Elektroautos Akkutechnik Argumente und Diskussionen

  • Hi


    Bei den hier geschilderten Verbrenner-Wunderautos, bei denen nichts kaputt geht, kann es sich nur um relativ junge Fahrzeuge handeln (<=5 Jahre, <150.000 km).


    Ansonsten gibt es früher oder später in jedem Fall Reparaturen.


    Solch junge Fahrzeuge mit einem Elektroauto zu vergleichen, dessen Akku nach 200.000 km irgendwann möglicherweise nachläßt, ist natürlich nicht gerecht. Wenn schon, dann soll auch der Verbrenner 7 Jahre alt und 200.000 km gelaufen sein.


    Persönlich kann ich mich nach 20 Jahren BMW und Mercedes nicht beklagen (Steuerkette sei Dank, MB und BMW beherrschen dies im Gegensatz zu VW recht gut), aber ich bekomme berufsbedingt viel von der Komplexität und der Anfälligkeit der Fahrzeuge mit.


    Mein aktueller, 17 Jahre alter! Benz hatte bis auf Zündspulen, Wasserpumpe, zerbröseltem KAT, durchrostetem Mittelschalldämpfer und eine verlorene Mutter am Schaltgestänge bisher nichts. Aber ich weiß, daß das nicht für alle Fahrzeuge gilt, und auch diese Sachen fallen bei einem Elektroauto eben nicht an.


    Frank aus wedau: Ich habe herzlich gelacht, weil ich mir vorstellte, wie jemand in die Kofferräume seines Tesla Braunkohle schaufelt.


    Ansonsten ist Deine Betrachtung falsch, weil sie nicht den Strommix berücksichtigt. Es gibt nunmal nicht nur Braunkohlekraftwerke.


    Ein Verbrennungsfahrzeug hat einen Wirkungsgrad von 20-25%. Ein Elektrofahrzeug hat ab Steckdose einen Wirkungsgrad von ca. 80%. Nun nehmen wir die Kraftwerksverluste hinzu: der Primärenergiefaktor liegt in Deutschland bei ca. 2,7, also 37% Wirkungsgrad. Daher ist das Elektrofahrzeug immer noch effizienter als der Verbenner, denn 0,8 x 0,37 ergibt ca. 0,3.


    Und je mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt wird, desto besser ist Primärenergiefaktor und damit der Gesamtwirkungsgrad des Elektrofahrzeugs.


    Gruß


    HHFD

    Gesendet von meinem Motofone F3

  • Gag Halfrunt:
    Nach dem Märchen über angeblich nicht erforderliche Auspuffwechsel beim Dieselmotor nun der nächste Coup:


    Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Im Übrigen dürften die fingerdicken Kabel eines Elektrofahrzeuges wesentlich robuster sein als die Kabelbäume der Verbrenner.


    Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Nur mit dem Unterschied, dass dort auch ein höherer Strom fließt. ;)
    Des weiteren gibt es selbstverständlich noch eine Vielzahl an Steuerkabeln.


    Was bitte hat denn der höhere Strom mit der Fehleranfälligkeit zu tun? Brennen die dann eher durch? :D


    Ein dickes Kabel bricht nicht so leicht, wird auch nicht so schnell vom Marder angefressen und scheuert nicht an Karosserieteilen blank, so daß Kurzschlüsse/Unterbrechungen entstehen.


    Daher sind die vielen kleinen Kabel ein Problem, und nicht wegen der Spannung/Stromstärke.




    Gruß


    HHFD

    Gesendet von meinem Motofone F3

  • Ohne praktische Ladetechnologie scheitert doch für viele das Vorhaben E-Auto sowieso ziemlich flott.
    Wir waren zu einer Probefahrt bei Peugeot in der Berliner Innenstadt. Der Verkäufer hatte auch keinen Plan, wie wir das Ding denn eigentlich aufladen sollen.


