Wie lange dürfen Unternehmen Unterlagen von Bewerbern aufheben?

  • Zitat

    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Diese Forderung und auch die wiederholt vorgetragene Forderung sollte natürlich den Angesprochenen verunsichern. Vielleicht sollte ein Präzedenzfall geschaffen werden...


    „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant..."
    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben


    :D:D

  • Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Kommt gern mitsamt dem Geschäftsbericht an Deine Postanschrift.

    Meine kann ich aus Datenschutzgründen nicht öffentlich nennen. Aber schick es doch an die Kollegin, die freut sich immer über Selbstanzeigen:


    Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz
    Husarenstraße 30
    D-53117 Bonn


    ;)


    Zitat

    Anzumerken ist noch, daß die Vorschrift, Daten nach 2 Monaten zu löschen, in der Praxis viel öfter verletzt wird, als auf den ersten Blick sichtbar

    Selbstverständlich ist das so. Wie schon ganz zu Beginn diskutiert, kein Mensch (und kein Unternehmen) kümmert sich um Datenschutz. Das ist schade, aber das ist auch schlicht die Praxis. Überall. Und solange Datenschutzverletzung keinerlei Konsequenzen hat (und das ist heute noch so, trotz BDSG), wird sich da auch nichts ändern.



    Zitat

    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Diese Forderung und auch die wiederholt vorgetragene Forderung sollte natürlich den Angesprochenen verunsichern. Vielleicht sollte ein Präzedenzfall geschaffen werden, daß Arbeitgeber gesetzlich oder gerichtlich zur fristigen, eigenköstigen, natürlich auch dokumentierten, versicherten und eingeschriebenen Rücksendung jeglicher Bewerbungsunterlagen gezwungen werden.

    Da soll überhaupt nichts verunsichert werden, sondern zum Nachdenken anregen. Und einen Präzedenzfall braucht es in dieser Angelegenheit nicht mehr, der Sachverhalt, wie legal mit Bewerbungsdaten umzugehen ist, ist doch lange klar.


    Das BDSG ist ein Popelgesetz, das versteht jeder Heinz nach ein wenig Einlesen. Und nach 2 Tagen IHK-Seminar ist er zertifizierter DSB. Datenschutz ist nicht schwer, nur mühsam. Aber wir schweifen ab... :p

  • Sehr lustig - fremde Daten fordern und eigene "aus Datenschutzgründen nicht öffentlich nennen", obwohl Öffentlichkeit ja niemand erwartet hat. Auch bei der ursprünglichen, nachdrücklichen Forderung wird ja wohl kaum eine öffentliche Bekanntmachung gemeint gewesen sein, sondern eine private. Und dann als Adresse eine Behörde nennen, haha. Da könnte man ja gleich aufgrund eines offenkundigen oder möglichen Gesetzesverstoßes antworten, daß derjenige sich doch an die Polizei wenden möge. Und selbst vollkommen anonym und verfahrensunbeteiligt bleiben. Ein wahres Husarenstück! (-:=


    Wenn sowas hier üblich wäre, dann dürfte man ja nichtmal beiläufig sagen, daß man nächtens bei Rot über die Ampel gegangen ist...

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    aber auch für den Fall der Freiwerdung einer weiteren solchen Stelle: dann kann man die Bewerber nämlich auch später noch kontaktieren. Diese hätten sich im Falle einer Ablehnung beim ersten Versuch nämlich wahrscheinlich nicht nochmals beworben. Das Vorgehen ist also auch für den Bewerber von Vorteil!


    Wie oft ist es denn vorgekommen, dass ein Bewerber auf diese Weise eine Stelle bekommen hat? Oder listest du nur eine theoretische Möglichkeit auf, die es aber in deinem Unternehmen gar nicht gibt?


    Und bekommen die Bewerber trotzdem eine entsprechende Antwort auf die Bewerbung oder gehört dein Laden zu den ca. 40%, die es nicht mal nötig haben, sich überhaupt bei einem Bewerber zu melden?


