aber apropos Kalter Krieg - glaubst du, der ist - zumindest was Propaganda und gegenseitige Anschuldigungen (auch von dir fleißig geliefert) angeht - nicht schon längst wieder ausgebrochen?

  • Die Aussage, dass Putin die Verbände im Osten der Ukraine schickt, ist eine bloße Unterstellung, für die ich bisher keinen einzigen Beleg habe finden können - nicht einmal einen von den USA gefaketen. Vielmehr deuten die Aussagen der von deutschen Auslandskorrespondenten befragten Kämpfer und deren Angehörigen (die nicht selten über den Tod ihrer Ehemänner/Söhne berichten) darauf hin, dass sie von Personen aus den Separatistengebieten angeworben wurden. Es ist also nicht nur so, dass es keine Anhaltspunkte für einen offiziellen russischen Regierungsauftrag gibt, sondern es existieren zahlreiche Aussagen von Zeugen, dass es eben nicht so ist.


    Gäbe es auch nur den kleinsten Hinweis auf die Richtigkeit dieser Behauptung, Russland sei der Auftraggeber, würde er doch wohl gnadenlos ausgeschlachtet werden - da können wir sicher sein. Aber was ist? Nix ...


    Wie intelligente Menschen vor diesem Hintergrund davon ausgehen können, dass die Verbände russische sind, ist für mich eines der großen Rätsel der Ukraine-Krise.


    Versucht man nun über irgendwelche Verrenkungen irgendeine Form russischer Finanzierung von Kämpfern zu konstruieren, ist das ebenso aberwitzig. Wenn Russland die Separatisten finanziell unterstützte, wäre das nichts anderes, als es der Westen mit der Regierung in Kiew macht. In beiden Fällen wird oder würde die finanzielle Unterstützung den Haushalt entlasten mit der Folge, das mehr Geld für die Finanzierung von Rüstungsgütern bleibt. Wir können Russland schlecht das vorwerfen, was wir selbst mit einer entsetzlichen Selbstverständlichkeit machen.


    Abgesehen davon: Auch für eine nennenswerte finanzielle Unterstützung der Separatisten durch Russland habe ich bisher keine wirklichen Belege finden können. Ich halte es für ebenso wahrscheinlich, dass unermesslich reiche Oligarchen diese Kampfeinsätze finanzieren, weil sie sich nach einer Sezession berechtigte Hoffnung machen können, neben ihrer finanziellen Macht auch noch Regierungsverantwortung zu erlangen.



    Alles in Allem: Wo bleiben die Belege für einen amtlichen russischen Auftrag der in der Ost-UA ohne Abzeichen kämpfenden Verbände? Wo bitte?


    Nur weil viele etwas behaupten, wird es dadurch nicht richtig!




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    Edit:
    Die gestrigen Reden zum Jahrestag des Mauerfalls haben m.E. gezeigt, dass die Zahl der Zweifler an der "offiziellen Linie" des Westens zunimmt. Insbesondere Michail Gorbatschow, Fritz Pleigten (ehem. Intndant der WDR) und andere Zeitzeugen von Rang und Namen verlautbarten das, was auch ich noch in Erinnerung habe. Russland wurden seinerzeit etliche Zusagen gemacht, die der Westen selbstherrlich vom Tisch gewischt hat, weil man es mit einem durch die gläserne Revolution geschwächten Russland machen konnte. Hierdurch wurde das russische Empfinden aber zutiefst verletzt.

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Von "glauben sollen" hatte ich nicht gesprochen. Väterchen Putin vermittelt uns freilich, was wir glauben sollen - und indem du dies hierher transportierst bzw. einen auf igno machst, erfüllst auch du seinen deinesgleichen zugedachten Zweck...


    Es ist eben nichts bewiesen, daher kann ich auch nicht glauben das Russland da ist.
    Aber das ist manch einem ja egal, Hauptsache erstmal drauf los gejammert "der Böse Russe" ist in die Ukraine eingefallen.
    Wenn es beweise geben würde hätten uns die USA das schon längst unter die Nase gerieben und wenn es Beweise gibt dann glaube ich das auch. (wie das Giftgas im Irak) :D

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Aber apropos Kalter Krieg - glaubst du, der ist - zumindest was Propaganda und gegenseitige Anschuldigungen (auch von dir fleißig geliefert) angeht - nicht schon längst wieder ausgebrochen?