    Kann ja nicht einfach mal nen Kabel ausm 4. OG hängen lassen und dann noch 200m bis zum Parkplatz...
    Die paar E-Säulen sind hier in der Gegend eh dauerbelegt durch Carsharing-Fahrzeuge. Oder es stehen aufgrund der Parkplatzknappheit halt Verbrenner auf den Stellplätzen, was laut Ordnungsamt nicht verboten ist, da es kein "offizielles" Parkverbot für Nicht-E-Fahrzeuge gibt.
    In der Firma tagsüber aufladen geht auch nicht, spielt der Arbeitgeber aus "steuerlichen und versicherungsrechtlichen Gründen" nicht mit. Danke Deutschland :-)



    Für uns käm grundlegend ein E-Auto in Frage, es scheitert einfach an der Ladeproblematik.

  • Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    ...
    Und je mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt wird, desto besser ist Primärenergiefaktor und damit der Gesamtwirkungsgrad des Elektrofahrzeugs.
    ...


    Das ist uneingeschränkt richtig.


    Bevor aber nicht die letzte Dreckschleuder (wozu ich insbesondere Braunkohlekraftwerke zähle) vom Netz ist, werde ich Großverbraucher wie E-Autos nur betreiben, sofern keine Alternative existiert.


    Die teilweise irreparablen durch den Braunkohletagebau verursachten Umweltschäden sind für mich nicht zu rechtfertigen und werden zumindest von mir nicht durch Energieverbrauch gefördert, solange halbwegs vernünftige Alternativen existieren.


    Zudem zeigen Antriebstechniken, bei denen Energie (etwa bei Bremsvorgängen) zurückgewonnen wird, dass das Ende der Fahnenstange bei der Verbrauchsreduzierung von Verbrennungs-/Hybridmotoren noch lange nicht erreicht ist.


    Zudem:
    Die komplizierte Technik der Energierückgewinnung macht auch vor E-Autos nicht halt. Mit zwei dicken Kabeln und einem einfachen Elektromotor ist es nicht getan. Die Fahrzeugelektronik dient nur zu einem immer geringer werdenden Anteil der Motorsteuerung. Aktuell ist es die Luftdrucküberwachung im laufenden Betrieb, die den nächsten Baustein darstellt.



    Von dem allem abgesehen:
    E-Fahrzeuge können durchaus Sinn machen, wenn es darum geht, den Schadstoffausstoß zu verlagern. So können durchaus feinstaubreiche Innenstadtlagen durch Verlagerung des Verbrennungsvorgangs in Kraftwerke entlastet werden. Wer in solchen Gebieten wohnt, könnte Adressat einer gezielten Förderung bei der Anschaffung solcher Fahrzeuge sein.



    Carsharing ist für mich der Knaller. Ich würde sofort bei einer Nachbarschaftsinitiative mitmachen und wäre auch breit, mein Fahrzeug einzubringen. Nach fünf Jahren hat mein Fahrzeug eine Laufleistung von knapp 14.000 km, weil wir längere Strecken grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Hier könnte die öffentliche Hand durch Zurfügungstellung geeigneter Organisationsstrukturen einen Trend lostreten.

  • das interessante an den elektro-autos ist doch das potential, welches dort noch vorhanden ist.


    bei den verbrennungsmotoren versucht man mit viel aufwand gerade die letzten paar prozent rauszuholen. siehe start-stopp-automatik und energierückgewinnungssysteme etc. viel luft ist da nicht mehr. eine gewisse stagnation ist ja bereits eingetreten.


    beim elektroauto hingegen ist noch sehr viel potential bei der energiequelle möglich.


    man braucht ein funktionierendes e-auto und hat dann allein durch fortschritt bei der energiequelle enorme verbesserungsmöglichkeiten. egal ob bessere akkus, brennstoffzelle oder sonstwas. man tauscht die energiequelle aus und der rest kann ohne viel aufwand weiterverwendet werden.


    zudem kann der strom von kernkraftwerken, kohlekraftwerken, wind, sonne, gezeiten oder durch chemische reaktionen kommen. das ist das spannende. man wird unabhäng vom öl und das ist gut. irgendwann ist dieser rohstoff erschöpft und man wird zum hampelmann der scheichs oder putins dieser erde. strom kann hingegen jeder zu hause selbst produzieren.


    für mich persönlich ist ein e-auto derzeit nichts. aber jeder, der sich ein solches gefährt anschafft, unterstützt auf jeden fall die richtige richtung. die zukunft sind ganz klar e-mobile wobei noch offen ist, woher am besten der strom kommt und wie er gespeichert wird.


    die entwicklung steht weiterhin am anfang. aber die ersten schritte sind getan.