    So hoch liegt nämlich die Quote derer, die Stellen anbieten und Bewerbungen bekommen möchten, sich dann aber nicht mehr melden. In meinen Augen ein extremes Armutszeugnis. Wer es nicht schafft und nicht für nötig erachtet, einen Zweizeiler als Antwort zu schreiben, sollte besser dichtmachen. Es gibt Unternehmen, die aus dem erwähnten Grund regelmäßig in meinem Bekanntenkreis schlechtgemnacht werden - und die können sich sowas eigentlich nicht leisten, sollte man meinen, denn ihr Geschäft lebt vom Kundenkontakt in der Stadt.


    Auch wenn Initiativbewerbungen kommen oder erkennbar nicht besonders sorgfältige Bewerbungsunterlagen - ein Unternehmen hat immer einen Ruf zu verlieren und sollte ein Verhalten zeigen, das den eigenen Ansprüchen genügt. Wenn die so niedrig sind, dass man es nicht mal schafft, eine kurze Antwort zu geben - dann "Gute Nacht, Marie".


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Im Übrigen haben nur die Personalverantwortlichen Zugriff auf die Bewerberdaten, welche auch nicht elektronisch erfaßt (eingescannt) werden und dann in irgendeinem Firmennetzwerk herumgeistern. Dies finde ich - bezogen auf den Datenschutz - wesentlich bedenklicher.


    Die Gesetzeslage sieht etwas anderes vor, egal es der Einzelne das nun nachvollziehen kann oder nicht...


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Das mit dem "Stadtteil" war ein bildhafter Vergleich. Gemeint ist damit die Schwemme an Bewerbungen, die einen bei der Ausschreibung bestimmter Berufe ereilt. Diese Bewerbungen sind so lieblos und liederlich ausgefertigt, daß offensichtlich ist, daß sie nur der Ruhigstellung der Arbeitsagentur dienen. Der muß man bekanntlich eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen vorweisen.


    Wer einen dicken Arsch hat, braucht eine große Hose... Wenn man also nicht in der Lage ist, eine größere Anzahl an Bewerbungen zu händeln, sollte man sich von entsprechenden Stellenanzeigen fernhalten. Es gibt schließlich auch andere Wege, Personal zu rekrutieren.


    Wenn diverse Unternehmen nicht mal nötig haben, eine Antwort zu geben, schicken Jobsucher - mitunter aufgrund des Zwangs durch das Arbeitsamt - auch schlechte Bewerbungen ab um "Masse zu machen". Im Zweifel zählt bei der Arbeitsagentur nämlich nur das Absageschreiben, nicht nur die Behauptung, man habe sich irgendwo beworben. In manchen Fällen mag der Arbeitsvermittler sich auch mit Listen über die Bewerbungsaktivitäten oder vorgelegten Anschreiben zufrieden geben, aber meistens wollen sie Absagen der Unternehmen sehen. Heißt für Bewerber: 2 Bewerbungen schreiben um sich 1 als Eigenbemühen anrechnen lassen zu können. Ist doch klar, dass manche Bewerber dann auch 50% Müll herausfeuern weil sie genau wissen, dass eh in der Hälfte der Fälle keine Antwort kommt oder weil sie auf diese Weise ihre Quote an Absagen als Nachweis ihres Bemühens erreichen wollen.
    Würde man nicht so blöde Regeln schaffen, hätten Unternehmen nur halb so viele Bewerbungen, die wären dann auch fast immer ernst gemeint.


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Mir ist im Übrigen bekannt, daß dieses Vorgehen nicht optimal ist; diesbezügliche Belehrungen sind aber unnötig. Vernichten ist hier jedenfalls keine Option, auch wenn das andere so handhaben mögen.


