Pfand: Warum auf Icetea keinen Pfand?
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Re: Re: Pfand: Warum auf Icetea keinen Pfand?
ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von GeneralCuster
Pressemitteilunge des BMU vom 18.06.03
[..]Jetzt haut mal nicht auf den Trittin
. Er versucht ja den Wust an alten Verordnungen auszulichten. Die sind im übrigen zu einem guten Teil noch der alten schwarzgelben Truppe anzulasten ;).Also mal ganz entspannt abwarten. Viel schlimmer fand ich persönlich, wie sich die Wirtschaft gesperrt hat, obwohl man seit Jahren wußte, das das Pfand kommt. Dafür hatte ich kein Verständnis.
cu
Zur Pressmitteilung: Dannn wird halt Weizen o.ä. beigemischt und es heißt Früchtefrühstück.
Trittin hat doch 1998 schon das Gesetz optimiert, da hätte er ja auch gleich statt des Pfandes eine Strafgebühr einsetzen können (damals waren Gesetzänderungen jeglicher Art doch überhaupt kein Problem, da Mehrheit in Bundestag und Bundesrat) und auch gleich eine Studie beauftragen können, wie gut oder schlecht Einweg-PET für die Umwelt ist.
Ich bin jedenfalls der Meinung, dass es öklogisch nicht sonderlich sinnvoll ist, wenn ein ganzes Frachtschiff vollgepackt mit PET-Müll nach Asien fährt, damit das Zeug da recyclet wird (leider konnte ich keinen Link dazu finden, Recyclingunternehmen und Logistiker ist hier die Rhenus AG).
Und durch das Pfandsystem wird es ja sicher nicht weniger Müll. Der wird jetzt hin- und hergekarrt und das kostet mehr Geld. Klar, dafür spart man aber auch wieder, weil die Industrie muss nicht mehr soviel Lizenzgebühren an das Duale System abführen.Machen wir doch mal eine Beispielrechnung auf:
Das Duale System musste bisland 1.000.000 Einheiten Müll pro Jahr über den Grünen Punkt/gelben Sack recyclen und hat dafür 1.000.000 Geldeinheiten Lizengebühren pro Jahr bekommen.
Sagen wir mal 40 Prozent davon waren Einweg-Getränkeverpackungen. Die fallen jetzt weg. Zumindest, was die Lizengebühren angeht. Also nur noch 600.000 Geldeinheiten Lizengebühren pro Jahr. Dennoch schmeissen aber viele Leute aufgrund des mangelnden Pfandsystems Ihre Flaschen weg und zwar in den gelben Sack. Spätestens dann, wenn sie den Kassenbon zur Rückgabe verloren haben. Also muss das Duale System vielleicht 10 Prozent des nicht bezahlten Mülls dennoch recyclen, also 500.000 Einheiten Müll.
Die Einnahmen des Dualen Systems sinken um 40 Prozent, dafür muss aber auch nur der halbe Müll recyclet werden. Da die Betriebs- und Personalkosten aber sehr hoch sind, und der Personalabbau nicht so schnell betrieben werden kann (der ja auch den Staat wieder Arbeitslosengeld kostet), liegen die Kosten bei der halben Müllmenge nicht bei 60 Prozent sondern sagen wir mal bei 70 Prozent. Die fehlenden 100.000 Geldeinheiten müssen also auf die verbleibenden Lizenzzahler umgelegt werden, die dann auch wieder die Preise für Ihre Waren erhöhen müssen.
Gleichzeitig steigen die Kosten, die die Unternehmen an Drittanbieter bzw. später an eine zentrale Clearingstelle für das Pfandsystem zahlen müssen, direkt und auch indirekt, da Personal- und Zeitaufwand innerhalb der einzelnen Unternehmen entsteht. Auch hier steigen also die Endverbraucherpreise an.
Fragt sich nur, warum der Staat nicht gleich eine Pfandmarke (ein Aufkleber-Hologramm o.ä.) herausgegeben hat. Auf jedes Produkt geklebt hätte man das dann in jedem Laden zurückgeben können. Ganz einfach ohne teuren Automat o.ä.