    Nun, man kann sicher Regenwetter, miese Börsenkurse oder schlechtes Karma herbei reden ;)
    Allein davon treten diese Dinge aber nicht ein (vllt vom Karma abgesehen, was ein blödes Beispiel ist :D )
    Aber wie ich schon mehrfach zitierte, beginnt Krieg zunächst ganz unblutig im Kopf :apaul:
    Erst wenn die Bereitschaft zum Krieg vorhanden ist und seine Folgen akzeptiert werden, kann man ihn auch wirklich real entfesseln. Das Sprichwort vom Krieg, den es geben mag, zu dem aber keiner hin geht, spiegelt das bildlich sehr schön wieder.


    Wenn frankie schreibt,

    Zitat

    Nur weil viele etwas behaupten, wird es dadurch nicht richtig!

    dann ist das verstandesmäßig zwar logisch aber wir sollten dabei nicht vergessen, was einer der größten Demagogen lehrte: "Wird eine Lüge nur oft genug wiederholt, wird sie irgendwann auch geglaubt."
    Der Volksmund sagt dann: Irgend etwas wird schon dran sein :gpaul: :mad:


    So gesehen wurde versucht den Boden für Konfrontation zu bereiten und leider auch von einer unisonen Presse. Doch kann man nicht verhindern, dass nahrhafter Boden immer auch Unkräuter ernährt (um mal in der Metapher zu bleiben).
    Der Verlust an Glaubwürdigkeit unserer ehemaligen Leitmedien führt nun dazu, dass andere Brandstifter den Nährboden für sich beackern. (Beispiel Ulfkottes aktueller Bestseller)


    Das ist eine brand-gefährliche Entwicklung, die nicht 'irgendwo in der Taiga' sondern hier bei uns in unmittelbarer Nachbarschaft abläuft. Eine unabhängige Presse als 4.Gewalt der Demokratie war zu wertvoll, als dass man sie für Propaganda verheizen darf. Der Schaden, den Buhrow, Kleber und Co angerichtet haben ist noch gar nicht absehbar :eek:
    ...und ja, ich beschuldige diese Leute der Gedankenlosigkeit ihres Tuns und ich nenne hitzköpfiges Handeln eine Gefahr :mad:


    Aber ist es Propaganda, solche Fehler aufzuzeigen?
    Ist es Propaganda Falschmeldungen als solche aufzudecken oder fehlende Informationen zu ergänzen?
    Ist es Propaganda, so wie Kissinger, Verständnis für die andere Seite aufzubringen?
    ...und damit meine ich nicht nur Verständnis für Russland sondern auch für die Beweggründe Zbigniew Brzezińskis und unseren Herrn Simon.


    Wir können die Politik unseres eigenen Landes beeinflussen, die Russlands aber nur mittelbar, indem wir versuchen durch unser Handeln gewünschte Reaktionen zu erzielen. Das Bisherige hat aber genau das Gegenteil von dem erreicht, was wir möchten - also ist es falsch.


    Der Konflikt Russland-EU/USA wird mittlerweile überwiegend öffentlich ausgetragen, während hinter den Kulissen auf höchsten (Entscheidungs-) Ebenen bereits wieder mit Vernunft an Schadensbegrenzung gearbeitet wird. Man braucht Russland einfach - ob man will oder nicht
    ...genau wie Amerika :top:
    Die Welt ist zu klein, um sich aus dem Weg gehen zu können :cool:

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Hättest du den verlinkten Artikel zumindest überflogen und nur in Ansätzen verstanden, dann hättest du gemerkt, dass es darin sehr wohl auch um die Ukraine geht. ...


    Er hat sich hier z.B. weder die englische noch den russische Variante des Artikels angeschaut - mangels Sprachkenntnissen, wie mich auch sein häufiges Schweigen zu englischsprachigen Texten vermuten lässt.


    Wie will er bei seinen angeblichen Ukraine-Aufenthalten denn kommuniziert haben? Siehe http://www.telefon-treff.de/sh…ostid=5286898#post5286898

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

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