    Was mich an solchen Aussagen stört ist, dass man von Bewerbern einen lupenreinen Auftritt erwartet: Bewerbungsunterlagen auf der Höhe der Zeit, ohne jeden äußeren Makel und ohne jedweden Rechtschreibfehler. Jederzeitige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit.
    Wenn es aber umgekehrt um die Erwartungen an ein Unternehmen geht - und in diesem Fall die Erwartung, geltendes Recht zu beachten - wird das, weil es lästig ist, nicht ernst genommen.


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Man bindet als Unternehmen in Deutschland doch ohnehin schon soviel Zeit und Ressourcen mit der überbordenden Bürokratie und den zahllosen Zwangsmitgliedschaften und -gebühren. Und dann hat man die Wahl, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, oder aber penibel jede noch so kleine Vorschrift zu beachten.


    Wer nicht in der Lage ist, sein Geschäft nach den hier geltenden Gesetzen zu führen, hat vom Markt zu verschwinden...


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Soll der Admin da die alten Streamerbänder vom vorigen Jahr nochmal zurückspielen, die Daten löschen, und wieder sichern? Auch hier wird niemand diesen Aufwand betreiben. Eben Augenmaß: der Admin wird sagen, daß die Backups verschlüsselt sind und niemand Zugriff hat. Das sollte doch genügen.


    Nö. Oder lässt Du Bewerbern Gesetzesverstöße oder suboptimale Bewerbungen durchgehen weil es doch genügt, das selber als Sinnvoll Erachtete zu erfüllen?


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Dagegen wird dort, wo wirklich massiv gegen Datenschutzvorschriften verstoßen wird, viel zu lasch geahndet.


    Beliebtes Argument von Rasern: die Polizei möge sich doch lieber um echte Verbrecher kümmern als Bürger zu blitzen, die gemäß eigenen Dafürhaltens und Selbstüberschätzung ihrer Fahrkunst herumrasen.


    Rechtlich gilt aber: es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Das Fehlverhalten Dritter legalisiert nie eigenes Fehlverhalten.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    oder gehört dein Laden zu den ca. 40%, die es nicht mal nötig haben, sich überhaupt bei einem Bewerber zu melden?


    So hoch liegt nämlich die Quote derer, die Stellen anbieten und Bewerbungen bekommen möchten, sich dann aber nicht mehr melden. In meinen Augen ein extremes Armutszeugnis. Wer es nicht schafft und nicht für nötig erachtet, einen Zweizeiler als Antwort zu schreiben, sollte besser dichtmachen. Es gibt Unternehmen, die aus dem erwähnten Grund regelmäßig in meinem Bekanntenkreis schlechtgemnacht werden - und die können sich sowas eigentlich nicht leisten, sollte man meinen, denn ihr Geschäft lebt vom Kundenkontakt in der Stadt.


    Mal was aus der Praxis zu den 40%. Meine LG hat sich neulich im grossen Stil beworben, darunter bei 2 Unternehmen, eins mit mehreren 100 Angestellte, das andere gehört mit zu den Marktführern in Deutschland. Es war keine Initiativbewerbung sondern ein gezieltes Anschreiben auf eine Stellenanzeige hin. Bei beiden kam weder ne Absage noch sonst irgend ein Feedback...


    Absagen kosten offensichtlich Zeit/Geld das man lieber in Werbung oder Manager Gehälter investiert

  • Zitat

    Original geschrieben von SAR das man lieber in Werbung oder Manager Gehälter investiert


    Au ja - pauschale Polemik ist immer argumentativ sehr überzeugend und nicht zu toppen...


    Wer auch mal auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen hat sieht die ganze Kiste wohl etwas nüchterner (oder sollte ich sagen realistischer?). Da gibt es Kandidaten die sich innerhalb von 4 Monaten 3x auf dieselbe Stelle bewerben obwohl es bereits 2x eine Absage (einmal schriftlich, einmal persönlich am Telefon) gegeben hat - ich brauche wohl nicht erwähnen, dass diese Person weder die notwendige Qualifikation hätte und die Bewerbungsunterlagen (für einen angeblichen Hochschulabsolventen) ein absoluter Witz waren? Der Vogel wusste sogar schon beim 2ten Versuch gar nicht mehr, dass er sich schon mal beworben hatte ("Wieso war doch eine andere Internetstellenbörse..."). Und da soll man dann als potentieller AG auch noch Zeit und Mühe investieren? Also bitte.