Aber wie kann ich mir nur anmaßen so eine triviale Lösung auch nur in den Mund zu nehmen. Wir leben schließlich im High-Tech-Zeitalter. Und anders als bei der Zigaretten-Steuer würde der Staat ja kaum was dran verdienen. Viel schlimmer noch: Auch die Händler könnten die Pfandbeträge nicht zurückgegebener Flaschen nicht mehr als Gewinn verbuchen sondern müssten eine korrekte Buchführung für den Pfand einreichen und den Müll an eine zentrale Sammelstelle abführen. Es wäre ja auch denkbar, dass jemand eine am Kiosk gekaufte Flasche zusammen mit seinen 10 bei Plus gekauften Flaschen eben dort abgibt. Das geht nun wirklich nicht. 10 Prozent mehr Aufwand ohne massig drann zu verdienen. Also nein. Schließlich wurde doch der Verkauf von Mehrweg gerade deshalb abgeschafft... -
Zitat
Original geschrieben von PremiereFan
Auf diese PFANDflaschen war schon immer Pfand drauf! Schon vor dieser neuen Regelung.
Anfangs ja. Später gab es dann z.B. Volvic oder evian wahlweise in PET-Pfandflaschen oder in PET-Einwegflaschen in verschiedenen Größen (zwischen 0,5 und 1,5 L). Konnte sich der Shop also aussuchen, ob er mit Pfand oder als Einweg verkauft...
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ZitatAlles anzeigen
Original geschrieben von chico
Zu dem Wüsche ich mir nichts mehr als eine zentrale Sammelstelle.
Seit der neuen Pfandregelung schmeisse ich alles in die gleiche Tonne,
weil ich es a) bescheuert finde sämtliche Kassenzettel aufzuheben,
b) oft einzelne Tankstellen oder einen kleinen Laden nicht oft besuche und
c) wegen paar Cent nicht durch die Gegend fahre, um es abzugeben.??? Warum wegwerfen?
Wieviele Dosen kauft Ihr denn so?
Ich bin auch viel unterwegs und da sind Dosen einfach praktisch.
Zu Beginn des Dosenpfandes hab ich beim ersten Sixpack Pfand bezahlt.
Seitdem gebe ich die leeren beim Kauf der vollen zurück und zahle kein Pfand. Bisher gabs nie Probleme, noch nicht mal bei "geplätteten" Dosen!
Ein ewiger Kreislauf. :top:Einfach nachmachen!
Gruß Oern1
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Ich kaufe nie Dosen, habe ich auch früher kaum getan.
Flaschen sind viel praktischer, vor allem PET Flaschen.Außerdem kaufe ich oft Desperados, und das halt abends,
je nachdem wo ich grad bin, an der Tankstelle oder im Supermarkt.
Und da ich sehr unregelmäßig, und wenn dann spontan wieder dort bin,
kann ich es mit dem Zurückgeben vergessen. Darum wirds weggeschmissen.Am liebsten wäre es mir, daß man auf Flaschen gar kein Pfand nimmt,
sondern die Flaschen - wie früher - einfach in Container wirft.Oder daß jeder Laden ohne Vorlage des Belegs Flaschen nehmen muß.
Genauso wie bei gewöhnlichen Sprudel oder Bier Flaschen,
die ich im Laden A kaufen und im Laden B mit Pfandrückgabe abgeben kann. -
OK, ich dachte da speziell an das Dosen pfand. Und an Autofahrer. Sonst ist es durchaus etwas problematischer.
Ich hoffe aber du wirfst Deine Abfallflaschen weiter in die Container.:top:
Gruß Oern1
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Ich finds nur deshalb quatsch, weil wir ja ein duales System fürs Recycling haben und jetzt nur als Schikane das Pfand eingeführt wurde, die Industrie aber daraus noch den Nutzen zieht, billiger entsorgen zu können.
Das Gesetz ist schliesslich von 1982, damals gab es das Duale System Deutschland noch gar nicht, oder?Mal eine andere Frage: Wie ist das rechtlich, wenn man Dosen ohne Pfand importiert. An Endkunden verkaufen wird man sie wohl nicht dürfen. Aber was ist, wenn man z.B. einen Lieferservice auf macht und aus Holland verschickt oder aber im Kundenauftrag nach Holland fährt, dort einkauft und wie eine Spedition die Lieferkosten berechnet und den Warenpreis nur als durchlaufenden Posten auf die Rechnung draufschreibt?
