Den guten alten Postboten gibt es nicht mehr

  • Ist dies der richtige Weg,wenn ein Grosskonzern tausende von neuen Autos anschafft und diese dann auf Kurzstrecken umweltschädlich einsetzt?


    :confused: :( :flop:


    Der Zeitungsartikel:


    Pakete bringt der Briefträger mit


    Verbundzustellung bis Mitte 2004 überall in Dithmarschen geplant
    Dithmarschen (dh) Die Städte Heide und Brunsbüttel hat sich die Deutsche Post als Vorreiter für die neue Verbundzustellung in Dithmarschen ausgesucht.



    Das heißt: Die Postboten sollen neben Briefen auch Pakete zustellen. „In Heide und Brunsbüttel wurde das neue System bereits eingeführt, und bis Ende des Jahres sollen 50 Prozent der Orte in Dithmarschen umgestellt sein“, sagte gestern Post-Pressesprecher Uwe Reher der DLZ/BZ. Bis Mitte 2004 wird die neue Verbundzustellung im ganzen Kreisgebiet erfolgen und bedeutet den Abschied vom klassischen Paketzusteller.


    Die Umorganisation erfolgt in ganz Deutschland und soll zu Einsparungen bei der Deutschen Post führen. Als Größenordnung bundesweit nannte Reher gestern einen „zweistelligen Millionenbetrag“. Hintergrund ist das Ende des Briefmonopols 2007. Bis dahin will sich das frühere Bundesunternehmen weiter auf den Wettbewerb vorbereiten.


    Da ein Zusteller künftig Briefe und Pakete austragen muss, wurden die Zustellbezirke neu geschnitten. Daher kann es laut Uwe Reher „in Einzelfällen zu anderen Bedienzeiten kommen“. Konkret: Einige Haushalte werden ihre Post später, andere dafür vielleicht früher erhalten. Da die bisherigen Briefzusteller zukünftig die Pakete nicht auf dem Fahrrad transportieren können, kauft die Deutsche Post nach und nach tausende neuer Autos.


    Der französische Autohersteller Renault hat den Zuschlag für seinen Kleintransporter „Kangoo“ bekommen. Die Auswirkungen auf die Umwelt durch die zunehmende Motorisierung sind nach Aussage von Uwe Reher nicht so groß, wie man annehmen könnte. „Die Berechnungen der Post gehen von einem Prozent mehr Spritverbrauch aus“, sagte der Pressesprecher.


    Der kleine Renault sei weitaus günstiger im Verbrauch als die bisherigen Transporter. Statt bislang bundesweit 26 000 Briefträgern wird es zukünftig rund 40 000 Verbundzusteller geben. Betriebsbedingte Kündigungen sollen laut Reher bis März 2008 nicht erfolgen.


    Gleichwohl will die Deutsche Post mehrere tausend Stellen von Briefträgern einsparen. Dies ist möglich durch das Ausscheiden aus Altersgründen oder eigene Kündigung der Beschäftigten. Die Stellen werden nicht wieder besetzt. Gleichzeitig wird die Wochenarbeitszeit in der Zustellung von bisher 38,5 Stunden auf freiwilliger Basis - und gegen Bezahlung - auf bis zu 48 Stunden erhöht.




    Ich finde es sehr bedauerlich,daß die Deutsche Post so handelt!:( :flop:

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • Schon einmal daran gedacht das die Deutsche Post ein Wirtschaftsunternehmen ist, und solche Schritte notwendig sein müssen wenn das Briefmonopol fällt ?


    Gerade die ländlichen Gebiete fahren nur verluste ein, das versucht man halt mit solchen Strukturveränderungen zu kompensieren.