    Zugegebenermaßen ein extremer Fall - aber eben leider längst nicht die Ausnahme.
    Bevor man sich also künstlich aufregt immer dran denken:
    Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

  • Ich finde es fatal als Bewerber sich nicht zu kümmern. Entweder ich will die Stelle, dann hake ich nach 2~3 Wochen nach oder mir ist es sowieso egal. Dann hätte ich mich auch nicht bewerben brauchen. Klar ist keine Rückmeldung nicht schön, aber was solls? Blos weil der MA keine Zeit, keine Lust oder es schlicht vergessen hat, würde ich mir meine Chancen auf einen Job den ich haben will nicht vermiesen lassen.
    Zur Polemik an sich hat sich ja ChickenHawk schon geäußert, da habe ich nichts hinzuzufügen.


    Gruß Kai

  • Ein Bewerber sucht im Prinzip "irgendeine" Stelle. Zu glauben, er hätte schon immer nur davon geträumt, in der Metzgerei Meier Schlachter zu werden weil das der geilste Laden der Welt ist, ist lächerlich. Es mag ja bei Lokführern oder Piloten echte Enthusiasten geben, aber wer sich breit gestreut als kaufm. Mitarbeiter oder Handwerker bewirbt, sucht nur irgendeinen fairen Betrieb.


    Da sich die AG's die Auswahl aufgrund der Marktgegebenheiten vorbehalten ist es auch an denen, sich bei den Bewerbern zu melden. Auch bei denen, die eine Absage bekommen sollen.


    Ob oder dass sich ein Bewerber nochmal meldet und nachfragt ist bei erhöhtem Interesse sicher richtig. Aber ein Arbeitssuchender, der systematisch Bewerbungen an in Frage kommende Firmen sendet, spart sich irgendwann die Nachfragen. Es kommt meist eh nur Müll (sprich: nichts) dabei heraus, denn am Telefon verhalten sich unorganisierte Firmen meist nicht kompetenter als auch sonst in der mangelhaften Unternehmenskommunikation. Man hat Leute am Draht, die nichts wissen - nicht mal, wen sie jetzt fragen sollen. Es kommt einfach nichts dabei heraus.


    Mein krassester Fall war eine Firma, bei der ich zum Vorstellungsgespräch gewesen bin und ab da nichts mehr hörte. Selbst bei mehreren Nachfragen war keiner informiert oder fähig in die Wege zu leiten, dass ich kontaktiert werde... Es handelt sich um ein Laborbedarfs-Unternehmen.


    Wer als Bewerber erhöhtes Interesse an einem bestimmten Unternehmen hat, sollte natürlich nachfragen wenn keine Nachricht kommt. Man kann es aber auch gleich lassen, denn ein AG, der sich nicht meldet, stellt einen eh nicht ein.


    Und du verdrehst hier auch die Interessen: als Bewerber schreibt man eh dutzende Bewerbungen. So gesehen: relativ egal wenn einzelne Unternehmen nicht antworten. Ein gutes Unternehmen versteht aber, dass auch Bewerber Kunden und Multiplikatoren sind. Verhält sich ein Unternehmen hier unpassend, tragen die Bewerber das in ihrem Umfeld weiter. Und da ja angeblich jeder Betrieb mit Bewerbungen erschlagen wird, sind es große Gruppen negativer Multiplikatoren.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Au ja - pauschale Polemik ist immer argumentativ sehr überzeugend und nicht zu toppen...


    Ich denke eher du pauschalisierst. Man sucht halt nach Erklärungen warum die Unternehmen, in unserem Falle sogar bevorzugt die Grossen, sich so verhalten. Viele Gründe bleiben da nicht über, oder fällt dir noch was dazu ein ?

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