Und wie ist es bei der Metro? Als Lebensmittelhändler zahlt man ja derzeit noch kein Pfand, wenn man in der Metro kauft. Das wird aber sicher zum Oktober anders, oder?
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Zitat
Original geschrieben von Nebelfelsen
Ich finds nur deshalb quatsch, weil wir ja ein duales System fürs Recycling haben und jetzt nur als Schikane das Pfand eingeführt wurde, die Industrie aber daraus noch den Nutzen zieht, billiger entsorgen zu können. ...
Ursprüngliche Idee war es doch, das Verhältnis Mehrweg- zu Einwegverpackung zugunsten der Mehrwegverpackungen zu halten. Eben unter der Androhung eines Zwangpfandes wenn die Einwegverpackungen überhand nehmen. Die Industrie wußte das schon seit ewigen Zeiten. Sie hatte Jahre Zeit sich darauf einzustellen.
Ich kann darin keine Schikane sehen. Eher ist dieses Mal die Lobbyarbeit der Industrie gründlich danebengegangen, weil das BMU unter Führung von Trittin hart geblieben ist.
Jetzt der Politik (Trittin) die Schuld zu geben, finde ich historisch nicht ganz korrekt ;). Diesen Schlamassel hat sich die Industrie selbst ans Bein gebunden.
Für mich sieht das ganz eher aus wie ein Fall von "selber schuld".cu
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Zitat
Original geschrieben von GeneralCuster
Ursprüngliche Idee war es doch, das Verhältnis Mehrweg- zu Einwegverpackung zugunsten der Mehrwegverpackungen zu halten. Eben unter der Androhung eines Zwangpfandes wenn die Einwegverpackungen überhand nehmen. Die Industrie wußte das schon seit ewigen Zeiten. Sie hatte Jahre Zeit sich darauf einzustellen.
Ich kann darin keine Schikane sehen. Eher ist dieses Mal die Lobbyarbeit der Industrie gründlich danebengegangen, weil das BMU unter Führung von Trittin hart geblieben ist.
Jetzt der Politik (Trittin) die Schuld zu geben, finde ich historisch nicht ganz korrekt ;). Diesen Schlamassel hat sich die Industrie selbst ans Bein gebunden.
Für mich sieht das ganz eher aus wie ein Fall von "selber schuld".cu
Die ursprüngliche Idee muss aber hinterfragt werden, da man 1982 noch keine adequaten Recycling-Methoden kannte und auch das Duale System noch nicht existierte. Heutzutage muss erst einmal geklärt werden ob PET-Einweg und Weißblech-Einweg nicht sogar umweltfreundlicher als die Wiederbefüllung ist.
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Zitat
Original geschrieben von Nebelfelsen
Die ursprüngliche Idee muss aber hinterfragt werden, da man 1982 noch keine adequaten Recycling-Methoden kannte und auch das Duale System noch nicht existierte. Heutzutage muss erst einmal geklärt werden ob PET-Einweg und Weißblech-Einweg nicht sogar umweltfreundlicher als die Wiederbefüllung ist.Das wurde in 2000 gemacht ;). Das Umweltbundesamt hat eindeutig festgestellt:
Zitat
Letzte Aktualisierung: 10.01.2003
Mehrwegflaschen, ganz gleich ob aus Kunststoff oder aus Glas, haben aus Umweltschutzsicht deutliche Vorteile gegenüber Getränkedosen und Einwegflaschen aus Glas oder Kunststoff. Getränkekartons haben keine entscheidenden Umwelt-Nachteile gegenüber Mehrwegverpackungen. Das sind die klaren Aussagen der zweiten Untersuchungsphase der Ökobilanz für Getränkeverpackungen, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt veröffentlicht hat.
Hier kann man die Kurzfassung nachlesen.
Das BMU nimmt in der Dritten Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung vom 18.03.2003 darauf Bezug. Ich denke somit wäre diese Frage geklärt ;).cu
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