  • Zitat

    Original geschrieben von HHFD
      Gag Halfrunt:
    Nach dem Märchen über angeblich nicht erforderliche Auspuffwechsel beim Dieselmotor nun der nächste Coup:

    Also wenn du davon nichts verstehst, dann halte dich doch bitte mit solch abfälligen Bemerkungen zurück.


    Durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Abgase hält der Auspuff eines Diesel länger, sofern er nicht von außen beschädigt oder angegriffen wird. Beim Ottomotor enthalten die Abgase mehr Wasser, das in Verbindung mit den Abgasen sehr aggressiv ist.


    Das ist eine Tatsache und selbst wenn du mit dem Fuß noch so sehr auf den Boden stampfst, wird sich daran nichts ändern.

    Zitat

    Was bitte hat denn der höhere Strom mit der Fehleranfälligkeit zu tun? Brennen die dann eher durch? :D

    Wenn sie nicht entsprechend dimensioniert sind, ja. Da auch diese Hersteller unter Kostendruck stehen, kannst du dir an zehn Fingern ausrechnen, wo gespart wird.


    Zitat

    Ein dickes Kabel bricht nicht so leicht, wird auch nicht so schnell vom Marder angefressen und scheuert nicht an Karosserieteilen blank, so daß Kurzschlüsse/Unterbrechungen entstehen.

    Ob ein Kabel leicht bricht, hat nichts mit seiner absoluten Dicke zu tun. Auch da können einzelne Adern der Litze mit der Zeit brechen. Das Kabel ist dann zwar nicht sofort durch, aber durch den höheren Widerstand steigt die Temperatur.

    Zitat

    Daher sind die vielen kleinen Kabel ein Problem, und nicht wegen der Spannung/Stromstärke.

    Die vielen kleinen Kabel hat das Elektroauto ja auch noch.

  • Zitat

    Original geschrieben von HHFD
    Bei den hier geschilderten Verbrenner-Wunderautos, bei denen nichts kaputt geht, kann es sich nur um relativ junge Fahrzeuge handeln (<=5 Jahre, <150.000 km).


    Ansonsten gibt es früher oder später in jedem Fall Reparaturen.

    Dann habe ich offensichtlich in meinem Leben bisher nur Wunderautos gefahren. Die ersten Gurken waren weit über 10 Jahre alt und hatten die 200.000 erreicht. Ernsthafte Reparaturen außer den typischen Verschleißteilen? Fehlanzeige.


    Mein derzeitiges Wunderauto hat ebenfalls die 10 Jahre überschritten und 230.000 km auf dem Tacho. Irgend etwas von den von dir aufgezählten Reparaturen? Fehlanzeige. Außer dem typischen Verschleißteilen (Bremsen, Traggelenke, Filter, usw.) kam bisher nichts.


    Okay, das mag daran liegen, dass ich mir von Anfang an nur BMW kaufe. Auch wenn das meine damalige Intention nicht war, so scheine ich da qualitativ die richtige Wahl getroffen zu haben.


    Aber wie CK-187 schon schrieb: Es fallen ja immer nur die negativen Sachen auf. In Deutschland sind 60 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Dass es darunter Ausfälle gibt, ist reine Statistik. Und natürlich kennt jeder jemanden, der jemanden kennt, der total viel Ärger mit seinem Auto hatte.