  • Sicher muß die Post wirtschaftlich denken,aber in einer Kleinstadt (20.000Ew) den Postboten mit einem Auto von Tür zu Tür fahren zu lassen,macht in meinen Augen absolut keinen Sinn!:rolleyes:


    Und der Postbote versicherte mir auch noch dazu,daß diese neue Regelung für ihn eine längere (!) Arbeitszeit bedeute,als wenn er mit seinem Rad fahre!
    Er würde sofort wieder aufs Rad steigen.:)
    Die privaten Briefzusteller fahren in den Städten auch eigentlich nur mit Rad.Die wissen schon warum!
    Auf dem LAnd macht es ja Sinn,aber in Städten???:confused:

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • in den Landbezirken gab es noch nie den Paketdienst. Die Pakete kamen wie zuvor noch mit dem Briefträger...

  • In Frankreich (zumindest in dem kleinen Ort, in dem ich war) ist das auch so. Da wird die Post auch per Auto gebracht!


    Aber besser als mein frührer Brieffreund aus Ghana mal schrieb - beim dem kam nämlich einmal die Woche die Post per Elefant!


    Gruß,
    Mokli

  • Moin Beugel!
    Zu der Thematik wollte ich gerade auch einen Thread aufmachen. Bei uns (Büdelsdorf (bei Rendsurg), also noch etwas nördlicher) kommt neuerdings der Briefträger auch mit dem Auto. M.E. kann dass doch nur unwirtschaftlich sein. :rolleyes: Warum können sonst die Fahrradkurriere die Post preislich unterbieten?
    Übrigens haben die Briefträger hier nicht solche häßlichen Renaultschleudern, sondern nagelneue VW T4 (ist ja momentan ein Auslaufmodell :D)

    Die Tastatur liegt einsam dort, weil father in der mother bohrt (Willy Astor)

  • Zitat

    Original geschrieben von Mokli


    Aber besser als mein frührer Brieffreund aus Ghana mal schrieb - beim dem kam nämlich einmal die Woche die Post per Elefant!


    lol :top:

    Hello seeker! Don't feel alone here in the New Age, because there's a seeker born every minute.

  • Was mich daran wirklich stoert, ist dass der Auftrag fuer die Autos an ein auslaendisches Unternehmen geht.
    Wird die Post eigentlich noch subventioniert (so wie z.B. die Bahn)? Dann kann man dieses Geld ja sparen, da sie offensichtlich nicht darauf angewiesen sind..

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Zitat

    Original geschrieben von xoduz
    Was mich daran wirklich stoert, ist dass der Auftrag fuer die Autos an ein auslaendisches Unternehmen geht.
    Wird die Post eigentlich noch subventioniert (so wie z.B. die Bahn)? Dann kann man dieses Geld ja sparen, da sie offensichtlich nicht darauf angewiesen sind..


    Warum stört dich das? :confused:
    Das ganze nennt sich internationale Marktwirtschaft, da erhält die Firma den Auftrag, die eine entsprechende, in diesem Falle vermutlich europaweite, Ausschreibung gewonnen hat.
    Selbst wenn die Ausschreibung nur deutschlandweit war, ist Renault ein am deutschen Markt vertretenes Unternehmen.


    Und Argumente wie, ich nenn es mal "Nationalstolz" (bitte nicht falsch verstehen ;)), haben mit derartigen Entscheidungen nicht das Geringste zu tun.
    Es geht um viel Geld, da entscheidet das Preis-Leistungsverhältnis, nicht die Herkunft.
    Alles andere würde wohl unter Wettbewerbsverzerrung, im drastischsten Falle unter Diskriminierung, laufen.


    Ehrlich gesagt kann ich da kein ernsthaftes Problem oder dergleichen erkennen.
    Das wir zudem in einer zunehmend globalisierten Welt leben (insbesondere im Bereich der Wirtschaft) ist ja nun auch nicht erst seit gestern der Fall.
    Stichwort: "Vereintes Europa". ;)

  • Wenn die Post künftig mit dem Auto ausgefahren wird, sollte man auch einen Service wie in den USA einführen, wo der Briefträger auch abgehende Post mitnimmt.

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