    Ich hatte auch schon mal "viel Spaß" -- Motorlagerschaden. War ich aber selbst dran schuld, weil kein Öl mehr drin war.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Ob ein Kabel leicht bricht, hat nichts mit seiner absoluten Dicke zu tun. Auch da können einzelne Adern der Litze mit der Zeit brechen. Das Kabel ist dann zwar nicht sofort durch, aber durch den höheren Widerstand steigt die Temperatur.
    Die vielen kleinen Kabel hat das Elektroauto ja auch noch.


    Du brauchst es mir nicht zu glauben, aber es sei Dir versichert, dass bei dem Thema Batteriespannung im Auto keine Kompromisse eingegangen werden, dazu ist das Unfallrisiko zu hoch. Hohe Ströme und relativ hohe Spannungen lassen überhaupt keinen Murks zu.



    Nochmal zur Komplexität: Es scheint einigen nicht klar zu sein, aber man kann einen Elektromotor mit einer Batterie, einer Rolle Draht und einem Magneten innerhalb von fünf Minuten auf dem Tisch zusammenbauen. Vergleicht das mal mit einer Wärmekraftmaschine wie einem Kolbenmotor, welcher Aufwand dahinter steht, bis der läuft und am Ende noch die sich jedes Jahr verschärfenden Abgasnormen einhält.


    Schon zu Beginn meiner Laufbahn im Automobilsektor vor über zehn Jahren hat man nach Zehntelprozent-Wirkungsgrade gesucht.

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Du brauchst es mir nicht zu glauben, aber es sei Dir versichert, dass bei dem Thema Batteriespannung im Auto keine Kompromisse eingegangen werden, dazu ist das Unfallrisiko zu hoch. Hohe Ströme und relativ hohe Spannungen lassen überhaupt keinen Murks zu.

    In einer idealen Welt, ja.


    Doch wir leben in keiner idealen Welt. In der Welt, in der wir leben, gibt es Menschen. Und Menschen machen Fehler. Und das führt immer wieder zu Unfällen und Katastrophen.


    Bei der Flugsicherheit werden auch keine Kompromisse eingegangen, dennoch stürzen Flugzeuge ab. Bei der Produktsicherheit werden auch keine Kompromisse eingegangen, dennoch brennen immer wieder Wohnungen wegen defekter Elektrogeräte ab. Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.


    Zitat

    Nochmal zur Komplexität: Es scheint einigen nicht klar zu sein, aber man kann einen Elektromotor mit einer Batterie, einer Rolle Draht und einem Magneten innerhalb von fünf Minuten auf dem Tisch zusammenbauen. Vergleicht das mal mit einer Wärmekraftmaschine wie einem Kolbenmotor, welcher Aufwand dahinter steht, bis der läuft und am Ende noch die sich jedes Jahr verschärfenden Abgasnormen einhält.

    Und dir scheint nicht klar zu sein, dass man mit einem derart simplen Aufbau kein modernes Auto bauen kann.


    Nur die Tatsache, dass ein Elektromotor sehr einfach aufgebaut sein kann, bedeutet doch noch lange nicht, dass sich solch ein Aufbau auch für ein Elektroauto eignet.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Dir dürfte sicherlich nicht entgangen sein, dass diese Autos mit den heutigen nicht mehr allzu viel gemein haben.

    Ein entscheidendes Merkmal haben Elektromotoren auf der einen und Verbrennungsmotoren auf der anderen Seite damals wie heute gemeinsam: Bauartbedingt sind Elektromotoren weniger komplex als Verbrennungsmotoren.


    Zitat

    Warum sollte dies ein Fehler sein? Allein das gesamte Batterie-Management (Überwachung, Heizung, Ladung, usw.) gibt es bei einem Auto mit Verbrennungsmotor nicht.

    Wichtig ist nur, wie viel es insgesamt gibt - und da steht der Verbrennungsmotor einfach schlechter da. Allein schon durch rechtliche Rahmenbedingungen sind Verbrennungsmotoren und z.B. deren Abgasmanagement technisch mit enorm viel Aufwand verbunden.

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